Herbstwanderung ins Borntal

Wo die neue Asphaltdecke aktuell endet, nahm der Kernstadtausschuss beim Ortstermin persönlich in Augenschein.

Der Kernstadtausschuss hatte ein Anliegen.

Allzu viel auf dem Zettel hatten sie nicht, die Mitglieder des Kernstadtausschusses, als sie sich gestern trafen. Die Tagesordnung war übersichtlich. Und das zentralste Thema der 45-Minuten-Sitzung war dann auch eigentlich eines des Bauausschusses. Der aber sieht das offenbar nicht als solches oder jedenfalls nicht als dringendes, denn er trifft sich in diesem Jahr gar nicht mehr. Ein bisschen hatte der Ortstermin vor der Sitzung etwas von einer Herbstwanderung ins Borntal. Dort im Norden von Einbeck am Waldrand hatten die Kommunalpolitiker von der Hubeweg-Abzweigung bis zum Haus des Jugendrotkreuzes einen durchaus anspruchsvollen Fußmarsch zu absolvieren. Was sie sahen und womit man dann jetzt entsprechenden Gerüchten entgegen treten könne, wie Ausschuss-Vorsitzender Rolf Hojnatzki (SPD) anmerkte, war, dass die Straße am Borntal größtenteils neu asphaltiert worden ist. Aber nur im unteren Teil bis zu einer Einfahrt zu einem Privatgrundstück. Die Politiker sahen, dass es nicht die Einfahrt zu demjenigen Grundstück war, die einige meinten im Stadtklatsch gehört zu haben. Sondern schon früher hört die neue Asphaltierung der Straße auf. Weil die Asphalttonne dort leer und das Geld alle war, erläuterte Tiefbauamtsleiter Thomas Kreykenbohm. Der Kernstadtausschuss war sehr darauf bedacht den Eindruck zu zerstreuen, dass mit der Straßensanierung Einzelinteressen bedient würden. 2019, mit frischem Haushaltsgeld, wird der obere Abschnitt des Borntal bis zur dann zu verbreiternden Kurve vor dem Haus der Jugendrotkreuzes erneuert. Wie gut frequentiert die Straße ist, obwohl ein Verbotsschild mit „Anlieger frei“ am Zugang steht, spürten die Ausschussmitglieder bei dem Ortstermin (und wir gehen mal davon aus, dass da niemand Fahrten bestellt hatte, weil sich der Ausschuss dort angekündigt hatte). Kein Wunder, führt die Anliegerstraße nicht nur zu zwei Privatgrundstücken, sondern vor allem auch zu einer der bestgebuchten Übernachtungsmöglichkeiten in Einbeck: Am Ende der Straße steht hoch über Einbeck immerhin das Haus des Jugendrotkreuzes, das sehr gut besucht wird, vor allem von Jugendgruppen. Neben dem Straßenausbau hatten die Mitglieder des Kernstadtausschusses bei ihrem Ausflug im Auge, dass in vielen der 67 rund 100 Jahre alten Kastanienbäume der Allee Totholz hängt und dieses neben einem Kronenschnitt, wo notwendig, in diesem Winter von der Stadt beseitigt und ein potenzielles Problem damit erledigt wird.

Außerdem erfuhren die Ausschussmitglieder in ihrer Sitzung noch, dass die Verbindungswege zwischen Harlandstraße und Prof.-Ellissen-Straße zu eng sind, dass auch Fahrradfahrer sie nutzen dürfen, und dass eine Videoüberwachung des neuen Spielplatzes in der Brandlücke Lange Brücke 5 rechtlich nicht zulässig ist. Der Behindertenbeauftragten Renate Leuschner, die eine Mitgliedschaft in dem Ausschuss beantragt hatte und ihr kurzfristiges Fernbleiben bei der gestrigen Sitzung durch Alexander Kloss (SPD) zu entschuldigen bat, wurde Rede- und Beratungsrecht im Kernstadtausschuss vom Vorsitzenden zugesichert, ohne dass dies formal beschlossen wurde. Denn grundsätzlich könne die Beauftragte in allen Stadtrat-Ausschüssen sich beteiligen, wenn sie meint, dass Belange von Behinderten berührt werden, hieß es. Ohnehin sei es ja schon so geübte Praxis, dass sie beteiligt werde bei allen Themen, die möglicherweise die Anliegen von Menschen mit Behinderung betreffen, erklärte die Bürgermeisterin. Einen Vorschlag der SPD, der Behindertenbeauftragten als beratendem Mitglied des Ausschusses auch eine Aufwandsentschädigung zukommen zu lassen, zog die Partei schnell wieder zurück, nachdem Rathaus-Jurist Dr. Florian Schröder vor rechtlichen Problemen und einer Präjudiz für andere beratende Mitglieder in Ratsausschüssen warnte.

Borntal: Allee mit 67 Kastanienbäumen im Norden von Einbeck, die zum Haus des Jugendrotkreuzes führt.

 

Grüne im grünen Borntal

Die Grünen besuchten jetzt das Haus des Jugendrotkreuzes im Borntal oberhalb von Einbeck. Foto: Die Grünen

Zwei Bitten haben die Grünen-Ratsherren Dietmar Bartels und Manfred Helmke bei einem Besuch der Grünen im Haus des Jugendrotkreuzes in Borntal von Leiter Hans-Martin Grigoleit jetzt mit auf den Weg bekommen: Die erste ist eine schnellere Internetleitung für die Einrichtung weit außerhalb der Stadt, die zweite eine besser ausgebaute Zufahrt zu der Anlage oberhalb von Einbeck. Bei schlechtem Wetter und vor allem im Winter hätten die Busse große Probleme mit der Anfahrt. Auf Einladung von Grigoleit hatten sich die Grünen jetzt in dem Haus mit seinen 170 Betten umgeschaut, das pro Jahr etwa 28.000 Übernachtungen verzeichnet und damit noch nicht voll ausgelastet ist. Alle waren angenehm überrascht von der am Waldrand liegenden Anlage mit einer fantastischen Aussicht auf Einbeck, die viel Ruhe und viel Natur biete, heißt es in einer Grünen-Pressemitteilung (Grüne besuchen das Haus des Jugendrotkreuzes in Einbeck 18-07-04).

Bald Borntal-Klausur der CDU

Borntal-Besuch: CDU-Ratsfraktion vor dem Haus des Jugendrotkreuzes. Foto: CDU

Borntal-Besuch: CDU-Ratsfraktion vor dem Haus des Jugendrotkreuzes. Foto: CDU

Nach einem Besuch im Haus des Jugendrotkreuzes Einbeck hat die CDU-Ratsfraktion eine Klausurtagung im Borntal noch für dieses Jahr angekündigt. Die idyllisch gelegene Anlage im Norden der Einbecker Kernstadt gibt es seit 1982 als Übernachtungs- und Seminarstätte mit circa 150 Betten Kapazität, diversen Seminarräumen, einem attraktiven Außengelände und einer guten Küche. Das Haus des Jugendrotkreuzes beschäftigt derzeit 15 Mitarbeiter und zog im vergangenen Jahr viele Gäste nach Einbeck, konnte mehr als 20.000 Teilnehmertage verbuchen, heißt es in einer MItteilung der Christdemokraten. Hans-Martin Grigoleit, der das Haus in zweiter Generation leitet (und Beisitzer im CDU-Stadtverband ist), führte die CDU-Abordnung durch die Anlage und freute sich über das große Interesse. Die Nachfrage sei insgesamt erfreulicherweise hoch, so dass man derzeit über mögliche Erweiterungen nachdenke. In der Mehrzahl nutzten Gruppen von Jugendverbänden wie dem Jugendrotkreuz, von Gewerkschaften aber auch dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), dem Bundesfreiwilligendienst (BFD), Schulklassen und religiösen Jugendorganisationen das Angebot.