CDU-Kreisvorsitzende tritt zurück

Die Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Northeim, Kerstin Lorentsen (Northeim), hat heute mit sofortiger Wirkung ihren Rücktritt erklärt. Das schreibt sie in einem zweiseitigen Brief an alle Mitglieder der CDU im Landkreis Northeim, der mir vorliegt. Sie erkläre ihren Rücktritt schweren Herzens. “Aber ich habe die Grenze meiner Kräfte erreicht.”

Kerstin Lorentsen. Foto: privat/CDU

Kerstin Lorentsen war seit November 2019 Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes. Die Christdemokraten im Landkreis Northeim trifft der Rücktritt zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt: In wenigen Wochen stehen die Kommunalwahlen an, wollen Stadträte, Gemeinderäte, Kreistag und Ortsräte neu gewählt werden. Kerstin Lorentsen kandidiert auf Platz 3 der CDU-Liste für den Kreistag. Die Frist für die Wahlvorschläge ist gestern abgelaufen.

Ihre Arbeit als Kreisvorsitzende im Vorfeld dieser Wahlen habe sie geleistet, heißt es in der Demission sinngemäß, wenn Lorentsen davon schreibt, dass die Wahlvorschläge eingereicht und das Wahlprogramm verabschiedet seien. Bei der Bewältigung der außergewöhnlichen Herausforderungen unter Pandemie-Bedingungen habe sie auf breite Unterstützung von Amts- und Mandatsträgern gehofft. “Leider musste ich erleben, dass stattdessen meine Arbeit durch öffentlich vorgetragene Indiskretionen und Unwahrheiten, die meinem und dem Ansehen des Kreisverbandes geschadet haben, erschwert wurde”, heißt es in dem Rücktrittsschreiben wörtlich. “Es waren nicht zuletzt die in erschreckend feindseligem Ton vorgetragenen persönlichen Angriffe von einigen Mitgliedern des Kreisvorstands, die mich zutiefst verletzt und überzeugt haben, dass ich mein Amt nicht weiterführen möchte.”

Wie es nun im CDU-Kreisvorstand vor allem personell weitergeht, ist momentan völlig offen. Für Freitag ist eine Krisensitzung anberaumt worden.

Kerstin Lorentsen war als CDU-Kreisvorsitzende schon seit Monaten nicht unumstritten. Kritiker bemängelten ihre fehlende Sichtbarkeit und Teilnahme in politischen Debatten. Spätestens als die CDU keinen eigenen Landratskandidaten aufgestellt hat (sondern FDP-Mann Christian Grascha unterstützt), wurde der Druck auf die Vorsitzende immer größer.

Wer für die Einbecker CDU kandidiert und was im Programm steht

Nach der Präsentation ihres Personals unterm Zirkuszelt in Volksen haben die Einbecker Christdemokraten jetzt ihre Kandidatenlisten mit den Reihenfolgen sowie das Wahlprogramm auf dem Einbecker Sonnenberg in Negenborn vorgestellt. In beiden Wahlbereichen bei der Stadtratswahl am 12. September führen Frauen die Listen der CDU an. Ihr Wahlprogramm hat die CDU “EIN Pl@n”genannt, der ein “Fahrplan für die Zukunft” sein soll, wie die Christdemokraten die fünf Seiten überschreiben.

In der Kernstadt steht Ratsfrau Heidrun Hoffmann-Taufall auf Platz 1 der Liste, gefolgt vom Fraktionsvorsitzenden Dirk Ebrecht. Auf Platz 3 haben die Christdemokraten den Schüler Frederic Otto gesetzt. Platz 12 ist eine kleine Überraschung, hier kandidiert der frühere Krankenhaus-Chefarzt Dr. Olaf Städtler.

Im Wahlbereich Ortschaften steht ein weibliches Duo an der Spitze: Platz 1 ist mit Ratsfrau Beatrix Tappe-Rostalski (Opperhausen) besetzt, Platz 2 mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Antje Sölter (Vardeilsen). Auf Platz 3 steht der frühere Kreistagsabgeordnete Helmar Breuker (Edemissen).

Das sei “ein starkes Team”, sagte CDU-Vorsitzende Beatrix Tappe-Rostalski, auf das sie stolz sei. Es sei nicht einfach gewesen, Frauen für eine Mitarbeit zu gewinnen, räumte Heidrun Hoffmann-Taufall ein, letztlich sei es aber doch gelungen, freute sich die Vorsitzende der Frauen-Union. Denn Frauen arbeiteten in der Politik anders – dialogorientierter und kommunikativ würden Lösungen erarbeitet, sagte Hoffmann-Taufall.

Die Einbecker CDU stellte Programm und Kandidatenreihenfolge auf dem Einbecker Sonnenberg vor.

“EIN Pl@n” hat die Einbecker CDU ihr Wahlprogramm genannt, der Begriff ist deutlich an das Kfz-Kennzeichen EIN angelehnt, und das @-Zeichen statt des Buchstabens a soll für Digitalisierung stehen. Das Papier mit acht Kernzielen sei nicht statisch, sondern werde der Entwicklung angepasst, sagte CDU-Ratsfraktionschef Dirk Ebrecht. In ersten Entwürfen beispielsweise habe die Straßenausbaubeitragssatzung noch im Wahlprogramm gestanden, jetzt heißt es dort: “Die Straßenausbaufinanzierung soll bürgerfreundlich und nachhaltig erfolgen.”

Die Einbecker CDU setzt sich für eine “Digitalisierung mit Verstand” ein, möchte Glasfaserkabel in jedes Haus legen lassen und flächendeckenden 5G-Mobilfunk. Damit lasse sich dann nicht nur e-Government realisieren, sondern auch ein Parkleitsystem oder die Parkgebühr via Handy. Die Parkuhr mit Bargeld ist für die CDU “out”. Klimaschutz bedeutet für die Christdemokraten, die heutige Flächenversiegelung deutlich zu drosseln, Dächer und Fassaden zu begrünen und als großes Projekt die Nutzung von Windkraft, um “grünen Wasserstoff” mittels Elektrolyse zu erzeugen. Hier sei man in konkreten Gesprächen mit interessierten Unternehmen und stehe kurz vor entsprechenden Genehmigungen für ein Projekt im Nordbereich des Stadtgebiets, sagte Ebrecht. Auch beim Thema Wohnen setzt die CDU in ihrem Wahlprogramm auf Bauen im Bestand und in Baulücken, um den Flächenverbrauch zu reduzieren. Nicht erhaltenswerte Bausubstanz soll abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden.

Die CDU bleibt laut “EIN Pl@n” beim Ziel, den ZOB umzugestalten, um Bus und Bahn besser verzahnen zu können. Die Christdemokraten halten auch an einem mit Fördermitteln aus Bund und Land unterstützten “Wissensquartier” fest, “sofern es die finanziellen Mittel der Stadt zulassen”, wie es im Programm heißt.

Wer bei den Einbecker Grünen für die Stadtratswahl kandidiert

Die Grünen haben ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl am 12. September vorgestellt. Ziel der Einbecker Grünen ist es, im nächsten Stadtrat mit einer stärkeren Fraktion dabei zu sein. Dafür haben sie nach eigenen Aussagen eine “soziale Bandbreite” von 16 Kandidierenden aufgestellt: “Vom Arbeiter bis zum Hochschullehrer, Männer und Frauen, Erfahrene und Neulinge, Selbstständige und Nichtselbständige, Jüngere und Ältere, Berufstätige und Ruheständler”.

Im Wahlbereich Kernstadt steht Ratsfraktionsvorsitzender Dietmar Bartels auf Platz 1, es folgt die Ortsvorsitzende Marion Christ auf Platz 2 der Liste. Auf den weiteren Plätzen stehen Günter Rönpagel, Hans-Joachim Nehring und Anja Linneweber.

Im Wahlbereich Ortschaften steht Ratsherr Manfred Helmke (Wenzen) auf Platz 1 der Liste. Auf den weiteren Plätzen folgen Maurice Christ, Hans-Jürgen Reimann, Michael Franz und Michaela Christ.

„Alle Kandidatinnen und Kandidaten sind politisch und gesellschaftlich sehr engagiert, einige sind fachlich besonders versiert, z.B. in Energiefragen, in der Lösung von Verkehrsproblemen, in Pädagogik, in Gesundheitsfragen, in Fragen der Innenstadtgestaltung und der Dorferneuerung, in der Flüchtlingsbetreuung“, heißt es in einer Mitteilung der Einbecker Grünen.

Maurice Christ, Manfred Helmke, Marion Christ und Dietmar Bartels (v.l.). Foto: Grüne Einbeck

Mehr Medienkompetenz

Prävention und Opferschutz standen im Mittelpunkt eines Informationsaustausches in Einbeck mit der niedersächsischen Justizministerin Barbara Havliza (CDU), zu dem der von FDP und CDU unterstützte Landratskandidat Christian Grascha eingeladen hatte. Im Gespräch mit Vertretern des Präventionsfördervereins FIPS und des Weißen Ringes wurde deutlich, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie mit ihren Beschränkungen auf die Präventionsarbeit und welche Folgen diese für den Opferschutz sowie die Beratungsarbeit hat, die im Wesentlichen auf ehrenamtlichen Strukturen beruht.

Havliza bezeichnete im anschließenden Pressegespräch die vielen Informationen, die sie erhalten habe, als sehr bereichernd für ihre politische Arbeit. Die Forderung von Christian Grascha nach einer Fördermittel-Agentur, die von Kommunen getragen werden soll und die ehrenamtliche Vereinsarbeit durch die Suche nach Förderprogrammen stärken könne, anerkannte die Ministerin als gute Idee. Gerade der Informationsaustausch über Fördermöglichkeiten sei für ehrenamtliche Arbeit sehr hilfreich, sagte Havliza.

Prävention und Opferschutz seien wichtige Themen in ihrem Ministerium, sagte die ehemalige Richterin. Bei Schülern, Lehrern und Eltern müsse gleichermaßen die Medienkompetenz weiter und ständig verbessert werden. Besonderes Augenmerk müsse dabei gelegt werden auf das frühzeitige Erkennen des so genannten Cyber-Grooming, also der Suche von Tätern auf unterschiedlichen Wegen im Internet nach ihren Opfern. Erläutern lassen hat sich die Ministerin auch das „Schutzinsel“-Projekt, bei dem durch Aufkleber Zufluchtsstätten für Kinder und Jugendliche, die sich bedroht fühlen oder Hilfe brauchen, benannt und sichtbar gemacht werden. Im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten und Landratskandidaten Christian Grascha ging es natürlich auch um die Amtgerichtsstruktur im Landkreis. Bürgernahe Justiz in der Fläche sei wichtig, sagte die Ministerin, und diese könne nun einmal nicht betriebswirtschaftlich betrachtet werden. Der Rechtsweg müsse für alle Menschen gut erreichbar sein, weshalb auch ein barrierefreier Zugang zu den Gerichten unverändert wichtig bleibe. Durch die Corona-Pandemie haben mittlerweile alle Amtsgerichte in Niedersachsen einen digitalen Verhandlungssaal, der gerade bei räumlich beengten kleinen Gerichtsgebäuden wie in Einbeck hilfreich sei.

Justizministerin Barbara Havliza und Landratskandidat Christian Grascha.

SPD-Kandidaten besuchen Hahnemühle

Kandidaten-Besuch bei Hahnemühle in Relliehausen: Die SPD-Bundestagskandidatin Frauke Heiligenstadt und der von der SPD unterstützte Bürgermeisterkandidat in Dassel, Sven Wolter, haben sich in dem 1584 am Sollingstandort gegründeten international agierenden Traditionsunternehmen unter anderem die Kunst zeigen lassen, feine Papiere herzustellen. Ursprünglich sollte auch Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) dabei sein, sie musste kurzfristig absagen.

Jan Wölfle, Dr. Horst Rosenbauer, Frauke Heiligenstadt, Sven Wolter.

Geschäftsführer Jan Wölfle, Produktmanager Dr. Horst Rosenbauer und Werksleiter Stefan Müller präsentierten Geschichte, Produkte und Technologie. Rund 200 Mitarbeiter fertigen aus hochwertigen Zellstoffen und reinem Quellwasser nach teilweise Jahrhunderte alten Rezepturen traditionelle Künstlerpapiere, FineArt-Inkjetpapiere oder Spezialpapiere für Industrie und Filtration und vertreiben diese.

Die Besucherdelegation lernte die Bedeutung des Hahnemühle-Wassers kennen und erfuhr von den schnellen Entscheidungswegen einer Manufaktur, mit denen auf individuelle Kundenwünsche eingegangen werden kann. Aktuell standen natürlich die Hahnemühle-Lösungen für Mund-Nase-Schutz in der Corona-Pandemie im verstärkten Interesse der Gäste, die dabei kennenlernten, dass es längst Lösungen für Schnell-Selbsttests gibt, die ohne eine Kunststoffhülle des Diagnosesets auskommen können. Auch die FFP2-Masken made by Hahnemühle seien wesentlich nachhaltiger als Produkte aus Fernost, sagte Wölfle.

Frauke Heiligenstadt zeigte sich beeindruckt von den Überlegungen zur Nachhaltigkeit und möchte die Information gerne in Hannover platzieren. Auch Bürgermeisterkandidat Sven Wolter dankte für spannende Einblicke, mit Hahnemühle als „hidden champion“ dürfe Dassel durchaus selbstbewusster umgehen.

Frauke Heiligenstadt und Sven Wolter informieren sich, wie Papiere bei Hahnemühle produziert werden.
Werksleiter Stefan Müller erläutert den Sozialdemokraten die Bedeutung des Wassers für die Papierproduktion.
Frauke Heiligenstadt interessiert sich für die Technik, feine Papiere herzustellen.

Dasseler Bürgermeisterkandidaten auf dem Feuerwehr-Prüfstand

Ein Termin bei der Feuerwehr ist für einen Kommunalpolitiker immer wichtig. Brandschutz ist nicht nur Pflichtaufgabe einer Kommune, die Unterstützung der ehrenamtlichen Brandschützer ist auch Pflichtaufgabe von Kommunalpolitikern. Erst recht, wenn sie gewählt werden wollen. Alle drei Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Dassel haben sich jetzt dem Feuerwehr-Stadtkommando vorgestellt, also Vertretern aller Ortsfeuerwehren im Stadtgebiet: Elias Kreuzinger (27) von der CDU, Michael Spallek (36) von der FDP und Einzelbewerber Sven Wolter (29), der von der SPD unterstützt wird.

Stadtbrandmeister Harald Sehl (l.), Bürgermeister-Stellvertreter Volker Fuchs mit den drei Kandidaten Elias Kreuzinger, Sven Wolter und Michael Spallek.

Die Feuerwehr als zur Neutralität verpflichtete Institution setze bewusst auf eine zentrale Veranstaltung mit allen Kandidaten, auch um einem Wahlkampftourismus vorzubeugen, sagte Stadtbrandmeister Harald Sehl. Das Stadtkommando, das mit seinen Feuerwehrkameraden im gesamten Stadtgebiet von Dassel für den operativen Bereich der Gefahrenabwehr verantwortlich ist, mochte von den Kandidaten erfahren, wie sich diese künftig die Arbeit der Feuerwehren vorstellen. Strukturen, Feuerwehrbedarfsplan, finanzielle Ausstattung, Fahrzeugkonzept und Beschaffungen, Stärkung des Ehrenamtes – das waren die Stichworte, auf die sich die drei Kandidaten vorab vorbereiten konnten und zu denen sie Stellung nehmen sollten. Am Ende des 90-minütigen Gesprächs im Dorfgemeinschaftshaus Wellersen war – wenig überraschend freilich – klar, dass alle drei sich hinter die Feuerwehr stellen und als gewählte Bürgermeister für sie eintreten wollen. Das wurde von den Kandidaten mal mehr, mal weniger ausführlich formuliert.

Die Strukturen für einen flächendeckenden Brandschutz im Stadtgebiet von Dassel aufrechterhalten wollen alle drei Kandidaten. Wichtig seien Ortskenntnisse und schnelle Hilfe, „die kann keine Zentralisierung leisten“, sagte Spallek, „eine Zentralisierung wäre irrsinnig“, sagte Kreuzinger. Zusammenschlüsse von Ortswehren seien allein freiwillig Thema, „wenn die Initiative von ihnen kommt“, sagte Wolter den Feuerwehr-Führungskräften. Dann lasse sich auch über eine Fusionsrendite sprechen. Bei einem Feuerwehrbedarfsplan waren Kreuzinger und Wolter vorsichtig, ihnen ist eine bedarfsorientierte direkte Investition lieber, denn auch die Erstellung eines Plans koste Zeit und Aufwand und damit Geld. Spallek steht einem Feuerwehrbedarfsplan positiv gegenüber: „Finde ich super“, sagte er, in die Zukunft zu denken sei wichtig. Ausreichende Finanzmittel den Feuerwehren bereitstellen wollen alle drei Kandidaten, auch bei sinkenden Einnahmen der Kommune. Allerdings, das betonten alle Kandidaten ebenfalls, müsse sich ebenso die Feuerwehr den finanziellen Zwängen der Kommune stellen. „Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit gilt auch für die Feuerwehr“, sagte Wolter. Er werde aber mit Augenmaß und der Mehrheit im Stadtrat die Bedarfe berücksichtigen. Die Bedeutung des Ehrenamtes in der Feuerwehr betonten alle drei Bürgermeister-Kandidaten. „Wer ein Haus hat, sollte auch in der Feuerwehr sein“, sagte Spallek. Attraktiver könne das Ehrenamt vielleicht noch mit einer Ehrenamtskarte gemacht werden. Die könnte sich auch Wolter vorstellen, allerdings nur, wenn es mit ihr auch Vergünstigungen in Dassel gebe. Er betonte ebenso wie Kreuzinger die gesellschaftliche Funktion der Feuerwehr für den sozialen Zusammenhalt in der Region. „Der Dienst muss Spaß machen“, sagte Kreuzinger, Feuerwehr sei Kameradschaft und Gemeinschaftsgefühl, dieses gelte es schon frühzeitig in Kinder- und Jugendfeuerwehren zu vermitteln.

Die drei Kandidaten Elias Kreuzinger, Sven Wolter und Michael Spallek (v.l.)
Die drei Bürgermeisterkandidaten für Dassel beim Feuerwehr-Stadtkommando.

Kommt das “Knöllchen mit Herz” doch noch?

Das möchte der parteilose Ratsherr Alexander Kloss dann doch nicht einfach so hinnehmen: Sein im Januar gestellter Antrag “Knöllchen mit Herz” hatte im jüngsten Fachausschuss für Kultur, Tourismus und Wirtschaftsförderung nicht nur eine Mehrheit gefunden, er war einstimmig beschlossen worden. Durch den Verwaltungsausschuss ein paar Tage später schaffte es der Vorstoß, auswärtigen Falschparkern neben der Verwarnung einen charmanten Beipackzettel hinter die Windschutzscheibe zu heften, dann allerdings nicht, dort fand sich keine politische Mehrheit mehr. Jetzt soll der Antrag noch einmal auf die Tagesordnung kommen.

„Ich bin nicht bereit, einen in einem öffentlichen Fachausschuss einstimmig, das heißt von allen Fraktionen, mitgetragenen Beschluss anschließend in einem vertraulich tagenden Gremium von einem kleinen Teil der Ratsmitglieder konterkarieren zu lassen”, erklärte Alexander Kloss. “Demokratie funktioniert anders, und nach diversen Gesprächen gehe ich davon aus, dass der Antrag dieses Mal auch den Verwaltungsausschuss mit einem zustimmenden Beschluss passieren wird.“ Kloss hat beantragt, das Thema in der Sondersitzung des Stadtrates am 11. August, bei der es vorrangig um die Strabs-Abschaffung gehen wird, auf die Tagesordnung zu setzen.

Der parteilose Ratsherr hatte nach der VA-Schlappe mit verschiedenen Fraktionen noch einmal das Gespräch gesucht, wie er berichtet. Dabei habe sich herausgestellt, dass einige irrig davon ausgegangen waren, dass es keine Verwarnungen geben solle, sondern nur einen Hinweiszettel, dass falsch geparkt worden sei. Das, so Kloss, sei jedoch zu keiner Zeit Inhalt seines Antrages gewesen. Dieser heiße nicht zuletzt auch deshalb “Knöllchen mit Herz”, weil eben zusätzlich zum kostenpflichtigen Knöllchen ein herzlicher Hinweiszettel beigegeben und eine Willkommenskultur für auswärtige Besucher gepflegt werden solle. Mit seinem neuerlichen Vorstoß möchte Kloss nicht nur ein sinnvolles Projekt vollenden, sondern auch umfangreiche gute Vorarbeit der Verwaltung würdigen, wie er sagte.

Wer für die Einbecker SPD bei der Stadtratswahl und für die Ortsräte kandidiert

Die Einbecker SPD hat gestern Abend mitgeteilt, wer für sie bei den Stadtratswahlen sowie für die Ortsräte am 12. September kandidiert. Die Listen wurden von den Mitgliedern der Sozialdemokraten beschlossen, heißt es in der Mitteilung. An der Spitze im Wahlbereich Kernstadt steht Vorsitzender Marcus Seidel, gefolgt von Kernstadt-Vorsitzender Rita Moos und Ratsfraktionschef Rolf Hojnatzki. Im Wahlbereich Ortschaften für den neuen Einbecker Stadtrat steht Ratsvorsitzender Frank Doods auf Listenplatz 1, gefolgt von den Ratsmitgliedern und Ortsbürgermeistern Eunice Schenitzki und Dirk Heitmüller.

“Wir stellen mit unseren Listen den Wählerinnen und Wählern eine Mischung aus erfahrenen Kommunalpolitikerinnen und -politikern und neuen Persönlichkeiten als Angebot bereit”, erklärte SPD-Sprecher Peter Traupe in der Mitteilung. “Auch für einige Ortsräte wird die SPD wieder mit eigenen Listen und die Zustimmung der Menschen werben.” Die Einbecker SPD werde in den nächsten Wochen inhaltliche Schwerpunkte für die Arbeit in der neuen Wahlperiode im Rat der Stadt Einbeck erarbeiten und diese in unterschiedlichen Formaten und Plattformen vorstellen, kündigte Traupe an. Die Kandidatinnen und Kandidaten der Einbecker SPD freuten sich auf einen regen Austausch mit den Menschen über ihre Ideen für die Zukunft Einbecks.

Einbeck bekommt Zuschlag bei “Smart City”

Einbeck hat den Zuschlag beim Wettbewerb “Smart City” erhalten. Wie das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat heute am späten Nachmittag mitteilte, ist Einbeck eines von 28 Modellprojekten der „Smart Cities“. „Einbeck überzeugt immer wieder mit innovativen Ideen, weshalb ich mich sehr freue, dass diese Förderung der Modellprojekte, möglich gemacht durch die KfW-Bank, auch in unsere Region fließt“, erklärte der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne in einer ersten Reaktion.

CDU-Bundestagsabgeordneter Dr. Roy Kühne. Foto: Deutscher Bundestag / Thomas Trutschel

Für die dritte Staffel stehen 300 Millionen Euro Programmmittel zur Verfügung. Die Bundesregierung hatte mit dem Konjunktur- und Zukunftspaket im Juni 2020 beschlossen, die Förderung der Modellprojekte “Smart Cities” auf insgesamt 820 Millionen Euro aufzustocken. “Eine hervorragende Grundlage für einen Digitalisierungsschub“, betonte CDU-Bundestagsabgeordneter Dr. Roy Kühne am Abend in seiner Mitteilung. 94 Städte, Kreise und Gemeinden hatten sich für die mittlerweile dritte Staffel der „Smart Cities“ beworben. Zwei externe Fachgutachter haben die Bewerbungen bewertet, eine elfköpfige Jury unter dem Vorsitz von Bau-Staatssekretärin Anne Katrin Bohle hat die Sieger ausgewählt.

Einbeck hatte sich im März mit Ratsbeschluss beworben.

Mit den Modellprojekten Smart Cities unterstützt die Bundesregierung Kommunen dabei, die Digitalisierung strategisch im Sinne einer integrierten, nachhaltigen und gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung zu gestalten. Die Modellprojekte Smart Cities entwickeln und erproben sektorenübergreifende digitale Strategien für das Stadtleben der Zukunft. Die Modellprojekte 2021 stehen unter dem Motto „Gemeinsam aus der Krise: Raum für Zukunft“. Die geförderten Projekte sollen aufzeigen, wie die Qualitäten der europäischen Stadt in das Zeitalter der Digitalisierung übertragen werden können.

Einbeck vom Hasenjäger aus gesehen.

Multifunktionshalle nun auch offiziell eingeweiht

Die neue Multifunktionshalle am Kohnser Weg neben Haus der Jugend und Jugendgästehaus in Einbeck ist nun auch offiziell eingeweiht. Nach monumentalen Klängen griffen Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek und Jugendausschuss-Vorsitzender René Kopka zu den Scheren und schnitten das rote Band symbolisch durch. Danach fand in der Halle die Ausschuss-Sitzung statt.

Mit seiner jüngsten Sitzung hat der Fachausschuss für Jugend, Familie und Soziales des Einbecker Stadtrates die neue Multifunktionshalle auch offziell eingeweiht, ein öffentliche Einweihungsfeier soll noch folgen.

Die rund 1000 Quadratmeter große Multifunktionshalle (MFH), die gut 2,5 Millionen Euro gekostet hat, war in den vergangenen Wochen nach der Bauabnahme im Juni bereits für Abibälle, Fotoshootings und andere Zwecke hie und da genutzt worden, jeweils mit Ausnahmegenehmigungen. Nun ist die Halle offiziell in Betrieb. Nächste Woche wird sich dort das gewählte erste Einbecker Jugendparlament konstituieren und im August sind dann auch die ersten sportlichen Events in der multifunktionalen Halle vorgesehen. Eine öffentliche Einweihungsfeier ist zu einem späteren, noch nicht bestimmten Termin vorgesehen.

Stadtjugendpfleger Henrik Probst, der die MFH zusammen mit Pepe Ziegler leitet, zeigte sich bei der Einweihung stolz. “Ich habe immer an den Traum geglaubt”, sagte er und erinnerte an erste Visionen und Ideen vor mehr als zehn Jahren. Alle Pläne hätten sich erfüllt. “Jeder ist begeistert, der die Halle betritt”, sagte Probst. Es habe aber auch schwierige Situationen während der Bauphase gegeben, erinnerte er. Die Halle habe kurz vor dem Aus gestanden, als die Kosten stiegen und Planungsfehler korrigiert werden mussten. Von den 2,5 Millionen Euro zahlt das Land Niedersachsen durch Fördermittel zwei Drittel.

Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek blickte bei der Eröffnung auf die Entstehung der Halle zurück, da seien durchaus “auch mal steinige Wege zu gehen” gewesen. Man habe das Land bei der zusätzlichen Finanzierung überzeugen müssen, als die Kosten davon gelaufen seien. Auch die Kommunalpolitik habe dankenswerterweise noch einmal “draufgelegt”. Bei einer Tagung kommunaler Unternehmen vor einigen Tagen in der MFH sei sie um diese Halle beneidet worden, berichtete Michalek. Sofort seien Kontakte ausgetauscht worden, vielleicht kann die MFH noch zum Vorbild in anderen Kommunen werden.

Die Bürgermeisterin dankte allen für die Geduld und die Durchhaltezeit, jetzt sei die Multifunktionhalle eine für die gesamte Jugend, vom Schulalter bis zu jungen Erwachsenen. “Es hat sich wirklich gelohnt”, sagte Michalek dankbar. “Ich wünsche allen, die hier sein werden eine schöne Zeit und dass sie ganz viel für ihre persönliche Entwicklung mitnehmen dürfen.”

Die Multifunktionshalle werde nun mit Leben gefüllt, Ziel sei die Jugendlichen dort abzuholen, wo sie stehen, sagte Pepe Ziegler. Die Offenheit und Diversivität zeige auch das Logo der MFH, die verschieden farbigen Vielfalt-Pegel.