Zu wenig Personal: Haus der Jugend geschlossen

Das Haus der Jugend in Einbeck am Kohnser Weg ist derzeit geschlossen.

Wer in den vergangenen Wochen das Haus der Jugend am Kohnser Weg besuchen wollte, stand immer häufiger vor verschlossener Tür. Mehrfach musste das Jugendzentrum mit seinem “offene Tür”-Bereich die Öffnungszeiten verkürzen. Seit zwei Wochen ist komplett geschlossen, ein Zettel an der Tür vermeldet, dass diese Schließung auch noch bis 22. Mai andauern wird.

Ein Zettel verkündet die Botschaft.

Der Grund: Die Stadt Einbeck hat durch mehrere Krankheitsfälle aktuell zu wenig Personal für den Betrieb. Durch Größe und Struktur des Hauses könne eine komplette Öffnung nur erfolgen, wenn mindestens zwei Mitarbeiter anwesend seien, erläuterte Fachbereichsleiter Arndt Severidt auf meine Anfrage. Es habe dabei durchaus die Situation gegeben, dass „im Hintergrund“ teilweise Kurse laufen konnten, obwohl das Haus geschlossen hatte. Diese auch für die Stadt Einbeck und ihre Jugendarbeit bedauerliche Situation solle möglichst dauerhaft gelöst werden, erklärte Severidt. Es habe sich gezeigt, dass geeignete Vertretungskräfte für befristete Beschäftigungsverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt nicht zu bekommen seien. Deshalb soll der Personalausschuss in seiner nächsten Sitzung darüber beraten, eine zusätzliche Arbeitskraft einzustellen. Im Blick habe man dabei nicht allein das Haus der Jugend, sondern auch schon die entstehende Multifunktionshalle, sagte der Rathaus-Fachbereichsleiter.

Unterdessen hat der Verwaltungsausausschuss des Stadtrates in dieser Woche laut Severidt die ersten Aufträge für den Baubeginn der benachbarten neuen Multifunktionshalle vergeben. Sie soll zwischen Haus der Jugend, Festplatz und Twetge entstehen. Fünf Gewerke im Gesamtvolumen von rund 1,1 Millionen Euro sind beauftragt, von den Erd- und Rohbauarbeiten über die Raumlufttechnik bis zu Heizung und Warmwasser. Alle Auftragssummen liegen derzeit unter den Kalkulationen. Einen konkreten Baustart konnte Severidt noch nicht nennen. Die Bürgermeisterin hatte in der jüngsten Ratssitzung von “Anfang Mai” gesprochen.

Auf diesem Grundstück vorn soll die neue Multifunktionshalle gebaut werden, im Hintergrund ist das Haus der Jugend zu sehen.

Look-Nachfolge geklärt

Wer die Nachfolge des nach Wuppertal wechselnden bisherigen Bauamtsleiter Frithjof Look antreten wird, ist geklärt: Der Verwaltungsausschuss hat nach Auskunft von Bürgermeisterin-Stellvertreter Dr. Florian Schröder gestern die Auswahl des Personalausschusses einstimmig bestätigt. Dort hatten sich fünf Bewerber vorgestellt, bereits die Mitglieder des Personalausschusses waren sich einig, wer die Fachbereichsleitung für Stadtentwicklung und Bauen im Einbecker Rathaus übernehmen soll, eine erneute Vorstellung im VA gab es deshalb nicht. Aber bereits eine Zusage. Insgesamt gab es acht Bewerbungen für die im Mai ausgeschriebene Stelle. Den Namen des Look-Nachfolgers konnte Schröder noch nicht nennen, denn derjenige oder diejenige muss erst noch mit dem aktuellen Arbeitgeber klären, wann er oder sie die Position in Einbeck antreten kann. Der 1. August wird es erwartungsgemäß nicht werden, die Vakanz soll aber möglichst kurz ausfallen.

Personalausschuss adé?

Es könnte ein Anfang sein, die Zahl der Ausschüsse des Einbecker Stadtrates zu reduzieren: Weitgehend geräuschlos hat der Stadtrat am Mittwoch mit dem Haushalt 2017 auch den Stellenplan beschlossen. Außerdem hat der Rat die Zuständigkeiten für den Personalausschuss neu gefasst. Den mittlerweile nur noch selten (nicht-öffentlich) tagenden Personalausschuss könnte man deshalb doch wieder komplett abschaffen, dessen Aufgaben wie früher auf den Finanzausschuss übertragen, schlug Ulrich Minkner (SPD) vor. Eingeführt worden sei der Personalausschuss ja vor zehn Jahren vor allem, um vermeintlichen roten Filz im Rathaus zu verhindern, erinnerte der ehemalige Bürgermeister an die Sorgen der damaligen CDU-FDP-Grünen-Ratsmehrheit. Mittlerweile sei ja aber wohl klar, dass Stellen in der Verwaltung, über die der Personalausschuss zu entscheiden habe, nicht nach politischer Coleur besetzt würden. Über höhere Positionen und Leitungsfunktionen entscheidet ohnehin der Verwaltungsausschuss.

Weißer Rauch…

Manche wollen gar gesehen haben, dass weißer Rauch über dem Neuen Rathaus aufgestiegen ist… Aber auch ohne so viel Pathos kann man jetzt wohl davon ausgehen und muss nicht mehr im Dunkeln tappen, dass die seit Ende Oktober vakante Fachbereichsleiter-Position für Bauen, Planung und Umwelt wieder besetzt werden konnte. Wie Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek mitteilte, hat sich der Verwaltungsausschuss einstimmig auf einen Bewerber geeinigt. Bei der neuen Bewerbungsrunde hatte es insgesamt elf Einreichungen gegeben, fünf Bewerber waren aus formalen Gründen für die Position nicht geeignet. Keiner der Kandidaten hatte sich in den ersten Bewerbungsrunden um die Stelle bemüht. Sechs Kandidaten haben sich im Personalausschuss präsentiert, der drei Bewerber in die engere Wahl gezogen hat. Mit diesen drei Kandidaten hat die Bürgermeisterin jeweils 45 Minuten in Vier-Augen-Treffen gesprochen, bevor sich die drei im VA jeweils etwa 20 Minuten vorstellen konnten. Am Ende stand laut Bürgermeisterin ein einstimmiges Votum des Verwaltungsausschusses. Bevor Dr. Sabine Michalek den Namen des ausgewählten Strohmeier-Nachfolgers, der bereits mündlich zugesagt hat, öffentlich macht, möchte die Verwaltungschefin die schriftliche Zusage abwarten. Nach der Vorgeschichte dieser Personalie mehr als verständlich.

Meinen ersten Haken auf der politischen Agenda 2015 mache ich übrigens erst dann, wenn der Vertrag unterschrieben ist. Von beiden Seiten.