Bescherung

Symbolfoto.

Symbolfoto Krankenhaus OP.

Uwe Schwarz (SPD).

Uwe Schwarz (SPD).

Frohe Botschaft für das Einbecker Krankenhaus, pünktlich wenige Minuten vor der weihnachtlichen Bescherung gestern per Pressemitteilung verkündet vom örtlichen SPD-Landtagsabgeordneten und gesundheitspolitischen Sprecher der Landtagsfraktion, Uwe Schwarz (Bad Gandersheim): Das Einbecker Bürgerspital wird beim Umbau der Zentralsterilisation mit 425.000 Euro aus Landesmitteln gefördert. Das geht aus einem vom 22. Dezember 2014 datierten Bescheid von Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) hervor. Die voraussichtlich förderungsfähigen Investitionskosten betragen laut Bescheid
573.083 Euro. Ein Antrag des Krankenhauses vom 12. August 2013 wurde laut Aussage des Sozialministeriums bewilligt. „Ich freue mich, dass die rot-grüne Landesregierung nun die Förderzusage erteilt hat und das Einbecker Bürgerspital seinen Weg weiter gehen kann”, lässt sich Uwe Schwarz in der Pressemitteilung zitieren.

“Es ist nach wie vor eine gemeinschaftliche Anstrengung aller Verantwortlichen nötig, um das Krankenhaus in Einbeck langfristig zu erhalten”, erklärte der Sozialdemokrat, der auch Mitglied des Northeimer Kreistages ist. “Die Beschäftigten haben nach wie vor einen riesigen Anteil daran, aber auch die Akzeptanz des Hauses in der Bevölkerung spricht für sich. Es ist gut und richtig, dass das Bürgerspital sich den Zukunftsanforderungen stellt.”

Vor dem Weihnachtsfest hatten auch die Klinik-Verantwortlichen Zwischenbilanz gezogen und deutlich gemacht, dass das Bürgerspital auf dem Berge noch nicht über den Berg ist, sondern nach wie vor in einer schwierigen Situation, aber viele Zeichen auf eine gute Zukunft deuten. “An allen Themen, die dieses Krankenhaus zukunftssicher machen sollen, muss konsequent weitergearbeitet werden, um die eingeleiteten Maßnahmen fortzuführen”, heißt es in einem Schreiben der Geschäftsführung und des Treuhänders der Gesellschafter. Ziel bleibe: anerkanntes und angenommenes Krankenhaus der Bürger Einbecks, der Name sei Programm.

Erste Erfolge der wirtschaftlichen Optimierung verzeichnet das Einbecker Krankenhaus, auch infrastrukturelle Maßnahmen wie ein neuer Fassadenanstrich, ein neuer Notfallzugang und eine für 200.000 Euro sanierte Station für Schmerz- und Palliativmedizin mit 18 Betten, finanziert über einen hohen Anteil an Spenden. 2015 will die Klinik annähernd 5000 Patienten pro Jahr stationär behandeln, momentan sind es rund 4700. Der Umsatz ist in den vergangenen zwölf Monaten um zehn Prozent gestiegen, sagt Hans-Martin Kuhlmann, der kaufmännische Geschäftsführer. Die Fallzahlen stiegen laut Geschäftsführer im ablaufenden Jahr um zwei Prozent, der Schweregrad der Behandlung (eine wichtige Abrechnungsgröße) um fast zehn Prozent. Das Einbecker Bürgerspital sei als Arbeitgeber wieder gefragt, sagte Kuhlmann. Inklusive Krankenpflegeschule seien aktuell 300 Menschen im Krankenhaus beschäftigt. Auch ehemalige Mitarbeiter kehrten ans Haus zurück, neue Spezialisten konnten für die Klinik gewonnen werden. 2015 soll ein Haustarifvertrag abgeschlossen werden, der den bis Ende 2015 noch geltenden Notlagentarifvertrag ersetzen soll, kündigte der Geschäftsführer an.

Wer da war – und wer nicht

Francesco de Meo, Dr. Karl Schneider und Frauke Heiligenstadt.

Erste Reihe (v.l.): Staatssekretär Jörg Röhmann, Helios-Chef Francesco de Meo, Dr. Karl Schneider und Frauke Heiligenstadt.

Eine Veranstaltung wie die offizielle Eröffnungsfeier für das neue Krankenhaus in Northeim ist immer auch ein hochrangig besetztes Treffen von Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Die Gästeliste war durchaus illuster. Mehr als 300 Frauen und Männer, es mögen auch fast 400 gewesen sein, wollten dabei sein, als die neue Klinik am Sultmer Berg unweit der Autobahn 7 offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurde. Für Northeims Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser nicht nur ein Pflichttermin, sondern “ein Freudentag”, wie er sagte. Auch andere Bürgermeister aus dem Landkreis Northeim waren dabei, aus Uslar und Hardegsen beispielsweise, aus Katlenburg und Bad Gandersheim. Die “Neuen”, Franziska Schwarz (SPD) aus Bad Gandersheim und Michael Kaiser (parteilos) aus Hardegsen, beide erst seit 1. November im Amt, nutzten das Treffen auch für informellen Austausch, Kennenlernen und Repräsentation.

Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (CDU) war nicht dabei. Die größte Stadt im Landkreis Northeim wurde bei der Klinik-Eröffnung durch ihren stellvertretenden Bürgermeister Alexander Kloss (SPD) vertreten. Durch die zweite Reihe, mit Verlaub. Ich möchte hoffen, dass nicht die (Krankenhaus-)Konkurrenz zwischen Einbeck und Northeim der Grund hierfür war. Das wäre wenig souverän.

Francesco de Meo im Gespräch mit dem CDU-MdB und Gesundheitspolitiker Dr. Roy Kühne.

Francesco de Meo im Gespräch mit dem CDU-MdB und Gesundheitspolitiker Dr. Roy Kühne.

Der Helios-Konzern war durch seinen obersten Geschäftsführer, Francesco de Meo, auf der Top-Ebene repräsentiert. De Meo stellte den Konzern, dem er vorsteht, bescheiden als mittelständisches Unternehmen vor. Helios habe vieles umgekrempelt und sei damit auch noch nicht fertig. Helios sei nicht der Urheber für Veränderungen in der Kliniklandschaft. Der Klinik-Konzern folge nur seiner Maxime, das Beste für die Patienten zu erreichen. Und daher könne nicht alles so bleiben, wie es sei. Zu Einbeck mochte de Meo nichts sagen, das würde ein paar Minuten dauern, sagte er lächelnd, als er in seiner Rede an die Verkaufsverhandlungen 2008 erinnerte. Damals hatte der Landkreis seine Kliniken Northeim und Bad Gandersheim an Helios verkauft.

In der ersten Reihe saßen bei der Eröffnungsfeier im neuen Klinikbau nicht nur andere Helios-Topentscheider, sondern mit Dr. Karl Schneider, Aufsichtsratsmitglied der Helios-Mutter Fresenius, auch ein weiterer “Hochkaräter” aus dem Hause Helios. Schneider war früher Vorstandschef der Südzucker AG.

Ministeriellen Glanz gab’s nicht für die 60-Millionen-Euro-Investition, von der immerhin 26 Millionen der Steuerzahler trägt. Die niedersächsische Fachministerin für Gesundheit, Cornelia Rundt (“das Original”, wie ihr sie vertretender Staatssekretär Jörg Röhmann sie nannte), weilte zeitgleich beim Bundesrat in Berlin. In wichtigen Angelegenheiten, wie Röhmann sagte. Und so musste ein wenig der Ministerglanz von Frauke Heiligenstadt (SPD) aushelfen, die als Wahlkreis-Landtagsabgeordnete jedoch Heimspiel und Pflichtanwesenheit hatte.

Und dann gingen noch Genesungswünsche an einen, der aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein konnte: Landrat Michael Wickmann. Und nur deshalb ist das hier mit ein paar Zeilen notiert, weil ihm mehrere Redner in der für die Öffentlichkeit bestimmten Versammlung wünschten, es möge dem Erkrankten bald wieder besser gehen – und da wie die stellvertretende Landrätin Gudrun Borchers (SPD) auch guter Hoffnung sind. Ansonsten gilt unverändert (wie schon vor einem Jahr): Krankheiten sind Privatsphäre, konkrete Diagnosen erst recht.

Helios-Chef Francesco de Meo begrüßte den SPD-MdL und Gesundheitspolitiker Uwe Schwarz und Kultusministerin Frauke Heiligenstadt.

Helios-Chef Francesco de Meo (rechts) begrüßte zur Klinik-Eröffnungsfeier den SPD-MdL und Gesundheitspolitiker Uwe Schwarz (Bad Gandersheim) sowie Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD).

Inklusive Ministerinnen und Chef

Herzlich willkommen hießen Lebenshilfe-Geschäftsführer Rüdiger Ernsting (l.) und Vize-Vorsitzender Gerd Tölke die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt zum 50-jährigen Jubiläum.

Herzlich willkommen hießen Lebenshilfe-Geschäftsführer Rüdiger Ernsting (l.) und Vize-Vorsitzender Gerd Tölke die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt zum 50-jährigen Jubiläum.

Drei Mitglieder der niedersächsischen Landesregierung haben in dieser Woche Einbeck besucht. Selten ist die Ministerdichte in der Stadt innerhalb weniger Tage so hoch. Heute gratulierte Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) der Einbecker Lebenshilfe zum 50-jährigen Jubiläum. Und sprach viel von Inklusion. Die sei nicht allein Thema in ihrem Hause, sondern müsse in allen Ressorts gedacht werden. Selbst am heimischen Küchentisch, so verriet die 60-Jährige, sei die vollständige Teilhabe behinderter Menschen in der Gesellschaft schon Gesprächsstoff gewesen, berichte ihr Ehemann, Amtsrichter von Profession, über Gedanken für inklusive Gerichte.

Als Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes war Cornelia Rundt auch vor zehn Jahren beim Jubiläum der Einbecker Lebenshilfe dabei. “Heute ist es natürlich ein bisschen anders”, lächelte die Ministerin. Habe sie damals die Sozialpolitik der Landesregierung kritisiert, “sehen Sie es mir bitte nach, wenn ich das heute nicht tue”.

Lockerer Geburtstags-Talk (v.l.): Dr. SDabine Michalek, Moderator Eberhard Schmah, Landrat Michael Wickmann, Karin Heidemann,

Lockerer Geburtstags-Talk (v.l.): Dr. Sabine Michalek, Moderator Eberhard Schmah, Landrat Michael Wickmann, Kindergarten-Leiterin Karin Neumann, Christian Boenisch (Paritätischer Wohlfahrtsverband) und Lebenshilfe-Geschäftsführer Rüdiger Ernsting.

Bürgermeisterin und Landrat gratulierten nicht nur, sie stellten sich auch hinter das Engagement der Lebenshilfe. Dr. Sabine Michalek sagte, die sei berührt und dankbar für die seit 50 Jahren geleistete Arbeit. Die Politik in Einbeck stehe wie ein Mann bzw. eine Frau hinter der Lebenshilfe, versprach sie. Michael Wickmann würdigte die Leistung der Lebenshilfe, die Inklusion weiter voran zu treiben und Türen zu öffnen: “Ob sie hindurch gehen, müssen wir den gehandicapten Menschen allerdings selbst überlassen, wir können helfen, aber nicht über sie bestimmen.”

Ein großes Lob möchte ich den Machern des heutigen Festaktes zollen, so wie die von der Lebenshilfe auf die Beine gestellte Veranstaltung wünsche ich mir mehr: Präzise professionell organisiert und zeitlich getaktet, Reden in erträglicher Länge, kurzweilige Unterhaltung durch Musik- und Theater-Einlagen, auflockernde Talk-Runde statt einem Grußwort nach dem Nächsten, und last but not least ein Videofilm, der Geschichte und Gegenwart gekonnt auf den Punkt brachte. Herunter referierte Chroniken mit vielen Jahreszahlen waren da gottlob überflüssig geworden.

Vor dem heutigen Besuch von Sozialministerin Cornelia Rundt gastierten zwei weitere Genossen diese Woche in Einbeck: Der “Chef” der Landesregierung war am Mittwochabend mehrere Stunden in Einbecks Rathausmauern: Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nahm den Bierorden der Karnevalsfreunde entgegen.

Bereits am Montag hatte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) aus Gillersheim in Einbeck quasi ein Heimspiel: Beim Gildentag der Handwerker sprach sie über Bildung.