CDU besucht neuen Einbecker Sonnenberg

CDU am Sonnenberg mit dem neuen Betreiber Markus Beckel (links).

CDU am Sonnenberg mit dem neuen Betreiber Markus Beckel (links).

Der Blick vom Berg ist die Mühe des anstrengenden Aufstiegs allemal wert: Bei strahlendem Spätsommer-Wahlkampfwetter hat die Einbecker CDU jetzt das Seminar- und Gästehaus „Einbecker Sonnenberg“ im Ortsteil Negenborn besucht. Die Christdemokraten bewunderten, was der neue Betreiber Markus Beckel mit seinem Team seit Jahresbeginn in den 14 weißen Bungalows in Hanglage geschaffen hat. Mit dem richtigen Konzept eines Hauses für Seminare und Gruppen, aber auch für vorangemeldete Einzelgäste habe es Beckel erreicht, wieder Leben auf den Sonnenberg zu bringen, freuten sich die CDUler nach einem Rundgang über die weitläufige Anlage. Besonders fasziniert waren die Kommunalpolitiker vom Seminarraum mit atemberaubenden Blick ins Tal, der am Ort des einstigen Schwimmbades entstanden ist. „Wir waren nicht zum letzten Mal hier“, dankte CDU-Vorsitzende Beatrix Tappe-Rostalski. Ob als Ziel einer geselligen Parteiwanderung oder Ort für die nächste Klausurtagung der Stadtratsfraktion biete sich der Sonnenberg geradezu an, waren sich die Christdemokraten schnell einig. Und sie versuchten charmant, das Sonnenberg-Team davon zu überzeugen, wenn auch in begrenztem Maße, so aber doch wieder einen Gastronomie-Betrieb für spontane Besucher aufzunehmen, wenn auch nur an einzelnen Tagen oder am Wochenende zur Kaffeezeit. Zurzeit ist der „Einbecker Sonnenberg“ auf den vorplanbaren Gruppen- und Seminarbetrieb ausgerichtet. Die vegetarische Küche mit Produkten aus vorwiegend biologischem Einkauf sorgt für eine Vollverpflegung der Gäste.

Markus Beckel hatte das einstige Hotel zu Jahresbeginn 2016 übernommen und zu einem Seminar- und Gästehaus umstrukturiert. Der 54-jährige gelernte Architekt hatte zuvor seit 2007 in Bad Gandersheim die Alte Mühle als gemeinnützige GmbH betrieben. Der „Einbecker Sonnenberg“ ist ein Inklusionsunternehmen, in dem Seminar- und Gästehaus in dem Einbecker Ortsteil arbeiten 16 Mitarbeiter mit und ohne Handicap. Vorbesitzer Karl-Heinz Rehkopf, Motor des PS-Speichers in Einbeck, hatte das einstige Hotel mit seinem 16.000 Quadratmeter großen Areal Ende 2015 der gemeinnützigen GmbH geschenkt.

 

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Politische Bünde trauen

Ministerpräsident Stephan Weil und Karl-Heinz Rehkopf (im Hintergrund).

Ministerpräsident Stephan Weil und Karl-Heinz Rehkopf (im Hintergrund) mit Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens.

Koalitionen, so heißt es in der Politik immer gerne, seien keine Liebesheirat, sondern Zweckbündnisse auf Zeit. Als Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) jetzt im Trauzimmer des PS-Speichers in Einbeck hoch über den Dächern der Stadt dem Motor des Oldtimer-Ausstellungshauses und vieler anderer Engagements, Karl-Heinz Rehkopf, das Verdienstkreuz verliehen hat, bot Rehkopf den Hochzeitsraum dem Ministerpräsidenten für politische Gespräche an. Wie wäre es denn, hier die nächste Koalition zu besiegeln?, fragte der 79-Jährige den Regierungschef. Oder aber die nächsten Koalitionsgespräche nach der Landtagswahl 2018 in Abgeschiedenheit vom hannoverschen Politikrummel hier im Trauzimmer zu führen? Der Ministerpräsident lächelte und merkte sich das schon mal…

Seine Heimatstadt hat Karl-Heinz Rehkopf die höchste Ehre angetragen: Nach dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens wird Karl-Heinz Rehkopf in wenigen Wochen auch den Ehrenring der Stadt Einbeck erhalten. Der Stadtrat hat einstimmig ohne Aussprache beschlossen, den 79-Jährigen mit der höchsten Würdigung, die die Stadt zu vergeben hat, zu ehren. Der Ehrenring ist bislang noch nie verliehen worden. Er geht an Menschen für hervorragende Verdienste um die Stadt Einbeck. Die Verleihung des Ehrenringes soll im Dezember bei einem Festakt in der Halle des Alten Rathauses in Einbeck stattfinden.

„Eine solche Wahnsinns-Auszeichnung, für mich?“, fragte Karl-Heinz Rehkopf bei der Aushändigung des Verdienstkreuzes im Trauzimmer des PS-Speichers Ministerpräsident Stephan Weil. Die Ehrung freue ihn riesig und mache ihn maßlos stolz, auch dass der Regierungschef dafür eigens nach Einbeck gekommen sei. „Diese Auszeichnung ist Ansporn, dass wir in der Erfolgsspur bleiben“, sagte Rehkopf. Die Würdigung gelte dem gesamten Team, den insgesamt 3000 Mitarbeitern in all seinen Unternehmungen. „Ich bin die Unruhe in meinen Vereinen, mehr nicht“, erklärte Karl-Heinz Rehkopf bescheiden. Die aus der 1972 gegründeten Teppich-Domäne Harste hervorgegangene Tedox-Gruppe beschäftigt heute in 100 Filialen rund 2400 Mitarbeiter.

Ministerpräsident Stephan Weil bekannte sich als „Teil der Fankurve des PS-Speichers“. Als er vor zwei Jahren das Oldtimer-Ausstellungshaus persönlich eröffnet habe, habe er kein Museum dieser Qualität und Brillianz erwartet. Mehr als 150.000 Besucher haben sich inzwischen die von Karl-Heinz Rehkopf in 50 Jahren zusammengetragene Sammlung historischer Motorräder und Automobile, auf der der PS-Speicher beruht, im alten Kornspeicher angesehen. Mehr als 90 Prozent der Finanzierung übernahm Rehkopf privat. Der 2009 von ihm gegründeten gemeinnützigen Kulturstiftung Kornhaus als Trägerin des PS-Speichers stellte der Unternehmer bisher rund 40 Millionen Euro aus seinem Vermögen zur Verfügung. Als Privatperson habe Karl-Heinz Rehkopf zudem erhebliche Beträge in die Erhaltung von Baudenkmälern investiert, sagte Weil. Der 79-Jährige engagiere sich im gesellschaftlichen Leben, beispielsweise beim Erhalt des Bürgerspitals oder bei dem sozialen Unternehmen Seminar- und Gästehaus Einbecker Sonnenberg in Negenborn, das auch behinderte Mitarbeiter beschäftige. Außerdem gehe die inzwischen überregional Nachahmer findende Aktion „Sch(l)aufenster“, die Leerstände in Einbecker Geschäften verschönert, auf seine Initiative zurück. „Einer Stadt, die solche Bürger hat, kann man nur gratulieren“, sagte der Ministerpräsident. „Sie haben viel für die Gemeinschaft getan.“ Da könne ein Orden wie das Verdienstkreuz nur ein kleines Dankeschön dafür sein.

Die Mitarbeiter des PS-Speichers gratulierten Karl-Heinz Rehkopf zum Vedienstkreuz. Der hatte zuvor die Mannschaftsleistung betont, ohne die er die Auszeichnung nie bekommen hätte.

Die Mitarbeiter des PS-Speichers gratulierten Karl-Heinz Rehkopf (Mitte, mit Ehefrau Gabriele sowie Ministerpräsident Stephan Weil und Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek) auch im Namen der anderen ingesamt 3000 Beschäftigten zum Verdienstkreuz. Der hatte zuvor die Mannschaftsleistung betont, ohne die er die Auszeichnung nie bekommen hätte.