Die schon von weitem sichtbaren Bauarbeiten für die neun Windräder im Windpark Holtensen-Hullersen treten aktuell in eine neue Phase: Nachdem die 82 Meter hohen Stahlbetontürme stehen, ist in den vergangenen Wochen auch der Raupenkran mit einer Aufbauhöhe von 180 Metern montiert worden, mit diesem werden nun das Maschinenhaus, die Rotornabe sowie die Rotorblätter nach und nach an jedem der neuen Windräder zusammengefügt. Diese Arbeiten werden sich laut Bauherr und Projektentwickler SAB Windteam GmbH (Itzehoe) je nach Witterungsverhältnissen und Anliefersituation bis Anfang November hinziehen. Die einzelnen Windenergieanlagen (WEA) sollen voraussichtlich ab Mitte Oktober in Betrieb genommen werden. Zwischen den Ortschaften Holtensen, Hullersen und Dassensen entstehen seit November 2022 aktuell neun 5-Megawatt-Windräder, insgesamt werden dafür rund 50 Millionen Euro investiert.
Allein für den Raupenkran LR 1700 waren zwischen 50 und 60 Großraum- und Schwertransporte auf die Baustelle notwendig, informiert Bauleiter Thomas Wilde von der SAB Windteam GmbH auf Anfrage. Der Bauherr und Investor versucht aktuell, so viele Komponenten wie möglich auf die Baustelle zu transportieren. Denn die geplante Sperrung der Bundesstraße 3 zwischen der Autobahn und Einbeck wegen Bauarbeiten wird zur logistischen Herausforderung für die notwendigen Anlieferungen. Man sei jedoch in Gesprächen, wie B3-Bauarbeiten und Windpark-Anlieferungen ineinander greifen können, erklärte Wilde.
Ein bis zwei Mal pro Woche wird laut SAB Windteam ein Rotorblattsatz angeliefert, bestehend aus drei Rotorblättern mit einer Transportlänge von circa 80 Metern (inklusive Zugmaschine). Die Rotorblätter sind zweigeteilt und bestehen aus der Hauptkomponente mit Blattwurzel mit einer Länge von 65,4 Metern und einer Blattspitze mit einer Länge von 12 Metern. Die beiden Komponenten werden separat angeliefert, vor Ort am Boden vormontiert und dann als „komplettes“ Blatt an die Anlage montiert, erläutert Bauleiter Thomas Wilde.
Ebenfalls ein bis zwei Mal pro Woche werden ein 41 Meter langes, 87 Tonnen schweres Maschinenhaus, eine 25 Meter lange und 45 Tonnen schwere Rotornabe sowie ein 25 Meter langer, 67 Tonnen schwerer Triebstrang auf die Baustelle angeliefert. Dazu kommen täglich Kleinteile und Anlagenkomponenten mit „normalen“ Lkw-Transporten.
Die Windräder mit 5,5 MW Leistung werden eine Nabenhöhe von 161 Metern haben, bis zur Blattspitze beträgt die Höhe 240 Meter. Die Nabenhöhe setzt sich laut SAB Windteam zusammen aus einem etwa 82 Meter hohen Stahlbeton-Fertigteilturm und einem Stahlrohrturm mit einer Länge von circa 77 Metern. Der Durchmesser am Turmfuß beträgt 8,45 Meter, der Durchmesser des Fundamentes unterhalb der Turmkonstruktion 25 Meter. Das Fundament besteht aus etwa 750 Kubikmeter Beton (das sind etwa 90 Fahrmischer á acht Kubikmeter) plus rund 110 Tonnen notwendige Bewehrungskonstruktion und hat damit ein Gesamtgewicht von rund 1685 Tonnen.
(Aktualisiert 15.08.2023, 11:30 Uhr)

