Neu in Einbeck

Online ist die Unterseite Migration bei www.einbeck.de

Online ist seit heute die Unterseite Migration bei http://www.einbeck.de

Kurze Texte, eine einfache und klare Sprache, so aktuell und so genau wie möglich – der Anspruch, den der Arbeitskreis des Runden Tisches für Flüchtlinge und Migranten an die neue Website gestellt hat, ist hoch – aber er ist erfüllt worden. Seit heute ist die Unterseite des Internetauftritts der Stadt Einbeck online. Jeder, der neu in Einbeck ist, ob Flüchtling, Migrant oder andere Zugezogene, kann sich wichtige erste Basisinformationen online abholen: Wo kann ich die Sprache lernen? Wo ist ein Kindergarten oder eine Schule in meiner Nähe? Wie funktioniert das mit dem Müll? Welche Papiere benötige ich, um meinen Berufsabschluss in Deutschland anerkennen zu lassen und an wen wende ich mich? Auch diejenigen, die den Flüchtlingen ehrenamtlich helfen, erfahren auf der Seite wichtige Informationen für ihre Arbeit, sie finden Ansprechpartner für Fragen. Gegen eine Papier-Version und gegen eine (als zu teuer empfundene) Vergabe der Arbeit an eine externe Agentur habe man sich entschieden, sagte Fachbereichsleiter Arnd Severidt. Das Ergebnis gebe dem recht. Seit Ende April hat sich der Arbeitskreis getroffen und an dem Auftritt gemeinsam gearbeitet, die Infos eingeholt und zusammengestellt. Jetzt, Mitte Juli, ist er online gegangen, das ging erfreulich schnell und unkompliziert. Ein Link auf der Startseite der Stadt oder unter Aktuelles würde das Klicken durch die verschiedenen Menüs ersparen und sollte noch folgen.

Die Willkommensplattform, auf der es viele Verlinkungen zu externen und anderen Seiten der Stadt gibt, will den Neu-Einbeckern die Orientierung im Alltag erleichtern. „Wir haben für Sie Wissenswertes zu den unterschiedlichsten Lebensbereichen zusammengestellt“, begrüßt Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek die Besucher auf der Startseite – auf Deutsch, Englisch und Französisch. Alle anderen Seiten sind ausschließlich auf Deutsch, allerdings verlinkt die Seite bei den Müllabfuhr-Infos zum mehrsprachigen Angebot der Kreisabfallwirtschaft des Landkreises. Die Einbecker Rathauschefin appelliert, die Angebote zu nutzen: „Scheuen Sie nicht den Weg zu den aufgeführten Beratungsstellen und Organisationen.“ Sprache, Schule, Bildung und Beruf – das alles trage entscheidend zu einer guten Integration bei. Unterteilt sind die Informationen in die Bereiche „Hilfen im Alltag“, „Sprache, Schule, Bildung“, „Ausbildung, Beruf“, „Familie, Kinder“, „Kultur, Freizeit, Sport“ und Religion.

Wer Anregungen, Anmerkungen oder ergänzende Informationen geben möchte, kann sich direkt an die Stadtverwaltung wenden, die die Seite gemeinsam mit den Arbeitskreismitgliedern pflegt: Lars Weinhardt ist dort Ansprechpartner: 05561 916-470, E-Mail: LWeinhardt@Einbeck.de . Der Runde Tisch Flüchtlinge trifft sich nächste Woche das nächste Mal.

Gesund gefrühstückt

Muntere Debatte beim CDU-Gesundheitsfrühstück.

Muntere Debatte beim CDU-Gesundheitsfrühstück.

Statistik ist eine feine Sache. „Statistisch gesehen ist bei Ihnen die Welt noch in Ordnung“, sagt der Interessenvertreter der Kassenärzte, Mark Barjenbruch. Und auch in Zukunft: Im Jahr 2030 sei im Raum Einbeck die ambulante medizinische Versorgung noch zu 121 Prozent erfüllt. Doch das sind Zahlen der Statistik. Gefühlt sei es schon heute anders, räumt er ein. Dieses Gefühl haben imgrunde alle Einbecker, die wenigstens manchmal Kontakt zu ihrem Hausarzt haben. In den nächsten fünf Jahren wird die Hälfte der Einbecker ihren Hausarzt verlieren, weil dieser in den Ruhestand geht: Das sagt Dr. Florian Schröder, Allgemeiner Vertreter im Einbecker Rathaus. Diese und weitere alarmierende Zahlen diskutiert aktuell bereits ein Runder Tisch zur hausärztlichen Versorgung in Einbeck. Noch müsse die Kommune nicht die Reißleine ziehen, begleite die Debatte aber und bringe Mediziner zusammen: „Die Not beschleunigt das ein bisschen“, sagt Schröder. In Kürze wird eine eigene Website freigeschaltet, mit der der Runde Tisch über die Lage und Lösungsmöglichkeiten informieren will.

Wohin gehst Du?

Wohin gehst Du?

Wie soll die ambulante und stationäre medizinische Versorgung in Zukunft aussehen – und welche Rolle kann und soll dabei das Einbecker Bürgerspital einnehmen? Darüber haben auf Einladung des CDU-Arbeitskreises Gesundheit im Landkreis Northeim der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Mark Barjenbruch, der medizinische Geschäftsführer des Bürgerspitals, Dr. Olaf Städtler, der Northeimer CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne und Einbecks Rathaus-Vize Dr. Florian Schröder diskutiert. Ein paar Besucher mehr wären der informativen Veranstaltung zu wünschen gewesen, über die mehr als unglückliche Terminierung habe ich mich ja bereits ausgelassen. Ein Fazit nach rund dreistündiger, munterer, gesunder Frühstücks-Debatte: Niedergelassene Ärzte werden enger zusammenarbeiten (müssen), kommunale Versorgungszentren werden entstehen. Der Hausarzt der Zukunft wird weiblich sein und eher in Teilzeit arbeiten – diesen Trend nannte Mark Barjenbruch von der KVN. Rund um die Uhr einen „Leib-und-Seele-Hausarzt“ werde es immer seltener geben, es seien andere Konzepte gefragt, begrüßte der Northeimer CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne neue Versorgungsideen im ländlichen Raum. Gesetzliche Möglichkeiten habe man dafür jedenfalls geschaffen.

Wie erfolgreich beim Bürgerspital geschehen, einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in Einbeck, müssten auch bei den niedergelassenen Medizinern alle gesellschaftlichen Kräfte zusammengebracht werden, fordert der Wirtschaftsförderer im Einbecker Rathaus, Dr. Florian Schröder. Offen für neue Strukturen in der ambulanten Versorgung in Gesundheitszentren zeigt sich der medizinische Geschäftsführer des Einbecker Krankenhauses, Dr. Olaf Städtler. Als Haus- und Fachärzte gemeinsam wie beim Bürgerspital etwas zu unternehmen, das könne erfolgreich sein, ist er optimistisch: „Das funktioniert.“ Der von ihm eigentlich erwartete Neugier-Effekt nach der Klinik-Neubau-Eröffnung in Northeim sei in Einbeck übrigens nicht spürbar gewesen, das Haus konsolidiert und bei einer rosaroten Null angelangt. Von der Politik fordert Dr. Olaf Städtler Neutralität gegenüber den Kliniken: „Behandelt uns genauso wie die anderen Anbieter ringsum.“ Das Einbecker Bürgerspital werde bundesweit beobachtet, gelte als interessantes Modell, das in der regionalen Verwurzelung seine Chance habe, berichtete Gesundheitspolitiker Dr. Roy Kühne.

Ganz besonders wachsam, das hat die Diskussion gezeigt, werden die Einbecker sein, sobald sie mitbekommen, das ein benachbarter Klinikkonzern im Raum Einbeck und Dassel Arztsitze aufkauft und Medizinische Versorgungszentren (MVZ) daraus bildet. Der Patient sei zwar in erster Linie froh, wenn überhaupt noch ein Arzt vor Ort sei. Doch wenn über die Hintertür MVZ einseitig Überweisungen und Zuweisungen generiert werden sollten, werden maßgebliche Kräfte in Einbeck nicht scheuen, entsprechend dagegen tätig zu werden, das wurde in der Diskussion sehr deutlich. Bis dato ist dem KVN-Vertreter Mark Barjenbruch noch kein Monopolverfahren bekannt gewesen.

Dr. Florian Schröder (Stadt Einbeck), Elisabeth Behrens (CDU Hardegsen), der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne, Petra Kersten (CDU Dassel), Dr. Olaf Städtler (medizinischer Geschäftsführer Einbecker Bürgerspital) und Mark Barjenbruch (Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen) diskutierten über medizinische Versorgung im ländlichen Raum.

Dr. Florian Schröder (Stadt Einbeck), Elisabeth Behrens (CDU Hardegsen), der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne, Petra Kersten (CDU Dassel), Dr. Olaf Städtler (medizinischer Geschäftsführer Einbecker Bürgerspital) und Mark Barjenbruch (Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen) diskutierten über medizinische Versorgung im ländlichen Raum.