Stadtmauer und Storchenturm sollen saniert werden

Die historische Stadtmauer diesseits und jenseits des Storchenturms zwischen Benser Straße und Hullerser Straße soll saniert werden. Und zwar in einem Bauabschnitt, nicht in mehrere zeitliche Abschnitte unterteilt. Das hat der Stadtentwicklungsausschuss bei den Haushaltsberatungen für den städtischen Etat 2021 entschieden. Für die Arbeiten werden Gesamtkosten von knapp 600.000 Euro fällig.

Hägermauer, im Hintergrund der Storchenturm.

Joachim Dörge (CDU) hatte deshalb vorgeschlagen, den 161.000 Euro teuren Abschnitt zwischen Storchenturm und Hullerser Straße zu verschieben. Damit konnte er sich jedoch im Ausschuss nicht durchsetzen. „Beides gehört zusammen“, sagte Rolf Hojnatzki (SPD). „Das beste Stück unserer Stadtmauer wird zunehmend schäbig.“ Dagegen müsse man dringend etwas tun. Das Projekt sollte deshalb auch textlich sichtbarer im Haushaltsplan erscheinen, meinte Hojnatzki. Auch Baudirektor Joachim Mertens warb für einen einzigen Bauabschnitt. Es sei zu erwarten, dass dadurch bessere Ausschreibungsergebnisse zu erzielen seien. Außerdem sei es auch baulich günstiger, wenn eine Firma die gesamten Arbeiten durchführe.

Die Instandsetzung der Stadtmauer in diesem Abschnitt war ursprünglich von Walter Schmalzried (CDU) angeregt worden, dem der Verfall der historischen Mauer bei Spaziergängen immer wieder ins Auge gesprungen war.

Die Sanierung bildet nur haushalterisch zwei Abschnitte. Der Teil zwischen Benser Straße und Storchenturm liegt noch innerhalb des Sanierungsgebietes Neustadt-Möncheplatz des Städtebaulichen Denkmalschutzes und wird deshalb vom Bund und Land mit rund 290.000 Euro bezuschusst. Auch das für die Kostenschätzung und die Arbeiten notwendige Gutachten wird aus Fördermitteln bezahlt. Der Teil zwischen Storchenturm und Hullerser Straße liegt außerhalb dieses Gebietes, hier ist keine Förderung möglich.

Der Bau der steinernen Stadtmauer rund um die Altstadt wurde erstmals urkundlich im Jahr 1264 erwähnt. Eine Stadtbefestigung mit Graben, Erdwall und Stadtmauer gilt um 1300 als fertiggestellt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie nach Angaben der Stadthistoriker eine Länge von rund 2200 Metern und eine Höhe von etwa acht Metern.

Bei dem Gutachten eines Fachingenieurbüros für Naturstein wurden das Material und die Standsicherheit (Fehlstellen in Mauerwerk und Fugen, Schiefstellungen, Risse, mechanische Beschädigungen) untersucht und ein Sanierungsvorschlag entwickelt. Der Mauerabschnitt zwischen Storchenturm und Hullerser Straße zeigt starke Schädigungen durch Efeubewuchs, erklären die Fachleute: Der Mauer- und Fugenmörtel ist an vielen Stellen gerissen, es sind zahlreiche Mörtelfehlstellen vorhanden. Zur Hägermauer hin zeigt sich in Teilen eine starke Schiefstellung, die behoben werden muss, schreibt der Gutachter. Der Fugenmörtel sei in großen Teilen auszutauschen, die Steine müssten teilweise neu vermauert werden.

Der Storchenturm ist unten abgesperrt.

Bei der Sanierung enthalten ist auch der Storchenturm selbst. Er gilt als der einzige Turm der Stadtbefestigung, der noch in seiner Originalhöhe von etwa 22,50 Metern erhalten ist. Der ältere, untere Bauteil hatte nur eine Höhe von circa 8,50 Metern. Der Abort-Erker auf der Südseite des Turmes weist auf eine ehemalige Wohnnutzung hin. Im oberen Bereich des Turmes sind noch die punktförmigen Schäden durch die Kanonenkugeleinschläge der Beschießung von 1641 zu erkennen. Der Wehrgang führte im ersten Geschoss durch den Turm und ist noch heute an den vorhandenen Öffnungen zu erkennen. In den vergangenen Jahren lösten sich immer wieder Steine und Putz aus dem Mauerwerk und den Fugen. Zur Gefahrenabwehr wurden von der Stadt auf der Innenseite des Turmes Bauzäune aufgestellt. Nachdem das Erdgeschoss in dieser Form geschützt war, siedelten sich laut Stadtverwaltung im Jahr 2019 dort Uhus an, brüteten und zogen vier Jungvögel groß. Uhus sind standorttreue Vögel, auch 2020 wurden drei Jungvögel aufgezogen. Der Uhu steht unter Naturschutz, der innerstädtische Brutplatz gilt als absolut einmalig und erhaltenswert.

Storchenturm am Krähengraben. Archivfoto 2020

Corona bremst Neustädter Kirchplatz weiter aus

Die Bauarbeiten auf den Straßen rund um den Neustädter Kirchplatz werden erst ab 12. Oktober beginnen. Zuletzt war noch von Mitte September die Rede. Als Grund nennt die Stadt Einbeck heute in einer Pressemitteilung veränderte Lieferzeiten und Lieferengpässe in der Corona-Pandemie.

Neustädter Kirchplatz. Archivfoto

Die Neugestaltung des Neustädter Kirchplatzes sieht den Ausbau der Hullerser Straße, der Benser Straße und der Papenstraße als ersten Bauabschnitt vor. Diese Arbeiten wurden das Einbecker Bauunternehmen Koch vergeben. Am gestrigen Donnerstag hat die Stadt den betroffenen Anliegern bei einer Informationsveranstaltung im Rathaus den geplanten Ausbau und den Bauablauf erläutert. Während der Bauzeit soll laut Stadtverwaltung ein regelmäßiger fester Termin auf der Baustelle für Anliegerfragen angeboten werden.

Der für die 38. Kalenderwoche geplante Baubeginn könne nicht eingehalten werden, informierte heute die Stadt. Wegen der Corona-Pandemie seien die Lieferwerke für Baumaterialien im Frühjahr für einige Monate geschlossen gewesen, wodurch es zu Lieferengpässen und zu Lieferzeiten bis zu drei Monaten komme. Die Baumaßnahmen in der Hullerser Straße sollen jetzt am 12. Oktober beginnen. Hiermit verbunden sind Sperrungen und Umleitungen, die noch rechtzeitig bekannt gemacht werden sollen.

Der Ausbau der Hullerser Straße und der Benser Straße soll bis Weihnachten 2020 abgeschlossen werden, um danach im Januar 2021 je nach Wetterlage die Papenstraße auszubauen. Der Platz selbst und der auf dem Platz geplante Pavillon sollen dann im Jahr 2021 erstellt werden, heißt es in der heutigen Pressemitteilung der Stadt Einbeck.

Ab Oktober werden die Straßen rund um den Neustädter Kirchplatz neu gebaut. Archivfoto

Nachtrag 07.09.2020: Wie Baudirektor Joachim Mertens auf meine Nachfrage erklärte, ging es bei der Infoveranstaltung nicht um die Straßenausbaubeiträge, sondern um den technischen Bauablauf, wann welche Bauarbeiten durchgeführt werden.

Neustädter Kirchplatz: Straßenarbeiten erst ab September

Die Straßenarbeiten rund um den Neustädter Kirchplatz beginnen erst Mitte September. Der Verwaltungsausschuss hat gestern die entsprechenden Arbeiten in einem Kostenvolumen von rund 1,2 Millionen Euro vergeben. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten bereits im August starten. Zunächst werden dabei die Straßen um den eigentlichen Platz bearbeitet.

Wie Baudirektor Joachim Mertens auf Anfrage sagte, ist es durch Einschränkungen in der Corona-Pandemie in dem beauftragten Planungsbüro zu Verzögerungen gekommen, die Ausschreibungsunterlagen zu erstellen. Dadurch konnten die Straßenbauarbeiten dieses Bauabschnittes für die Hullerser Straße, Benser Straße und Papenstraße erst am 11. August submittiert werden.

Wie Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek heute auf Anfrage sagte, hat der Verwaltungsausschuss den Auftrag gestern an das wirtschaftlichste Gebot vergeben. Nach einer gesetzlich vorgeschriebenen Einspruchsfrist kann der Auftrag am 7. September an die Baufirma vergeben werden. Baudirektor Joachim Mertens rechnet deshalb mit einem Start der Arbeiten in der 38. Kalenderwoche, also ab dem 14. September.

Benser Straße in Richtung Löwenkreuzung am Neustädter Kirchplatz in Einbeck. Archiv