Vom Aussichtsturm den Berg hinunter: SPD-Kandidat beeindruckt von Downhill-Engagement

Eine beeindruckende Gemeinschaftsleistung engagierter junger und älterer Menschen am Altendorfer Berg hat sich jetzt SPD-Landtagskandidat René Kopka zeigen und erläutern lassen: Innerhalb weniger Monate ist unterhalb des Aussichtsturms die erste ausgebaute Downhill-Strecke für Mountainbiker entstanden. „Es ist schön zu sehen, was aus dieser Idee geworden ist“, sagte Kopka anschließend. Denn die Initiative zu der Strecke geht auf einen Antrag der Einbecker SPD-Ratsfraktion zurück, den Kopka im Dezember 2020 im Stadtrat eingebracht hatte. Die Idee hatte dann schnell an Fahrt aufgenommen, im Mai vergangenen Jahres gründete sich der Verein „Trailriderz“, der mittlerweile mehr als 60 Mitglieder hat.

Vertreter des Vereins Trailriderz erläutern interessierten Teilnehmern des SPD-Projektsommer die Downhill-Strecke.
Unverantwortliche Sabotage der Strecke verurteilt: SPD-Landtagskandidat René Kopka am Aussichtsturm.

„Die Idee, sich auf einen Teil des Waldes zu konzentrieren, um bewusst wildes Fahren zu vermeiden, und stattdessen den Sport zu kanalisieren, ist auch und gerade durch die Mitwirkung vieler Ehrenamtlicher sehr gut gelungen“, erklärte René Kopka nach dem Ortstermin im Wald im Rahmen des SPD-Projektsommers „Wir hören uns um“. Zwischen 11 und 70 Jahre alt sind die zahlreichen Aktiven, die sich regelmäßig zum Bau und Unterhalten der Strecke treffen. Die Vertreter des jungen Vereins räumten ein, dass sie beim Bau der Strecke nicht erst lange am Reißbrett planen, sondern eher – das Wortspiel sei erlaubt – nach der „Trail and error“-Methode agieren: etwas zu versuchen und wenn es nicht funktioniert, es zu verwerfen und anders umzusetzen.

Kopka dankte besonders Stadtjugendpfleger Henrik Probst und seinem Team für die schnelle Umsetzung. Ein Ratsantrag dauert meistens bis zur Realisierung deutlich länger. Die Jugendarbeit liegt dem „Trailriderz“-Verein am Herzen, denn insbesondere Kinder und Jugendliche sollen vor Ort die Möglichkeit bekommen, ihren Sport sicher und abwechslungsreich auszuüben, ohne beispielsweise in den Harz oder ins Sauerland fahren zu müssen.

Mit ihrem Antrag wollte die SPD dieser Sportart mit ihren vielen Begeisterten in Einbeck Raum geben, mögliche Konflikte mit anderen Waldnutzern sollen abgebaut werden. Ziel ist es, im Zusammenspiel von Bikern, Spaziergängern, der unteren Naturschutzbehörde und der Jägerschaft eine größtmögliche Akzeptanz hinzubekommen. Inzwischen warnen Schilder Spaziergänger und Biker, wenn die Wege den Trail kreuzen.

Großes Unverständnis zeigte SPD-Landtagskandidat René Kopka, dass die Strecke kürzlich lebensbedrohlich sabotiert worden war. Gegenstände wurden bewusst auf der Stecke gefährlich platziert und damit in Kauf genommen, dass Unfälle schweren Folgen für Fahrerinnen und Fahrer passieren. „Das ist kein Scherz mehr, sondern ein gefährlicher Eingriff auf die direkte Gesundheit von sportbegeisterten Menschen“, sagte Kopka. „Ich würde mir wünschen, dass so etwas nie wieder passiert, denn ein solcher Eingriff ist unverantwortlich und am Ende mit nichts zu entschuldigen.“

Sprünge auf dem Blackberry Trail im Einbecker Wald. Video: Frank Bertram
Am Fuße des Berges am Ende der Downhill-Strecke: Gruppenfoto beim Projektsommer der SPD mit Vertretern des Vereins Trailriderz.
Am Aussichtsturm startet der Downhill-„Blackberry Trail“ bergrunter.
Instagram-Post des Vereins Trailriderz.

Downhill-Diskussion nimmt an Fahrt auf

Die Diskussion über mögliche Downhill-Strecken in Einbeck nimmt an Fahrt auf. Nur wenige Tage nach der Debatte im zuständigen Ratsausschuss, in dem der SPD-Antrag breite politische Rückendeckung erhalten hatte, kann Stadtjugendpfleger Henrik Probst erste Erfolge vermelden. Ein Brainstorming einer Expertenrunde aus der Mountainbike-Szene per Videokonferenz habe viele gute Ergebnisse und Anregungen gebracht, berichtet Probst. Der vermutlich schwerere Teil der von der Politik beauftragten Debatte dürfte freilich noch vor den Fans des Downhill-Sports liegen. Denn jetzt geht es darum, die Fachleute aus Forst und Naturschutz mit ins Boot zu holen und in die konkreten Planungen einzubeziehen und zwischen den Interessen der Sportbegeisterten und den Auflagen des Naturschutzes auszugleichen.

Die Resonanz der Mountainbike-Szene auf die SPD-Initiative war sehr groß, berichtet Probst. Alle Interessierten, die sich über die sozialen Medien und per E-Mail an die Stadtjugendpflege gewandt hatten, seien zu einer ersten Videokonferenz eingeladen worden. Mit Unterstützung von Ryan Meister, dem Spezialisten für dieses Thema aus dem Haus der Jugend, konnte der Stadtjugendpfleger insgesamt zwölf Experten aus der lokalen Mountainbike-Szene online begrüßen.

Es sei schnell klar geworden, dass es eine absolute Herzensangelegenheit sei, ihren Sport in Einbeck ausüben zu können und professionelle Strecken einzurichten, die für alle Einbecker Kinder, Jugendliche und Erwachsene ein attraktives Szenario bieten, aber auch über die Grenzen von Einbeck hinaus auf reges Interesse stoßen werden.

Einzelne mögliche Streckenvarianten wurden in der Videokonferenz mit dem Ziel diskutiert, den jetzigen Wildwuchs an so genannten Trails einzuschränken und in mehrere von Experten so genannte Lines mit unterschiedlichem Charakter und Schwierigkeitsgraden zu kanalisieren. Beispielsweise soll es eine „Downhillstrecke“ geben, auf der man mit Tempo und verschiedenen sicher angelegten Sprüngen eine Abfahrtsstrecke gegen die Zeit zurücklegt. Außerdem einen „Enduro-Trail“, auf dem man weitestgehend naturbelassen, aber ausschließlich mit dem Mountainbike unterwegs sein kann. Die Hauptline soll dann noch verschiedene Abzweige mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen bekommen, so dass hier allen Altersgruppen je nach Können Spaß und Herausforderung geboten werden kann. Außerdem ist ein „Flowtrail“ angedacht, berichtete Henrik Probst, der mit speziellen Steilkurven und Wellen gebaut werde und ein flüssiges Fahrgefühl im Wald fast wie auf der Achterbahn biete.

Eine weitere Idee ist der Bau eines so genannten Pumptracks im Stadtgebiet. Der ebenfalls mit Wellen und Kurven angelegte kompakte, geschlossene Rundkurs aus Asphalt oder Beton kann mit allem, was Rollen und Räder hat, befahren werden.

Die Expertengruppe will sich jetzt regelmäßig online treffen, um die Planungen möglichst schnell auf den Weg zu bringen. Außerdem werden die Kinder- und Jugendlichen, die regelmäßig auf den verschiedenen Strecken im Einbecker Stadtwald und am Kirschenberg unterwegs sind, über die Jugendplattform der Stadtjugendpflege www.jup-einbeck.de (dort gibts auch ein Video und eine Karte, wo die Strecken liegen könnten) und in virtuellen Planungskonferenzen einbezogen, kündigte Probst an.

Downhill-Fahrer in der Umgebung von Einbeck. Foto: Stadtjugendpflege Einbeck

SPD will Downhill: Möglichkeiten statt Verbotsschilder

Die SPD-Ratsfraktion möchte den Berg hinunter fahren: In einem Antrag für die Sitzung des Stadtrates am 2. Dezember möchten die Sozialdemokraten die Verwaltung beauftragen, mit der Stadtjugendpflege und der Stadtforst nach möglichen Downhill- und Mountainbike-Strecken im Stadtgebiet zu suchen. Offizielle Strecken könnten einem gesicherten Freizeitverhalten Rechnung tragen, über Einbeck hinaus würde ein weiteres Angebot im Bereich des Freizeitsports geschaffen und zu einer Standortaufwertung führen, erklärte der Vorsitzende des Ausschusses für Jugend, Familie und Soziales, René Kopka (SPD), in einer Pressemitteilung. „Das Aufstellen von Verbotsschildern im Stadtgebiet kann hier nicht die Lösung sein.“ Vielmehr sollte der Bedarf erkannt werden und nach konstruktiven Lösungen gesucht werden, fordert die SPD.

Verboten: Ein Schild untersagt das Downhill-Fahren.

Bei der Suche nach geeigneten Strecken sollen nach dem Wunsch der SPD Haftungsfragen ebenso geklärt werden wie die Möglichkeit der Nutzung auf eigene Gefahr. Damit beziehen sich die Sozialdemokraten auf eine Aussage im Bürgermeisterwahlkampf: Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek hatte erklärt, die Schilder (beispielsweise am Kirschenberg unweit der Tennisplätze und des Ehrenmals) seien aus Gründen des Versicherungsschutzes aufgestellt worden, um eine Haftung durch die Stadt auszuschließen.

Die SPD-Ratsfraktion möchte, bevor ein Konzept erstellt wird, Kontakt mit den Sportvereinen aufnehmen, um unter Umständen weitere Partner zu finden, den Bedarf zu klären und weitere Erfordernisse abzustimmen, wie die SPD es formuliert. Darüber hinaus soll die Verwaltung beauftragt werden, weitere mögliche Fahrradstrecken, insbesondere im Bereich des „Mountainbike-Sports“ über die Homepage auszuweisen oder gängige Apps im Internetauftritt einzubinden. Immer häufiger sei bei Spaziergängen auch das Interesse am Mountainbike und „Downhill fahren“ wahrzunehmen, schreibt Kopka. Die nächsten Angebote im aktiven Fahrradsportbereich (Bikepark, Singeltrail oder der geeigneten BMX-Hindernisbahn) seien aber erst im Solling oder Harz zu finden.

Beliebte Downhill-Strecke am Kirschenberg unweit des Ehrenmals.