Von den Finanzen zu Umwelt und Bauen

Frank Doods. Archivfoto

Frank Doods ist mit dem heutigen Tage neuer Staatssekretär im Umweltministerium in Hannover. Seit 2013 mit Beginn der ersten Landesregierung von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte der Kreienser diese Position im Finanzministerium inne, mit Start der neuen SPD/CDU-Regierung wechselt Doods wenige Tage nach seinem 56. Geburtstag nach vielen beruflichen Jahren im Ministerium für Finanzen am Schiffgraben ins neu strukturierte Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz an der Archivstraße in Hannover, in dem jetzt der ehemalige Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) das Sagen hat. Im Finanzministerium ist seit heute Reinhold Hilbers (CDU) neuer Minister. Frank Doods (SPD) ist Mitglied des Einbecker Stadtrates, dort ist er seit den Kommunalwahlen 2016 der Ratsvorsitzende.

Elektrotechniker bei den Handwerkern

Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (links), hier mit seinem Staatssekretär Frank Doods aus Kreiensen im Ministerium in Hannover. Archivfoto.

Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD, links), hier mit seinem Staatssekretär Frank Doods (SPD) aus Einbeck-Kreiensen im Finanzministerium in Hannover. Archivfoto 2013.

Die ersten Einladungen für 2016 sind längst eingegangen, die ersten Termine des neuen Jahres im Kalender fixiert. Beim Gildentag in Einbeck erwartet das heimische Handwerk in diesem Jahr einen Handwerker. Einen gelernten Handwerker jedenfalls, einen Mann vom Fach der Elektrotechnik, der heute über die niedersächsischen Euro wacht: Finanzminister Peter-Jürgen Schneider ist der Festredner beim Gildentag 2016 am 25. Januar im Forum der BBS Einbeck. Der 68-jährige SPD-Politiker, seit 2013 im Kabinett Stephan Weil für den niedersächsischen Landeshaushalt zuständig, ist staatlich geprüfter Elektrotechniker. Nun, nach beruflichen Stationen im Stahlwerk Salzgitter-Peine, beim SPD-Bezirk Braunschweig, beim DGB, im Landtag und als Regierungspräsident in Braunschweig ist zwar diese handwerkliche Berufserfahrung schon Jahrzehnte vergangen. Vor dem Wechsel ins Ministeramt war Schneider zehn Jahre lang Vorstand Personal und Dienstleistungen bei der Salzgitter AG. Und in seinem Festvortrag ist Peter-Jürgen Schneider auch nicht mit handwerklicher Expertise gefragt, sondern der Finanzminister soll über das sprechen, über das er immer spricht. „Aktuelle Herausforderungen niedersächsischer Finanzpolitik“, nennt sich dies dann im Programm. Das Handwerk setzt mit dem Gast aus Hannover gewissermaßen wenige Wochen vor der Landratswahl einen politischen Proporz-Ausgleich zum Landtagspräsidenten Bernd Busemann (CDU), der ein paar Tage zuvor in Einbeck mit dem karnevalistischen Bierorden ausgezeichnet wird. Bei beiden Veranstaltungen dürfte in diesem Jahr die Politikerdichte wieder sehr hoch sein.

Hallo, Frank…

Frank Doods (r.) mit Finanzminister Peter-Jürgen Schneider.

Frank Doods (r.) mit Finanzminister Peter-Jürgen Schneider.

Welch‘ eine nette Begrüßung, denke ich mir: „Hallo, Frank…“, ruft gleich der Erste, den wir auf den Fluren des Finanzministeriums am Schiffgraben in Hannover treffen. Natürlich meint der Ministeriale nicht mich mit gleichem Vornamen, sondern den Herrn Staatssekretär. Den hier aber viele einfach nur beim Vornamen nennen und duzen, so mein Eindruck. Man kennt sich, schließlich ist Frank Doods aus Kreiensen seit 19 Jahren im Finanzministerium beschäftigt. Jetzt ist er seit Februar Staatssekretär und damit der Chef des Hauses. Ein Rollenwechsel. Den Neuling-Bonus gibt es für den 51-Jährigen nicht. „Ich kann mich nicht verstecken“, weiß Doods selbst. Er kennt aus den vergangenen Jahren viele Probleme und Themen. Das kann ein Vorteil sein.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Ein echter Jahns im Hintergrund an der Wand: Frank Doods mit Mitarbeiterin Vera Hellmann.

Das vierte Büro hat Doods im Hause Finanzministerium bezogen, sogar eines mit Balkon. Treu geblieben sind ihm dabei zwei Gemälde: Sie begleiten den gebürtigen Holzmindener schon viele Jahre und stammen vom Kurt-Schwitters-Zeitgenossen Rudolf Jahns, einem ebenfalls aus Holzminden stammenden Künstler. Und Finanzbeamter war der Maler auch.

Ein drittes Gemälde im neuen Büro hat der Kreiensener Frank Doods belassen, es hing dort schon. Schließlich war Fritz Mackensen, ein Mitbegründer der Künstlerkolonie Worpswede, bei aller Kritik wegen seiner Aktivitäten für die Nationalsozialisten ein gebürtiger Greener…