Alice blitzt auch nachts und am Wochenende

Blitzer-Anhänger (v.r.): Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, Messbediensteter Thorsten Zeike.

In Ortsräten oder anderen politischen Gremien taucht häufiger der Wunsch auf, an einigen Stellen sollte mal intensiver die Geschwindigkeit kontrolliert werden. Doch nicht überall können stationäre Blitzer aufgestellt werden – schon allein aus Kostengründen. Der Landkreis Northeim kann den Wünschen aus der Politik jetzt häufiger nachkommen. Denn Alice ist jetzt im Einsatz und blitzt zu schnell fahrende Autofahrer. Alice ist eine Abkürzung für die im Behördendeutsch „semistationäre Messanlage“ genannten Blitzer-Anhänger. „Alice“ ist ein „Autonomous Lidar Concept for Enforcement“. Der Landkreis hat den Anhänger geleast, in den nächsten fünf Jahren sind monatlich 7000 Euro fällig. Rund 150.000 Euro kostet ein solcher Blitzer-Anhänger, den der Landkreis zur Geschwindigkeitskontrolle bereits 2017 und 2018 getestet und für geeignet gefunden hatte. „Ich wünschte, wir bräuchten den nicht“, sagte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) heute bei der Vorstellung von „Alice“ in Northeim. Aber zu hohe Geschwindigkeit sei immer noch die häufigste Unfallursache. Das Blitzen diene der Verkehrssicherheit.

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel lässt sich Alice‘ Innenleben erläutern.

Der Vorteil von „Alice“ ist, dass der Blitzer-Anhänger auch an Positionen aufgestellt werden kann, an denen andere Messungen nicht möglich sind. Und Alice blitzt auch nachts und an Wochenenden, ohne dass jemand Überstunden machen muss. Die Orte, in denen der Blitzer-Anhänger in der Regel immer mehrere Tage lang stehen wird, werden in der wöchentlichen Blitzer-Ankündigung des Landkreises mitgeteilt. Wer Wünsche hat, wo Alice einmal stehen sollte, kann sich per E-Mail direkt an die zuständige Abteilung in der Kreisverwaltung melden: blitzer@landkreis-northeim.de

Weniger Tempo bis 16.16 Uhr?

Am Langen Wall bis 16 Uhr: Tempo 30.

Am Langen Wall werktags bis 16 Uhr gilt: Tempo 30.

Vor Schulen oder Kindergärten sollten Autofahrer besonders achtsam mit ihrem Fahrzeug unterwegs sein, eine Geschwindigkeits-Beschränkung auf Tempo 30 kann hier helfen, Unfälle zu vermeiden. Dass dies auch für chauffierende Eltern gilt, die ihren Nachwuchs zur Schule bringen oder denselben abholen und dabei die Sprösslinge möglichst mit ihrem Fahrzeug direkt aus dem Klassenzimmer abholen wollen, soll hier nicht das Thema sein. Eine vor Schulen geltende Geschwindigkeitsbegrenzung dürfte ebenso schnell mehrheitsfähig sein wie regelmäßige Tempo-Messungen dort, um die Wirksamkeit zu kontrollieren. Die SPD-Stadtratsfraktion hat heute ihren Finger auch nicht allein auf diesen Punkt gelegt (Wortlaut: SPD_Tempo 30_PM 041114), sondern auf die widersprüchlichen Regelungen vor Einbecker (Ganztags-)Schulen hingewiesen. Während am Langen Wall werktags Tempo 30 von 7 bis 16 Uhr gilt, ist auf der Schützenstraße Tempo 30 montags bis freitags jeweils von 7 bis 17 Uhr ausgeschildert. Da muss man als Autofahrer schon genau auf die Uhr schauen, um sich nicht einer Geschwindigkeitsübertretung schuldig zu machen. „Für Autofahrer ist diese Regelung eher verwirrend als hilfreich“, meint SPD-Ratsherr Rolf Hojnatzki. Und er hat recht damit. Das Argument der Stadtverwaltung, nach den unterschiedlichen Betriebszeiten von Goetheschule und Pestalozzi-Schule zu beschildern, findet die SPD verständlicherweise so nicht nachvollziehbar. Und das Gymnasium grenzt nicht nur auch an den Langen Wall an, wie die SPD richtig erläutert, ein Teil des Goetheschule-Unterrichts findet ja sogar in der alten Grundchule am Langen Wall/Ecke Seminarstraße statt. Hier muss dringend eine einheitliche Uhrzeit her. Tempo 30 von 7 bis 17 Uhr kann nicht schaden.

Auf der Schützenstraße, zumindest auf einem Teil von ihr, gilt das Tempo 30 bis 17 Uhr.

Auf der Schützenstraße, zumindest auf einem Teil von ihr, gilt das Tempo 30 werktags bis 17 Uhr.