Bürgerhaus Kreiensen: Die neuen Fenster sind drin

Eine lange Zeit unendlich erscheinende Geschichte in der Einbecker Kommunalpolitik findet allmählich doch noch ihr Ende. Im Bürgerhaus Kreiensen sind die 76 neuen Fenster vor wenigen Wochen endlich eingebaut worden. Jahrelang hatten sich die Nutzer des Gebäudes für neue, energiesparsame Fenster stark gemacht, zog es doch durch die alten heftigst. Immer wieder musste die Ratspolitik ermahnt werden, immer wieder musste die Frage gestellt werden: Wann kommen sie denn nun endlich, die neuen Fenster? Nun sind sie da und drin, das Dachgeschoss ist gedämmt worden, neue Heizkörper-Thermostate sorgen zudem für eine bessere Energiebilanz in der einstigen Schule, in der viele Vereine wie der Heimatverein oder die Marinekameradschaft ihr Zuhause gefunden haben. Rund 140.000 Euro kostet die Maßnahme den städtischen Etat.

Im Bürgerhaus Kreiensen sind 76 neue Fenster eingebaut worden. Lange war darüber diskutiert worden.

Die CDU-Ratsfraktion erinnerte bei einem kurzen Ortstermin jetzt an die „mehreren Runden“, die das Thema in den politischen Gremien der Stadt Einbeck gedreht hatte. Zum einen sei die Finanzierung mehrmals angesichts der unsicheren Fördermittelsituation diskutiert, zum anderen habe die Ausführung der Fenster hinsichtlich der Denkmalschutzthematik eine Rolle gespielt. Im vergangenen Jahr habe es der CDU-Fraktion dann „gereicht“, erinnern sich die Christdemokraten in einer Mitteilung: In einer Ratssitzung wurde auf die entsprechende Initiative hin der gemeinsame Beschluss gefasst, dass die Fenster in 2021 so oder so erneuert werden, unabhängig vom Ausgang des neuerlichen Förderantrages.

Mit dabei beim CDU-Ortstermin jetzt war Dieter Henze, Vorsitzender der Marinekameradschaft Admiral von Hipper als eine der Gebäudenutzer, der sich stets für diese Sanierungsmaßnahme eingesetzt und sich in einer Ratssitzung zuletzt auch noch als Zuhörer persönlich eingelassen und auf Umsetzung gedrängt hatte. Die ausführende Firma sei für die saubere und präzise Arbeit ebenso gelobt worden wie das städtische Bauamt für die gute Ablaufkoordination, schreibt die CDU in ihrer Mitteilung.

So sahen die alten Fenster im Bürgerhaus in Kreiensen aus. Archivfoto
Mitglieder der CDU-Ratsfraktion vor dem Bürgerhaus Kreiensen mit dem Vorsitzenden der Marinekameradschaft Admiral von Hipper, Dieter Henze (4.v.r.). Foto: CDU

Till spricht in der Narren-Bütt zur Bürgermeisterwahl

Nahm bei der Bierordenverleihung die bevorstehende Bürgermeisterwahl aufs närrische Korn: Till Eulenspiegel alias Markus Henze bei seinem Prolog.

Bei der Verleihung des Einbecker Bierordens am Freitag hat sich Till Eulenspiegel (im Kostüm des Schalk seit mehr als zehn Jahren Markus Henze) die in diesem Jahr bevorstehende Bürgermeisterwahl in Einbeck mit närrischem Blick vorgenommen. „Jetzt ist es ja raus, ich kann es verraten, es gibt tatsächlich drei Bewerber von den Sozialdemokraten“, reimte Till in der Bütt. Bei der Schlüsselübergabe habe er etwas geahnt: „Ach, was wurde unsere Bürgermeisterin von zwei Bewerbern schon mächtig umgarnt.“ Till machte kein Geheimnis daraus, ein Fan der heutigen Bürgermeisterin zu sein. Und sie scheine auf ihn sogar zu hören, denn zur Sessionseröffnung am 11.11. habe er gesprochen: „Für mich wäre es der größte Gewinn, unsere jetzige wird auch die neue Bürgermeisterin.“ Und prompt am nächsten Tag sei das öffentliche „Ja, ich kandidiere“ von Dr. Sabine Michalek gekommen.

In den Ratsparteien sei das Kandidatenportfolio ja auch eher mau, weshalb die CDU schnell gesagt habe, eine passendere Kandidatin als die Bürgermeisterin sei nicht in Sicht. Nichts Neues von der FDP, da ist die Entscheidungsfreude eher zäh, meinte Till zu den Sondierungen der Freidemokraten. Witzig fände er es, sagte Till, wenn Dennie Klose kandidiere und mit folgendem Slogan Wahlkampf macht: „Wählt mich und ich sorge dafür, dass Einbeck nur noch lacht!“  Und mit einem AfD-Kandidaten brauche man sich erst gar nicht zu befassen, meinte Till, der werde in Einbeck erst gar nicht zugelassen.

Wer nun aber sind die drei Bewerber von der SPD, fragte Till in der Bütt. Da sei Alexander Kloss. „Mit hellem Bier und dunklen Schatten kennt er sich aus, aber macht das allein einen guten Bürgermeister aus?“ Ihn zu wählen könne man nachdenken, wenn er täte als PS-Speicher-Sprecher die horrende Miete der PS-Halle senken, meinte Till. Dann Dirk Heitmüller. „The hero of Salt Lake City“, scherzte Till. Er nenne den Ortsbürgermeister von Salzderhelden ja gerne das Burgfräulein. „Ja, der Dirk könnte für unsere Bürgermeisterin eine echte Bedrohung sein.“ Und bei Ulrike Schwartau, der dritten im Bunde bei der SPD, beschäftigt Till eine Frage permanent: „Bin ich eigentlich der Einzige, der diese Dame überhaupt nicht kennt?“ Sei diese Bewerbung ernst gemeint oder eher Folge der Frauenquote? Tills Antwort: „Aber ich will mein Urteil nicht voreilig abgeben, vielleicht liege ich ja auch völlig daneben.“

Marinekameraden mahnen bei Bürgerhaus-Fenstern

Dr. Roy Kühne, Uwe Schwarz, Gerhard Glogowski.

Die Marinekameradschaft „Admiral von Hipper“ Kreiensen freut sich darüber, dass sich die neue niedersächsische Landesregierung für ein Schiff der Marine mit dem Namen „Niedersachsen“ einsetzen will. Ebenso würde sich die Marinekameradschaft nach den Worten ihres Vorsitzenden Dieter Henze beim Neujahrsempfang im Bürgerhaus in Kreiensen allerdings freuen, wenn bei ihrem Stützpunkt im Bürgerhaus endlich wie von der Politik mehrfach versprochen die Fenster erneuert würden, mahnte er. Jetzt sei die Sanierung für 2019 im Haushalt eingeplant. Ob es dabei bleibt? Die Marinekameraden bleiben jedenfalls an dem Thema dran. Wie bestens politisch vernetzt sie sind, konnten Besucher des Neujahrsempfanges sehen: Vom Bundestagsabgeordneten Dr. Roy Kühne (der auch Kreistagsabgeordneter und CDU-Kreisvorsitzender ist) über den aus Kreiensen stammenden Staatssekretär Frank Doods (der auch Ratsvorsitzender in Einbeck ist) und Landtagsabgeordneten Uwe Schwarz (der auch Kreistagsabgeordneter und SPD-Vorsitzender im Landkreis ist), Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, Bad Gandersheims Bürgermeisterin Franziska Schwarz und die stellvertretende Einbecker Bürgermeisterin Antje Sölter. Alle waren da.

Vorsitzender Dieter Henze bot der Stadt Einbeck außerdem an, bei der Organisation eines Tages der Niedersachsen in Einbeck beratend zur Seite zu stehen. Eine in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie soll ermitteln, ob Einbeck sich um das Landesfest 2021 bewerben sollte. Er habe schon zwölf Mal im Kuratorium des Niedersachsentages mitgeholfen, sagte Henze. Dort hat der Marinekameradschaft-Vorsitzende auch den Festredner des Neujahrsempfangs kennengelernt: Ex-Innenminister und Ex-Ministerpräsident Gerhard Glogowski. Der SPD-Politiker sprach über „Das Ehrenamt in unserer Zeit“.  Dieses sei „wesentlicher Teil unserer gesellschaftlichen Zukunftsentwicklung“, sagte Glogowski. Der Staat brauche den Bürger, der sich ehrenamtlich für und mit den Menschen engagiere und Probleme in seinem eigenen Umfeld löse. Er müsse es auch ertragen, dass Ehrenamtliche ihre eigene Form des Engagements finden, müsse nicht alles regeln. Junge wollten sich oftmals nicht mehr über Jahre festlegen. Im Gegenteil gelinge es vielleicht, über Ehrenamt-Strukturen das Vertrauen zum Staat zurück zu gewinnen bei denen, die vom Staat eigentlich nichts mehr wissen wollten, sagte Glogowski.

Im kommenden Jahr wird übrigens Oberstleutnant Reinhard Kiauka beim Neujahrsempfang der Marinekameradschaft sprechen, der Kommandeur des Stabsmusikkorps der Bundeswehr aus Berlin, kündigte Vorsitzender Dieter Henze an. Die Fenster dürften dann immer noch die alten sein.

Gerhard Glogowski (links) mit Dieter Henze bei der Marinekameradschaft im Bürgerhaus Kreiensen.

Bierernst?

Nahm die politischen Verhältnisse unter die Narrenlupe: Till Eulenspiegel (Markus Henze).

Nahm die politischen Verhältnisse unter die Narrenlupe: Till Eulenspiegel (Markus Henze).

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Seit mehr als sechseinhalb Jahrzehnten regiert auch in Einbeck mehrere Wochen im Jahr der Karneval. Wer da alles bierernst nimmt und keinen Spaß versteht, hat den Sinn von Karneval nicht begriffen und geht offenbar ziemlich spaßbefreit durch die Welt. Weil die Narren bis Aschermittwoch die Macht haben, symbolisch mit der Schlüssel-Übergabe vor dem Rathaus jährlich dokumentiert, dürfen die das. Die Karnevalsfreunde in der Bütt dürfen die Bürgermeisterin „Einbecks Märchentante“ nennen oder „spirituelles Alzheimer“ vermuten, wenn sie sich über das Hin und Her beim Fahrradschutzstreifen auf dem Hubeweg lustig machen. Politische Büttenreden sind das Salz der Narrensuppe. Die mit der Narrenkappe dürfen das, sie haben die spöttische Macht, gegen die Obrigkeit mit Humor aufzubegehren. Das ist Karneval. Darauf ein dreifaches „Einbeck Helaaf“!

Till Eulenspiegel ist seit vielen Jahrzehnten eine spitzzüngige Karnevalsfigur in Einbeck. Markus Henze hält mit Eule und Spiegel der Kommunalpolitik ebensolchen vor. Und so nahm der Till in seinem Prolog bei der Bierorden-Verleihungsfeier in der Rathaushalle auch in dieser Session kein Blatt vor den Mund. Er mochte heuer nicht mehr darüber lästern, dass das inzwischen gescheiterte Neustädter Palais eine Fehlplanung gewesen sei und es im PS-Speicher das falsche Bier gebe. Der Till sieht mit der erfolgreichen Suche nach einem neuen Bauamtsleiter ein schon länger bekanntes Problem wieder  an die oberste Stelle gesetzt: „Ein Hilfeschrei geht an Euch alle, Einbeck braucht dringend eine neue Veranstaltungshalle“. Der Rathaussaal sei schön und gut, aber zu klein. Und das BBS-Forum sei schön und größer, aber zu teuer. Bei einer Saalmiete von über 1500 Euro für ein Wochenende „muss man leider davon ausgehen, Feierlichkeiten sind hier gar nicht gern gesehen“. Einbeck Marketing für diese horrende Summe verantwortlich zu machen, das müsse er leider vermeiden, sagte der Till im Narrenkostüm. „Denn aus der Vergangenheit ist mir bekannt, Herr H. von Einbeck M. kann in der närrischen Zeit zwischen Spaß und Ernst nicht unterscheiden.“ Die Sorgen der Karnevalsfreunde hätten ein Ende, bei einem Festsaal auf dem ehemaligen Pelz-Schmidt-Gelände, sagte der Till: „Na, dann mal drauf los geplant Herr Look. Frisch, jung, motiviert und voller Tatendrang, das wäre doch mal ein toller Anfang.“

Herzerfrischend berichtete in der Narren-Bütt auch Klaus Lindemann von einer Parteineugründung, der Partei der faulen Kompromisse, die weniger Arbeit, aber mehr Geld fordert, die viel will, aber gegen alles ist. Eine Partei der Stammtische, „denn da wird die Welt noch verändert“, rief er zum Gaudium der Zuhörer in die Narhalla. Erster Parteitag ist übrigens am 30. Februar in der Eissporthalle Hullersen. Wir sehen uns!