CDU-Kreisvorsitzende tritt zurück

Die Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Northeim, Kerstin Lorentsen (Northeim), hat heute mit sofortiger Wirkung ihren Rücktritt erklärt. Das schreibt sie in einem zweiseitigen Brief an alle Mitglieder der CDU im Landkreis Northeim, der mir vorliegt. Sie erkläre ihren Rücktritt schweren Herzens. „Aber ich habe die Grenze meiner Kräfte erreicht.“

Kerstin Lorentsen. Foto: privat/CDU

Kerstin Lorentsen war seit November 2019 Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes. Die Christdemokraten im Landkreis Northeim trifft der Rücktritt zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt: In wenigen Wochen stehen die Kommunalwahlen an, wollen Stadträte, Gemeinderäte, Kreistag und Ortsräte neu gewählt werden. Kerstin Lorentsen kandidiert auf Platz 3 der CDU-Liste für den Kreistag. Die Frist für die Wahlvorschläge ist gestern abgelaufen.

Ihre Arbeit als Kreisvorsitzende im Vorfeld dieser Wahlen habe sie geleistet, heißt es in der Demission sinngemäß, wenn Lorentsen davon schreibt, dass die Wahlvorschläge eingereicht und das Wahlprogramm verabschiedet seien. Bei der Bewältigung der außergewöhnlichen Herausforderungen unter Pandemie-Bedingungen habe sie auf breite Unterstützung von Amts- und Mandatsträgern gehofft. „Leider musste ich erleben, dass stattdessen meine Arbeit durch öffentlich vorgetragene Indiskretionen und Unwahrheiten, die meinem und dem Ansehen des Kreisverbandes geschadet haben, erschwert wurde“, heißt es in dem Rücktrittsschreiben wörtlich. „Es waren nicht zuletzt die in erschreckend feindseligem Ton vorgetragenen persönlichen Angriffe von einigen Mitgliedern des Kreisvorstands, die mich zutiefst verletzt und überzeugt haben, dass ich mein Amt nicht weiterführen möchte.“

Wie es nun im CDU-Kreisvorstand vor allem personell weitergeht, ist momentan völlig offen. Für Freitag ist eine Krisensitzung anberaumt worden.

Kerstin Lorentsen war als CDU-Kreisvorsitzende schon seit Monaten nicht unumstritten. Kritiker bemängelten ihre fehlende Sichtbarkeit und Teilnahme in politischen Debatten. Spätestens als die CDU keinen eigenen Landratskandidaten aufgestellt hat (sondern FDP-Mann Christian Grascha unterstützt), wurde der Druck auf die Vorsitzende immer größer.

Nachtrag 29.07.2021: Zum überraschenden Rücktritt aus persönlichen Gründen erklärten heute die beiden Stellvertreter David Artschwager und Torsten Bauer auf Nachfrage: „Wir bedauern diesen Schritt, bitten jedoch diese weitreichende persönliche Entscheidung zu respektieren. Wir danken Kerstin Lorentsen für ihren Einsatz in den vergangenen zwei Jahren. Wir sind durch ein breites CDU-Team gut aufgestellt und blicken mit Zuversicht auf die bevorstehenden Wahlen. Voraussichtlich im Oktober wird der Kreisverband über eine Nachfolge entscheiden. Bis dahin wird der Verband kommissarisch durch die stellvertretenden Kreisvorsitzenden geführt.“

Rücktritt

Als Vorsitzender des Bündnisses für Familie in Einbeck heute zurück getreten: Peter Traupe.

Als Vorsitzender des Bündnisses für Familie in Einbeck heute zurück getreten: Peter Traupe.

Personeller Paukenschlag am 1. Mai: Mit sofortiger Wirkung hat der Vorsitzende des Einbecker Bündnisses für Familie, Peter Traupe, seinen Rücktritt erklärt. Traupe begründet das mit mangelnder Unterstützung durch seine Vorstandskollegen sowie unangenehme Kommunikation mit dem Kooperationspartner, der Stadt Einbeck. Manche Aussagen habe er als befremdlich empfunden. Die Mitarbeiterinnen des Familienservicebüros nimmt Traupe dabei explizit aus. „Ich hätte mir mehr tatkräftige Unterstützung bei dem Bemühen gewünscht, in ehrenamtlicher Funktion eine hauptamtliche Struktur für die Einbeckerinnen und Einbecker aufrecht zu erhalten“, erklärte Traupe heute.

Das Amt des Bündnis-Vorsitzenden sei insbesondere geprägt von der Verantwortung für das gemeinsam mit der Stadt Einbeck betriebene Kinder- und Familienservicebüro. Er sei in den vergangenen Monaten aus persönlichen Gründen nicht in der Lage gewesen, diese Verantwortung in vollem Umfang wahrzunehmen; darüber habe er jedoch zuvor informiert. Es habe sich aber kaum jemand aus den Reihen des Vorstandes gefunden, entlastend oder vertretend einzugreifen, bedauert Traupe.

Traupe wünscht dem Bündnis und dem Kinder- und Familienservicebüro eine gesicherte Zukunft – gerade vor dem Hintergrund, dass in den jüngsten Monaten auch das eine oder andere habe bewegt werden können. Es habe sich jedoch bei ihm der Eindruck festgesetzt, „dass meine Gegenwart nur noch dann geschätzt wurde, wenn ich aufgrund meiner Kontakte finanzielle Mittel für die Bündnisarbeit akquirieren konnte“, erklärte Peter Traupe (SPD), der Mitglied des Kreistages ist.

Der Vorstand des Bündnisses für Familie nach der Mitgliederversammlung 2013. Archivfoto

Der Vorstand des Bündnisses für Familie nach der Mitgliederversammlung 2013. Archivfoto

Nachtrag 01.06.2014: Einen Monat hat es gedauert, bis der Vorstand des Familienbündnisses seine Sprache nach dem überraschenden Rücktritt wiedergefunden hat. Wie Rolf Hojnatzki im Auftrag des Vorstandes gestern in einer Mitteilung schreibt, leitet Martina Hainski aktuell den Verein: „Der Vorstand des Einbecker Bündnisses für Familie bedauert die überstürzte Entscheidung ihres 1. Vorsitzenden, Peter Traupe. Der vorzeitige Rückzug aus dem Amt ist für die Vorstandsmitglieder so nicht nachvollziehbar gewesen. So sind die Projekte einvernehmlich und erfolgreich im Vorstand vorangebracht worden. Dies ist auch durch die gute Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen möglich gewesen. Auch die Sicherung der Finanzierung des Familienservicebüros ist auf gutem Wege. Daran hatte Herr Traupe ganz wesentlichen Anteil. Hier setzt das Bündnis auf Stadt und Landkreis, die in den letzten Jahren die Arbeit vor Ort unterstützt haben.“

Bis zu einer vorgezogenen Hauptversammlung im Herbst dieses Jahres werde Martina Hainski als stellvertretende Vorsitzende die Leitung kommissarisch übernehmen, heißt es in der Mitteilung.