CDU-Kreistagsfraktion auf Sommertour

Die aktuellen Bauarbeiten für die neue Ortsdurchfahrt in Naensen, das “Wissensquartier” in Einbeck sowie die Zukunft der freien Kulturszene waren Themen der CDU-Kreistagsfraktion bei ihrer Sommertour-Visite in Einbeck. Mit dabei auf der Tour waren Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (CDU), der Erste Kreisrat Jörg Richert und sein Vorgänger Dr. Hartmut Heuer.

Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion schauten sich die Baustelle Ortsdurchfahrt Naensen an, gemeinsam mit Kreis-Bauamtsleiter Ralf Buberti (3.v.r.), dem Ersten Kreisrat Jörg Richert (r.), Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (Mitte) und Ersten Kreisrat a.D. Dr. Hartmut Heuer (5.v.l.).

Auf der Baustelle, aber auch in bereits fertig gestellten Bereichen der Kreisstraße durch Naensen konnten sich Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion vom Fortgang der Baumaßnahme überzeugen. Kreis-Baudezernent Ralf Buberti erläuterte die bereits seit 2012 diskutierte neue Ortsdurchfahrt, für die es 2017 einen Planfeststellungsbeschluss gab. In diesem Jahr habe man im April trotz Corona mit den Arbeiten endlich beginnen können, mittlerweile laufe der vierte von fünf Bauabschnitten der 1,17 Kilometer langen Straße durch den Einbecker Ortsteil. In diesem Jahr noch wolle man fertig werden, sagte Buberti. Bei 422 Kilometern Kreisstraße könne der Landkreis Northeim natürlich nicht alle Straßen gleichzeitig sanieren, aber das rund acht Jahre dauernde Planungsverfahren bis zum Bau sei zu lang, räumte er ein. Statt ursprünglich kalkulierten 2,5 Millionen Euro werden die Bauarbeiten am Ende rund vier Millionen Euro kosten, sagte der Baudezernent. Gemeinsam mit der Stadt Einbeck habe man in die Straße neue Ver- und Entsorgung sowie auch Leerrohre für Glasfaser verlegt. Die Anlieger mussten sich nach geltender Straßenausbaubeitragsatzung lediglich an den Gehwegen finanziell beteiligen, sagte die Bürgermeisterin. Diese habe man bewusst gepflastert und die Parkbuchten farblich zu den Einfahrten abgesetzt.

Weil der Geh- und Radweg an der Ortsdurchfahrt kombiniert ist, musste ein hohes Aluminum-Geländer gebaut werden.
Bis Jahresende sollen die Bauarbeiten in Naensen noch dauern.
Bauarbeiten in der Ortsdurchfahrt Naensen.

In Einbeck stand dann der Besuch der CDU-Kreistagsfraktion im Zeichen der Kultur. Im Barocksaal des Stadtmuseums erläuterten Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek und Museumsleiterin Dr. Elke Heege die Pläne und Konzeptionen für das “Wissensquartier”. Sie präsentierten die jüngst bekannt gemachten Sieger-Pläne aus dem Architektenwettbewerb und machten dabei deutlich, dass es bei dem Projekt um mehr gehe als um Architektur und Gebäude-Fusionen. Die Konzentration von Stadtmuseum, Stadtarchiv und Stadtbibliothek an einem Ort verfolge das Ziel, konzeptionell in die nächsten Jahrzehnte zu denken und die inhaltliche Arbeit dieser drei städtischen Einrichtungen zu verknüpfen, sagte Dr. Elke Heege. Veränderte Nutzergewohnheiten würden immer offenkundiger, darauf müsse man reagieren. Für ein Infohopping müsse die Stadt Einbeck die Infrastruktur für die Zukunft schaffen. Barrierefreiheit sei auch im übertragenen Sinne notwendig, man müsse den jungen Menschen die einfachste Möglichkeit bieten, sich eine Informationskompetenz aneignen zu können. Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek bat die CDU-Kreistagsfraktion, alle Kontakte auf allen Ebenen zu nutzen, um die Finanzierung des Millionen-Projektes zusammen zu bekommen. Eventuell werde man mehrere Bauabschnitte bilden müssen. Man könne nicht oft genug über das “Wissensquartier” sprechen, damit sich dieses Projekt in Einbeck und darüber hinaus verbreite, meinte CDU-Kreistagsabgeordnete Beatrix Tappe-Rostalski, die auch Ratsmitglied in Einbeck ist.

Museumsleiterin Dr. Elke Heege (Mitte) und Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek zeigen der CDU-Kreistagsfraktion das Modell des Architektenwettbewerbs “Wissensquartier”.

Schließlich stellte sich der Verein “Stadtpartie” vor, der derzeit auf dem Hallenplan wöchentliche Konzerte veranstaltet, um die “Alarmstufe Rot!” für die Kulturszene sichtbar zu machen. Durch die Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen für Künstler drohe ein ganzer Berufszweig mit seinen unterschiedlichen Jobs vom Sänger bis zum Bühnenhelfer verloren zu gehen. Hier sei dringend durch die Politik eine tragfähige Lösung gefragt, machten Britta Grastorf und Christian Serfati für den “Stadtpartie”-Vorstand deutlich. Die Freiluft-Kurz-Konzerte sonnabends in der Fußgängerzone zeigten immer wieder, dass Publikum und Künstler sich gegenseitig vermissen. “Die Kultur braucht eine größere Lobby”, sagte CDU-Kreistagsabgeordneter Karl-Heinz Hagerodt. Sein Kollege Dr. Bernd von Garmissen regte an, in die Kultur-Netzwerkarbeit der Region unbedingt auch die Politik einzubinden. Gemeinsam mit seinem Kreistagsfraktion-Kollegen Joachim Stünkel motivierte von Garmissen, an die Kultur- und Denkmalstiftung des Landkreises Northeim Anträge für geplante Veranstaltungen 2021 zu schicken, diese würden bei Vollständigkeit der erforderlichen Unterlagen genehmigt, um den Veranstaltern in der Krise Planungssicherheit zu signalisieren. Diese hatte Grastorf für das nächstes Jahr vorgesehene Festival bemängelt, man könne keine Künstlerverträge unterschreiben, weil Förderzusagen fehlten.

Sommerempfang: Plädoyer für ein menschliches Miteinander

Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek konnte beim Sommerempfang der Stadt Einbeck rund 120 Gäste in der Rathaushalle begrüßen.

Der Dank für ehrenamtliches Engagement stand auch beim dritten Sommerempfang der Stadt Einbeck im Mittelpunkt des offiziellen Programmes. Vor rund 120 Gästen in der Rathaushalle nutzte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek in ihrer Begrüßung aber auch die Gelegenheit zu einem deutlichen Appell: Gemeinsam müsse man der Entwicklung entgegen treten, dass sich der Ton in der Gesellschaft spürbar verändere, auch in Einbeck. Jeder sei aufgerufen, Nein zu sagen und den immer alltäglicher werdenden Hasskommentaren oder Angriffen auf Rettungskräfte ebenso wie auf Kommunalpolitiker entgegen zu treten. Sie akzeptiere in Einbeck keine Intoleranz, keine Fremdenfeindlichkeit und keinen Rassismus, sagte Michalek. Das ehrenamtliche Engagement vieler Menschen sei in einer freiheitlichen Gesellschaft kein nettes Plus, sondern unverzichtbarer Bestandteil. Und Engagement sei keine Privatsache, weshalb die Stadt heute mehrere Menschen besonders und öffentlich würdige. Ohne Engagierte, die den Blick für den anderen haben, würde sich etwas verändern in der Gesellschaft, warb die Bürgermeisterin für menschliches Miteinander. Nicht die Ellenbogen, sondern Herz und Verstand seien wichtig.

Mit der Ehrennadel in Silber der Stadt Einbeck wurden nach entsprechendem einstimmigen Ratsbeschluss vom Juni Annett Steinberg und Thomas Döhrel ausgezeichnet.

Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek mit den beiden neuen Trägern der silbernen Ehrennadel der Stadt Einbeck, Annett Steinberg und Thomas Döhrel.

Annett Steinberg, seit 1999 Lehrerin an der Goetheschule, sei eine große kulturelle Vernetzerin verschiedener Einrichtungen und Organisationen und sorge dafür dass vor allem für Jugendliche die Stadt bunter, schillernder und attraktiver werde, lobte Laudatorin Dr. Marion Villmar-Doebeling (FDP). Der Einsatz für das FinE-Festival, in der Tangobrücke, als Chorleiterin von Voices in Salzderhelden, für das Bühnenprogramm beim Weihnachtsmarkt oder zuletzt als Gründungsmitglied und Mitorganisatorin des Stadtpartie-Festivals seien da nur Beispiele. Mit der Ehrennadel in Silber werde das vielfältige ehrenamtliche Engagement insbesondere in den Bereichen Kunst, Kultur und Bildung gewürdigt.

Laudatorin Dr. Marion Villmar-Doebeling, Annett Steinberg, Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek.

Thomas Döhrel habe “eine Vielzahl von Fußabdrücken hinterlassen”, würdigte Dr. Friedemann Neddenriep als Laudator. Beispielsweise wäre die Einbecker Tafel ohne Döhrel “schlicht nicht denkbar”, vor zehn Jahre habe er sie mitgegründet. Im Kirchenvorstand engagiere er sich seit sieben Jahren, beim Münstheater agiere Döhrel seit mehr als zehn Jahren als Amateurschauspieler. 28 Jahre sei der Geehrte Volleyballtrainer gewesen, der FC Sülbeck-Immensen liege ihm am sportlichen Herzen, zwischen 2006 und 2012 sei Döhrel Vorsitzender des ESV gewesen und habe 2018 wesentlich mitgeholfen, die Vorstandskrise dort zu lösen. Bei der Villa Wuff sei Döhrel über Jahre im Vorstand gewesen, habe zudem zahlreiche Initiativen mit angeschoben, beispielsweise das EinKiFaBü. Und schließlich, das könne er als Rechtsanwalt gut beurteilen, sagte Neddenriep, habe Döhrel als Amtsgerichtsdirektor das Haus offen für Bilderausstellungen im Gerichtssaal oder Veranstaltungen wie den Girls/Boys-Day gemacht. Mit der Ehrennadel in Silber werde somit das vielfältige und langjährige ehrenamtliche Engagement im kulturellen, kirchlichen, sozialen und sportlichen Bereich gewürdigt.

Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek steckte Thomas Döhrel die Ehrennadel ans Revers.
Laudator Dr. Friedemann Neddenriep, Thomas Döhrel, Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek.

“Ich kann immer noch nicht singen, rechnen und basteln”, scherzte Thomas Döhrel in seinen Dankesworten. Dafür strukturiere und organisiere er gerne und habe seine Aufgaben gerne übernommen. Die zu leisten freilich ohne Unterstützer und Helfer nicht möglich wären, dankte er. “Ich kann singen, dafür verstehe ich nichts vom Fußball”, räumte Annett Steinberg augenzwinkernd in ihrem Dank ein. Sie habe immer Menschen getroffen, die sie bei ihren Ideen unterstützt haben, und da könne man doch nicht anders, als sich für diese Stadt zu engagieren, damit sie bunt werde, sagte Steinberg.

Britta Grastorf (l.) vom Verein Stadtpartie überreichte beim Sommerempfang Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek die druckfrische Bilanz-Broschüre des Kulturfestivals.

Geehrt wurde beim Sommerempfang auch das Organisationsteam des Vereins Stadtpartie, das in diesem Jahr ein begeisterndes Kunst-Kultur-Festival in Einbeck auf die Beine gestellt hat. Vorsitzende Britta Grastorf überreichte der Bürgermeisterin das erste Exemplar einer Foto-Bilanz-Broschüre, die ab sofort an vielen Stellen erhältlich ist und die Fülle der Kultur-Eindrücke des verlängerten Mai-Wochenendes noch einmal zusammenfasst.

Das Trio 4.0 sorgte beim Sommerempfang für die Musik.

Während des Sommerempfangs hat Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek auch die ersten drei Ehrenamtskarten an Jan Störmer, Vanessa Küster-Keitel und Jürgen Traupe verliehen. Neben Urkunde und Ehrenamtskarte des Innenministeriums gab es je einen Schwimmbad-Gutschein und eine Einbeck-Tasche der Wirtschaftsförderung mit Becher, Besteck, Brettchen, Zettelbox, Öffner und Schlüsselanhänger im Einbeck-Design. Jan Störmer (seit 2002 ehrenamtlich aktiv) ist Jugendgruppenleiter des Jugendrotkreuzes Einbeck, Zugführer der DRK-Bereitschaft Einbeck und Vorsitzender des Stadtjugendringes. Vanessa Küster-Keitel (seit 2004 ehrenamtlich aktiv) ist Gruppenleiterin beim Jugendrotkreuz, leitet in zwei Grundschulen die Juniorhelfer AG und ist Notfalldarstellerin und schminkt Verletzte für Übungen von DRK, THW und Feuerwehr. Jürgen Traupe (seit vielen Jahren ehrenamtlich aktiv) ist Ortsverbandsvorsitzender des Deutschen Amateur-Radio-Clubs, leitet im Haus der Jugend die Clubstation und stellvertretender Vorsitzender im Ortsverband Göttingen, außerdem Kassenverwalter des Bezirksverbandes Niedersachsen.

Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (l.) überreichte Ehrenamtskarten an Jürgen Traupe, Jan Störmer und Vanessa Küster-Keitel (v.l.).