Konzession-Kompromiss?

Am 07.03.2014 konnte die Vertragsunterzeichnung zur Stromnetzübernahme für die Ortschaften Ahlshausen/Sievershausen durch die E.ON Mitte AG vollzogen werden. Vertreten durch den Prokuristen der E.ON Mitte AG, Herrn Michael Singer, und die Geschäftsführung der Stadtwerke Einbeck, Bernd Cranen und Horst Diercks. Foto: Stadtwerke Einbeck GmbH

Vertragsunterzeichnung für die Stromnetzübernahme in den Ortschaften Ahlshausen/Sievershausen am 7. März: Der Prokurist der Eon Mitte AG,  Michael Singer (l.), und die Geschäftsführer der Stadtwerke Einbeck, Bernd Cranen und Horst Diercks. Foto: Stadtwerke Einbeck GmbH

Bei der Übernahme der Stromkonzessionen für die Ortsteile der ehemaligen Gemeinde Kreiensen von der Eon Avacon laufen noch die Verhandlungen. Die Stadtwerke, zu 100 Prozent im Besitz der Stadt Einbeck, haben allerdings wieder Hoffnung, vielleicht doch noch zu einer außergerichtlichen Einigung zu kommen. Der Einbecker Stadtrat hatte im Mai 2013 nach Auslaufen der Konzessionsverträge in einem umfangreichen Ausschreibungsverfahren den Zuschlag zum 1. Juli 2014 an die Stadtwerke Einbeck vergeben. Eon will die Netze aber nicht einfach so abgeben.

„Vielleicht gibt es doch eine Lösung abseits des Klageweges“, sagte heute Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Cranen. Die Avacon habe zuletzt Kompromissbereitschaft erkennen lassen, bis Juni soll es hier eine Entscheidung geben. Im Januar hatten die Stadtwerke erklärt, eine Klage zur Herausgabe der Netze vorzubereiten.

Für zwei Dörfer im ehemaligen Kreienenser Gebiet gibt es bereits eine Einigung: Die Stadtwerke Einbeck GmbH übernehmen zum 1. Juli die Stromnetze für die Ortschaften Ahlshausen und Sievershausen von der Eon Mitte AG. Entsprechende Verträge wurden nach intensiven Verhandlungen am 7. März unterschrieben. Zu den Übernahmekonditionen äußerten sich die Unternehmen nicht. Die Stadtwerke hatten in der öffentlichen Ausschreibung der Strom-Konzessionsverträge auch hier den Zuschlag erhalten, die Eon Mitte hatte sich jedoch zunächst geweigert, die Netze heraus zu geben.

Nichts Neues indes bei anderen Strom-Zugeständnissen: Bei den bereits zum 1. Januar 2012 übertragenen Stromkonzessionen für 17 Ortsteile der Stadt Einbeck im westlichen Stadtgebiet hat die Eon Mitte die Netze bislang nicht herausgegeben. Die Stadtwerke Einbeck klagen hier wie sieben andere Stromversorger in Niedersachsen und Nordhessen beim Landgericht Kassel auf Herausgabe der Netze. Das Verfahren ist unverändert anhängig.

Unter Strom, klagend

Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Cranen (l.) und Horst Diercks.

Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Cranen (l.) und Horst Diercks. Archivfoto.

Die Stadt Einbeck und mit ihr die hundertprozentige Tochter-GmbH Stadtwerke Einbeck wird sich nicht an den kurz vor Weihnachten unter anderem vom Landkreis Northeim für 89 Millionen Euro (finanziert auf 20 Jahre) zurück erworbenen Aktien der Eon Mitte AG (jetzt EAM) beteiligen können. Das wird nur denjenigen Kommunen angeboten, die auch die Konzession an die Eon Mitte vergeben haben, erklärten heute die Stadtwerke-Geschäftsführer Horst Diercks und Bernd Cranen. „Die anderen Kommunen wie auch Energieversorger bleiben außen vor.“ Einbeck hatte seine Stromkonzession an die Stadtwerke vergeben, die klagen mittlerweile gegen Eon auf Herausgabe der Netze.

Landrat Michael Wickmann hatte im Dezember vor dem Kreistag gesagt, seine Städte und Gemeinden am Rückkauf beteiligen, dabei aber nichts verdienen zu wollen.

Ursprünglich hatten über 20 Stadtwerke gemeinsam ein hohes Interesse, bei der neuen EAM mit einzusteigen. Sie kamen aber nicht zum Zug. Eon trennte den Netzbetrieb vom Energiehandel. Heute sagen beispielsweise die Einbecker Energieversorger, dass mit der Bündelung der Energiehandelssparte der verschiedenen Unternehmen des Eon-Konzerns in Eon Energie Deutschland lediglich ein neuer Anbieter mehr auf dem Markt sei. Bei der Neugründung eines Vertriebs haben sich schon große Konzerne eine blutige Nase geholt und viel Geld versenkt, meinen die Chefs der Stadtwerke Einbeck und bleiben gelassen.

„Aus einem Wechsel der Eigentümer bei gleichen Strukturen und Köpfen wird nicht automatisch ein kommunales Unternehmen“, sagen Diercks und Cranen. „Eine Neugründung eines Energiehandels bedeutet nicht, dass alle Altkunden auch Neukunden werden. Hier scheint jeweils der Wunsch der Vater der Gedanken zu sein.“