Marketing-Geschäftsführerin geht nach Peine

Die scheidende Geschäftsführerin der Einbeck Marketing GmbH, Anja Barlen-Herbig, wechselt nach Peine. Dort wurde sie gestern offiziell vorgestellt, nachdem sie der Aufsichsrat der Peine Marketing GmbH einstimmig zur neuen Geschäftsführerin bestimmt hatte. Barlen-Herbig soll spätestens zum 1. Oktober ihre neue Tätigkeit in Peine aufnehmen, hieß es dort. Vor zwei Wochen hatte Einbeck Marketing mitgeteilt, dass sich Anja Barlen-Herbig nach gut einem Jahr in Einbeck einer neuen beruflichen Herausforderung stellen wolle. Barlen-Herbig wollte sich damals dazu nicht weiter äußern.

Anja Barlen-Herbig. Foto: Einbeck Marketing GmbH

„Wir sind froh, mit Frau Barlen-Herbig eine ausgewiesene Marketing-Expertin für Peine gewinnen zu können”, lässt sich Bürgermeister Klaus Saemann in einer Presseinformation zitieren, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender ist. “Frau Barlen-Herbig hat mit ihrer ausgesprochen offenen Art den Aufsichtsrat überzeugt.“ Die 51-Jährige hatte sich im Auswahlverfahren, das von der Stadt Peine durchgeführt wurde, gegen insgesamt 28 Mitbewerberinnen und Mitbewerber durchsetzen können, teilt Peine Marketing mit. „Die enormen Herausforderungen an die neue Geschäftsführerin wissen wir bei Frau Barlen-Herbig in guten Händen. Sie weiß um die Situation in Peine; ihre Ideen passen einfach zu Peine“, ist sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats sicher.

Anja Barlen-Herbig lässt sich von Peine Marketing so zitieren: „Ich freue mich sehr darauf, meine vielfältige Erfahrung der letzten Jahre in Peine einbringen zu können. Stadtmarketing wird häufig nur mit Werbung gleichgesetzt – tatsächlich sind die Aufgaben eines erfolgreichen Stadtmarketings jedoch wesentlich umfassender. Stadtmarketing setzt Impulse, bündelt Kräfte, ist Schnittstelle zu allen Akteuren der Stadtgesellschaft und stärkt das Wir-Gefühl nach innen. Darüber hinaus gilt es nach außen ein positives Image aufzubauen und die Stadt als Marke im Wettbewerb zu positionieren – im Wettbewerb um Gäste, neue Bürger, Unternehmen, Investoren und Fachkräfte.“

Einbeck wird Barlen-Herbig im Übrigen weiter verbunden bleiben, zumindest beim Bier, gehört doch die Braumanufaktur Härke in Peine seit einigen Jahren zur Einbecker Brauhaus AG. Härke ist einer der Unterstützer des Stadtmarketings in Peine. In Einbeck ist Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch Vorsitzender des Aufsichtsrates der Einbeck Marketing GmbH.

Impulsgeberin, Moderatorin, Stimme der Stadt

Anja Barlen-Herbig.

Sie tauscht die edle Büroadresse Unter den Linden in Berlin gegen die Einbecker Marktstraße, arbeitet als bekennender Fachwerkfreak dort aber künftig in einem Juwel der Holzschnitzkunst von nationaler Bedeutung, dem Eicke’sches Haus: Anja Barlen-Herbig wird zum 1. Januar 2020 neue Geschäftsführerin der Einbeck Marketing GmbH und Nachfolgerin von Florian Geldmacher, der nach vier Jahren in Einbeck im Dezember zur GWG Gesellschaft für Wirtschaftförderung und Stadtentwicklung nach Göttingen wechselt. Die 50-Jährige kehrt gewissermaßen zurück zu ihren Wurzeln: In Banteln bei Gronau hat sie lange gewohnt und im Kreis Hildesheim als Lokaljournalistin gearbeitet, nachdem sie in Hannover Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaften studiert hatte. Im Jahr 2000 hat sie sich dann gemeinsam mit Ehemann Frank mit einer eigenen Marketing-Agentur selbstständig gemacht, die heute ihren Hauptsitz in Berlin hat. In den vergangenen 15 Jahren hat Anja Barlen-Herbig mehrere Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaften sowie touristische Ziele und Institutionen begleitet.

Unter anderem hat sie die Marke „Wissenschafts- und Tourismusstadt Heidelberg“ als Kommunikationsleiterin national und international betreut. Als Leiterin für Marketing und Kommunikation des deutsch-chinesischen Unternehmerverbandes „Zhongde Metal Group“ hat sie internationale Wirtschaftsstandorte in der deutschen Wirtschaft und Politik als Marke aufgebaut und positioniert. Anja Barlen-Herbig ist zurzeit wieder selbstständige Beraterin für Tourismus, Standort- und Stadtmarketing, ist außerdem Partnerin der chinesischen Handelskammer in Deutschland. „Einbeck hat alles, was Chinesen gerne mögen“, hat die neue Einbeck-Marketing-Geschäftsführerin bereits erkannt und sieht hier touristische Möglichkeiten.

Wechsel in der Geschäftsführung bei der Einbeck Marketing GmbH: Anja Barlen-Herbig folgt im Januar auf Florian Geldmacher (links), der nach Göttingen wechselt, berichtet Aufsichtsratsvorsitzender Martin Deutsch von der einstimmigen Entscheidung.

„Einbeck hat die Zukunftsthemen und viel Potenzial, kann zu den Gewinnerstädten gehören, gerade kleinere und mittlere Städte erleben eine Renaissance“, sagt Anja Barlen-Herbig, die nach eigener Aussage „der Stadt eine Stimme geben und die Botschaften der Stadt nach außen bringen“ will. Stadtmarketing sei Impulsgeber, gleichzeitig Moderator der Akteure einer Stadt. Im Wettbewerb mit anderen Standorten als Wirtschaftsstandort und Urlaubsziel gelte es bei Gästen, Fachkräften und Investoren Aufmerksamkeit zu erwecken, gleichzeitig aber die Ansprüche der Bewohner an ihre Stadt nicht zu vernachlässigen.

Die neue Geschäftsführerin ist nach eigener Aussage Anhängerin eines ganzheitlichen Stadtmarketing. Und Stadtmarketing sei mehr als pure Werbung. Aufgabe sei, alle Akteure einer Stadt in einen zukunftsfähigen Gestaltungsprozess einzubinden. „Alle zahlen auf die Marke ein“, sagt Anja Barlen-Herbig. Spannend wird sein, wie sich die neue Geschäftsführerin in den bereits laufenden Markenbildungsprozess der Stadt Einbeck einsortieren wird. Wenige Minuten nach der offiziellen Vorstellung der neuen Marketing-Chefin im Eicke’schen Haus diskutierten Vertreter aus Wirtschaft und Stadtgesellschaft im Alten Rathaus bei einem Workshop mehrere Stunden über die Marke Einbecks in der Zukunft. Der Diskussionsprozess wird noch mehrere Monate dauern, genug Zeit also für Anja Barlen-Herbig, sich dort einzubringen. Nach den bekannten 100 Tagen Einarbeitungszeit wird es ebenso zu beobachten sein, wie Einbeck Marketing unter neuer Chefin mit den großen Tourismus-Playern in der Stadt und den dafür zuständigen Institutionen der Stadt, die ja bis 2017 noch zur GmbH gehörten, zusammenarbeiten wird. Lothar Meyer-Mertel jedenfalls, den Geschäftsführer des PS-Speichers, der zuvor Hildesheim Marketing leitete, kenne sie schon seit gemeinsamer Hildesheimer Zeit, erzählte Barlen-Herbig.

Auf die Stelle der Einbeck-Marketing-Geschäftsführung gab es laut Aufsichtsratschef Martin Deutsch insgesamt 14 Bewerbungen, wobei acht ernstzunehmend gewesen seien, mit vier Bewerbern habe man Gespräche geführt. Nach der ersten Sichtung durch die beiden Wirtschaftsvertreter im Aufsichtsrat gab es eine zweite Runde, in der sich letztlich zwei Bewerber persönlich im Aufsichtsrat vorgestellt haben. Das Gremium habe sich dann einstimmig Ende Oktober für Anja Barlen-Herbig entschieden, berichtete Martin Deutsch.

Anja Barlen-Herbig ist verheiratet und Mutter von drei Töchtern und zwei Söhnen. Zurzeit lebt die neue Einbeck-Marketing-Geschäftsführerin in Potsdam, möchte aber gerne mit ihrer Familie nach Einbeck ziehen.

Offiziell in Einbeck vorstellen wird sich die neue Geschäftsführerin beim Neujahrsempfang der Einbeck Marketing GmbH, zu dem am 17. Januar in der PS-Halle 250 Gäste erwartet werden.

Anmerkung: Der Autor dieses Blogs ist Mitglied im Verein Einbeck Marketing InitiativGemeinschaft, der Mehrheitsgesellschafter (51 Prozent) der GmbH ist.

Einbeck Marketing sucht neuen Geschäftsführer

Die Einbeck Marketing GmbH sucht einen neuen Geschäftsführer. Florian Geldmacher (33), der seit 2015 Chef im Eicke’schen Haus war, wechselt auf eigenen Wunsch zur GWG Gesellschaft für Wirtschaftförderung und Stadtentwicklung nach Göttingen und wird dort Leiter der Unternehmenskommunikation bei der 100-prozentigen Tochter der Stadt Göttingen. Geplant ist der Übergang auf die Nachfolgerin oder den Nachfolger zum 1. Dezember, dieser kann aber nach Angaben des Einbeck-Marketing-Aufsichtsratsvorsitzenden Martin Deutsch auch früher erfolgen, sollte das jetzt veröffentlichte Stellengesuch bereits schnell erfolgreich sein. Sichergestellt und wesentlich vorbereitet sei in jedem Fall, dass die bevorstehenden Traditionsveranstaltungen im Einbecker Jahreskalender, die Music-Night, das Eulenfest und der Weihnachtsmarkt, stattfinden können.

Die Personalie wirft die nicht überraschende und immer wieder, aber nie befriedigend zu Ende diskutierte Frage aktuell neu auf: Welche Aufgabe hat die Einbeck Marketing GmbH eigentlich? Theoretisch und faktisch. Ist sie vor allem ein Unternehmen für das Standortmarketing? Eine Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (die mit allen immer wieder kleingeredeten Reibungsverlusten die Wirtschaftsförderung der Stadt Einbeck ergänzt und begleitet)? Oder ist Einbeck Marketing eine Eventagentur, die vor allem Innenstadt-Veranstaltung auf der Agenda hat? Diese Fragen werden sich die Gesellschafter der GmbH (das sind die Einbecker Wirtschaft über den Verein InitiativGemeinschaft und die Stadt Einbeck) beantworten müssen, bevor oder spätestens sobald sie ein neues Gesicht für die Geschäftsführung präsentieren. Die Stellenanzeige jedenfalls verlangt von den Bewerbern wieder vieles: Projekte des Stadtmarketing und der Standortentwicklung zu koordinieren, mit der städtischen Wirtschaftsförderung eng zusammen zu arbeiten, Veranstaltungen initiieren und planen. Das so umschriebene Anforderungsprofil (“Die Tätigkeit bietet einen großen Gestaltungsspielraum, erfordert ein hohes Maß an Eigenverantwortung und ist grundsätzlich teilzeitfähig”) verlangt eine spannende Antwort, wie das zusammengehen soll.

Das Verhältnis des scheidenden Geschäftsführers zu seinen Gesellschaftern vor allem bei der Stadt bzw. der Politik war nicht immer spannungsfrei, wie mehrfach berichtet. Das mag auch am Konstrukt der 2010 gegründeten GmbH gelegen haben. Und am ständigen Ringen um eine auskömmliche Finanzierung. Das nach der Herauslösung von Tourismus und Kulturring 2017 nicht einfacher geworden sein dürfte (obwohl dieser Schritt grundsätzlich richtig war). Da ist es einem 33-jährigen Familienvater nicht zu verdenken, sich eine Perspektive und neue Herausforderung mit klar definiertem Aufgabenprofil zu suchen.

Anmerkung: Der Autor dieses Blogs ist Mitglied im Verein Einbeck Marketing InitiativGemeinschaft, der Mehrheitsgesellschafter (51 Prozent) der GmbH ist.

CDU besucht das Einbecker Brauhaus

CDU in der Brauerei.

Die CDU-Delegation in der neuen, 3500 Quadratmeter großen Verladehalle der Einbecker Brauhaus AG.

Die Einbecker CDU hat sich bei einer Führung durch die Brauerei unter anderem über die jüngsten 15-Millionen-Euro-Investitionen der Einbecker Brauhaus AG am Standort Einbeck informieren können. Fass- und Flaschenabfüllung, die neue 3500 Quadratmeter große Verladehalle und nicht zuletzt der umgestaltete Urbockkeller interessierte die Ratsmitglieder und diejenigen, die es noch werden wollen. Zusätzlich zur bestehenden Abfüllkapazität können im neuen Flaschenkeller 2 weitere 30.000 Flaschen pro Stunde abgefüllt werden. Darüber hinaus wurde der bereits bestehende Flaschenkeller 1 mit einer Kapazität von 50.000 Flaschen pro Stunde modernisiert. Die Aufträge gingen überwiegend an heimische Handwerksbetriebe in der Region. Den 2014 begonnenen Masterplan will das Brauhaus 2016 abschließen. Im Logistikbereich errichtet die Brauerei zurzeit eine zentrale Sortieranlage für das Mehrwegleergut, die vorbereitenden Arbeiten für eine weitere, 2500 Quadratmeter große Voll- und Leerguthalle im Logistikzentrum an der Hansestraße in Einbeck haben begonnen. Die 1,5-Millionen-Euro­-Investition wird starten, sobald die Baugenehmigung der Stadt Einbeck vorliegt. Wie das Einbecker Bier gebraut wird, erläuterte Bierkutscher Albert Eggers, der auf der CDU-Liste für den Stadtrat kandidiert.

Bei einem Meinungsaustausch mit den Brauhaus-Vorständen Lothar Gauß und Martin Deutsch im Urbockkeller und einer Produktkostprobe haben die Kommunalpolitiker im vertraulichen Kreis aktuelle Themen diskutiert, unter anderem die Gestaltung des Neustädter Kirchplatzes vor der Brauerei, die Wünsche des Unternehmens mitgenommen. CDU-Vorsitzende Beatrix Tappe-Rostalski appellierte an die Brauerei-Vorstände, in Fragen der Wirtschaftsförderung stets den engen Draht zum Rathaus zu suchen, gerne nehme sich aber auch die CDU politisch der Wünsche des Unternehmens an.

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