Frauen-Union informiert sich im Maßregelvollzug

Vertreterinnen der Frauen-Union Einbeck/Dassel mit Uwe Schünemann (l.) und Dr. Roy Kühne (r.) sowie den LKH-Leitern Dr. Dirk Hesse (Mitte) und Manfred Uhlendorff (2.v.r.) im Garten des Maßregelvollzuges Moringen.

Informationen können helfen und dazu beitragen, Ängste abzubauen und Hemmschwellen zu senken. Einen intensiven Einblick in die Arbeit des Maßregelvollzuges in Moringen haben heute Vertreterinnen der Frauen-Union Einbeck/Dassel bekommen. Mit dabei bei dem rund dreistündigen Besuch und Rundgang im LKH durch die verschiedenen Sicherheitsbereiche waren der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne (Northeim) und der CDU-Landtagsabgeordnete und Ex-Innenminister Uwe Schünemann (Holzminden). „Wir haben viel dazu gelernt“, dankte FU-Vorsitzende Heidrun Hoffmann-Taufall (Einbeck) am Ende für die Einblicke. Für Informationen standen der Ärztliche Leiter Dr. med. Dirk Hesse, der Pflegedirektor Manfred Uhlendorff und der Verwaltungsdirektor Jens Betker zur Verfügung. Schlagzeilen macht ein LKH meistens nur, wenn ein Patient entwichen ist und es in der Bevölkerung dann Ängste gibt. Die alltägliche professionelle Arbeit eines Maßregelvollzuges kennenzulernen, war Ziel des FU-Besuchs. Der Maßregelvollzug Moringen ist eine psychiatrische Klinik mit aktuell 408 Planbetten. Straftäter, die von einem Gericht nach § 63 StGB (Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus) oder § 64 StGB (Unterbringung in einer Entziehungsanstalt) verurteilt worden sind, werden im LKH Moringen untergebracht. Die Patienten haben beispielsweise Psychosen, Neurosen oder Persönlichkeitsstörungen (z.B. Pädophilie) oder Sucht-Erkrankungen, mit denen sie die Straftaten begangen haben. Daher sind sie nicht in einem Gefängnis, sondern mit ihren psychischen Störungen und Süchten im Landeskrankenhaus. Den Frauen und Männern wird im Maßregelvollzug dabei geholfen, ihren Tag zu strukturieren und Lebenspraxis zu trainieren; viele der Patienten, von denen die meisten unter 40 Jahre alt sind, haben dies in ihrem Leben bislang nie gelernt, sie bekommen im Maßregelvollzug mit einer vielfältigen Therapie eine „Probebühne für ein anderes Leben“, wie es die LKH-Spitze formulierte. Um das zu erreichen gibt es Werkstätten, in denen beispielsweise im Auftrag von Firmen Rückleuchten, Ketten oder Kabelverbindungen produziert werden. Auch Schulabschlüsse (Haupt- und Realschule) sowie Berufsausbildungen (Maler, Köche) können die Patienten im LKH absolvieren. Die FU-Besucherinnen erfuhren, dass die durchschnittliche Verweildauer heute bei acht bis zehn Jahren liegt, lediglich bei suchtkranken Straftätern (§ 64) bei durchschnittlich zwei Jahren. In ganz Niedersachsen sind 17 Prozent der LKH-Patienten Frauen, rund 25 Prozent der LKH-Straftäter sind wegen Sexualdelikten dort. In Moringen liegt dieser Anteil zurzeit bei 45 Prozent. Intensiv diskutierten die Besucher, wie die Mitarbeiter mit ihrer Arbeit klar kommen. Denn es ist nicht immer einfach, den hilfsbedürftigen Menschen bei der Behandlung zu sehen, dabei aber die häufig grausame Straftat, wegen der er in Moringen ist, im Hinterkopf zu haben und nicht zu vergessen. „Hochachtung vor dieser Tätigkeit“, zollte die Frauen-Union. Bei bereits existierenden Schwierigkeiten, genügend Personal in Pflege und Ärztebereich zu gewinnen, war der Wunsch an die Politik verständlich, den Landeskrankenhäusern in Niedersachsen mehr Personal zu geben. Die anwesenden Politikvertreter nahmen diesen Wunsch in ihre jeweiligen Verantwortlichkeiten mit. Auch eine differenzierte Wahrnehmung in der Politik abseits eines Alarmismus, sobald ein Patient entwichen ist, wünschten sich die LKH-Vertreter, die Mitarbeiter machten ihren Job in den allermeisten Fällen gut. Das dürfte dann ruhig auch einmal benannt werden.

Anmerkung: Wegen im Maßregelvollzug herrschender Sicherheitsbereiche war kein anderes Foto möglich als das Gruppenfoto oben.

Einbecker Ortschaft

Mittendrin, statt nur dabei: der Ortsrat Ahlshausen-Sievershausen.

Mittendrin, statt nur dabei: der Ortsrat Ahlshausen-Sievershausen.

Für sie ist manches anders und neu und ungewohnt, für die acht Ortsräte der ehemaligen Gemeinde Kreiensen. Als jetzt der Ortsrat der Doppelortschaft Ahlshausen-Sievershausen zu seiner zweiten Sitzung in dieser noch jungen Wahlperiode zusammen kam, informierte Ortsbürgermeister Jürgen Hesse erst einmal über die Sitzungsgepflogenheiten, bei der Einladung und Tagesordnung habe man sich nicht etwa verschrieben, es gebe tatsächlich zwei Einwohnerfragestunden, eine am Anfang, eine am Ende. Das sei in Einbeck so…

Imgrunde sind bei so überschaubaren Ortsräten formale Sitzungsunterbrechungen für formale Einwohnerfragen ohnehin überflüssig. In Ahlshausen jedenfalls, bei Ludchen Ernst „aufm Saale“, wurden die Dinge gemeinsam mit den anwesenden Bürgern besprochen. Fragen wurden sofort gestellt, Antworten sofort gegeben. Direkter geht Demokratie nicht.

Ahlshausen feiert 2014 seine 1100-Jahr-Feier. Die Planungen laufen. Der Ortsrat sammelt zurzeit Ideen. „In den örtlichen Vereinen wird schon intensiv diskutiert“, berichtete Ortsbürgermeister Jürgen Hesse, „wir freuen uns aber auch noch über weitere Anregungen der Bürger.“ Die 1100-Jahr-Feier solle sich möglichst durch die Aktivitäten aller Vereine während des gesamten Jahres 2014 ziehen. Geplant sind unter anderem bereits eine Fotoausstellung sowie ein Foto-Kalender für das Jahr 2014 mit Bildern aus den vergangenen 100 Jahren. Auch an die 1914 groß gefeierte 1000-Jahr-Feier von Ahlshausen-Sievershausen soll im kommenden Jahr erinnert werden. Höhepunkt des Feierjahres wird ein Festakt am 3. Oktober 2014 in der Kirche in Ahlshausen sein, der Keimzelle der Ortschaft. Der traditionelle Bauernmarkt wird am 4. Oktober 2014 rund um die Kirche in einem größeren Rahmen als üblich veranstaltet.

Die Ortschaft Ahlshausen „gehörte“ übrigens im Laufe ihrer Geschichte schon einmal zu Einbeck, im Königreich Westfalen von 1807 bis 1813. Die Chronik weiß es.