Halle mit vielen Funktionen

Außenansicht der neuen Multifunktionshalle in Einbeck, rechts das Haus der Jugend mit Durchgang. (c) Cortnum

Die Multifunktionshalle kann kommen. Der zuständige Ratsausschuss für Jugend, Familie und Soziales hat dem Entwurf einstimmig zugestimmt. Im Juli sollen die Bauarbeiten für die 45×20 Meter große Halle direkt neben dem Haus der Jugend beginnen, der Bauantrag wird noch im März gestellt, Ende des Jahres soll die Halle stehen. Mathias Cortnum vom gleichnamigen Ingenieurbüro stellte dem Ausschuss die Planungen vor. Für rund 1,4 Millionen Euro entsteht eine Halle, die knapp 600 Quadratmeter Aktionsfläche und 109 Quadratmeter Bühnenfläche bieten wird, dazu Nebenräume, Umkleiden mit Duschen, eine Empore sowie ein Tonstudio, das aus dem benachbarten Jugendzentrum „umzieht“. Das Haus der Jugend wird mit einem Gang direkt an die Multifunktionshalle angebunden, dort sind auch die Toiletten, die beim Jugendzentrum-Bau 2016 gleich größer dimensioniert wurden.

Freigeräumt und bereit zum Bauen: Direkt neben dem Haus der Jugend soll die Multifunktionshalle entstehen.

In der Halle, die für eine Feier rund 400 Menschen bestuhlt aufnehmen können wird, gibt es ein 12×18 Meter großes Sportfeld mit Rollfußboden, dort kann Fußball, Basketball oder Volleyball gespielt werden. Auch einen mobilen 5,50×5,50 Meter großen Boxring wird es in der Halle geben, den die boomende Boxgruppe des Hauses der Jugend schon sehnsüchtig erwartet. Die neue Multifunktionshalle wird zudem Skaterrampen haben, auch eine Kletterwand wird es geben. Die Fassade wird bewusst schlicht gehalten, auf ihr könnten sich in Zukunft vielleicht Street-Art-Künstler verewigen. Mit dem Bau der neuen Halle wird die Stadt Einbeck dann das Ensemble neben dem Festplatz am Kohnser Weg komplettieren, das Haus der Jugend, Jugendgästehaus und dann Multifunktionshalle umfasst.

Grundriss der Multifunktionshalle. (c) Cortnum

Unter jungen Linden

Einst von August Stukenbrok erbaut, soll die wunderbare Villa ein Freizeittreff für Jugendliche werden.

Einst von August Stukenbrok erbaut, soll die wunderbare Villa ein Freizeittreff für Jugendliche werden.

Während andernorts in Einbeck am neuen Haus der Jugend intensiv gehämmert und gemalert wird und die Bauarbeiten für die im Frühjahr vorgesehene Eröffnung auf die Zielgerade biegen, hat jetzt ein anderes Haus für Jugendliche etwas mehr Licht der Öffentlichkeit bekommen – und dort wird im Innern auch kräftig gewerkelt. Im Kulturausschuss haben Martin Keil und Volker Stix das Projekt „Junge Linde“ vorgestellt. Am Hubeweg direkt gegenüber vom Neuen Rathaus und mit Blick auf einen wieder weißen Rathaus-Giebel entsteht in der alten Jugendstil-Villa eine Begegnungsstätte für junge und jung gebliebene Menschen, so das Ziel. Das denkmalgeschützte Haus konnte über eine Eigentümergemeinschaft erworben werden, berichtete Martin Keil. Betreiber ist der Verein Kulturfreunde Tangobrücke. Wichtig ist den Machern ein Angebot, das komplementär zum Haus der Jugend ist. Es soll also ergänzen. Eine laute Disko werde es in der „Jungen Linde“ ganz sicher nicht geben, sagte Keil. Das sei eher etwas für das Haus der Jugend oder die geplante benachbarte Mehrweckhalle am Kohnser Weg, also am Stadtrand. Die „freie Zeit Hütte“, wie das Projekt sich im Untertitel salopp nennt, will Jugendlichen ein Treffpunkt sein, beispielsweise nach der Schule (auf dem Weg zurück zum ZOB), oder bei Freistunden für Goetheschüler. Die Schüler könne man hier zentraler erreichen als am Kohnser Weg, dorthin gehe niemand für eine halbe Stunde, sagte Volker Stix. Die „Junge Linde“ ist außerdem als Ort der aktiven Integration konzeptioniert, an dem kurzfristig auch Wohnraum für Flüchtlinge geschaffen werden soll. Das Projekt soll von den Nutzern so weit wie möglich selbst verwaltet werden, betreut durch vor Ort wohnende „Schlüsselverantwortliche“.

Im Kulturausschuss stellten Martin Keil (2.v.r.) und Volker Stix (r.) das Projekt vor.

Im Kulturausschuss stellten Martin Keil (2.v.r.) und Volker Stix (r.) das Projekt vor.

Bewusst provokant fragte Bernd Huwald (CDU) in der Kulturausschuss-Sitzung, warum Jugendliche noch ins Haus der Jugend gehen sollten, in das die Stadt Einbeck ja nicht unerhebliche Geldbeträge aus dem Haushalt investiere. Findet in der „Jungen Linde“ die gepflegte Jugendarbeit statt – und im Haus der Jugend draußen ist Krawall, wie es Huwald provokativ formulierte? Das verneinten die Macher der „Jungen Linde“ energisch. Mit dem Stadtjugendpfleger habe man intensiv gesprochen, sagte Martin Keil. Ziel sei, eine Vielfalt für Jugendliche zu schaffen, es gebe ja auch nicht nur das eine „Haus für Erwachsene“ in Einbeck. Parallelstrukturen wolle man nicht schaffen, vielmehr durch intensive Netzwerkarbeit mit lokalen Vereinen, Schulen und Initiativen die Szenerie beleben.

Dr. Reinhard Binder (FDP) fand es wichtig, dass durch die Ausführungen Martin Keils die Befürchtung entkräftet worden sei, dass die „Junge Linde“ Konkurrenz zur Stadtjugendpflege sein wolle. Rainer Koch (GfE) sagte die Unterstützung seiner Fraktion zu, die „Junge Linde“ könne ein zusätzlicher Baustein für Jugendkultur in Einbeck sein. Heidrun Hoffmann-Taufall (CDU) sah bei allem positiven Engagement für einen Treffpunkt in zentraler Lage die Gefahr, dass durch unterschiedliche Jugendzentren verschiedene gesellschaftliche Gruppen angesprochen werden und sich auseinander entwickeln. Das dürfe nicht passieren.

Bei allem Wohlwollen und trotz aller Beteuerungen muss die Frage erlaubt sein, ob hier nicht doch durch die im aktiven Betrieb später einsetzende normative Kraft des Faktischen Parallel- und Konkurrenzstrukturen geschaffen werden, aus welcher Motivation auch immer. Weil die Standortentscheidung für das neue Haus der Jugend einigen bis heute nicht passt? Schade übrigens, dass der mehrfach angesprochene Stadtjugendpfleger Henrik Probst im Kulturausschuss keine Gelegenheit hatte, sich aus seiner Sicht zu dem Thema zu äußern. Aber sicherlich lag das nur einzig und allein daran, weil das Projekt nicht in „seinem“ Ausschuss, dem für Jugend, präsentiert wurde (warum eigentlich?), sondern im Kulturausschuss, in dem der Stadtjugendpfleger kein Mitglied ist. Oder?

Der Ausschuss für Jugend, Familie und Soziales besichtigt übrigens vor seiner nächsten Sitzung am 22. März um 16.30 Uhr die Baustelle Haus der Jugend am Kohnser Weg. Von der „Jungen Linde“ ist dort auf der Tagesordnung keine Rede…

Am Hubeweg in direkter Nähe zum Neuen Rathaus und am Schulweg vieler Jugendlicher liegt die "Junge Linde".

Am Hubeweg in direkter Nähe zum Neuen Rathaus und am Schulweg vieler Jugendlicher liegt die „Junge Linde“.

Arbeit über und mit Einbecker Jugend

Mit dem neuen Standort für das Haus der Jugend möchte sich auch die Jugendarbeit in Einbeck neu aufstellen. Stadtjugendpfleger Henrik Probst skizzierte heute im Jugend-Ausschuss des Stadtrates erstmals, wie die Arbeit mit Jugendlichen mit ihren gesetzlich vorgegebenen Aufgabenbereichen personell neu konzipiert werden soll. Insgesamt sollen zukünftig sechs Mitarbeiter im Team der Stadtjugendpflege mit unterschiedlichen Aufgabengebieten beschäftigt werden (Organigramm: Jugendarbeit Einbeck MitarbeiterundAufgabenstruktur). Henrik Probst als Leiter der Jugendpflege übernimmt bis auf Weiteres auch die Leitung des Hauses der Jugend. Die bisherige Stelle der Jugendpflege Kreiensen wird in dieses Team der Jugendarbeit integriert – mit einem Aufgabenschwerpunkt für die Jugendarbeit in der ehemaligen Gemeinde Kreiensen. Die Stellenbesetzung steht unmittelbar vor dem Abschluss; der bisherige Jugendpfleger Eckhard Rutha geht Ende Januar in den Ruhestand. Der neue Jugendpfleger soll vorrangig das Büro im Rathaus Kreiensen nutzen und auch in den Jugendräumen der ehemaligen Gemeinde als Ansprechpartner für die Jugendlichen präsent sein. Neu in das Team der Jugendpflege soll Fritz Hoffmann als „pädagogischer Hausmeister“ und als Betreuer eines Reparaturcafes für Jugendliche am neuen Standort des Hauses der Jugend aufgenommen werden. Schon seit Juli ist Hoffmann als Krankheitsvertretung für die „offene Arbeit“ im Haus der Jugend tätig.

Die künftigen inhaltlichen Schwerpunkte sollen sich an einer repräsentativen Jugendstudie orientieren, für die der Ausschuss heute einstimmig grünes Licht gegeben hat und für die die Hochschule Holzminden der HAWK gewonnen werden konnte. Mit Beginn des neuen Jahres starten die Befragungen und Interviews hierzu. Erste Feldstudien seien aber bereits jetzt in Arbeit, es sollen mehrere Bachelor- und Masterarbeiten für die Studie entstehen, berichtete Henrik Probst. Zum Wintersemester 2015 sei mit Ergebnissen zu rechnen. Dann habe man eine qualifizierte Erhebung mit wissenschaftlichem Wert, die sei wichtig für die Jugendarbeit in Einbeck. Probst: „Da freue ich mich schon drauf.“

Ein interessantes Ergebnis dürften Aussagen darüber sein, wie Jugendliche politisch sinnvoll und nach ihren Wünschen beteiligt werden können, Stichwort Jugendparlament. Ein politisches Gegengewicht zum starken Seniorenrat ist wünschenswert für eine Stadt, in der Politik für alle Generationen gemacht wird. Aber natürlich nur, wenn dies die Jugendlichen selbst wollen und mitmachen. In einer temporär aktiven Facebook-Gruppe dürfte sich das nicht erschöpfen.

Nicole Mölder.

Nicole Mölder.

Nachtrag 20.01.2015/28.01.2015: Nicole Mölder wird zum 1. Februar 2015 neue Jugendpflegerin mit Schwerpunkt Kreiensen. Das wurde mir heute im Rathaus bestätigt. Die 37-jährige Sozialpädagogin aus Lüthorst war bislang als Schulsozialarbeiterin an der Haupt- und Realschule Eschershausen (Landkreis Holzminden) tätig.

Inhalt folgt

Die seit heute öffentliche Tagesordnung für die nächste Sitzung des Stadtrates (24. September, 17 Uhr, Altes Rathaus), nachzulesen im Bürgerinformationssystem, hat mich ein wenig ratlos zurück gelassen. Nicht allein, dass nach längerer Sommerpause nur wenige Punkte auf der Agenda vermerkt sind. In der September-Sitzung wird die Bürgermeisterin in diesem Jahr jedenfalls nicht wie im Vorjahr den Haushalt für das kommende Jahr einbringen; vor einem Jahr hatte diese Aufgabe Kämmerin Christa Dammes für die erkrankte Bürgermeisterin übernommen. Die nächstfolgende Sitzung des Rates ist erst im Dezember terminiert. Die Haushaltsberatungen der Fachausschüsse finden dann wohl erst wieder, wie früher schon häufiger, zum Jahresbeginn statt.

Außerdem scheint es immer mehr Mode zu werden, für Stadtratssitzungen Anträge zu stellen, die Inhalte und Begründungen aber erst mündlich während der Sitzung zu liefern. Nachdem die CDU in der jüngsten Ratssitzung mit einem erst in der Sitzung inhaltlich begründeten Antrag zur Beteiligung von Jugendlichen am politischen Prozess bei der SPD aufgelaufen war und ihn mühsam in den zuständigen Jugendausschuss überweisen lassen konnte, gibt es jetzt einen CDU-Antrag über das „Tor zum Marktplatz/Ausbau der Langen Brücke jetzt!“ Was dahinter steht? Ob es ähnliche Überlegungen wie die der Grünen sind. Man weiß es nicht. „Eine inhaltliche Präzisierung mit Begründung folgt“, heißt es da nur. Ein weiterer Antrag der CDU beschäftigt sich (immerhin sind hier ein paar inhaltliche Zeilen notiert) mit der Neukonzeptionierung der Jugendarbeit. Die Beschlussvorlage liest sich mit anderen Augen und klingt ein wenig wie politischer Druck, wenn man weiß, dass der Stadtjugendpfleger bereits an einem Konzept für die Zeit nach dem Wechsel des Jugendarbeiters von Kreiensen in den Ruhestand Ende 2014 arbeitet. Gestern war dieses unter anderem auch Thema im Ortsrat von Kreiensen.

Die SPD übrigens scheint es der CDU nachmachen zu wollen, im Vorfeld möglichst wenig zu sagen. Ist der Grund, früh nur wenig Angriffsfläche für den politischen Gegner zu gewähren? Die Sozialdemokraten stellen jedenfalls den Antrag, den Verwaltungsausschuss neu zu besetzen. Der ist immerhin der wichtigste Ausschuss des Stadtrates, der sich unter anderem mit Personalien beschäftigt. Wieso, weshalb, warum neu besetzen? „Einzelheiten werden in der Sitzung dargestellt“, heißt es da zum Antrag nur lapidar.

Ist das der neue politische Stil in Einbeck? Spannung in der politischen Debatte kann man anders erzeugen.

(Aktualisiert: 13.09.2014, 12:11 Uhr)

 

Nachtrag 18.09.2014: Mit einer Mitteilung an ausgewählte Medien gestern und einer Notiz über ihre Facebook-Seite heute (SPD_PM Bürgermeisterin beim Haushalt planlos) hat auch die Einbecker SPD bedauert, dass in der Ratssitzung am 24. September kein Haushalt eingebracht wird. Der Bürgermeisterin wirft SPD-Fraktionschefin Margrit Cludius-Brandt planloses Verhalten vor. Die SPD habe keine Ankündigung oder Begründung dafür erfahren, warum der Haushalt 2015 von der Verwaltungschefin nicht eingebracht wird. Das Verhalten der Bürgermeisterin lasse – wieder einmal – die notwendige Transparenz und Offenheit bei wichtigen Angelegenheiten vermissen, wird die Fraktionsvorsitzende in der Pressemitteilung zitiert. Warum die SPD beantragt hat, den VA umzubesetzen, dazu findet sich übrigens in der Mitteilung der SPD kein Wort der Begründung… die folgt offenbar wirklich erst in der Sitzung am Mittwoch.

Nachtrag 23.09.2014: Da hat sich im Vorfeld der Sitzung ja doch noch ein wenig der Nebel gelichtet. Im Bürgerinformationssystem ist jetzt nachzulesen, wie die SPD den Verwaltungsausschuss umbilden will (Finanz-Staatssekretär Frank Doods, der vermutlich öfter in Hannover gebraucht wird, soll durch Rolf Hojnatzki ersetzt werden). Auch die CDU hat ihren Antrag „Tor zum Marktplatz/Ausbau der Langen Brücke jetzt!“ inhaltlich schon vor der Sitzung begründet (Wortlaut: BegruendungfAntragderCDU-Fraktion_TorzumMarktp-1). Der CDU geht es um die Begehbarkeit und die Pflasterung der Langen Brücke, sie sieht hier Handlungsbedarf: „Dies belegen die zum Teil lautstarken Auseinandersetzungen zwischen Passanten und Gastronomen wie erhebliche Beeinträchtigungen der Sicherheit, die nicht mehr länger toleriert werden sollten.“ Die CDU möchte auf gesamter Breite die Lange Brücke bis Einmündung Geiststraße durch ein begehbares Pflaster für Rollatoren und Rollstühle optimieren, wie es in der Begründung heißt.

Und die SPD hat heute einen Dringlichkeitsantrag für die morgige Ratssitzung gestellt. In diesem (Wortlaut: SPD-Antrag_Flüchtlinge_23092014) möchte die SPD-Fraktion unverzüglich geklärt haben, wie die Stadt Einbeck auf eine größere Zahl von Migranten reagieren würde, die die aktuellen internationalen Krisen verursachen könnten. Im heutigen Jugendausschuss wurden zu der Problematik Zahlen genannten: Die Stadt hat in diesem Jahr bislang 40 Flüchtlinge aufgenommen, nach der sich nach der Bevölkerungszahl richtenden Quote muss Einbeck 67 Flüchtlinge aufnehmen. Die Menschen mit noch ungeklärtem Aufenthaltsstatus aus Syrien, Armenien, Eritrea, Georgien, Irak, Mazedonien und der Russischen Förderation wohnen ausschließlich in privaten Wohnungen, viele im Bereich Kreiensen.

Gemeindehaus als Chance?

Die Sache ist entschieden. Der Drops gelutscht. Dass der Fachausschuss für Jugend des Einbecker Stadtrates in seiner nächsten Sitzung am 1. April ohne Scherze mit Mehrheit die Zukunft des dem PS-Speicher weichenden Jugendzentrums Haus der Jugend im bisherigen Gemeindezentrum der Neustädter Kirchengemeinde St. Marien am Sülbecksweg suchen wird, ist klar, weil nach der ewig langen Debatte inzwischen längst die normative Kraft des Faktischen zugeschlagen hat. Über ein Jahr lang quälte sich die Standortsuche durch den Fach-Fachbereich im Rathaus, dann durften drei Monate die Bauexperten rechnen, und am Ende hatte die Politik nur noch drei Wochen Zeit, über etwas zu entscheiden, was imgrunde durch die vorgelegten Zahlen und Fakten entschieden war. Darüber ist hier schon ausreichend geschrieben worden. Im Bürgerinformationssystem der Stadt sind für die April-Fachausschuss-Sitzung (17 Uhr, Rathaushalle) jetzt alle Unterlagen hinterlegt worden, die im Rathaus entstandenen Überlegungen mit Zahlen, Plänen und Kosten können von jedem eingesehen werden.

Interessant wird nun am 1. April nur noch sein, wie sich die Fraktionen zu dem Thema positionieren werden. Und ob über alle Diskussionen der vergangenen Monate der politische Mantel des Schweigens gelegt wird. Oder ob das Haus der Jugend doch noch als Thema genutzt wird, politische Gefechte zu führen. Zwischen den Fraktionen und auch zwischen Politik und Rathaus(-Spitze).

Die SPD hat zwar bereits einmal aufgemuckt, aber im grunde nur zaghaft die Standortsuche kommentiert und das Handeln der Akteure im Rathaus kritisiert. Die CDU hatte sich früh auf einen Standort im Herzen der Stadt, an der Stadtbibliothek festgelegt, war dann offenbar (und ohne große öffentliche Kommentierung) zuletzt auf eine Variante am Baudenkmal Walkemühle umgeschwenkt, die aber nicht finanzierbar scheint. Ich bleibe auch dabei: Die Stadtbibliothek mit einem Anbau wäre die optimalste Lösung gewesen. Bücherei und Haus der Jugend hätten gemeinsam das Jugendzentrum in Einbeck werden können. Die für eine solche Lösung notwendigen Steine, die vorher aus dem Weg geräumt hätten werden müssen, wären nicht unüberwindbar, wenn es dafür Zeit gegeben hätte. Davon bin ich fest überzeugt.

Wenn es denn nun das Gemeindehaus der Neustädter Kirchengemeinde St. Marien wird, dann sollten alle Beteiligten sich langsam, aber sicher damit anfreunden, diese Variante als Chance zu begreifen. Als inhaltliche Möglichkeit, Jugendarbeit ganz neu zu denken, vielleicht Vorreiter zu sein. Kirchliche (Jugendkirche Marie) und kommunale (Haus der Jugend) Jugend wären dort nicht nur räumliche Nachbarn, sondern Partner bei der sinnvollen Freizeitgestaltung für junge Menschen in Einbeck. Dass darauf die Kirche großen Wert legt und sogar ihren Kaufpreis für das Gemeindezentrum spürbar senkt, ist abseits aller pädagogischer Lyrik (AngebotKirchenkreisLeine-Solling) ein unmissverständliches Zeichen, dass die Hand der Einbecker Kirchengemeinde und des Kirchenkreises Leine-Solling ausgestreckt ist.

Was in jedem Falle aber bleibt, ist ein fader Nachgeschmack, dass diese (und nur diese) Lösung am Sülbecksweg mit 100.000 Euro von interessierten Dritten bezuschusst wird.