Einbeck hält zusammen: Umfrage-Ergebnisse mit teils überraschenden Werten

Einbeck hält zusammen – und zwar deutlich stärker als vergleichbare Mittelstädte oder auch stärker als durchschnittlich in Niedersachsen. Und die Menschen fühlen sich mit Einbeck verbunden, nicht ganz so stark wie mit Niedersachsen oder Deutschland insgesamt, aber deutlich stärker als mit der Europäischen Union. Diese und weitere vor allem regional spezifische Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 3300 zufällig ausgewählte Personen aus Einbeck präsentierte jetzt Maike Simmank vom Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen (SOFI). Sie sprach bei einem Rücklauf von 1100 Fragebögen von einer sehr guten Ergebnisqualität der Befragung, die Teil des Kooperationsprojekts „Regionalpanel“ ist, das im Rahmen des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) durchgeführt wird.

(c) Soziologische Forschungsinstitut Göttingen.

Besonders positiv haben die Befragten das Angebot an Schulen und Kinderbetreuung (55 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden) sowie die ärztliche Versorgung (58 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden) und die Apotheken am Wohnort bewertet (89 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden).  Kritischer sehen die Einbecker das Freizeitangebot speziell für Ältere (79 Prozent neutral bis sehr unzufrieden), die Sauberkeit im öffentlichen Raum (72 Prozent neutral bis sehr unzufrieden) oder bezahlbaren Wohnraum (71 Prozent neutral bis sehr unzufrieden). Nachschärfen werde man bei Begriffsdefinitionen, diese seien manchmal zu unspezifisch formuliert, etwa bei „Freizeitangebote für Ältere“, räumte Maike Simmank selbstkritisch ein.

Unter den abgefragten „Bauprojekten“ mit den besten Beurteilungen schnitt die Errichtung einer Toilette am Bahnhof Kreiensen am Besten ab, 48 Prozent sahen das als sehr gut, 40 Prozent als gut an. Auch dass Straßenbegleitgrün bienenfreundlich gestaltet wird, sahen 42 Prozent als sehr gut, 38 Prozent als gut an. Die Sanierung und den barrierefreien Umbau des Alten Rathauses bewerten 23 Prozent als sehr gut, 55 Prozent als gut.

(c) Soziologische Forschungsinstitut Göttingen.

Bei der Abfrage nach Kommunikationsmedien aus dem Rathaus wurde deutlich, dass viele Angebote offenbar unbekannt sind, beispielsweise die Sprechstunde der Bürgermeisterin oder das E-Paper „Rathaus intern“ der Stadtverwaltung oder auch die Einwohnerfragestunden bei Ausschuss- und Ratssitzungen. Die Website der Stadt Einbeck beurteilen knapp 39 Prozent als gut, drei Prozent gar als sehr gut, 29 Prozent sahen sie neutral, wobei zum Zeitpunkt der Befragung noch die alte Version der Internetpräsenz online war. Mittlerweile gibt es eine neue Seite.

Bei den „Regionalpanel“-Ergebnissen gelte zu berücksichtigen, dass die Altersgruppe über 65 Jahren überrepräsentiert sei unter den 1100 Teilnehmenden, während die Gruppe der bis 39 Jahre alten Personen unterpräsentiert ist, sagte Maike Simmank. Die Befragung hat von Februar bis März 2021 stattgefunden. Es wurden 3300 zufällig ausgewählte Personen aus Einbeck zur Teilnahme eingeladen, ein Drittel nahm dann auch tatsächlich teil, etwa gleich viele Frauen wie Männer.

Anfang kommenden Jahres geht die „Regionalpanel“-Umfrage in die zweite Runde, um durch die Vergleichsdaten Entwicklungen und Veränderungen sichtbar machen zu können. Bundesweit haben über 12.000 Menschen aus zwölf Kommunen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Nordrhein-Westfalen an der Befragung teilgenommen. Zu den teilnehmenden Orten gehören neben Einbeck und vergleichbaren Kommunen wie Merseburg, Gladbeck und Passau auch Großstädte wie Hannover, Ingolstadt und Magdeburg oder deutlich kleinere Gemeinden wie Willebadessen im Kreis Höxter oder Eisdorf im Harz. Besonders ist der multidisziplinäre Zugang aus wissenschaftlichen Fachdisziplinen Soziologie (Halle und Göttingen), Sozialpsychologie (Bielefeld) und Kulturgeographie (Hannover). Ziel des „Regionalpanel“ ist die mengenmäßige Untersuchung von Zusammenhängen zwischen sozialen Räumen und regionalen Unterschieden von gesellschaftlichem Zusammenhalt im Zeitvergleich. „Einbeck ist kein Ausreißer, weder negativ noch positiv“, bilanzierte Simmank.

Mehr Details hier zum Download.

(c) Soziologische Forschungsinstitut Göttingen.

Vor Ratssitzung: Ergebnisse der Befragung „Was hält uns zusammen?“ werden präsentiert

Mehr als 1100 Bürgerinnen und Bürger haben im Frühjahr 2021 an der Befragung „Was hält uns zusammen?“ der Stadt Einbeck und des Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen (SOFI) teilgenommen und das nachbarschaftliche Zusammenleben, Infrastrukturen sowie lokale Bauprojekte in Einbeck bewertet. Ergebnisse dieser Befragung werden am kommenden Mittwoch, 22. Juni, um 16 Uhr in der Multifunktionshalle am Kohnser Weg im Vorfeld der öffentlichen Stadtratssitzung in Einbeck allen Interessierten vorgestellt. Jeder kann dabei sein.

Laut einer Pressemitteilung haben die Befragten besonders positiv das lokale Angebot an Schulen und Kinderbetreuung sowie die ärztliche Versorgung und die Apotheken am Wohnort bewertet. Gute Noten erhalten auch die Einkaufsmöglichkeiten vor Ort, die Sport- und Außenaktivitäten sowie die Versorgung für Pflegebedürftige. Kritischer sehen die Einbecker allerdings das Freizeitangebot speziell für Ältere, die Sauberkeit im öffentlichen Raum, den bezahlbaren Wohnraum sowie die Internetverbindung, heißt es in der Vorabmitteilung. Auch Veränderungen lassen sich in der Befragung erkennen: Während sich die Zufriedenheit mit Sauberkeit und bezahlbarem Wohnraum in den letzten Jahren verschlechterte, haben sich die Internetverbindung wie auch das Mobilitätsangebot mit Bus und Bahn verbessert. Diese sowie weitere Analysen zum Leben und Zusammenhalt in Einbeck und wie die Stadt im regionalen Vergleich abschneidet, zeigt die Auswertung der Befragung. Diese und andere Ergebnisse der Befragung „Was hält uns zusammen?“ werden von Maike Simmank, Andreas David Schmidt und Berthold Vogel vorgestellt und mit Blick auf die Resultate für Einbeck diskutiert.

Die Umfrage ist Teil des Kooperationsprojekts „Regionalpanel“, das im Rahmen des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) durchgeführt wird. Das FGZ ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Institut, das in zehn Bundesländern angesiedelt ist und unter anderem die regionale Vielfalt gesellschaftlichen Zusammenhalts in Deutschland untersucht. Bundesweit
haben über 12.000 Menschen aus zwölf Kommunen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Nordrhein-Westfalen an der Befragung teilgenommen. Zu den teilnehmenden Orten gehören neben Einbeck auch Großstädte wie Hannover, Ingolstadt und Magdeburg oder deutlich kleinere Gemeinden wie Willebadessen im Kreis Höxter oder Bad Grund im Harz.

Die Befragung hat von Februar bis März 2021 stattgefunden. Es wurden 3300 zufällig ausgewählte Personen aus Einbeck zur Teilnahme eingeladen. Anfang 2023 geht die Befragung zu bekannten, aber auch neuen Themen rund um den Zusammenhalt in Einbeck in die zweite Runde, kündigten Stadt Einbeck und SOFI an.

Einbeck, vom Hasenjäger aus gesehen. Archivfoto/Symbolbild.

Wie zufrieden sind die Bürger mit ihrer Stadtverwaltung?

Wie zufrieden sind die Bürger mit der Verwaltung? Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek und ihr Vertreter Dr. Florian Schröder wollen’s wissen.

Sind die Bürger mit den Öffnungzeiten des Rathauses zufrieden? Finden sie die Wartezeiten angemessen, erleben sie die Mitarbeiter kompetent und hilfsbereit? Diese und weitere Fragen können die Einbecker jetzt bei einer schriftlichen Umfrage zur Zufriedenheit beantworten. „Mit dem Fragebogen bitten wir die Bürger um ein Feedback zu deren Erfahrungen mit der Stadtverwaltung“, sagt Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek mit ihrem Vertreter Dr. Florian Schröder. Ziel sei es, Schwächen zu erkennen, Bewährtes beizubehalten und Neues auszuprobieren und der Aufgabe als Dienstleister besser gerecht zu werden. Jeder Bürger kann den Fragebogen anonym ausfüllen, er ist auf der Website www.einbeck.de zum Herunterladen verfügbar, liegt im Bürgerbüro aus und wird bei Bescheiden in den nächsten Wochen mit verschickt. Hier ist er auch zu finden: Fragebogen 2019

„Wir brauchen eine Grundlinie“, sagt die Rathauschefin. Denn in der Strategischen Steuerung der Stadt Einbeck ist als ein Oberziel die Steigerung der Kundenzufriedenheit beschlossen. Und um das einmal später messen zu können, sind zunächst Grundlagen notwendig, eine Nulllinie, „eine Baseline“, wie die Bürgermeisterin sagte. Zuletzt in den 1990-er Jahren hatte die Stadtverwaltung eine ähnliche Befragung durchgeführt, deren Ergebnisse seien aber längst nicht mehr aktuell und auch wegen der Fusion 2013 mit Kreiensen nicht mehr verwendbar.

Bei dem Fragebogen gibt es Themen zum Ankreuzen, aber auch freie Antwort-Möglichkeiten. Beispielsweise bei der Entwicklung der „Marke Einbeck“ zur Vermarktung und Stärkung des Images  sollen die Bürger schreiben, welche Stärken Einbeck aus ihrer Sicht hat und was Einbeck attraktiv für Besucher macht. Welche Erfahrungen die Bürger mit Bauaufsicht, Stadtkasse oder Standesamt gemacht haben, können die Teilnehmer der Umfrage ebenso beurteilen. Weitere Themenfelder sind beispielsweise Fragen, ob Anliegen unbürokratisch abgewickelt werden, ob es genügend Informationen gibt, wie die Bürger die Website beurteilen und ob das Rathaus mit seinen externen Bereichen Bauhof, Bibliothek, Forst, Tourist-Info und Museum nachvollziehbare Entscheidungen trifft und diese auch so kommuniziert.

Das Ergebnis der Befragung will die Stadt auswerten, anonymisiert veröffentlichen und bei möglichen Veränderungen berücksichtigen. Der Personalrat hat dem Fragenkatalog zugestimmt.

Weniger weiße Flecken, mehr Tempo

Wie schnell ist das Internet?

Wie schnell ist das Internet?

Wo früher ausschließlich die Versorgungsleitungen bei Strom, Gas und Wasser bedeutsam waren, ist längst eine weitere wichtige Leitung hinzu getreten: die Datenleitung. Das schnelle Internet ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, erst recht nicht im ländlichen Raum, der Provinz. Funktioniert einmal die Verbindung ins weltweite Netz nicht, ist es Aus mit dem globalen Dorf. Dann ist es wieder dörfliches Dorf.

Doch das soll besser werden im Landkreis Northeim. Derzeit wird die Breitbandstruktur geplant. Ziel ist es, eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit einer Übertragungsrate von 50 MBit pro Sekunde bis zum Jahr 2018 zu erreichen. Primär untersucht werden hierbei die so genannten weißen Flecken, also Bereiche, in denen bislang kein relevantes Angebot (etwa durch Telekom, Kabel Deutschland, Stadtwerke usw.) besteht.

Aktuell läuft eine Online-Umfrage des Breitband-Kompetenzzentrums Niedersachsen. Alle Einwohner und Betriebe sind eingeladen, sich zu beteiligen. Ich habe es schon selbst erledigt, der Fragebogen dauert nur wenige Minuten. Aus dem Bereich der Stadt Einbeck haben bislang erst rund 400 Menschen und Unternehmen teilgenommen. „Dies zeigt das Interesse an dem Thema, wird der großen Bedeutung einer guten Breitbandversorgung als Standortfaktor aber noch nicht vollends gerecht“, sagt Dr. Florian Schröder, Vize im Einbecker Rathaus. Der 36-Jährige hat sich das Thema auf seine Agenda geschrieben – und ruft zur Teilnahme an der Fragebogenaktion auf. „Je höher die Beteiligung, desto besser kann die weitere Planung und anschließende bauliche Umsetzung vorbereitet werden“, sagt Schröder. „Denn in der Umfrage werden auch Informationen gesammelt, die auf anderem Wege nicht zu ermitteln wären, zum Beispiel welche Übertragungsrate sich die Nutzer wünschen und wie viel sie monatlich an den Breitbandanbieter zu zahlen bereit wären.“

In Ergänzung der Strukturplanung hat der Landkreis außerdem ein Markterkundungsverfahren in Gang gesetzt, durch welches die Breitband-Anbieter aufgefordert sind, ihre Planungen für den Breitbandausbau in den kommenden Jahren mitzuteilen.