Wer kauft Jugendfreizeitheim Silberborn?

Nach dem knapp gescheiterten Bürgerentscheid zum Jugendfreizeitheim Silberborn hat der Landkreis Northeim jetzt das Verkaufsverfahren gestartet. Ab sofort haben Interessenten die Möglichkeit, Angebote zum Kauf abzugeben. Zuletzt hatte sich die SPD-Kreistagsfraktion dafür interessiert, ob es bereits Kaufinteressenten gebe. Eine Antwort auf diese Anfrage wurde bislang nicht publik. Nun hat der Landkreis heute ein umfangreiches Exposé veröffentlicht, in dem alle Details zum Objekt aufgelistet sind. Bei dem Objekt ehemaliges Jugendfreizeitheim handelt es sich um mehrere zusammenliegende Grundstücke, die insgesamt eine Fläche von rund 33.000 Quadratmeter ergeben.

Neben dem Kaufpreis werden auch weitere Kriterien, wie das geplante Konzept zur Nutzung des Objekts oder die Schaffung von Arbeitsplätzen, bei der Vergabe berücksichtigt, teilt die Kreisverwaltung mit. Eine Angebotsabgabe ist bis zum 28. Juni 2019 möglich.

Das ehemalige Jugendfreizeitheim Silberborn besteht aus mehreren Teilen: Im vorderen Bereich befindet sich der Gebäudekomplex mit Unterkunfts- und Wirtschaftsgebäuden, der Mehrzweckhalle und der Dienstwohnung. Hieran anschließend wurde ein Bereich mit zahlreichen Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung errichtet. Hier befinden sich u.a. eine Multisportfläche, ein Fußballplatz, ein Sinnesparcours, ein Grillplatz und weitere zahlreiche Spielgeräte. Die gesamte Anlage ist mit vielen hohen Bäumen und Sträuchern bepflanzt und ergibt so ein parkähnliches, gut strukturiertes Gesamtbild, das durch eine etwa 8000 Quadratmeter große Streuobstwiese im hinteren Teil des Grundstücks abgerundet wird, beschreibt der Landkreis das Objekt.

Alle weiteren Angaben zum Objekt, zur bisherigen Nutzung und zum Ablauf des Verfahrens finden Interessierte im Expose auf der Landkreis-Website.

Soll verkauft werden: das ehemalige Jugendfreizeitheim Silberborn. Foto: Landkreis Northeim

Nachtrag 04.07.2019: Der Landkreis Northeim hat die Angebotsfrist bis Ende August verlängert. Im laufenden Prozess habe sich herausgestellt, dass vermeintliche Interessenten zur Planung, Kalkulation und Erstellung eines solchen Konzepts mehr Zeit benötigen, als sie mit der ursprüngliche Angebotsfrist eingeräumt war: Zahlreiche und zeitintensive Gespräche seien erforderlich und viele Informationen müssten ausgetauscht werden. Aus sechs Anfragen haben sich bisher zwei ernsthafte Interessenten herauskristallisiert. Auch eine Besichtigung der Liegenschaft in Silberborn mit einem der Interessenten hat bereits stattgefunden. Weitere sind geplant. „Vor diesem Hintergrund hat sich das bisherige Zeitfenster als zu kurz erwiesen“, erklärte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, die deshalb nun die Angebotsfrist bis zum 31. August 2019 verlängert hat. Die laufenden Gespräche können jetzt fortgesetzt werden und natürlich haben auch neue Interessenten die Möglichkeit zur Abgabe eines Angebots. Seit dem 7. Mai 2019 ist das Exposé zum Verkauf des ehemaligen Jugendfreizeitheim Silberborn sowohl im Internet des Landkreises Northeim als auch auf der Plattform „Immobilienscout24“ veröffentlicht. Bei dem Verkauf soll neben dem Kaufpreis, welcher nicht vorgegeben ist, auch das Konzept für die beabsichtigte Nutzung als Kriterium berücksichtigt werden.

Nachtrag 23.08.2019: Wie Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) heute im Kreistag sagte, gebe es bis dato kein konkretes Angebot. Es hätten aber weitere Gespräche mit Interessenten stattgefunden, bei denen auch weitere Daten zur Verfügung gestellt worden seien. Von den Interessenten ist laut Landrätin signalisiert worden, dass für die Entscheidungsfindung “der gesamte zeitliche Spielraum genutzt werden soll”. Vor dem 1. September 2019 wird es also keine Neuigkeiten zu dem Thema geben.

Nachtrag 24.10.2019: Wie Landkreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer auf meine Anfrage mitteilte, sind die Überlegungen zur Zukunft des ehemaligen Jugendfreizeitheims Silberborn “derzeit noch nicht so weit fortgeschritten, dass der Abschluss eines Kaufvertrages unmittelbar bevorsteht”. Es zeichnen sich nach seinen Worten derzeit drei mögliche Optionen für eine aktive Weiternutzung der Liegenschaft ab. Ziel sei es, dem Jugendhilfeausschuss im ersten Quartal 2020 einen Vorschlag für die künftige Nutzung zu unterbreiten.