4-2=4

Kreisbrandmeister Bernd Kühle, Brandschutzausschuss-Vorsitzender Karl-Heinz Hagerodt, FTZ-Leiter Steven Bohmhauer.

Kreisbrandmeister Bernd Kühle, Brandschutzausschuss-Vorsitzender Karl-Heinz Hagerodt, FTZ-Leiter Steven Bohmhauer.

Das Kind hat nur einen anderen Namen bekommen. Der Landkreis Northeim wird sich ab 1. Januar 2015 in die Brandschutzabschnitte Nord und Süd gliedern. Bislang gab es vier Brandschutzabschnitte. Doch 4 minus 2 ergibt 4 bei der Feuerwehr. Denn jeder der beiden neuen Abschnitte hat jeweils zwei Aufsichtsbereiche, die wie bislang von eigenen Abschnittsleitern geführt werden. Auch an den Zuordnungen der Ortswehren ändert sich nichts. Die Neuordnung war nach Auffassung von Feuerwehr-Kreiskommando und Kreisverwaltung notwendig geworden, weil durch die Fusion der Gemeinde Kreiensen mit der Stadt Einbeck vor zwei Jahren der alte Brandschutzabschnitt Nord-Ost nur noch das Gebiet der Stadt Bad Gandersheim und der Gemeinde Kalefeld umfasst hatte. Im Kreistag hat vergangenen Freitag allein Timo Dröge (CDU) der Neuordnung nicht zugestimmt, weil er Angst davor hat, dass die FTZ in Bad Gandersheim in Zukunft zur Disposition stehen könnte.

Warum überhaupt etwas ändern (und wenn es lediglich die Namen sind), wenn doch alles gleich bleibt, die bewährte Zusammenarbeit nicht beeinträchtigt werden soll? Das hat sich mir noch nicht ganz erschlossen. Oder steckt mehr dahinter? Wird es in alle Ewigkeit bei vier Brandabschnittsleitern bleiben? Oder werden in absehbarer oder auch noch nicht absehbarer Zeit zwei genügen und die Aufsichtsbereiche von niedrigeren Dienstgraden geführt werden?

Im neuen Brandschutzabschnitt Nord gehören im Aufsichtsbereich 1 die Städte Einbeck und Dassel mit 58 Ortswehren, im Aufsichtsbereich 2 die Stadt Bad Gandersheim und Gemeinde Kalefeld mit 26 Ortswehren. Zum Brandschutzabschnitt Süd zählen im Aufsichtsbereich 1 die Städte Northeim und Morigen sowie Nörten-Hardenberg und Katlenburg-Lindau mit 40 Ortsfeuerwehren, im Aufsichtsbereich 2 die Städte Uslar und Hardegsen sowie Bodenfelde mit insgesamt 32 Ortswehren.

Kreisbrandmeister Bernd Kühle hat für den Kreishaushalt 2015 dringende Erneuerungsmaßnahmen angemahnt. Mit dem Etat beschäftigen sich die Politiker des zuständigen Kreistags-Ausschusses für Brand- und Katastrophenschutz in ihrer nächsten Sitzung am 18. November. Kühle warnte unter anderem vor Kürzungen im Stellenplan. Eine halbe Stelle eines Gerätewarts in der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Einbeck sei zu wenig. (Nachtrag 08.11.2014: Die Stelle ist jetzt öffentlich ausgeschrieben: Ausschreibungstext_FTZ_Einbeck)

Nach dem Abgang von Schirrmeister Hans-Jürgen Klingl in den Ruhestand habe der neue FTZ-Leiter Steven Bohmhauer Aufgaben von Klingl übernommen, Verwaltungsjobs außerdem das Vorzimmer des Kreisbrandmeisters, begründete Fachbereichsleiter Matthias Walbrecht die von der Kreisverwaltung vorgeschlagene Kürzung, über die abschließend aber die Politik zu entscheiden habe.

Steven Bohmhauer.

Steven Bohmhauer.

Steven Bohmhauer ist neuer Technischer Leiter der Feuerwehrtechnischen Zentralen (FTZ) im Landkreis Northeim. Der 31-Jährige ist bereits seit 2011 in der FTZ Northeim beschäftigt. Im neuen Amt ist der aus Dassel-Lauenberg stammende Landkreis-Angestellte jetzt für die drei FTZ in Northeim, Einbeck und Bad Gandersheim sowie die Standorte Hardegsen und Uslar zuständig und Chef der dortigen Mitarbeiter. In den Feuerwehrtechnischen Zentralen werden die Fahrzeuge und Geräte der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis gewartet und einsatzbereit gehalten. Bohmhauer, der seit seinem zehnten Lebensjahr bei der Feuerwehr ist, hat in einem Einbecker Autohaus Kfz-Mechaniker gelernt. Anschließend war der Löschmeister zwei Jahre bei der Bundeswehr. Nach dieser Zeit arbeitete Steven Bohmhauer für die Northeimer Firma Schnitger im Bereich Kran-Umbauten und -Ausbildung und war dabei weltweit für das Unternehmen unterwegs.

Schulbeispiel Haushalt

Dass es auch bei trockener Zahlenmaterie des städtischen Haushalts imgrunde immer um praktische Inhalte geht, wurde bei den heutigen Beratungen im Schul- und Sportausschuss deutlich. Der Ausschuss war der erste der Ratsausschüsse der neuen Stadt Einbeck inkl. Kreiensen, die sich alle in den nächsten Tagen mit dem Etatentwurf 2013 beschäftigen werden (alle Sitzungstermine mit Vorlagen sind hier zu finden).

Mächtig Dampf beim Haushaltsprodukt (so heißt das wirklich im Verwaltungsdeutsch) Grundschule Salzderhelden/Vogelbeck machte nicht nur Schulleiterin Saskia Kassing, die eindringlich die Politiker davor warnte, das Geld für die Rauchschutztüren (34.200 Euro) wieder aus dem Etatentwurf zu streichen. Das hatte allerdings auch erkennbar niemand vor. Sie habe jedoch in den vergangenen Jahren schon erlebt, dass später im Verwaltungsausschuss die im Schulausschuss beschlossenen Ansätze wieder zusammengestrichen werden, sagte sie. Die Türen für den Brandschutz in der Schule sind der letzte Punkt eines Sanierungskonzepts, das nach einer Brandschau 2009 in der Schule aufgestellt worden war, erläuterte Baudirektor Gerald Strohmeier.

Auch Dr. Oliver Rittmeyer (Bürgerliste) fragte mehrfach bei diesen Rauchschutztüren nach und hakte nach, dass die Türen unverzüglich eingebaut werden müssten, da dürfe man nicht noch lange warten. „Was machen wir, wenn es morgen brennt?“, fragte der Arzt. Ergebnis: Sobald der Haushalt genehmigt ist, also Ende Mai oder Anfang Juni, werden die Aufträge mit Termin ausgeschrieben und unverzüglich vergeben, die Türen eingebaut.

Überraschend (auch für die Verwaltung, wie Fachbereichsleiter Albert Deike in der Sitzung anmerkte) brachte die CDU-Fraktion einen Antrag in die Haushaltsberatungen ein (Wortlaut hier: Antrag_Whiteboards_Schul-AS_060313), in dem es um die Überlegung geht, in den Einbecker Grundschulen neue digitale Schultafeln, so genannte Whiteboards, anzuschaffen. 15.000 Euro hat der Ausschuss heute laut einstimmigem Beschluss in den Haushalt eingestellt. Was spontan mehrere Schulleiterinnen zu Anmerkungen veranlasste: Gabriele Graf (Leinetalschulen Drüber) würde sich freuen über neue weiße elektronische Tafeln, noch schöner wäre es allerdings, sagte sie, wenn das Kontingent für die Pflege der vorhandenen PCs in den Schulen aufgestockt würde. Das sei für Wartungen zu gering bemessen, manchmal könne tagelang kein Unterricht erteilt werden am PC, weil der Netzwerktechniker noch nicht da gewesen sei, um Fehler zu beseitigen. Margarete Voges (Grundschule Dassensen) gab zu bedenken, dass je mehr Technik in den Schulen Einzug halte (und die sei auch wichtig, wie sie betonte), die Schulen auch desto mehr Unterstützung in diesen Dingen benötigen.

Bei allen wichtigen Beratungen heute, die entscheidenden Fragen in der Einbecker Schulpolitik werden erst in der nächsten Sitzung besprochen, nachdem sich nächste Woche der Arbeitskreis Schulstruktur mit der Zukunft der Grundschulen beschäftigt hat. Fragen gibt es einige, nicht nur die nach einer Zukunft für Schulen wie die in Dassensen oder Drüber, Greene und Kreiensen. Auch die Entscheidung über einen IGS-Standort im Einbecker Stadtgebiet wird das gesamte Gefüge betreffen. Da war das heute sozusagen nur eine leichte Aufwärmübung für den auch personell neu zusammen gesetzten Schul- und Sportausschuss unter einer neuen Vorsitzenden: Antje Sölter leitet das Gremium, dem zuvor die heutige Bürgermeisterin vorgesessen hatte.