Der von den Führungskräften der Feuerwehr im Landkreis Northeim neu gewählte und dem Kreistag als Kreisbrandmeister vorgeschlagene Bernard Krzepina (Northeim) wehrt sich gegen die Kritik an seiner Person und die teils massiven Vorwürfe. In einer dreiseitigen umfangreichen Stellungnahme an die Landrätin und alle Kreistagsmitglieder, die er auch an die Medien schickte, äußert sich der 46-Jährige zu den kritischen Ausführungen von Regierungsbrandmeister Henning Thörel. „Am 28. Februar bin ich bei der Vorschlagswahl mit 69 zu 64 Stimmen bei einer ungültigen Stimme von den Wahlberechtigten zum Kreisbrandmeister vorgeschlagen worden. Formal sind gegen diese Wahl keine Einwände erhoben worden. Sie ist demnach nach den geltenden Wahlvorgaben gültig und nicht zu beanstanden“, schreibt Krzepina. Der Northeimer steht unverändert für das Amt zur Verfügung, wie er mir gegenüber bekräftigte. Nach einem Gespräch heute mit der Landrätin und dem Ersten Kreisrat wird Bernard Krzepina bei der Sitzung des Kreistag-Ausschusses für Brand- und Katastrophenschutz am 26. März seine Stellungnahme mündlich erläutern. Der bei der Wahl unterlegene bisherige Kreisbrandmeister Marko de Klein hat inzwischen öffentlich erklärt, die Wahl zu akzeptieren und nicht mehr zur Verfügung zu stehen.
Bernard Krzepina wendet sich in seiner Stellungnahme vor allem gegen die Äußerungen von Regierungsbrandmeister Henning Thörel in dessen Stellungnahme für den Kreistag. Diese habe er „mit großem Erstaunen“ zur Kenntnis genommen. „Wie Herr Regierungsbrandmeister Thörel dazu kommt, ohne mich persönlich näher zu kennen, mir die unstrittig für einen Kreisbrandmeister notwendigen Fähigkeiten wie ‚Eigeninitiative‘, ‚Kommunikationsfähigkeit‘ und ‚innovatives Handeln‘ aufgrund meiner bisherigen Amtsführung als Stadtbrandmeister abzusprechen, ist für mich nicht nachvollziehbar.“ Thörel habe in seiner Funktion wenig Berührungspunkte mit seinem Amt als Stadtbrandmeister gehabt. „Wie er sich deshalb eine solche Meinung über meine Person bilden konnte, noch dazu, ohne mich näher zu kennen, erscheint mir schwer bis gar nicht nachvollziehbar“, kritisiert Bernard Krzepina.
Konkret und ausführlich nimmt Krzepina in seinem Schreiben Stellung zu fehlenden rechtlichen Voraussetzungen und angeblichen Aussagen am Wahlabend. „Leider war Herr Regierungsbrandmeister Thörel weder am Wahlabend noch bei den vorgelagerten Vorstellungsrunden persönlich anwesend, sodass es hier in der Weitergabe von Informationen wohl zu erheblichen Missverständnissen gekommen ist“, schreibt Krzepina. Ein persönliches Gespräch zwischen Thörel und ihm habe nicht stattgefunden. Den noch fehlenden Lehrgang als Verbandsführer hole er nach, dafür sei er auch bereits angemeldet, erklärte Krzepina. Über diese Kritik Thörels sei er besonders verwundert, habe doch dieser selbst 2013 erst noch den Lehrgang nachholen müssen, als er bereits zum Abschnittsleiter Nord gewählt worden war.
Über das Schreiben der vier Brandabschnittsmeister, das ihm bis heute nicht vorliege, „kann ich auch nur hier meine Verwunderung ausdrücken. In keiner der zahlreichen Vorgespräche, Vorstellungsrunden oder am Wahlabend selbst wurde durch die Abschnittsbrandmeister Kritik an mir geübt oder Bedenken ihrerseits vorgetragen.“, schreibt Krzepina. „Weder möchte ich zu den ‚alten Strukturen‘ der Kreisausbildung zurückkehren, noch habe ich eine solche Aussage am Wahlabend getroffen. Richtig ist jedoch, dass ich an der derzeitigen Durchführung der neuen Ausbildung noch Verbesserungsbedarf sehe, da es einige Startschwierigkeiten gegeben hat, die sicherlich bald behoben werden.“
Auch gegen den Kritikpunkt, er blicke lediglich auf Northeim, wendet sich Bernard Krzepina in seiner Stellungnahme. Er habe am Wahlabend angedeutet, sich zunächst auf den Landkreis Northeim zu fokussieren, um den jetzigen Status zu ermitteln und Gespräche mit den Zügen und Feuerwehrbereitschaften zu führen. „Damit wurde keinesfalls eine Abkehr von der wichtigen und notwendigen interkommunalen Zusammenarbeit angekündigt, sondern deutlich gemacht, dass ich zunächst umfangreiche Gespräche mit den eigenen Einheiten führen muss, um dann in einem weiteren Schritt die interkommunale Zusammenarbeit zu stärken und weiter auszubauen.“

Nachtrag 24.03.2025: Der Tagesordnungspunkt „Ernennung eines Kreisbrandmeisters“ ist von der Tagesordnung der Ausschusssitzung am 26. März genommen worden. Die Kreistagsfraktionen sehen noch Beratungsbedarf bei der Personalie. Damit dürfte auch noch nicht der Kreistag am 4. April abschließend entscheiden.
