Kann die Vorschlagswahl für den künftigen Kreisbrandmeister im Landkreis Northeim Bestand haben oder muss nochmals gewählt werden? Im Vorfeld der Sitzung des Kreistag-Ausschusses für Brand- und Katastrophenschutz am 26. März mehren sich jedenfalls die kritischen Stimmen am Ergebnis der Wahl vom 28. Februar. Es werden deutliche Zweifel zur Berufung des Northeimers Bernard Krzepina durch den Kreistag bekannt. Krzepina hatte sich bei der Vorschlagswahl der 134 Ortsbrandmeister sowie Stadt- und Gemeindebrandmeister mit 69:64 Stimmen knapp gegen den bisherigen Amtsinhaber Marko de Klein (Greene) durchgesetzt. Der Kreistag entscheidet in der Regel auf Basis der Wahlempfehlung über die Ernennung zum Kreisbrandmeister. Ob das angesichts der bekannt gewordenen Vorwürfe bereits im April wie geplant geschehen kann, ist aktuell offen.
Alle vier Brandabschnittsleiter im Landkreis Northeim wenden sich mit einer gemeinsamen Stellungnahme an die Kreispolitik; das zweiseitige Schreiben liegt mir vor. Auch der zuständige Regierungsbrandmeister hat sich in dieser Woche ähnlich kritisch geäußert, er hat „erhebliche Bedenken“. Der 46-jährige designierte Kreisbrandmeister erfülle aktuell nicht die gesetzlichen Voraussetzungen für die Funktion. Ein Lehrgang zum Verbandsführer sei bisher nicht absolviert worden. Dieser ist laut Kreisverwaltung jedoch Ende März/Anfang April vorgesehen. Sollte eine erfolgreiche Teilnahme an dem Lehrgang bis zum 2. Juli 2025 nicht nachgewiesen werden, sei eine Ernennung in das Ehrenbeamtenverhältnis zunächst nicht möglich, schreibt das Kreishaus in den Beratungsunterlagen für die Ausschusssitzung.
Regierungsbrandmeister Henning Thörel hat laut seinem dem Kreistag-Ausschuss vorgelegten Schreiben erhebliche Zweifel an der persönlichen und fachlichen Eignung des vorgeschlagenen neuen Kreisbrandmeisters. Aus der am Wahlabend getroffenen Aussage Krzepinas, „eine lange Einarbeitung in die neue Funktion werde nicht notwendig sein, lässt sich schließen, dass eine hinreichende Auseinandersetzung mit den Aufgaben und Inhalten der Tätigkeit eines Kreisbrandmeisters nicht stattgefunden hat“. Gerade der Katastrophenschutz werde immer wichtiger, dabei vor allem auch die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen. Die Aussagen Krzepinas im O-Ton nachzuprüfen ist schwierig, da unabhängige Medienvertreter an der Versammlung am 28. Februar nicht teilnehmen konnten.
Dem Katastrophen- und Bevölkerungsschutz im Landkreis Northeim werde künftig mit Blick auf die sich verändernde geopolitische Situation und die spürbaren Folgen des Klimawandels auch auf Landkreisebene eine besondere Bedeutung zukommen, schreibt der Regierungsbrandmeister. Für die Anforderungen habe der Kreisbrandmeister eine Schlüsselfunktion. Neben der formal fachlichen Eignung sei dabei „auch eines hohen Maßes an Eigeninitiative, Kommunikationsfähigkeit und innovatives, zukunftsorientiertes Handeln“ notwendig, erklärte Thörel. „Diese Kompetenzen lassen sich aus den Erfahrungen mit der bisherigen Amtsführung des Vorgeschlagenen nicht erkennen.“
Die vier Abschnittsleiter, neben dem Kreisbrandmeister die obersten Feuerwehrleute im Landkreis, äußern vor dem Hintergrund seiner bisherigen Amtsführung als Stadtbrandmeister in Northeim erhebliche Zweifel an der Eignung von Bernard Krzepina für das Amt des Kreisbrandmeisters und führen dafür fünf Argumente an. Im Dezember war Krzepina als Stadtbrandmeister in der Kreisstadt abgewählt nicht wiedergewählt worden; er erhielt bei der Wahl keine Mehrheit mehr. „Die Berufung von Kamerad Krzepina zum Kreisbrandmeister betrachten wir mit großer Sorge“, schreiben die Abschnittsleiter. „Wir befürchten nicht nur eine Abkehr von der bisher erfolgreichen strategischen Ausrichtung im Brand- und Katastrophenschutz, sondern auch eine Veränderung im Verhältnis zur Kreispolitik und Kreisverwaltung, die sich negativ auf die Zusammenarbeit auswirken könnte.“
Konkret kritisieren die Abschnittsleiter eine kritische Haltung des vorgeschlagenen Kreisbrandmeisters gegenüber der Kreisfeuerwehr. Er habe mehrfach Arbeit und Notwendigkeit der Kreisfeuerwehr infrage gestellt, unter anderem beim Fachzug Bevölkerungswarnung. Im Widerspruch zur geltenden Erlasslage und zum Beschluss des Kreiskommandos der Feuerwehr wolle Krzepina außerdem die Ausbildung verändern, wie er am Wahlabend erklärt habe. Er fokussiere sich zudem auf Northeim, wie er am Wahlabend gesagt habe, stelle die interkommunale Zusammenarbeit in Frage. Die Abschnittsleiter haben erhebliche Zweifel am Verständnis des Kandidaten für bestehende Regelungen. Überprüfen lassen sich diese Aussagen der Brandabschnittschefs nicht so leicht, da die Medien bei der Vorschlagswahl in Dassel nicht dabei sein durften.
Ein Stab für außergewöhnliche Ereignisse auf Kreisebene sei beim jüngsten Weihnachtshochwasser 2023 im Bevölkerungsschutz eine erfolgreiche Maßnahme gewesen, schreiben die Abschnittsleiter. Diese Arbeit sei von Bernard Krzepina in seiner Funktion als Northeimer Stadtbrandmeister wiederholt kritisiert worden. „Dies führte dazu, dass es während des Hochwassers zu keiner Zusammenarbeit zwischen dem Stab der Stadt Northeim und dem Stab der Kreisfeuerwehr kam – ein Umstand, der in einer Krisensituation inakzeptabel ist.“
(Aktualisiert 21.03.2025, 15:59 Uhr: Bernard Krzepina legt Wert auf die Feststellung, dass er als Northeimer Stadtbrandmeister nicht abgewählt worden sei. Dieses ist oben im Text klargestellt. Er habe nach Ablauf seiner Amtszeit erneut für das Amt des Stadtbrandmeisters der Stadt Northeim kandidiert, schreibt Krzepina in einer Stellungnahme. „In dieser Wahl habe ich knapp die Mehrheit der Stimmen verfehlt (16 Stimmen für Herrn Stadtbrandmeister Franke, 13 Stimmen für meine Person bei 30 Wahlberechtigten und einem Abwesenden). Zu einer Abwahl meiner Person als Stadtbrandmeister ist es zu keinem Zeitpunkt gekommen.“ )

Ein Armutszeugnis der Kreisfeuerwehr / Verwaltung.
Demokratie Predigen aber sobald der linientreu KBM durch einen etwas kritischeren Kandidaten ersetzt werden soll, werden alle Hebel in Bewegung gesetzt.
Die Entfernung zwischen Northeim und Washington oder Moskau ist doch kürzer als gedacht.
Das ganze ist schon sehr komisch. Spiegelt aber genau das wieder, was momentan im ganzen Land los ist.
Wahlergebnisse werden nicht akzeptiert.
Da wurde jemanden aber ordentlich auf den Schlips getreten, oder? Eine demokratische Wahl so zu torpedieren hinterlässt bei mir ein flaues Gefühl im Magen. Dem nun gewählten Kandidaten wurde das Vertrauen der Mehrheit ausgesprochen. Ganz demokratisch! Mag man von ihm halten was man will.
Die Abschnittsbrandmeister sollten Platz machen für Kamerad/innen die auch unter einer Führung arbeiten können, die ihnen nicht passt.
Das ist ein Zeugnis dafür das der Willen anderer nichts Wert ist. Oder sollen damit die Zustände wie sie in der Kreisfeuerwehr herrschen unter den Teppich gekehrt werden? Schöne Demokratie
Vielleicht sollte der Verfasser des Artikels auch mal in die andere Richtung schauen.
Das klingt Alles etwas einseitig. Hier wird Bernhard Krzepina in ein negatives Licht gerückt. Und Aussagen, die man vom Hörensagen zitiert, wirken auch nicht grad seriös.
Insgesamt macht sich, nicht nur bei mir, der Eindruck breit, dass hier Front gemacht wird, um vielleicht doch noch mal den abgewählten Kreisbrandmeister ins Rennen zu bringen um die Wahl zu beeinflussen und zu wiederholen.
Recherchieren Sie, Herr Bertram, doch mal etwas über die „persönliche Eignung“ von Herrn deKlein. Da hätten wahrscheinlich viele Kameradinnen und Kameraden, inklusive mir, Einiges aus persönlicher Erfahrung zu berichten.
Sehr geehrter Herr Marx,
hier wird nichts „vom Hörensagen“ zitiert, sondern aus mir vorliegenden Schreiben von Feuerwehrführungskräften.
Und das Wahlergebnis zeigt ja, dass die Feuerwehr gespalten ist. Da wird es sicherlich auch einige geben, die Kritik an Herrn de Klein haben.
Viele Grüße,
Frank Bertram
Aber negativ steht nur der gewählte Kandidat da. 🤷🏼♂️
Oh hau ha. Da passt wohl einigen Kommandomitgliedern der Kreisfeuerwehr ( alle vier Abschnittsbrandmeister und ein ehemaliger ABM)die Nase eines ,in einer Vorschlagswahl, demokratisch gewählten Kandidaten nicht so ganz in ihr „Konzept“. Aber schön zu sehen und zu hören, dass jetzt auf einmal auch etwas von diesen Herren kommt. Bisher kam ja in vergangener Zeit nur etwas vom gut vernetzten Amtsvorgänger und “ seiner“ Presseabteilung Namens Bevölkerungswarnung. Anstatt jetzt die Eignung des vorgeschlagenen Kandidaten anzuzweifeln und zu kritisieren und damit das Ansehen der Kreisfeuerwehr zu beschädigen, sollten die Herren Führungskräfte noch einmal in sich gehen, ob sie noch an richtiger Stelle fungieren. Wenn 69 von 134 Wahlberechtigten Orts-und Gemeinde/Stadtbrandmeister mehrheitlich einen Nachfolger gewählt hat, so sollte man das akzeptieren und nicht – aus welchen fadenscheinigen Gründen? auch immer- ignorieren. Jedenfalls bleibt festzuhalten, dass dieser Schuss aus der Hüfte ein Eigentor ist, dass nur drauf wartet, dass die Herren ABM sich mal einen eigenen Eignungstest unterziehen. Die MARKE KREISFEUERWEHR NORTHEIM war ehemals Bundesweit bekannt! Mit solch einem Führungsstil ist sie bald nicht mehr existent. Schlechter Stil, nicht Zielführend, das Amt des Kreisbrandmeister auf Jahre beschädigt und die Feuerwehr in ein schlechtes Licht gerückt. Setzen, Sechs
Sehr geehrter Herr Bertram,
vieleicht ist es jetzt an der Zeit das Sie mal als Journalist der Sache tiefer auf den Grund gehen, vielleicht gibt es andere Gründe warum eine demokratische Wahl auf diese Art zu nichte gemacht werden soll.
Sehr geehrter Herr Scharfe,
selbstverständlich werde ich an dem Thema weiter dran bleiben.
Da haben wohl einige Angst um ihre Posten. Diese Wahl war eine Protestwahl. Man wollte den KBM Marko de Klein nicht weitere 6 Jahre haben, weil er zu viel innerhalb der letzten 6 Jahre in der Kreisfeuerwehr kaputt gemacht.
Man konnte den Eindruck gewinnen, dass nur noch öffentlichkeitswirksame Einheiten unterstützt wurden. Andere Einheiten wurden systematisch von ihm kaputt gemacht.
Es mag sein, dass Bernard Krzepina nicht der beste KBM wird, aber das kann man erst in 6 Jahren wirklich beurteilen. Schlechter als ein Marko de Klein, der zwar besser reden kann, aber sich nicht redlich verhält, wird es kaum werden.
Hätten nicht nur die Orts- und Gemeindebrandmeister sondern auch die Einheitsführer der Kreisfeuerwehreinheinheiten wählen dürfen, wäre die Wahl wohl noch deutlicher gegen Marko de Klein ausgefallen!
Vielen Dank für die Recherche. Natürlich ist es einsseitig, aber es liegt ja Momentan auch nur das Schriftstück einer Seite vor.
Ich bin ehrlich gesagt etwas entsetzt über die Kommentarsektion hier:
Ganz bewusst hat der Gesetzgeber doch die VORSCHLAGSwahl vorgesehen, um genau solche Prozesse zu ermöglichen:
Natürlich ist das Vortum einer Mehrheit der Wahlberechtigten ein hohes Gut. Die demokratische Legitimierung erfolgt aber keineswegs durch die Vorschlagswahl in einer X-Beliebigen Wahlversammlung, sondern durch Ernennung eines wirklich demokratisch legitimierten Gremiums: Dem Kreistag. Weil der Kreistag selbst wenig Einblicke in der Feuerwehren hat, nutzt er die Möglichkeit der Anhöhrung der vorgesetzten Stelle.
Zusätlich dazu steht es jedem Beteiligten (ABMs, Führer von Kreiseinheiten, StadtBMs, der designierte KBM) frei, auch eine Stellungnahme an die Politik zu schreiben.
Der Kreistag Berücksichtigt am Ende Interessenlage von allen Beteiligten und trifft die eigentliche demokratische Entscheidung. Ob er nun das Ergebniss einer Vorschlagswahl höher gewichtet, oder die Eingaben von Übergeordneter und untergeordneter Stelle, das bleibt ihm Überlassen.
Möglicherweise entscheidet er auch auf vollkommen anderer Grundlage: Am Ende ist auch der Kreisbrandmeister, wie Stadtbrandmeister auch, nur ein Organ, um politische Vorgaben umzusetzen, er muss also auch mit den Zielvorstellungen von Politik – am Ende mit der seines HVBs – übereinstimmen.
Hier wird keine Wahl geklaut oder gar etwas unter dem Teppich gekehrt. Der laufende Prozess ist sogar demokratischer, als ein einfaches Durchwinken. Zumindest solange die Auseinandersetzung sachlich abläuft und nicht in plumpem Populismus endet, wie es hier teilweise anfängt!
Lieber Achim,
in deinen Kommentar schreibst du das das „Vortum einer Mehrheit der Wahlberechtigen ein hohes Gut ist“ aber im nächsten Satz kehren sie das gleich wieder in das Gegenteil um mit der Bezeichnung “ durch die Vorschlagswahl einer X Beliebigen Wahlversammlung“. Auch solltest du dich mal fragen wie sind die 4 Abschnittsleiter ins Amt gekommen auch Sie sind durch wie du es ausdrückst “ durch eine X Beliebigen Wahlversammg“ gewählt worden und die Politik hat Sie ins Amt gesetzt ohne das sich jemand gefragt hat ob Sie geeignet sind. Nun gehe ich einen Schritt weiter zurück. Wie sind die Wahlberechtigten zum Kreisbrantmeister in Ihr Amt gekommen? Auch Sie sind bei einer “ X Beliebigen Wahlversammlung“ gewählt worden und von der Verwaltung ins Amt eingeführt worden ohne das hinterfragt wurde ist er geeignet. Nun komme ich zu der wichtigsten Frage, wer sind die Teilnehmer der “ X Beliebigen Wahlversammlung? Es sind die Kameradinnen und Kameraden der FREIWILLIGEN FEUERWEHREN, somit stellen sich die Abschnittsleiter gegen ihre eigenen Wähler, auch wenn es nur indirekt ist. Auch stellt sich die Frage warum wird nur von Aussagen über einen Fachzug gesprochen. Die Kreisfeuerwehr besteht nicht nur aus einen Fachzug sondern auch aus der Umweltfeuerwehr den Feuerwehrbereitschaften 1 und 2. Somit ist doch für den Betrachter klar was hier gespielt wird. Ich hoffe das die Politik sich nicht wie so oft gegen die Wähler entscheidet und den Willen der Wahlbeteiligten folgt. Denn nicht ist schlimmer als wenn man sich gegen die eigenen Wähler entscheidet.
Ach mensch, ganz einfach. Es hat schon alles seinen Grund wieso das alles in Frage gestellt wird. 😉
Lieber Achim,
Du sagst das ich zitiere „Natürlich ist das Vortum einer Mehrheit der Wahlberechtigten ein hohes Gut.“ Aber im nächste Satz wirfst du diese Aussagen mit den Worten „Die demokratische Legitimierung erfolgt aber keineswegs durch die Vorschlagswahl in einer X-Beliebigen Wahlversammlung“ über den Haufen, da drängt sich mir die Frage auf warum wird gewählt, wenn die Politik von anderen gemacht wird. Ein Wahlergebnis wird von 4 Abschnittsleitern angezweifelt und weil ein Kandidat nicht nach ihren Geschmack ist. Hier wird von 4 Abschnittsleitern die bei „einer X-Beliebigen Wahlversammlung“ (deine Worte) gewählt wurden und ohne die Frage ob sie geeignet sind in ihr Amt eingeführt wurden. Jetzt stellt sich die Frage, wie sind den die Wähler der Abschnittsleiter zu dieser Wahlberechtigung gekommen? Na logisch durch wie du sagen würdest „ bei einer X-Beliebigen Wahlversammlung“ auch sie sind ohne Frage der Eignung in ihr Amt eingeführt worden. Nur wer sind aber die Wähler von Ortsbrandmeister? Ja lieber Achim es sind die Kameradinnen und Kameraden der FREIWILLIGEN FEUERWEHREN, aber es sind auch die Wählerinnen und Wähler die den Kreistag wählen. Auch der Ausspruch „Am Ende ist auch der Kreisbrandmeister, wie Stadtbrandmeister auch, nur ein Organ, um politische Vorgaben umzusetzen, er muss also auch mit den Zielvorstellungen von Politik – am Ende mit der seines HVBs – übereinstimmen.“ Eine sehr Frag würdige Aussage, den ein Kreisbrandmeister, wie Stadtbrandmeister müssen die Interessen der Feuerwehr gegenüber der Politik vertreten, sie sind das Bindeglied zwischen Verwaltung und Kameraden. Den was wäre die Politik ohne die Freiwilligen Kräfte der Feuerwehr? Diese Frage solltest du dir mal stellen und den Willen der Wahlberechtigten akzeptieren.
Hinweis: Ich freue mich über die lebhafte Diskussion dieses Beitrags. Ich habe allerdings jetzt schon mehrere Kommentare nicht freischalten können, bei denen weder ein kompletter Klarname noch eine gültige Mailadresse angegeben worden waren. Solche anonymen Kommentierungen und Kritiken finde ich vor allem bei massiv formulierter Kritik unfair.
Lieber Dirk,
Auf den ersten Blick erscheint ihre Sichtweise, die VORGESCHLAGENE Person ist die Interessenvertretung der Mitglieder, absolut richtig und viele sehen dieses in der Tat so.
Dieses spiegelt sich imho auch im Ergebnis der Vorschlagswahl nieder.
Betrachten wir die Feuerwehr, egal auf welcher Ebene aber auf Basis der gesetzlichen Grundlagen, werden wir feststellen, dass es sich eben nicht um einen Verein und um eine Interessenvertretung gegenüber der Gemeinde, dem Landkreis, oder dem Land handelt, sondern um Führungskräfte, (im Wortlaut der Rechtsgrundlagen häufig „Vorgesetzte“, in einer öffentlichen Einrichtung zur Gefahrenabwehr. Somit sind die Führungskräfte dieser Organisation als Ehrenbeamte dem Dienstherren unterstellt.
Die Aufgaben ergeben sich in dieser Ebene aus Dienstanweisung und Satzung. Hier sind diese klar dargestellt und geregelt.
Wenn wir nun von einer Interessenvertretung sprechen, ergibt sich aus dem Wortlaut der Rechtsgrundlagen allenfalls eine „Interessenvertretung“ im umgekehrten Sinn, da die Führungskräfte aufgrund ihrer beschriebenen Aufgaben das „Interesse“ im Rahmen der Pflichtaufgaben der Gebietskörperschaft vertreten müssen. Von einer Interessenvertretung der Feuerwehrmitglieder gegenüber dem Dienstherren lässt sich hier nichts finden.
Im Rahmen der Freiwilligen Feuerwehren in Niedersachsen gibt es das Verfahren der Vorschlagswahl, in dem ein Vorschlag gegenüber der fachvorgesetzten Stelle eingebracht wird. Dieses Verfahren ist im Rahmen von Führungsstrukturen etwas besonderes und eins von mehreren Instrumenten der Meinungsbildung. Es dient üblicherweise lediglich dazu, den Rückhalt aus der „Truppe“ darzustellen.
Ebenso, wie die Anhörung weiterer, beteiligter Stellen, um insbesondere die persönlich und fachliche Eignung beurteilen zu können.
Hätten wir in NDS nun auch hauptamtliche Führungskräfte der Feuerwehr, würde das Auswahlverfahren über Stellenbeschreibungen, Ausschreibungen und Assessments erfolgen, um die geeignete Person zur Wahrnehmung der Aufgaben auszuwählen.
Mir stellt sich auch die Frage, welche direkten Berührungspunkte hat die Masse der Vorschlagenden überhaupt mit einem Kreisbrandmeister in seiner originären Funktion und wie entsteht hier die Meinungsbildung?
Sind es nicht eher die Gebietskörperschaften, Stadt- und Gemeindebrandmeister, sowie Abschnittsbrandmeister (Vertreter des KBM im Aufsichtsbereich) die hier vertrauensvoll mit einem Kreisbrandmeister zusammenarbeiten müssen?
Am Ende geht es darum, eine wichtige Führungsposition zur Wahrnehmung gesetzlicher Pflichtaufgaben bestmöglich, im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger zu besetzten, deren Aufgabe es ist, die Entwicklung einer zukunftsfähigen Gefahrenabwehr unter Berücksichtigung der sich schnell wandelnden Situation voranzutreiben. Diese schwere Aufgabe obliegt nun den politischen Gremien unter Berücksichtigung aller Aspekte.
Dabei hoffe ich, dass diese Entscheidung im Ergebnis zu einer für alle Beteiligten, tragfähigen Lösung führt.
Aufgabe ist es, Kreisfeuerwehr schnell weiter zu entwickeln, um ein bestmögliches Maß an Schutz und Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Northeim, unter Berücksichtigung sich wandelnder Herausforderungen im Bevölkerungsschutz zu bieten.
Dabei eine gute Zusammenarbeit mit allen anderen Gefahrenabwehrorganisationen fortzuführen und den Herausforderungen, die sich durch den Wandel der Gesellschaft ergeben mit zukunftsfähigen Lösungen zu begegnen.
Schlecht hingegen wäre Stillstand oder gar Rückschritt in alte Strukturen, die nicht mehr zeitgemäß sind. Dieses würde bereits nach kurzer Zeit zur Handlungsunfähigkeit und dem Versagen der Gefahrenabwehr führen.
Hallo Sebastian, du hast in Teilen mit der rechtlichen Grundlage Recht nur das Problem ist doch das, wie jetzt mit der Wahl von seiten der Abschnittsleiter umgegangen wird. Diese läßt mich an der Kreisfeuerwehrführung zweifeln, dieser Zweifel wird noch gestärkt, wenn man den Umgang des jetzigen KBM mit den Kameraden in den Kreiseinheiten umgeht. Da werden Kameraden aus der Kreisfeuerwehr geworfen weil sie ihre Meinung sagen. Es werden Fahrzeuge an andere Organisationen im Landkreis verkauft. Das alles begründet den Unmut der sich aus dieser Aktion der Abschnittsleiter ergibt.
Welche Fahrzeuge der Kreisfeuerwehr sind denn verkauft worden an welche Organisationen?
Der Elw TEL Nord an die JUH Einbeck
….und genau diese Denk- und daraus resultierende Handlungsweise beschreibt das von mir aufgezeigte Problem.
Bei einer Technischen Einsatzleitung handelt es sich um eine Einheit des Katastrophenschutzes, in Verantwortung des Landkreises Northeim.
Vor vielen Jahren war das traditionelle Konzept wahrscheinlich sinnvoll. Sonst hätte man die Einheit vermutlich nicht so aufgestellt. Andererseits besteht auch die Möglichkeit, dass bereits zum Zeitpunkt der Beschaffung das Konzept vielleicht überholt war? Ich vermag das an dieser Stelle nicht zu beurteilen.
In jedem Fall sollte eine technische Einsatzleitung, wie auch andere Einheiten der Kreisfeuerwehr auf Basis der benötigten Fähigkeiten, bedarfsgerecht aufgestellt werden. Solche Dinge sind regelmäßig zu reevaluieren.
Nun wird eine solche Entscheidung, abgestimmt auf Basis mit den Verantwortlichen (mit Führungskraft badet diese Entscheidung aus. Wahrscheinlich hat niemand an den Landkreis geschrieben und gefordert, den Fachbereichsleiter oder die Landrätin dafür zu entlassen.
Weiter zeigt es doch genau den vernünftigen Ansatz, anderen mitwirkenden Einheiten im Katastrophenschutz ein für Ihre Aufgaben wahrscheinlich sinnvolles Einsatzmittel anzubieten. welches sogar im Landkreis weiter zur Verfügung steht.
Problematisch ist einfach, dass solche Transformationen auf einige Beteiligte immer wirken, als wäre ihnen die fremde Schaufel im Sandkasten weggenommen worden, mit der sie doch gerade so schön gebuddelt haben und anstatt das angebotene Eimerchen zum spielen zu benutzen werden sie zornig.
In einer solchen Transformation bekommt der Landkreis die Chance, sich auf moderne Einsatzmittel des Landes zu bewerben, dieses ist sicher kein einfacher Weg. Wenn es denn gelingt und diese Einsatzmittel nach validen Gesichtspunkten stationiert werden, sind wieder 9 von 10 Beteiligten sauer und wer badet es aus? Wieder mal eine ehrenamtliche Führungskraft.
Nochmals, Feuerwehr, Katastrophen- und Bevölkerungsschutz bedarf dringend einer schnellen und umfangreichen Transformation! Hierfür benötigen wir Führungskräfte, die nicht nur Bereit, sondern fachlich und persönlich in der Lage sind, solche Transformationen zielführend zu gestalten.
Das kann und darf, unabhängig von der Person, das einzige Entscheidungskriterium sein!
Führungskräfte, die sich am gestrigen festhalten und populistische Phrasen dreschen, sind in volatilen Zeiten zwar gerne gehört, aber letztlich nicht hilfreich.
Nochmals der Hinweis, mir geht es hier explizit nicht um den einen oder anderen Kandidaten, um Gewinner, oder Verlierer, sondern um Aufgaben, die vor der Tür stehen und mit großem Sachverstand bearbeitet werden müssen!
Egal wie diese Diskussionen ausgehen eins steht jetzt schon fest, das Ansehen der Kreisfeuerwehr Northeim ist über die Landesgrenzen hinaus beschädigt und das über die nächsten Jahre. Eine logische Folge müsste sein das alle die an dieser Situation schuld sind ihre Ämter niederlegen um weiteren Schaden von der Kreisfeuerwehr abzuwenden. Aber nicht nur die Beteiligten aus den Reihen der Feuerwehr sondern auch all die jenen aus der Politik und Verwaltung.
Echte Führungskrise im Kreisfeuerwehrkommando oder nur schlechte Verlierer?
Im HNA-Artikel vom 17.03.2024: „Ist Bernhard Krzepina als Kreisbrandmeister ungeeignet?“ ist zu lesen, dass es seitens einiger führenden Kommandomitglieder der Kreisfeuerwehr erhebliche Kritik und Bedenken gegen den vor einigen Wochen gewählten, zukünftigen Kreisbrandmeister Bernhard Krzepina gibt. Um hier Ross und Reiter zu nennen, handelt es sich um alle vier Abschnittsleiter des Landkreises und um den Regierungsbrandmeister, ehemaliger Abschnittsleiter Nord im Landkreis der Northeim. Die Kernpunkte der gegenüber der Kreispolitik geäußerten Kritikpunkte sind in erster Linie das Fehlen des erforderlichen Verbandsführer-Lehrgang als Argument für die fachliche Eignung. In diesem Zusammenhang bleibt festzuhalten, dass in der Vergangenheit im Jahr 2013, dem damals vorgeschlagenen Abschnittsleiter Thörel, vom beschließenden Kreistag die Möglichkeit eingeräumt wurde, diesen Lehrgang mit zeitlicher Begrenzung innerhalb von 2 Jahren zu absolvieren! Den jetzt beschließenden Kreistagsmitgliedern sei also angeraten, sich den damaligen Beschluß vom 7.3.2013 zu TOP 14, kommisarische Ernennung des Herrn Henning Thörel zum Abschnittsleiter des Abschnittes Nord zum Ehrenbeamten, noch einmal zu verinnerlichen. Zumal der Kamerad Krzepina versichert hat, dass er den fehlenden Lehrgang unverzüglich in den nächsten Wochen an der NABK Celle absolvieren wird. Diesen fehlenden Lehrgang als Hauptgrund einer fehlenden fachlichen Eignung anzuführen, ist insofern nicht richtig und zielführend, weil hierdurch bei den Entscheidungsträgern der Eindruck erweckt wird, sie könnten deswegen ihre Zustimmung zu einer Ernennung nicht geben. Hätten die Vorgänger im Amt des Kreisbrandmeisters früher nicht nach kommisarischen Zwischenlösungen gesucht und gefunden, würden heute mindestens 50 % Führungskräfte fehlen! Bei dem Kritikpunkt, fehlende persönliche Eignung wird Herrn Krzepina vorgeworfen, dass eine hinreichende Auseinandersetzung mit den Aufgaben und Inhalten der Tätigkeit eines Kreisbrandmeisters nicht stattgefunden habe. Die Aufgaben des Kreisbrandmeister LK Northeim sind gesetzlich klar geregelt im NBrandSchG, in den Dienstanweisungen für KBM, in der Satzung der Kreisfeuerwehr und Ministerialblättern etc. nachzulesen. Ich denk mal, dass der künftige KBM lesen kann. Ferner bleibt festzuhalten, dass erfahrungsgemäß der Mensch mit seinen Ämtern wächst und man sollte und muss dem Kameraden Krzepina Zeit geben, zu sondieren und zu evaluieren. Die sonstigen einzelnen Vorwürfe vom RBM im HNA Artikel sind schlicht und einfach aus dem Kontext gemacht worden, ohne ein persönliches Gespräch mit dem Betroffenen. Dieser schlechte Stil lässt nut ein Fazit zu: Es ist zu vermuten, dass die Herren (4 Abschnittsleiter incl. RBM) aus der obersten Führung der Meinung sind, dass ein „frischer Wind“ ihnen einiger lieb gewordenen Gewohnheiten berauben wird. Die Frage ist, wer denn hier nun Traditions- und altbacken ist. Diese Herren haben mit ihrem Verhalten dazu beigetragen, dass man -leider- getrost von einer Führungskrise in der Kreisfeuerwehr sprechen muss. Also, Führungskrise ja, schlechte Verlierer? Übrigens: die Überschrift des HNA-Artikel: Ist Bernhard Krzepina als Kreisbrandmeister u n g e ei g ne t ?, schadet nicht nur dem Ehrenamt, sondern auch der Person von Bernhard. Schade eigentlich!