CDU-Ratsfraktion trifft sich auf der Hube im Grünen

Im Stadtwald auf der Hube hat sich nach Wochen der Telefonkonferenzen in der Corona-Pandemie die CDU-Ratsfraktion erstmals wieder live und persönlich getroffen – mit Abstand und im Stuhlhalbkreis. Man habe die Erkenntnis gewonnen, dass eine solche Sitzung „im Grünen“ gute Ergebnisse bringen könne, erklärte Fraktionsvorsitzender Dirk Ebrecht per Pressemitteilung und gab den Tipp: „zur Nachahmung empfohlen“.

Der von der SPD ins Spiel gebrachten Verschiebung des Bürgermeisterwahltermins erteilte die CDU-Fraktion eine deutliche Absage. Neben der aktuellen Corona-Situation in Schulen und Kitas sowie in der Verwaltung seien vor allem die wirtschaftlichen Folgen in den Unternehmen der Region Gesprächsinhalt der Fraktionssitzung im Freien gewesen, teilte Ebrecht anschließend mit. Die CDU appellierte, in allem Negativen der Corona-Pandemie auch das Positive zu erkennen und in der Kommunalpolitik Potenziale zu nutzen, etwa beim Home Office, digitalen Unterricht oder dem steigendem Wunsch nach Leben in ländlichen Regionen.

Voraussetzung dafür sei die notwendige Kommunikationsinfrastruktur. Es zahle sich zwar aus, dass die CDU beim Breitbandausbau immer wieder politisch Druck gemacht habe, erklärte Ebrecht. Allerdings reiche die jetzige Technik an vielen Stellen zukünftig nicht aus. Das erklärte Ziel bleibe, jedes Gebäude mit einem Glasfaseranschluss direkt zu versorgen. Gleiches gelte für den Mobilfunk. Während andernorts über 5G geredet werde, müsse man sich in den Dörfern auch heute noch über Funklöcher ärgern.

Ein weiteres Thema der Fraktionssitzung war laut CDU-Mitteilung die latente Hochwassergefahr für Vardeilsen und Kohnsen. Ergebnisse eines Gutachtens sowie Kostenschätzungen zum örtlichen Hochwasserschutz liegen vor. Um rasch weiter zu kommen, haben die Christdemokraten eine außerplanmäßige Sitzung des zuständigen Fachausschusses beantragt.

CDU-Fraktionssitzung im Stuhlhalbkreis auf der Hube (v.l.): Willi Teutsch, Heinz-Hermann Wolper, Albert Eggers, Carsten Pape, Karsten Armbrecht, Joachim Dörge, Walter Schmalzried, Horst Jürgens, Antje Sölter, Ulrich Vollmer, Helmar Breuker, Dirk Ebrecht. Foto: CDU Einbeck

Ruhewald ist etablierte Bestattungsform

Von der Hubestraße zeigt ein Schild den Weg zum Ruhewald in Einbeck.

Auf dem Weg zur Hube im Einbecker Stadtwald zeigt ein Schild den Weg zum Ruhewald. Diese Form der letzten Ruhe gibt es in Einbeck seit zehn Jahren, seit 2009 ist die Fläche entsprechend gewidmet, unter einer Linde fand damals die erste Bestattung statt. Bei einem Ortstermin hat die Stadt Einbeck heute Bilanz für die Friedhofsalternative gezogen. Von 57 Bäumen sind aktuell 15 belegt. 263 Bestattungen haben mittlerweile in den vergangenen zehn Jahren dort stattgefunden, 133 Grabstellen sind schon gekauft und reserviert. Insgesamt hat der Ruhewald Einbeck gut 650 Grabstellen auf jetzt etwa ein Hektar großer Waldfläche. Die ursprüngliche Größe von 4,86 Hektar war im vergangenen Jahr verkleinert worden. „Die Bestattungsform im Ruhewald hat sich etabliert und durchgesetzt“, sagt Torsten Küster, Abteilungsleiter Friedhöfe. Der Ruhewald sei keine Konkurrenz zum Zentralfriedhof. Mit 1635 Euro ist das Urnengrab hier auch rund 500 Euro teurer als auf dem zentralen Friedhof am Weinbergsweg. „Wir registrieren 40 Grabverkäufe pro Jahr, Tendenz steigend“, sagt Küster. Auch aus Northeim, Alfeld, Göttingen und auch schon aus den USA gab es Verstorbene, die im Einbecker Ruhewald beerdigt wurden.

Der Ruhewald ist eine etablierte Bestattungsform in Einbeck, bilanzieren (v.l.) Friedhöfe-Abteilungsleiter Torsten Küster, Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, die Betriebsausschussmitglieder Dirk Heitmüller und Horst Jürgens sowie Bauhof-Leiter Dirk Löwe.

Linden, Eschen, Buche und Ahorn sind die prägenden Bäume im Ruhewald. Die Urnengrabstellen gruppieren sich in einem Abstand von etwa drei Metern jeweils um den Stamm eines Baumes, an dem zwölf Urnen beigesetzt werden können. Die Nutzungszeit einer Grabstelle beträgt 40 Jahre. Verwendet werden ausschließlich biologisch abbaubare Aschekapseln und Urnen. Der Baum kann von den Hinterbliebenen mit einem Namensschild versehen werden, Pflicht ist das aber nicht. Bepflanzungen und andere Ausgestaltung ist nicht erlaubt, allein die Natur soll den Grabschmuck bilden. Etwa einmal pro Jahr wird im Ruhewald das hohe Gras gemäht. Ein Rundweg durch das Gebiet hat sich inzwischen selbst herausgebildet. Insgesamt sechs gestiftete Holzbänke sind im Ruhewald aufgestellt.

Namensschilder sind möglich, aber nicht zwingend, insgesamt sind zurzeit sechs gestiftete Sitzbänke aus Holz in dem Areal aufgestellt.
Am Eingang zum Ruhewald steht diese Informationstafel.
Zwölf Grabstellen gruppieren sich um einen Baumstamm.

2007 gab es die erste Idee für einen Ruhewald, eine Interessengemeinschaft für naturnahe Bestattung bildete sich, sammelte Unterschriften. Verschiedene Standorte standen damals zur Auswahl, nach ausgiebiger Debatte widmete der Stadtrat Ende 2008 das Waldstück auf der Hube als Ruhewald.