Wald-Wechsel

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Zwei Bürgermeisterinnen in einem Fachausschuss – das gibt es nicht alle Tage. Im Ausschuss für Klimaschutz und Nachhaltigkeit berichtete in Anwesenheit der Einbecker Bürgermeisterin die Rathauschefin von Moringen, Heike Müller-Otte, über das Forstjahr 2024 des Stadtforstamtes Moringen. Das vergangene war das letzte Jahr der gemeinsamen Beförsterung, Einbeck hatte den Vertrag zum Jahresende gekündigt – auch, weil eine Preiserhöhung angekündigt war. Nach Weggang des bisherigen Försters in Moringen, der ebenso die 565 Hektar Einbecker Stadtwald betreut hat, war es dort über Monate nicht gelungen, eine Nachfolge zu finden. Die Moringer Bürgermeisterin lobte dennoch die interkommunale Zusammenarbeit als Modell der Zukunft und dankte für die vertrauensvolle Zusammenarbeit seit 2020. Müller-Otte ist ohne Groll: „Es ist gut, dass es so gekommen ist wie es gekommen ist.“ In wenigen Wochen werde Moringen auch wieder einen eigenen Förster haben, sagte die Moringer Bürgermeisterin.

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Einige Eschen mussten auf der Hube gefällt werden, Grund war meist das so genannte Eschentriebsterben. Archivfoto

Der Einbecker Stadtwald wird seit Januar nicht mehr von Moringen bewirtschaftet, sondern von der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Hils-Vogler, Revierförster ist Brian Wüstefeld von der Landwirtschaftskammer. Die FBG gewährleistet durch einen langjährig bestehenden Kooperationsvertrag mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen die forstwirtschaftliche Betreuung ihrer Mitglieder. Zuständig für Einbeck ist das Forstamt Südniedersachsen mit Sitz in Hildesheim sowie der örtliche Bezirksförster Brian Wüstefeld, wohnhaft im Bereich der Stadt Einbeck. „Waldbesuchende können Revierförster Brian Wüstefeld oft im Einbecker Stadtwald antreffen, beispielsweise beim Holzaufmessen oder -auszeichnen, und ihn gerne auch für einen kurzen Austausch ansprechen“, hatte jüngst die Stadtverwaltung erklärt. „Sein Dienstfahrzeug trägt zwar ein Oldenburger Kennzeichen, er stammt aber aus dem Einbecker Stadtgebiet und ist mit der Gegend vertraut.“ In der Ausschusssitzung wurde jetzt auch vereinbart, dass bei einer der nächsten Sitzungen mal ein Ortstermin im Stadtwald mit dem neuen zuständigen Forstexperten stattfinden soll.

Wüstefeld berichtete im Ausschuss über die seit Ende März abgeschlossene Holzeinschlagsaison im Einbecker Stadtwald 2025. Es wurden rund 2300 Festmeter geerntet – etwa die Hälfte des jährlichen Hiebsatzes. Die Hälfte der gefällten Bäume seien Eschen gewesen, die durch das Eschentriebsterben geschwächt gewesen seien, sagte Wüstefeld. Rund 25 Prozent der Ernte seien Buchen gewesen. Das Holz wurde an regionale Sägewerke und Brennholzkunden verkauft. Mit dem Frost im Februar wurde die Saison begonnen und das für die Holzernte optimale Wetter ausgenutzt. In dieser Einschlagsaison seien kaum Schäden am Bestand oder dem Boden entstanden, die Wege weitestgehend wieder in einem sauberen Zustand. Als reibungslos bezeichnete der Förster die Zusammenarbeit mit dem Downhill-Trail-Verein, „das war klasse“. Ein Forstbeschäftigter sei aktuell damit beschäftigt, pro Hektar fünf Habitatbäume mit weißen X-Markierungen auszuweisen, berichtete er.

Moringens Bürgermeisterin Heike Müller-Otte stellte die Zahlen des Forstjahres 2024 vor. Rund 3334 Festmeter Holz sei eingeschlagen worden, geplant gewesen seien 3945 Festmeter. Von 2880 Festmetern geplanter Buche habe man lediglich 1928 Festmeter einschlagen können. Auch von 145 Festmeter geplanter Lärche seien nur 28,28 Festmeter eingeschlagen worden. Durch höhere Holzpreise habe man allerdings durch Holzverkauf 318.508 Euro erlösen können, geplant waren lediglich 180.000 Euro. Unterm Strich standen Einnahmen von 330.500 Euro Ausgaben von 161.505 Euro gegenüber, was einen Gewinn von rund 169.000 Euro ergibt. Die Personalkosten für den eigenen Forstwirt seien dabei aber noch nicht berücksichtigt, ebenso Fördermittel aus dem klimaangepassten Waldmanagement in Höhe von 52.092 Euro.

Sie habe „schöne Zahlen mitgebracht“, kommentierte Dirk Ebrecht (CDU) die Ausführungen Müller-Ottes. „Wir sind auf dem richtigen Weg.“ Erleichtert sei er, dass Moringen die Kündigung so leicht genommen habe.

„Ich sehe das anders“, kritisierte Dieter Scholz, hinzugewähltes Mitglied im Ausschuss und langjähriger Förster. Da sei mit Blick auf alle Zahlen seit 2020 „noch viel Luft nach oben“, die geringen Hiebmengen vor allem in 2021 (448 Festmeter) und 2023 (1514 Festmeter) bedeuteten Einnahmeverluste für den Haushalt der Stadt Einbeck. Lob hatte er für 2024, da sei im zweiten Halbjahr noch viel passiert, nachdem durch den Försterweggang im April im ersten Halbjahr hingegen kein großer Einschlag sein konnte.

„Ja, es hätte mehr sein können“, räumte Bürgermeisterin Heike Müller-Otte ein, der damalige Förster habe die Gründe für die geringen Hiebmengen aber immer zeitnah begründet. Es habe durch den Personalwechsel im Stadtforstamt Moringen für den Einbecker Stadtwald keine Vakanz gegeben. „Die Betreuung war immer sichergestellt.“

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Im März wurden Eschen auf der Hube zwischen Hundewiese und Kegelbahn gefällt. Archivfoto
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Weg am Funkturm. Foto: Stadt Einbeck