David Artschwager (22) steht an der Spitze der Kreis-CDU

Das lange Führungsvakuum der Christdemokraten im Landkreis Northeim nach dem Rücktritt ihrer Vorsitzenden Kerstin Lorentsen wenige Monate vor der Kommunalwahl im vergangenen Jahr hat jetzt ein Ende: Bei einem Kreisparteitag in Einbeck am vergangenen Wochenende hat die CDU den 22-jährigen David Artschwager aus Bad Gandersheim zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt. Er setzte sich bei der Wahl deutlich gegen Tristan Marienhagen (21) aus Northeim durch, der Landtagskandidat seiner Partei im Wahlkreis Northeim ist.

David Artschwager (22) aus Bad Gandersheim ist neuer Kreisvorsitzender der CDU. Archivfoto CDU-Kreisverband Northeim

David Artschwager gilt vielen als Zukunftshoffnung bei der CDU. Der 22-Jährige sei nicht nur der jüngste Kreisvorsitzende in der Geschichte der Northeimer Kreis-CDU, sondern auch der jüngste Kreisvorsitzende in Niedersachsen, heißt es. Der Jurastudent aus Seboldshausen schaffte im vergangenen Jahr die Wahl in den Northeimer Kreistag, vor wenigen Wochen ist er auch in den Stadtrat seiner Heimatstadt Bad Gandersheim nachgerückt, nachdem dort Timo Dröge als Fraktionsvorsitzender sein Mandat niedergelegt hatte.

Nachdem ein Kreisparteitag pandemiebedingt in den vergangenen zwei Jahren nicht stattfinden konnte, freute sich der CDU-Kreisverband Northeim, „endlich wieder eine volle Präsenzveranstaltung stattfinden zu lassen“, heißt es in einer Mitteilung der Christdemokraten. Bei dem Parteitag im Einbecker Hotel Panorama habe man „die lange überfälligen Vorstandswahlen endlich nachgeholt“. Die personelle Neuausrichtung des CDU-Kreisverbandes Northeim habe wegen der Corona-Pandemie lange ungeklärt bleiben müssen. Neuer Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Northeim ist der 22-jährige David Artschwager; er setzte sich deutlich gegen den 21-jährigen Northeimer Tristan Marienhagen durch.

Das Duell gegen Tristan Marienhagen (r.) entschied David Artschwager deutlich für sich. Archivfoto CDU-Kreisverband Northeim

„Nach den Schwierigkeiten der vergangenen Zeit freue ich mich, mit einem guten Team aus jungen und alten, erfahrenen und neuen Vorstandsmitgliedern, den Kreisverband zu gestalten und gemeinsam die Probleme hier vor Ort anzupacken“, lässt sich der neue CDU-Kreisvorsitzende in einer Mitteilung zitieren. David Artschwager wird bei seiner Arbeit vom geschäftsführenden Vorstand unterstützt. Dazu gehören als stellvertretende Kreisvorsitzende Petra Kersten (Dassel), Torsten Bauer (Uslar), Helmar Breuker (Einbeck) und Anskar Lürig (Northeim). Als Schatzmeister wurde Christian Dörries (Einbeck) wiedergewählt. Neu gewählt wurden Melissa Heikens (Einbeck) als Schriftführerin sowie Vanessa Storre (Nörten-Hardenberg) als Mitgliederbeauftragte, die das Amt bereits von 2017 bis 2019 innehatte. Pressesprecher bleibt Lucas Mennecke (Altes Amt).

Den Vorstand komplettieren insgesamt 18 Beisitzer: Anke Ahrens (Bad Gandersheim), Günther Ahrens (Bad Gandersheim), Wilfried Fischer (Uslar), Christoph von Breitenbuch (Nörten-Hardenberg), Tobias Grote (Katlenburg-Lindau), Dr. Peter Hustedt (Katlenburg-Lindau), Christian Ilsemann (Bodenfelde) Dr. Andreas Kroll (Einbeck), Olaf Lürig (Northeim), Frederic Otto (Einbeck), Ramona Richardt (Northeim), Maren Root (Einbeck), Alexandra Sieder (Northeim), Doris Thalheim (Katlenburg-Lindau), Gerlinde Wilms (Hardegsen), Marvin Wittkowski (Northeim), Jens Wolkenhauer (Moringen), Wilfried Wollenweber (Nörten-Hardenberg).

Neuer Vorstand (v.l.): Christian Dörries, Petra Kersten, David Artschwager, Torsten Bauer, Anskar Lürig, Lucas Mennecke. Foto: CDU-Kreisverband Northeim

CDU: Nach der Wahl ist vor der Landtagswahl

Mit großem personellen, organisatorischen und technischen Aufwand haben die Christdemokraten im Landkreis Northeim am Sonntag ihre Landtagskandidaten gewählt und dabei aus Gründen des Infektionsschutzes auf große Präsenzversammlungen verzichtet. Alles lief rund, alle Videokonferenzen funktionierten einwandfrei. Der CDU-Kreisverband Northeim fühlt sich nach eigenen Worten motiviert und geschlossen für den nun startenden Landtagswahlkampf: „Wir freuen uns, mit Tristan Marienhagen und Dr. Andreas Kroll zwei kompetente und qualifizierte Kandidaten gefunden zu haben“, kommentieren die beiden kommissarischen Kreisvorsitzenden Torsten Bauer und David Artschwager das Ergebnis. „Der Landkreis ist reif für den politischen Wechsel und wir sind es auch.“ Einen neuen Kreisvorsitzenden will die CDU im April wählen. Hier haben bereits David Artschwager (Bad Gandersheim) und auch Tristian Marienhagen (Northeim) ihre Bereitschaft zur Kandidatur angekündigt. Ob nun ebenfalls der mit gutem Ergebnis gewählte Einbecker Landtagskandidat Dr. Andreas Kroll nach dem CDU-Kreisvorsitz greift, ist bislang offen.

David Artschwager (l.) gratuliert Dr. Andreas Kroll. Foto: CDU-Kreisverband

Im Wahlkreis 18 (Einbeck) haben sich mit 204 Mitgliedern rund 34 Prozent der 597 Wahlberechtigten an der Wahl des Landtagswahlkandidaten beteiligt. Im Wahlkreis 17 (Northeim) lag die Beteiligung erschreckend niedrig, nur 32 Stimmen waren auszuzählen, in Northeim selbst gab es kein Wahllokal. „Natürlich ist der Kreisvorstand unzufrieden mit der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen“, erklärte CDU-Sprecher Lucas Mennecke auf meine Nachfrage. „Aufgrund des erhöhten Arbeitsaufwandes hätten wir uns über eine höhere Resonanz gefreut. Die Wahllokale wurden jedoch im Vorfeld einvernehmlich und als Kompromissvorschlag den Gemeindeverbänden vorgeschlagen und in der Kommission zur Vorbereitung der Sitzung abgestimmt.“

Der kommissarische Kreisvorsitzende David Artschwager (l.) gratuliert Tristan Marienhagen. Foto: CDU-Kreisverband

Wo im Wahlkreis Einbeck die beiden Kandidaten Dr. Andreas Kroll und Joachim Stünkel besonders punkten konnten, lässt sich nicht ausmachen. Aus einem einfachen Grund: „Da die Urnen gemeinsam ausgezählt werden mussten, wurden die Stimmzettel vor Auszählung vermischt. Daher können wir keine Zahlen nach Wahllokal getrennt geben“, erklärte CDU-Sprecher Mennecke. Zum neu geschnittenen Wahlkreis 18 gehören Bad Gandersheim, Bodenfelde, Dassel, Einbeck und Seesen, zum Wahlkreis 17 Kalefeld, Northeim, Katlenburg-Lindau, Nörten-Hardenberg, Moringen und Adelebsen.

Erste Gratulantin am Abend des Sieges bei Dr. Andreas Kroll war die Einbecker CDU-Vorsitzende Heidrun Hoffmann-Taufall. „Ich freue mich über das Ergebnis, dadurch haben wir deutlich gestiegene Chancen, einen Landtagsabgeordneten in Hannover zu bekommen.“ Man habe sich in den vergangenen Wochen von der Kompetenz und dem gezeigten Engagement überzeugen können, erinnerte sie. Hoffmann-Taufall: „Wenn das so weiter geht, dann geht es gut aus, da bin ich guter Hoffnung.“ Andreas Kroll dankte der CDU-Chefin für ihre Unterstützung. „Ohne die würde es auch nicht klappen.“

Einbecks CDU-Vorsitzende Heidrun Hoffmann-Taufall gratuliert Dr. Andreas Kroll. Screenshot
Elisabeth Behrens. Screenshot
Tristan Marienhagen. Screenshot
Dr. Andreas Kroll. Screenshot
Joachim Stünkel. Screenshot

Wird eine Einbeckerin neue CDU-Kreisvorsitzende?

Heidrun Hoffmann-Taufall (CDU).
Archivfoto

Wird eine Einbeckerin neue CDU-Kreisvorsitzende? Das entscheiden die Christdemokraten bei einem Kreisparteitag am Montag, 4. November, ab 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus der Northeimer Ortschaft Langenholtensen. Wie der CDU-Kreisverband heute offiziell mitteilte, stellen sich bei den Vorstandswahlen Heidrun Hoffmann-Taufall aus Einbeck und Kerstin Lorentsen aus Northeim zur Wahl. Der bisherige CDU-Kreisvorsitzende, Dr. Roy Kühne MdB, tritt nicht wieder an, seit 2013 war der Bundestagsabgeordnete CDU-Chef im Landkreis. Mit der Mitteilung beenden die Christdemokraten auch offziell alle Spekulationen, die seit Monaten ins Kraut geschossen waren. Ursprünglich sollte auch schon Ende August gewählt werden, der Parteitag wurde verschoben.

Während Kerstin Lorentsen schon heute stellvertretende Kreisvorsitzende ist, hat Heidrun Hoffmann-Taufall bislang noch keine Ämter auf Kreisebene. Sie ist stellvertretende CDU-Vorsitzende in Einbeck und Vorsitzende der Frauen-Union in Einbeck/Dassel. Beide Kandidatinnen sind außerdem Ratsfrauen in ihren jeweiligen Heimatorten. Ob es weitere Kandidaten für den Vorsitz am 4. November geben wird, bleibt abzuwarten. Wer seine Unterstützer für den Wahlgang besser mobilisieren kann ebenfalls. Für Lorentsen ist die Wahl in ihrem Heimatdorf Langenholtensen jedenfalls ein Heimspiel.

Der Tanz beginnt

Dr. Bernd von Garmissen und Dr. Roy Kühne tanzen, links Ex-CDU-Chef Joachim Stünkel. Archivfoto vom Brunnenfest in Lüthorst 2013.

Dr. Bernd von Garmissen und Dr. Roy Kühne (r.) tanzen, links Ex-CDU-Chef Joachim Stünkel. Archivfoto vom Brunnenfest in Lüthorst 2013.

Damit dürften sich weitere Gespräche zwischen CDU und SPD endgültig erübrigen: Einstimmig schlägt der CDU-Kreisvorstand laut einer Mitteilung von heute Dr. Bernd von Garmissen den CDU-Gremien als Landratskandidaten vor. Zügig solle der 49-jährige stellvertretende Kreisvorsitzende aus Dassel-Friedrichshausen nominiert werden, heißt es in der Pressemitteilung (Wortlaut: PM_LR_Nominierung CDU 280815). Mit etwas Einsatz sei eine Landratswahl noch in diesem Jahr möglich, meint die CDU. „Es gibt keinen Grund weiter zu warten.“ Zuletzt hatte der SPD-Unterbezirksvorsitzende Uwe Schwarz auf eine Offerte des CDU-Kreisvorsitzenden Dr. Roy Kühne reagiert, über einen gemeinsamen Landratskandidaten zu sprechen. Die CDU hatte dafür von Garmissen ins Spiel gebracht, der im Oktober 2013 gegen Michael Wickmann nur knapp verloren hatte. Landrat Wickmann geht am 31. August aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Zu einem Gespräch zwischen den CDU- und SPD-Chefs ist es nach meinen Informationen nicht gekommen.

Schon am 20. August hatte sich von Garmissen auf seiner Facebook-Seite bereit für eine Kandidatur erklärt. Auf seiner Seite schreibt er: „Sollte ich ein weiteres Mal als Landratskandidat nominiert werden, stehe ich für das Amt des Landrats im Bewusstsein der besonderen Verantwortung gerne zur Verfügung und werde all meine Kenntnisse und Fähigkeiten einbringen.“ Seine Kandidatur 2013 habe ihm einerseits viel Freude gemacht, andererseits die großen Aufgaben verdeutlicht. „In den vergangenen zwei Jahren, in denen ich mich nicht zurück gezogen habe, konnte ich weitere wertvolle Kenntnisse, Erfahrungen und Begegnungen mit Bürgern und Verantwortlichen sammeln“, schreibt von Garmissen. „Die Zukunft fordert uns, ich bin gerne dabei.“

Zum 1. September wird der noch amtierende Landrat Wickmann auf eigenen Wunsch in den einstweiligen Ruhestand versetzt….

Posted by Dr. Bernd von Garmissen on Donnerstag, 20. August 2015

 

Nachtrag 01.09.2015: Die SPD im Landkreis Northeim hat sich nach einer Klausurtagung am vergangenen Wochenende laut einer heute veröffentlichten Pressemitteilung (Wortlaut: 150901-PM_SPD-UB-Klausur) zwar u.a. mit der Vorbereitung der Kommunalwahl 2016 beschäftigt. Kein Wort jedoch zur K-Frage. Eine Kreisfusion und mögliche Zukunftsperspektiven sind Themen einer gebildeten Arbeitgruppe. „Einzelne Personalfragen werden wir zu gegebener Zeit diskutieren“, teilen die Sozialdemokraten mit. „Für uns steht vorrangig eine thematische Weichenstellung und Positionierung im Mittelpunkt unseres politischen Handelns.“

Nachtrag 14.09.2015: SPD und Grüne streben einen Wahltermin 28. Februar 2016 für die Landratswahl an, das sagten beide Fraktionen in einem Pressegespräch. Kandidaten wolle man erst zu einem späteren Zeitpunkt nominieren.