Begrüßung

Haben die Mensa der IGS in Einbeck eröffnet (v.l.): Christa Markert von der Landesschulbehörde, Erster Kreisrat Dr. Hartmut Heuer, IGS-Schulleiterin Sandra Meusel, Kultusministerin Frauke Heiligenstadt und Nadine Seifert-Doods, Vorsitzende des Kreistags-Schulausschusses.

Haben die Mensa der IGS in Einbeck eröffnet (v.l.): Christa Markert von der Landesschulbehörde, Erster Kreisrat Dr. Hartmut Heuer, IGS-Schulleiterin Sandra Meusel, Kultusministerin Frauke Heiligenstadt und Nadine Seifert-Doods, Vorsitzende des Kreistags-Schulausschusses.

Mit der Begrüßung ist das bei Feierstunden so eine Sache. Schnell kann man sich da protokollarisch verheddern, wenn man es besonders gut machen und alle namentlich und inklusive Funktion, Titel und Amt begrüßen möchte. Vor Jahren schon habe ich bei Gildentagen der Kreishandwerkerschaft die minutenlange Arie der Ehrengäste-Begrüßung mit deutlichen Worten kritisiert, stehen doch an diesem Tag eigentlich die jungen Handwerker im Mittelpunkt (und die wurden nur sehr knapp begrüßt). Mittlerweile ist dort die Willkommensrede übrigens deutlich kürzer, eine Liste der anwesenden Ehrengäste liegt aus für diejenigen, die es interessiert. Die Redner bei der Einweihung der neuen Mensa an der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Einbeck hatten auch so ihre Mühe, alle Ehrengäste namentlich ohne Haspler willkommen zu heißen, gottlob brachten es einige beim vierten oder fünften Grußwort auf die Formel, dass schon die Vorredner alle begrüßt hätten, die Rang und Namen haben. Erschwerend hinzu kommt ja neuerdings bei Landkreis-Vertretern, dass nicht mehr schlicht ein Landrat begrüßt werden kann, sondern nicht minder willkommene Gäste mit längeren Funktionstiteln, beispielsweise Erster Kreisrat, Kreistagsvorsitzender, Vorsitzende des Schulausschusses. Ich finde ja nach wie vor, dass es ausreichend ist, eine Rede mit “Meine Damen und Herren” zu begrüßen, allenfalls noch vorausgeschickt um ein “Frau Bundeskanzlerin” oder “Frau Ministerin”. Das verkürzt manchmal Feierstunden wie auch Sitzungen ungemein.

Ein diplomatischer Ritt auf der Rasierklinge war da schon eher die Begrüßung bei der IGS-Mensa-Feierstunde durch den didaktischen Leiter der Schule, Sascha Mroß. Es sei schade, sagte er, dass die Bürgermeisterin der Stadt Einbeck es wieder nicht geschafft habe, teilzunehmen. Dr. Sabine Michalek war bereits bei der Eröffnung der IGS vor einem Jahr nicht dabei gewesen. Damals hatte Alexander Kloss (SPD) als ehrenamtlicher Stellvertreter die Rathauschefin vertreten, diesmal war es an Beatrix Tappe-Rostalski (CDU), die Grüße von Rat und Verwaltung zu überbringen. Sie tat das eloquent wie stets und würdigte die Mensa als einen Ort der Begegnung, an dem nicht allein gegessen werde. Auch ich habe das Fehlen der Bürgermeisterin bei der IGS-Eröffnung 2014 kritisiert. Es jetzt aber bei jeder Gelegenheit zu erwähnen, dass es die Bürgermeisterin wieder nicht geschafft habe, ist diplomatisch suboptimal und macht einen Besuch der Rathauschefin bei nächster passender Chance nicht gerade leichter – und in der Zukunft auch nicht wahrscheinlicher. Zumal in diesem Fall heuer kein Paralleltermin bekannt ist (im September 2014 weihte Dr. Sabine Michalek lieber eine Straße ein) und die jetzige Abwesenheit ganz schlichte andere Gründe haben kann…

Später begrüßte Mroß dann noch nachgeschoben den CDU-Kreistagsfraktionschef Heiner Hegeler namentlich, bei der ersten Begrüßung der Ehrengäste hatte er ihn nicht genannt. Oder übersehen, saß doch der Christdemokrat nicht wie die SPD-Granden in der ersten Reihe. Und auch nicht in der zweiten Reihe, sondern weiter hinten.

Ein Rätsel für manche löste bei der Feierstunde übrigens die anwesende Kultusministerin persönlich, nachdem sie mehrmals “liebe Sandra” zur Schulleiterin Sandra Meusel gesagt hatte. Sie nenne beileibe nicht jede Schulleiterin in Niedersachsen beim Vornamen, schmunzelte die Sozialdemokratin. Man duze sich, klärte Frauke Heiligenstadt auf, weil sie wie Sandra Meusel aus Gillersheim komme und noch dazu die Gärten aneinander grenzen.

Pro & Contra

Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD).

Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD).

Plakat.

Plakat der CDU-Veranstaltung.

In der kommenden Woche können sich an der Schulpolitik interessierte Menschen in Einbeck und Umgebung ohne weite Wege einen umfassenden Eindruck von der aktuellen politischen Debatte über die Zukunft der Schullandschaft in Niedersachsen verschaffen. Dafür müssen sie nur zwei Abende investieren. Während am Dienstag die SPD ihre im Landkreis Northeim beheimatete Kultusministerin Frauke Heiligenstadt aufbietet, um die von der SPD/Grünen-Landesregierung vorgesehenen Pläne zu erläutern, hat der CDU-Stadtverband am Donnerstag einen Vortrag des schulpolitischen Sprechers der CDU-Landtagsfraktion, Kai Seefried, und eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Schule, Elternschaft und Wirtschaft mit Blick auf das neue Schulgesetz der rot-grünen Landesregierung unter die Frage gestellt: “Ist unsere Schule noch zu retten?” Das dürften zwei spannende Abende werden. Die SPD lädt am Dienstag, 10. Februar, um 18 Uhr in die IGS Einbeck am Hubeweg ein. Die CDU freut sich über Besucher am Donnerstag, 12. Februar, um 19 Uhr im PS-Speicher in Einbeck, Tiedexer Tor. Pro und Contra dürften an beiden Abenden ausführlich zur Sprache kommen.

Anmerkung: Der Autor dieses Blogs wird bei der CDU-Veranstaltung als Moderator der Podiumsdiskussion tätig sein.

Schulschließungsszenarien

Symbolfoto Archiv.

Symbolfoto Archiv.

Sie kommen so pünktlich und regelmäßig wie die Pausen-Klingel in der Schule: die Schuldebatten in der Politik. Der hiesigen Kommunalpolitik steht jetzt die nächste Welle einer Debatte über Schulstandorte bevor. Welche sind angesichts zurück gehender Schülerzahlen noch vertretbar? Darauf muss Politik eine Antwort finden, einfach ist das nicht, beliebt machen sich Kommunalpolitiker mit solchen Themen auch selten. Heute hat der Kreistag nicht nur den Schulentwicklungsplan für den gesamten Landkreis Northeim in die in den nächsten Monaten folgende Diskussion in den Kreistagsausschüssen gegeben, sondern auch einen Bericht des Landesrechnungshofes (LRH) zur Kenntnis genommen, der in Kürze auch komplett veröffentlicht werden soll. Im Kern sagt die im Frühsommer dieses Jahres erstellte Untersuchung (also noch vor dem Start der neuen Integrierten Gesamtschule in Einbeck), dass sieben weiterführende Schulen im Kreisgebiet ab 2021 überflüssig sind. Zwei sollten laut LRH sofort “aufgehoben”, d.h. geschlossen werden (Roswitha-Gymnasium Bad Gandersheim, Haupt- und Realschule Greene), fünf weitere zum Schuljahr 2017/18 (unter anderem Rainald-von-Dassel-Schule und Auetalschule Altes Amt). Und eigentlich hätte der Landkreis schon viel Geld sparen können (417.900 Euro jährlich), so die Aufsichtsbehörde. Der Landkreis habe jedoch “schulorganisatorische Maßnahmen”, sprich Schulschließungen unterlassen, obwohl die Schülerzahlen rückläufig seien und unter denen der Schulorganisationsverordnung liegen würden. Das Schulzentrum in Greene etwa hätte der Schulträger Landkreis schon 2012 “aufheben” sollen, die Schüler könnten andere vorhandene Schulen in der Region aufnehmen. Und der Landkreis könnte so jährlich rund 188.000 Euro sparen sowie einmalig 1,3 Millionen Euro (an vorgesehenen Investitionen). Warum die Löns-Realschule weitergeführt werden und nicht in die neue IGS Einbeck überführt werden soll, versteht der LRH nicht. Beide Schulen würden um die gleichen Schüler konkurrieren.

Doch diesen sich alarmistisch lesenden Aussagen, die allein auf Zahlen beruhen, muss der politische Verstand nicht folgen. Diese Bedenken hat das Kreishaus auch bereits formuliert – und hat damit recht. Denn was nutzt es, wenn der Landkreis als Schulträger Kosten bei Personal, Sachkosten und Investitionen einspart, dadurch aber zum einen die Kosten für Schülerbeförderung steigen und leer stehende Schulgebäude auf dem Markt nicht verwertbar sind, totes Kapital werden. Und zum anderen durch veränderte Schülerströme einige Schulen baulich erweitert werden müssten, was haushalterisch gar nicht darstellbar ist. Dann würde Schulpolitik endgültig zum großen Mikado. Schließlich: Manche Vorschläge (z.B. Schließung Roswitha-Gymnasium Bad Gandersheim) dürften vor allem (regional-)politisch nicht durchsetzbar sein. Zumal zudem die Gymnasien in Einbeck und Northeim die Schüler aus der Kurstadt räumlich aktuell gar nicht komplett aufnehmen könnten. Womit wir wieder beim Mikado wären. Wer sich zuerst bewegt, hat verloren.

Und wenn dies alles noch nicht genug Stoff für schulpolitische Diskussionen gibt, haben CDU und FDP in diesen Tagen weitere Aspekte zur Debatte beigetragen. Dabei stets im attackierenden Oppositionsblick: die Schulpolitik der SPD-geführten Landesregierung, maßgeblich vertreten von ihrer Kreistagskollegin und Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD).

Der FDP-Landtagsabgeordnete und Kreistagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Christian Grascha hat von der Landesregierung erfahren, dass fünf mehrzügige Grundschulen im Landkreis Northeim derzeit ohne einen Schulleiter auskommen müssen. Welche Schulen konkret das sind, teilt der Liberale in diesem Zusammenhang zunächst nicht mit (auch die Landesregierung nennt die Schulen nicht Antw zu 2096_06.11). Grascha will den Schulleitern mehr Geld geben und weniger Unterrichtsstunden gewähren.

Heute bereicherte der FDP-Mann die schulpolitische Debatte um die Aussage, dass seine Partei und Fraktion die Gymnasien in Niedersachsen stärken wolle (Wortlaut: FDP 2014-11-14 Gymnasium Besuch Goethe). Seine Mitteilung fußt auf einem Besuch des FDP-Bildungsexperten Björn Försterling im Einbecker Gymnasium, der Goetheschule. Im Fokus der FDP: die IGS und die neuen Pläne der rot-grünen Landesregierung, die Gesamtschulen zukünftig zur ersetzenden und nicht mehr nur ergänzenden Schulform umzuwandeln. Denn das würde bedeuten, befürchtet die FDP, dass keine andere Schulform vor Ort angeboten werden müsste. Gymnasien brauchten nur noch mit einer Stunde Fahrzeit erreichbar sein. Christian Grascha: „Das kann für den Landkreis Northeim bedeuten, dass nur noch ein Gymnasium im ganzen Landkreis erhalten bleibt.” Wie realistisch das im Landkreis geopolitisch durchsetzbar sein soll (siehe oben), steht auf einem ganz anderen Blatt Papier, das Grascha offenbar nicht vorgelegen hat.

In der Goetheschule (v.l.): Schulleiter Hartmut Bertram, Björn Försterling, Marion Villmar-Doebeling, Christian Grascha.

In der Goetheschule (v.l.): Schulleiter Hartmut Bertram, Björn Försterling, Marion Villmar-Doebeling, Christian Grascha.

Grascha, Villmar-Doebling, Lindner

Grascha, Villmar-Doebling, Lindner.

Pikant an der Pressemitteilung der FDP von heute ist freilich, wer beim Besuch der FDP-Landtagsabgeordneten Grascha und Försterling neben dem Schulleiter noch dabei war und sich politisch-inhaltlich in der Presseinfo äußern durfte: Dr. Marion Villmar-Doebeling. Sie wird in der Mitteilung als “Elternvertreterin” tituliert. Was nicht im Text steht: Sie ist als Vorsitzende des Elternrates Mitglied des Schulvorstandes der Goetheschule, der weitreichende Befugnisse für die inhaltliche Weiterentwicklung des Einbecker Gymnasiums hat. Und: Villmar-Doebeling ist FDP-Mitglied! Erst seit ein paar Monaten, das aber bereits verhältnismäßig öffentlichkeitsbewusst. Im Februar war sie auf einem Pressefoto der neu aufgenommenen Mitglieder in Hannover zu sehen, erst vor wenigen Tagen lächelte sie an der Seite des FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner am Rande eines Strategietreffens zur Neuaufstellung der Liberalen in die Kamera. Da stellt sich mir die Frage: Als was hat sie denn an dem Besuch des FDP-Bildungspolitikers Försterling in der Goetheschule teilgenommen? Oder macht die Elternvertretung der Goetheschule jetzt FDP-Politik? (Anmerkung: Der Autor dieses Blogs ist ehrenamtlich Vorsitzender des Ehemaligen-Vereins der Goetheschule VE2R; mit dem Schulleiter besteht lediglich Namensgleichheit).

Die CDU-Kreistagsfraktion sieht die Schulpläne von Ministerin Heiligenstadt als “massiven Angriff auf die Schulvielfalt im Landkreis Northeim”, wie sie in einer Presseinformation schreibt (Wortlaut: CDU PM 23.2014 Auswirkungen des Schulgesetzes auf den LK Northeim). Und nennt “als kurzfristig extrem gefährdet” genau diejenigen Schulen, die auch der Landesrechnungshof erwähnt hat. Ein bisschen dürften die Christdemokraten aber auch darauf spekulieren, aus finanziellen Gründen notwendige Schulschließungen dem politischen Gegner in die Schuhe schieben zu können. Darauf deuten einige Aussagen in der Pressemitteilung hin: Die SPD im Kreistag habe ja die Beschlussfassung über die Schulentwicklungsplanung immer wieder verschoben, bis der Gesetzentwurf für den Landtag auf dem Tisch lag, meint die CDU. Der Landkreis Northeim sei offenbar “das Versuchslabor der SPD”, aus dem Kultusministerin Frauke Heiligenstadt “ein SPD-Vorzeigeprojekt” mit Einheitsschulen machen wolle.

IGS eingeschult

Symbaolische Schlüsselübergabe.

Symbolische Schlüsselübergabe durch Siegfried Pinkepank, Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) in Rot in der ersten Reihe.

Die Politik, auch wenn sie mit Ministerrang vertreten war, ist heute etwas in den Hintergrund getreten. Das war auch richtig so, schließlich ging es bei der Feier im Wilhelm-Bendow-Theater nicht allein um die Eröffnung der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Einbeck, sondern vor allem auch um die Einschulung für 109 Mädchen und Jungen in den 5. Klassen. Und nicht um bildungspolitische Kontroversen. Ganz ohne Politik ging es dann aber doch nicht ab, dafür sind die Auseinandersetzungen um die Gesamtschulen in Niedersachsen auch zu präsent.

„Heute ist ein besonders schöner Tag für Euch, aber auch für mich“, sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) in Richtung der neuen Schülerinnen und Schüler sowie der Eltern. Die Landesregierung bekenne sich „ohne Wenn und Aber“ zur IGS. Landesweit gibt es zum aktuellen Schuljahresstart 80 Integrierte und 35 Kooperative Gesamtschulen. Die Ministerin bedankte sich bei allen, “die mit gekämpft haben”. Dass es die neue IGS in Einbeck gebe, sei auch das Verdienst von Siegfried Pinkepank, dem Leiter der im gleichen Gebäude wie die IGS beheimateten Hauptschule. Über ein Jahrzehnt hat der Rektor der Wilhelm-Bendow-Schule für eine Gesamtschule in Einbeck gekämpft. Im Januar geht der dann 65-jährige Ahlshäuser in Pension. Seine Hauptschule läuft in den nächsten Jahren aus.

Landrat Michael Wickmann mit IGS-Schulleiterin Sandra Meusel.

Landrat Michael Wickmann mit IGS-Schulleiterin Sandra Meusel.

Es sei schon lange her, dass der Landkreis als Schulträger eine neue Schule eingeweiht habe, sagte heute der Landrat. Durch die neue Einbecker Gesamtschule gebe es zwar nicht mehr Schüler im Landkreis Northeim, aber einen sinnvollen schulischen Wettbewerb untereinander, erklärte Michael Wickmann. Da bin ich mal gespannt, wie die anderen Schulen auf die Herausforderung IGS in Einbeck reagieren werden. Konkurrenz belebt das Geschäft. Wichtig ist allerdings, dass der Wettbewerb fair abläuft und alle gleiche Chancen haben.

Eine Schule sei dann gut, wenn sie akzeptiert werde und dann schlecht, wenn sie das Ergebnis politischer Ränkespiele sei, sagte der Landrat. „Es war richtig, was wir im Kreistag beschlossen haben, der Elternwillen zeigt das“, sagte Wickmann. Und dass die aus Gillersheim stammende Kultusministerin als Kreistagsabgeordnete die IGS Einbeck mit beschlossen habe, sagte der Landrat auch.

Übrigens waren Vertreter aller Parteien bei der Eröffnungsfeier dabei. Einzig die FDP, die ja auch nicht gerade als Freundin der Gesamtschule bekannt ist, fehlte in den ersten Reihen. Und Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (CDU) war lieber bei einer Straßenfreigabe in Vardeilsen, ihr Stellvertreter Alexander Kloss (SPD) sprach dann auch von zwei Straßen, die heute fast zeitgleich eingeweiht würden. Die IGS Einbeck sei eine “Autobahn in eine neuen Einbecker Bildungsdimension”.

Gespannte Ministerin

Ministerin Frauke Heiligenstadt (Mitte) mit Vertretern der Kornhaus-Stiftung, der Stadt und der SPD-Kreistagsfraktion.

Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (Mitte) mit Vertretern der Kornhaus-Stiftung, der Stadt Einbeck und der SPD-Kreistagsfraktion vor dem entstehenden PS-Speicher mit Blick auf das Haus der Jugend.

Eine knappe Stunde hat sich Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) gestern das Projekt PS-Speicher erläutern lassen und sich vor Ort im einstigen Kornhaus darüber informiert, wie der Stand der Bauarbeiten ist. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Besucher kommen. “Das ist ein einzigartiges Projekt in Niedersachsen”, sagte Heiligenstadt. “Ich bin sehr gespannt auf die weitere Entwicklung.” Möglicherweise werde der PS-Speicher, der auch mit Landesmitteln gefördert wird, ein sogenannter außerschulischer Lernort, sagte die Ministerin über ihre Ressortzuständigkeit bei dem Projekt. Der PS-Speicher kooperiert mit der nahen BBS.

Auf meine Frage, ob ihr denn PS-Speicher-Macher Karl-Heinz Rehkopf den genauen Eröffnungstermin der Ausstellung verraten habe, musste die SPD-Politikerin lächelnd verneinen, “aber ich war neugierig”. So viel ließen sich die Chefs der Kulturstiftung Kornhaus dann doch entlocken: Vor dem nächsten Winter, vor Weihnachten. 2014 jedenfalls wird der PS-Speicher in jedem Fall seine Pforten öffnen.

Keine bislang unbekannten neuen Informationen gab es entgegen der Ankündigung über die Bauarbeiten der Kulturstiftung auf dem heutigen Gelände des Hauses der Jugend und des ehemaligen DRK-Jugendgästehauses. Karl-Heinz Rehkopf erklärte, ihn beschwere es, dass es bislang nicht gelungen sei, einen Ersatzstandort für das Jugendzentrum zu finden. Drei Alternativstandorte stehen bekanntlich zu Auswahl. Karl-Heinz Rehkopf wünschte sich, dass zügig entschieden werde und dass mit den Bauarbeiten möglichst begonnen worden sei, wenn der PS-Speicher öffne…

Einbecker Gildentag-Bildung

Zum Fotografieren mit dem roten Handy kommt sie als Ministerin nur noch selten: Frauke Heiligenstadt. Archivfoto

Zum Fotografieren mit dem roten Handy kommt sie als Ministerin nur noch selten: Frauke Heiligenstadt. Archivfotos

Gildentag 2013: Frauke Heiligenstadt, Christian Grascha, Kreishandwerksmeiser Hermann-Josef Hupe.

Gildentag 2013: Frauke Heiligenstadt, MdL Christian Grascha, Kreishandwerksmeiser Hermann-Josef Hupe.

Das alte Jahr neigt sich dem Ende, da trudeln die ersten Einladungen für das neue Jahr ein. Ein fester Termin seit Jahren mit durchaus politischer Note ist der Gildentag der Kreishandwerkerschaft Northeim-Einbeck, stets Ende Januar und abwechselnd zwischen Einbeck und Northeim verortet. 2014 ist Einbeck Gastgeber. Und der Blick auf die Rednerliste zeigt bekannte, seit Jahren bei dieser Veranstaltung vertraute Namen – auch solche, die Abschied nehmen. Aber vor allem bietet der Gildentag in Einbeck 2014 neue, frische Rednerinnen-Power.

Den Festvortrag übernimmt Frauke Heiligenstadt (SPD), die als niedersächsische Kultusministerin noch kein Jahr im Amt ist und der der Gegenwind der Lehrer kräftig ins Gesicht bläst. “Gute Bildung – eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe” ist ihr Thema vor den Handwerkern. Beim vergangenen Gildentag in Northeim war sie zwar seit neun Tagen in den Landtag wiedergewählt, aber (offiziell zumindest) noch keine Ministerin. Blumen gab’s vom Kreishandwerksmeister Hermann-Josef Hupe trotzdem.

Dr. Sabine Michalek mit Superintendent Heinz Behrends.

Dr. Sabine Michalek mit Superintendent Heinz Behrends.

Grußworte sprechen beim Gildentag 2014 zwei in diesem Jahr neu Gewählte: Michael Wickmann als Landrat (und Gastgeber im BBS-Forum) und Dr. Sabine Michalek als neue Bürgermeisterin der Gildentags-Gastgeberstadt Einbeck. Vor einem Jahr war die neue Rathauschefin frisch gewählt und konnte beim Gildentag in Northeim die Glückwünsche entgegen nehmen. Der Landrat ist zwar wohl so lange schon Gast bei einem Gildentag wie kaum ein anderer (schließlich ist er bereits seit 2002 Landrat). Mit seiner Wiederwahl im Oktober ist Wickmann noch acht Handwerkertage im Dienst.

Und ein letztes geistliches Wort bei einem Handwerkertag spricht Heinz Behrends – jedenfalls als Northeimer Superintendent. Als solcher geht er nämlich im Spätsommer in den Ruhestand.

Die Kreishandwerkerschaft, die sonst schon öfter ob der bemühten politischen Neutralität in Wahljahren auf politisch unverdächtige Festredner (beispielsweise solche aus der Wirtschaft oder aus dem Sport) ausgewichen ist, kann 2014 trotz der im Mai anstehenden Europawahl und mehrerer Bürgermeisterwahlen (u.a. in Dassel und Bad Gandersheim) befreit agieren. Alle auf der RednerInnen-Liste stehenden PolitikerInnen sind jüngst 2013 in ihre Ämter gekommen, selbst der Präsident der Handwerkskammer, Delfino Roman (Hildesheim), ist erst seit diesem Jahr im Amt, nachdem der Einbecker Jürgen Herbst im Januar den Präsidenten-Posten nach Vorwürfen hingeworfen hatte. Für den Steinmetz aus Hildesheim ist der Einbecker Gildentag 2014 Premiere.

Übrigens: Auch den Handwerkerball  als das gesellschaftliche Event des Jahres haben viele schon jahrelang genossen. Moderiert wird die 2014-er Veranstaltung – natürlich – von einem Einbecker: Dennie Klose.