Die Berufsbildenden Schulen Einbeck sind mit großen digitalen Schritten auf dem Weg zur Schule von morgen. Welche Rolle dabei die Künstliche Intelligenz (KI) spielen kann, darüber informierte sich jetzt Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) bei einem Besuch der BBS, die seit zwei Jahren eine so genannte iPad-Schule ist und das komplette, gut 100-köpfige Kollegium mit den passenden Geräten durchdigitalisiert hat.
Dadurch ist die Schule so aufgestellt, dass KI nutzbar wird. Ziel der BBS ist, dass kein Schüler mehr ohne die zukunftsweisende Schlüsselkompetenz KI die Schule verlässt. Dabei verstehe man die KI als Lernassistent, als Co-Pilot. Den Umgang mit diesem Werkzeug gelte es verantwortungsvoll zu lehren und zu lernen, sagte BBS-Schulleiter Renatus Döring. Die Schule fördert selbstgesteuertes, selbstwirksames Lernen, KI-Tools wie Fobizz können die Schüler dabei unterstützen, Ideen zu suchen, Texte zu strukturieren, Rechtschreibung und Ausdrucksfähigkeit zu verbessern. Aber: Die Schüler bleiben dabei immer selbst verantwortlich für das Ergebnis, KI darf nur benutzt werden, wenn die Lehrkraft es erlaubt, ansonsten gilt das als Täuschungsversuch. „KI ist ein Werkzeug, kein Ersatz für eigene Leistung“, heißt es im KI-Leitfaden für Schülerinnen und Schüler.
Die BBS Einbeck macht mit beim Innovationslabor „Künstliche Intelligenz (KI) im Unterricht – Schule von morgen heute gestalten“ der Robert-Bosch-Stiftung. Die BBS startet dabei gemeinsam mit drei weiteren berufsbildenden Schulen ab dem Schuljahr 2026/2027 ein Innovationsprojekt. Ziel ist es, das asynchrone Lernen der Schüler zu fördern, indem die Schulen individualisierte Lernwege entwickeln und KI für die Erstellung von Lernmaterialien sowie automatisiertes Feedback nutzen. Die Schulen entwickeln einen Chatbot zur automatisierten Generierung von Lernmaterialien auf verschiedenen Niveaus, um das Kollegium zu unterstützen. Das kommende Schuljahr werde man noch für die Vorbereitungen benötigen, den umfangreichen Lernstoff und Lehrplan entsprechend zu digitalisieren und für die KI aufzubereiten, schilderte Schulleiter Renatus Döring der Kultusminsterin. „Aber dann bleibt kein Stein mehr auf dem anderen.“
Wie das dann aussehen kann, das durfte Kultusministerin Julia Willie Hamburg einmal selbst ausprobieren, indem sie in den Chatbot einen Prompt eingab, also eine Aufforderung, um spezifische Antworten und Informationen zu erhalten. BBS-Abteilungsleiterin Anna-Lena Engelhardt zeigte der Ministerin, wie aus ihrem einzigen eingetippten Wort binnen weniger Minuten die KI eine Aufgabe auf drei unterschiedlichen Niveaustufen erstellte und die Lösungen gleich mitlieferte. Ziel ist eine berufliche Gemeinschaftsschule, in der Schüler künftig auf eigenen Lernpfaden im eigenen Tempo lernen und die entsprechenden Abschlüsse erreichen können.

