Bei Stroit soll nicht allein ein 50 Hektar großer Solarpark entstehen, sondern zeitgleich sollen nahe der nördlichsten Einbecker Ortschaft auf den dortigen Vorrangflächen neue Windräder gebaut werden. Die Genehmigung für diesen Windpark Stroit liegt seit 2022 vor, im Februar sollen jetzt die Bauarbeiten ausgeschrieben werden, um im kommenden Jahr bauen zu können, hieß es im Ausschuss. Durch beide Energieprojekte könne man Synergieeffekte nutzen und beispielsweise das vorgesehene Umspannwerk gleich für Solar- und für Windpark einsetzen; perspektivisch sei außerdem eine Verknüpfung mit moderner Speichertechnologie realisierbar, sagte Projektentwickler Eugen Firus von der Firma Terravent (Leer). Der Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung hat einstimmig grünes Licht für den Start der Planungen für den Solarpark Stroit gegeben.
Die Pläne für den Solarpark Stroit mit seiner Nennleistung von 60 Megawatt auf rund 50 Hektar Photovoltaikfläche hat Terravent nach eigenen Angaben bereits 2023 bei der Stadt Einbeck vorgestellt. Das Planungsverfahren für Änderung von Flächennutzungsplan und einen neuen Bebauungsplan inklusive Beteiligung von Öffentlichkeit, Ortsräten und den so genannten Trägern öffentlicher Belange ist für den Sommer vorgesehen, im Herbst dieses Jahres erhofft sich Terravent den abschließenden Satzungsbeschluss der Politik, um 2026 bauen zu können, sagte Projektentwickler Eugen Firus im Ausschuss. Das sei „sportlich“, aber machbar. Der Solarpark Stroit wird für die Kommune eine Erlösbeteiligung von rund 120.000 Euro erwirtschaften; auch Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger könne es unter Umständen geben, sagte Firus. Über die Höhe der Gesamtinvestitionen für den Solarpark Stroit möchte Terravent auch auf ausdrückliche Nachfrage zunächst nichts sagen, bei Investitionen spielten viele Faktoren eine Rolle, hieß es.
Auf entsprechende Nachfragen in der Einwohnerfragestunde, vor Ort erst spät von den Solarpark-Plänen erfahren zu haben, reagierte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek mit einem Vergleich, das sei die Frage was zuerst da sei, Henne oder Ei. Ihre Stadtverwaltung habe sich für den Weg entschieden, zunächst die gesamte Stadtpolitik zu informieren und zu beteiligen und dann im nächsten Schritt selbstverständlich auch die betroffenen Ortschaften.
Für die Windenergieanlagen auf den ausgewiesenen Vorrangflächen sind Genehmigungen des Landkreises Northeim ausreichend, die Kommune wird lediglich im Vorfeld um Stellungnahme gebeten. Wie die Stadt Einbeck auf meine Nachfrage erläuterte, hat der Landkreis Northeim der Firma SAB Projektentwicklung GmbH & Co. KG im März 2022 die Genehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) für Errichtung und Betrieb von neun Windenergieanlagen in den Gemarkungen Voldagsen, Brunsen und Stroit erteilt. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens haben sich auch der Ortsrat und der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Sanierung mit der Thematik befasst (Vorlage 2020/0048). Genehmigt wurde Windräder des Herstellers Vestas mit einer Nabenhöhe von 169 Metern (Rotordurchmesser 162 Meter; Gesamthöhe 250 Meter) mit einer von Nennleistung 5,6 MW. 2024 wurde der zwischenzeitlich gegründeten Windpark Voldagsen GmbH & Co. Betriebs-KG durch den Landkreis Northeim eine Änderungsgenehmigung gemäß § 16 BImSchG erteilt, denn jetzt soll der modernisierte Anlagentyp Vestas V162 mit einer höheren Nennleistung von 6,2 MW gebaut werden. Der Windpark Voldagsen GmbH & Co. Betriebs-KG wurde durch den Landkreis Northeim am 12. Dezember 2024 die Genehmigung nach BImSchG für Errichtung und Betrieb von einer weiteren Windenergieanlagen in der Gemarkung Wenzen erteilt. Der zuständige Ortsrat wurde im Rahmen des Genehmigungsverfahrens beteiligt und in seiner Sitzung am 30. Mai 2024 informiert (Vorlage 2024/1402). Hierbei handelt es sich laut Stadt Einbeck um den Anlagentyp Vestas V172 mit einer Nabenhöhe 175 Meter (Rotordurchmesser 172 Meter; Gesamthöhe 261 Meter) und einer Nennleistung von 7,2 MW.
(Aktualisiert 21.01.2025)
Anmerkung: In einer ersten Version dieses Beitrages war die Rede davon, dass Terravent auch den Windpark Stroit bauen werde. Dieser Eindruck war beim Autor in der Ausschusssitzung entstanden. Terravent stellte hingegen inzwischen klar, dass der Windpark ein Kooperationsprojekt mit einem Betreiber sei. Planung, Genehmigungsverfahren und die Umsetzung des Windparks realisiert die SAB Windteam GmbH (Kiel). Terravent sei mit zwei Windrädern am Windpark beteiligt, erklärte ein SAB-Sprecher.
