Treppenanlage soll solar beleuchtet werden

Die Treppenanlage in der Verlängerung der Kapellenstraße zum Negenborner Weg wird Solarleuchten bekommen, die als Modellanlage der Stadtwerke in Einbeck dienen sollen. Das hat der Bauausschuss einstimmig empfohlen und damit einen Antrag von Ratsherr Alexander Kloss (parteilos) zumindest in Teilen umgesetzt. Kloss hatte ursprünglich vorgeschlagen, den gesamten Weg mit bislang komplett fehlender Straßenbeleuchtung auszustatten, da dieser Fuß-/Radverbindungsweg von vielen früh morgens genutzt werde.

An der Treppenanlage sollen Solar-Straßenleuchten installiert werden.

Die Stadtverwaltung hatte zum Kloss-Vorschlag vorgebracht, auf dem gesamten Weg-Abschnitt etwa neun oder zehn Leuchten installieren zu wollen, die Verkabelung der Kapellenstraße sei aus Richtung Negenborner Weg bis unterhalb der vorhandenen Treppenanlage bereits vorhanden, weiter jedoch nicht. Deshalb seien Tiefbau- und Leitungsarbeiten für insgesamt rund 36.000 Euro notwendig. Nach Einschätzung der Bauverwaltung wäre diese Maßnahme für die Anlieger außerdem beitragspflichtig.

Diesen Hinweis nannte Ratsherr Alexander Kloss „bizarr“, das sei ja ebenso wie bei der jüngsten Debatte um den ZOB, meinte er. Es gebe in diesem Bereich der Straße gar keine Anwohner, keinerlei Wohnbebauung. „Die angrenzenden Flächen werden ausschließlich durch die Kleingartenkolonie Ostland, einige städtische Gartenflächen sowie ein landwirtschaftliches Versuchsfeld der KWS gebildet“, sagte Kloss. Nutznießer der Beleuchtung seien jedoch fast durchweg Berufspendler zu Fuß oder per Fahrrad, Kindergartenkinder mit ihren Eltern oder alleine sowie Schulkinder und Friedhofsbesucher.

Die Aussage der Stadtwerke in der Beratungsvorlage, eine Installation solarbetriebener Leuchten mache wegen zu geringer Sonnenstunden keinen Sinn, wirke „geradezu absurd“, sagte Kloss. Schließlich vermarkten doch die Stadtwerke selbst seit einiger Zeit ein Photovoltaik-Programm für Hausdächer. „Wenn bei unseren Stadtwerken bislang keine Praxiserfahrungen mit solarbetriebenen Straßenleuchten vorliegen, dann wird es höchste Zeit, sie zu sammeln“, forderte der parteilose Ratsherr. Die Leuchten müssten ohnehin nicht die ganze Nacht hindurch eingeschaltet bleiben, sondern könnten von 0 bis 4 Uhr in einen Stromsparmodus versetzt oder sogar ganz ausgeschaltet werden.

Dietmar Bartels (Grüne) und Armin Hinkelmann (GfE) hatten sich die Örtlichkeiten persönlich angeschaut, wie sie in der Diskussion sagten, und plädierten für den Kompromiss. Karsten Armbrecht (CDU) sagte, er kenne den Weg aus Feuerwehreinsätzen während der Brandstiftungsserie im vergangenen Jahr und signalisierte ebenfalls Zustimmung zur Solarleuchten-Variante. Rolf Hojnatzki (SPD) hätte den Antrag am liebsten nochmal eine Planungsschleife drehen lassen, mit Blick auf Straßenausbaubeiträge hätte er gerne noch die Kostenaufteilungen ermitteln lassen, schloss sich dann aber der Mehrheit für einen Konsensvorschlag an, den Dietmar Bartels unterbreitet hatte.

Vom Negenborner Weg führt der Fuß-/Radweg über die Treppe auf die Verlängerung der Kapellenstraße in Richtung Friedhof.

Allerlei Anträge

Die Tagesordnung der jüngsten Stadtrat-Sitzung am Mittwoch enthielt insgesamt sieben Anträge von unterschiedlicher Diskussionsreife.

Während die meisten zur weiteren Beratung wie üblich in die Fachausschüsse überwiesen wurden, hatte der FDP-Antrag zur Hundesteuerbefreiung diese Schleife schon gedreht und wurde mit breiter Mehrheit abschließend abgelehnt. Ein Antrag der Gelb-Grünen-Gruppe (aus FDP und Grünen), mobile Luftreinigungsfilter für Schulen und Kitas zu beschaffen, wird wegen der Eilbedürftigkeit einen ungewohnten Weg gehen, damit er in den Fachausschüssen im Januar bereits abschließend entschieden werden kann. „Sonst ist der Winter vorbei“, hätte sich Dr. Reinhard Binder (FDP) eine noch schnellere Befassung in einer Sondersitzung gewünscht. Selbst wenn man sich vor Weihnachten noch treffe, passiere doch über die Feiertage ohnehin nichts, und der nächste Schulausschuss sei ohnehin am 21. Januar, sagte Antje Sölter (CDU). Durch eine von Rolf Hojnatzki (SPD) vorgeschlagene Temporunde über den Verwaltungsausschuss am 16. Dezember und ein anschließende Fraktionsberatung über die Feiertage soll die Abschlussentscheidung am 21. Januar getroffen werden. Frank-Dieter Pfefferkorn (GfE/Bürgerliste) schloss sich der Sorge um die Schüler durch die mangelhafte Belüftungssituation in der Pandemie an, freilich kenne die Schulverwaltung des Landes das Problem bereits seit dem Frühjahr und wolle ja offenbar keine andere Beschulung als Präsenzunterricht. Die Kommunen könnten nicht immer dann ins Spiel kommen, wenn’s klemme.

Den SPD-Antrag nach Downhill-Strecken möchte Karsten Armbrecht (CDU) erweitert sehen, bei der Diskussion im Fachausschuss auch gleich Menschen aus der Downhill- oder Mountainbike-Szene zu beteiligen, ebenso Jagdpächter potenzieller Strecken. Nur so gewinne man gleich und ohne Umwege Akzeptanz für die Strecken.

Der SPD-Antrag nach Trauungen unter freiem Himmel fand auch Zuspruch bei der CDU. Ratsherr Albert Eggers regte an, neben dem vorgeschlagenen Stiftsgarten weitere Orte, auch in den Ortsteilen, mit zu bedenken, beispielsweise die Greener Burg oder die Heldenburg Salzderhelden. Eunice Schenitzki (SPD) warb für den Antrag ihrer Fraktion „Heirate lieber ungewöhnlich in Einbeck“. Man könne inzwischen am Strand heiraten, da könne Einbeck mit seiner Fachwerk-Kulisse und dem Grüngürtel mithalten. Der Stiftsgarten biete sich als würdiger Rahmen von außergewöhnlicher Schönheit an, sagte Schenitzki.

Gleich drei Anträge hatte der parteilose Ratsherr Alexander Kloss gestellt, und diesmal begründete er im Stadtrat auch seine Vorstöße, die alle drei in den Bauausschuss zur konkreten Beratung verwiesen wurden. So hatte ich mir das übrigens schon in der letzten Sitzung gewünscht und nur deswegen kritisiert. Zumal dem ehemaligen Sozialdemokraten durch seine nunmehrige Fraktionslosigkeit nur das Podium der Ratssitzung zur Verfügung steht. In Zukunft jedoch wird Kloss im Kultur-, Tourismus- und Wirtschaftsförderung-Ausschuss beratendes Mitglied sein.

Für den Antrag „Sauberkeit öffentlicher Gebäude“, mit dem Kloss die wilden Graffiti in den Griff bekommen möchte, gab’s Kritik von der CDU. Heidrun Hoffmann-Taufall nannten bereits vorhandene Initativen wie „Kunst an Kästen“ oder die Street-Art-Meile. Überhaupt sei Einbeck sauber und ordentlich, „da können wir uns nicht beschweren“.

Viel Abstand und Platz, aber wenig geheizt und zugig war es bei Ratssitzung in der Sporthalle.

Bauhof bewirtschaftet Stadion

Das August-Wenzel-Stadion in Einbeck, umrahmt von alten Bäumen.

Es könnte durchaus auch Waldstadion heißen, das Stadion in Einbeck. Viele alte Bäumen stehen um das Rasenrund und geben der weitläufigen Sportanlage an der Schützenstraße fast einen parkähnlichen Charakter. Der gepflegt werden soll. Und damit fangen die Probleme an. Denn das kostet natürlich Geld, rund 140.000 Euro pro Jahr sind kalkuliert. Viel Geld. Das meinte angesichts der geringeren Kosten, die für die Pflege von Dorfsportplätzen anfallen, in der jüngsten Sportausschuss-Sitzung Karsten Armbrecht (CDU). Da müsse sich doch noch Geld einsparen lassen.

Zwischenzeitlich gab es ein Angebot der SVG Einbeck, das August-Wenzel-Stadion weiter zu bewirtschaften. Doch im Sommer folgte der Rückzieher des Fußballvereins. Wohl aus finanziellen Gründen und weil „eine Neuordnung der finanziellen Situation des Vereins“ angestrebt werde, heißt es dazu aus dem Rathaus. Die SVG kümmert sich jetzt nur noch um die für den unmittelbaren Spielbetrieb notwendigen Arbeiten (Abkreiden, Tore, Eckfahnen etc.).

Dadurch war der Kommunale Bauhof der Stadt Einbeck wieder im Spiel. Nach dem Abspringen der SVG, die bislang die Anlage im Auftrag pflegte, hat der Verwaltungsausschuss im Januar die Arbeiten kommissarisch an den Bauhof vergeben. Private Unternehmen darf die Stadt laut einem Grundsatzbeschluss, die Leistungen vom Bauhof abzufordern, nicht fragen. Der Bauhof führt die Pflege der Stadionanlage bislang mit dem vorhandenen Personal und den Gerätschaften des Bauhofes im Rahmen seiner Möglichkeiten durch und stößt dabei an die Grenzen seiner Kapazitäten. Für mehr Personal und Maschinen benötigt der Bauhof eine langfristige Perspektive und Planungssicherheit. Die hat der Sportausschuss nach einer Sitzungsunterbrechung einvernehmlich geboten: Bis 2024 wird dem Bauhof die Stadionpflege übertragen, in diesen fünf Jahren soll es im VA quartalsweise Budget-Übersichten und Berichte geben, um gegebenenfalls frühzeitig reagieren zu können und die Kosten besser steuern zu können. Kämmerin Brigitte Hankel hatte in der Debatte davor gewarnt, pauschale Summen von den 140.000 Euro zu streichen, nur um weniger in den Haushalt einplanen zu müssen. Das vom Bauhof kalkulierte Angebot müsse man schon ernst nehmen, der Betrieb solle außerdem ja wirtschaftlich arbeiten.

Die Verwaltung ist außerdem aufgefordert, noch einmal mit dem Landkreis Northeim zu sprechen, welchen finanziellen Beitrag er denn leisten möchte, weil Schulen die Anlage im Sportunterricht nutzen. Der Landkreis hatte sich bislang einen schlanken Fuß gemacht und wollte sozusagen in Naturalien zahlen: mit seinem Bauhof einige Arbeiten erledigen. Welches Signal das in Zeiten des Klimawandels wäre, wenn nicht nur sprichwörtlich aus Northeim der Rasenmäher anreist, hat sich wahrscheinlich niemand so richtig gemacht. „Es kann sich nicht jeder die Rosinen herauspicken“, warnte Marcus Seidel (SPD) im Sportausschuss und warb für die Bauhof-Offerte – und das nicht nur, weil er Vorsitzender des Bauhof-Betriebsausschusses ist, zu recht.

Vielleicht sollte man doch einen Teil des Stadions – zumindest haushalterisch – zum öffentlichen Grün zuschlagen, denn der parkähnliche Altbestand von Bäumen prägt schließlich auch das Viertel um Schützenstraße, Ivenstraße und Carl-Diem-Weg. Das würde jedenfalls zu vergleichbareren Summen für die Bewirtschaftung von Sportplätzen in den Ortschaften und in der Kernstadt führen.

Meine Bürgermeisterin…

Einige hatten meine Bitte eine Zeit lang durchaus ernst genommen und beherzigt, aber gerade in jüngster Zeit fallen die meisten wieder auffällig in die gewohnten Floskel-Routinen zurück, fällt mir jedenfalls auf. „Herr Vorsitzender, Frau Bürgermeisterin, meine Damen und Herren“, dieser Beginn eines jeden Redebeitrags in Fachausschüssen oder im Stadtrat hat jüngst zu einem Lapsus geführt. „Meine Bürgermeisterin…“, setzte da Karsten Armbrecht (CDU) an, und verbesserte sich unter der Heiterkeit seiner Kollegen schnell selbst (obwohl es ja gewissermaßen politisch „seine“ Bürgermeisterin ist). Dirk Heitmüller (SPD) nahm den Versprecher seines Kollegen wenig später humorig auf, sagte zu Beginn seiner Wortmeldung auch „meine Bürgermeisterin“, was seine neben ihm sitzenden Genossen durchaus zucken ließ. Heiterkeit im gesamten Hause, würde ein Parlamentsprotokoll hier vermerken. Ich versuche es heute noch einmal mit meiner Bitte, in der Diskussion in politischen Gremien doch diese Floskeln wegzulassen (die in ihrer oftmals heruntergeleierten Routine nichts Respektvolles mehr haben), sondern gleich und direkt zum Thema und zum Inhalt zu kommen. Herr Vorsitzender, liebe Ratsmitglieder, vielen Dank.

CDU: Wieder Adventskalender für Tafel

Karsten Armbrecht, Antje Sölter, Thomas Döhrel, Beatrix Tappe-Rostalski, Heinz-Hermann Wolper mit den Adventskalendern.

Wie bereits in den vergangenen Jahren hat die CDU Einbeck auch jetzt wieder Adventskalender für die Einbecker Tafel gespendet. Familien mit Kindern bis 12 Jahre werden rechtzeitig einen der 100 Schoko-Kalender für die Adventszeit erhalten. Derzeit sind insgesamt rund 400 Empfänger in 120 Bedarfsgemeinschaften bei der Einbecker Tafel registriert, berichtete Thomas Döhrel den Christdemokraten. Seit knapp einem Jahr werden die Lebensmittel im Tafelladen an der Ecke Münsterstraße/Hohe Münsterstraße nur noch einmal pro Woche, nämlich donnerstags von 15 bis 17.30 Uhr, ausgegeben. Die Resonanz in den spendenden Lebensmittel-Geschäften sei weiterhin gut, leider werde es aber immer schwerer, ehrenamtliche Helfer zu finden, sagte Döhrel. Interessierte können sich im Pfarrbüro der Evangelischen Kirchengemeinde, 05561 / 72013, melden oder per E-Mail info@einbecker-tafel.de Oder aber sie schauen einfach am Donnerstag bei der Lebensmittel-Ausgabe vorbei und sprechen einen der Helfer direkt an. Im nächsten Jahr wird die Tafel zehn Jahre alt.

Buslinie 230 nicht einfach preisgeben

Bushaltestelle bei KWS.

Auf der Grimsehlstraße unterwegs: die Linie 230 in Höhe Bushaltestelle bei KWS.

Die Stadt Einbeck spricht sich gegen die von der Ilmebahn GmbH beantragte Entbindung von der Betriebspflicht für die Buslinie 230 aus und wird eine negative Stellungnahme an die Landes-Nahverkehrsgesellschaft (LNVG) abgeben. Das hat der Stadtentwicklungausschuss des Stadtrates gestern Abend einstimmig beschlossen. Und auch der Landkreis Northeim sowie der Zweckverband Süd-Niedersachsen (ZVSN) teilten die Ansicht der Stadt Einbeck, sagte Bauamtsleiter Frithjof Look. Hoffnung also für die so wichtige Buslinie mit Haltestellen in Industrie- und Wohngebieten, die Einbeck-Zentrum mit dem Bahnhof Salzderhelden und weiter Vogelbeck und Northeim verbindet. Sie komplett mit Beginn der reaktivierten Schienenstrecke zwischen Einbeck-Mitte und Salzderhelden ab 10. Dezember 2017 aufzugeben, ist für viele kaum vorstellbar. Allenfalls eine Ausdünnung der Taktung, sobald parallel der Zug pendelt, könnten sich die meisten vorstellen, das sei von vorneherein ja auch klar gewesen, das wurde in der Debatte im Fachausschuss des Einbecker Stadtrates deutlich.

Atmosphärisch und kommunikativ hat sich in den vergangenen Tagen hinter den Kulissen einiges getan, Verbesserung tat hier auch dringend Not. Im nicht-öffentlichen Kreisausschuss des Northeimer Kreistages wie auch im Verwaltungsausschuss des Einbecker Stadtrates waren in dieser Woche hochrangige Vertreter der Ilmebahn persönlich anwesend, antworteten dort auf Fragen der Politik, berichteten den Sachstand der Reaktivierung. Besonders von der CDU war zuletzt immer wieder die „absolute Geheimniskrämerei“ kritisiert worden, wie es Beatrix Tappe-Rostalski am Donnerstag noch einmal sagte. Der Stadtrat hätte sich wohler gefühlt, wenn er rechtzeitig informiert worden wäre und wenn Ilmebahn-Vertreter dort schon Rede und Antwort gestanden hätten. Die CDU hatte die Unterrichtung in Kreisausschuss und Verwaltungsausschuss zum Thema gemacht. Vor allem der Unterschriften-Termin am Tag nach der Ratssitzung ist einigen bis heute übel aufgestoßen. Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek erklärte im Ausschuss auf Nachfrage von Karsten Armbrecht (CDU) und Heidrun Hoffmann-Taufall (CDU), sie sei über den am Tag nach der Stadtrat-Sitzung stattgefundenen Hannover-Termin nicht vorher informiert gewesen. Die Nachfrage Armbrechts, warum die Bürgermeisterin (die im Aufsichtsrat der Ilmebahn sitzt) als 30-Prozent-Beteiligung nicht zu dem Termin eingeladen war, blieb gestern offen. Sicher ist, dass sich der Aufsichtsrat der Ilmebahn mit der Materie in seiner Juni-Sitzung beschäftigen wird.

Die SPD hätte gerne in die Buslinien-Stellungnahme der Stadt Einbeck an die LNVG eine Formulierung eingebaut, dass alle grundsätzlich die Reaktivierung der Bahnstrecke Einbeck-Salzderhelden begrüßen. Am Ende konnten sich die Sozialdemokraten damit nicht durchsetzen, dieses Bekenntnis sei bekannt, selbstverständlich und inhaltlich am Thema vorbei, beschied die Mehrheit und auch die Verwaltung. Man solle jetzt nicht so überrascht tun, sagte SPD-Fraktionschef Rolf Hojnatzki, dass die Schienenverbindung für die Buslinie 230 nicht folgenlos bleiben werde, sei lange bekannt. Die Ilmebahn sei nur den formalen Schritt gegangen, zuständig sei der ZVSN, nahm Hojnatzki die Ilmebahn in Schutz. Er hatte die Angst, dass in Hannover falsch zum Ausdruck komme, dass die 230 so toll und wichtig sei, dass die Bahnstrecke dabei aus dem Auge verloren werde. Daher die Bekenntnis-Bitte. Wunsch müsse sein, so Hojnatzki, die Buslinie so lange (eingeschränkt getaktet) zu erhalten, bis die Zug-Durchbindung von Mitte bis Göttingen realisiert sei – und möglichst, bis der zusätzliche Haltepunkt Otto-Hahn-Straße bei KWS umgesetzt ist.

Wann dieser zusätzliche Haltepunkt jedoch Realität wird, ist derzeit völlig offen. Die Stadt ist mit dem Ausschuss-Beschluss jedenfalls aufgefordert, in ihrer Stellungnahme darauf hinzuweisen, dass der Haltepunkt notwendig ist. Die seit 2015 gewünschte Haltestelle bei KWS ist nicht mit in die Planungen einbezogen worden. An wem liegt das? Keine Antwort. Sie muss jetzt mit einem separaten Planfeststellungsverfahren umgesetzt werden, was jedenfalls KWS erst seit Herbst vergangenen Jahres bekannt ist. Vor 2020 dürfte das also nichts werden. Georg Folttmann, Leiter Logistik, Technology & Real Estate bei der KWS Saat SE, machte im Stadtentwicklungsausschuss unmissverständlich deutlich, dass Einbecks größter Arbeitgeber den öffentlichen Haltepunkt unverändert wolle – und bis zu einer Summe von 250.000 Euro auch bezahlen wolle. 20.000 Euro an Planungskosten habe man schon ausgegeben, bereits im September 2015 schriftlich erklärt, die damals genannte Summe für den Haltepunkt in Höhe von 50.000 Euro tragen zu wollen. Inzwischen habe der KWS-Vorstand auch für die aktuellsten Kostenschätzungen in Höhe von 250.000 Euro für den Haltepunkt signalisiert, diese übernehmen zu wollen. Dann sei aber auch mal Schluss. Das jüngste Ansinnen, die für das Unternehmen an der Grimsehlstraße so wichtige Buslinie 230 streichen zu wollen, habe KWS alarmiert. Sollte das der Fall sein, würden nicht wie immer versprochen die hoch frequentierten Stellen in Einbeck angebunden an den öffentlichten Nahverkehr. Folttmann: „Das wäre eine echte Katastrophe.“ Pendelnde und dienstreisende Mitarbeiter und Unternehmens-Besucher gleichermaßen könnten bei Wegfall der Buslinie 230 KWS so gut wie nicht mehr erreichen außer mit dem Auto oder zu Fuß vom Bahnhof Mitte. Die Verantwortung werde von Behörde zu Behörde geschoben, anscheinend gebe es keine Institution, die das Gesamtprojekt steuere, einen direkten Ansprechpartner im Wirtschaftsministerium zu bekommen, sei zäh und schwierig, ärgerte sich KWS-Mann Folttmann.

Schwellen und Schienen liegen neu am Bahnhof Einbeck-Mitte. Nächste Woche kommt der Schotterreinigungszug. Anschließend wird Schotter ergänzt und das Gleis ausgerichtet und gestopft, informiert die Ilmebahn via Facebook.

Lasst hundert Blumen blühen…

Auf dem Kreisverkehr an der Biogasanlage bei Einbeck wachsen wild Pflanzen.

Auf dem Kreisverkehr an der Biogasanlage bei Einbeck wachsen wild Pflanzen – rund um den „Stein des Anstoßes“.

Unkraut steht auf dem Index. Auf dem sprachlichen Index. Es gibt keine Unkräuter, nur Beikräuter, werden Fachleute nicht müde zu betonen. Und in der Tat liegt es ja im Auge des Beschauers, ob er eine Pflanze oder Blume oder Blüte als schön oder weniger schön empfindet. Ob er überhaupt grüne Pflanzen duldet, die beispielsweise durch Gehwegsteine drängen. Was einige erregt und sofort zu Spritzmitteln, Abflämmer und sonstigen Hilfsmitteln greifen lässt, lässt andere völlig tiefenentspannt. Lasst hundert Blumen blühen… „Kein schöner Anblick, gerade in der jetzige Wachstumsphase“, hatte CDU-Ratsherr Karsten Armbrecht die Bepflanzung auf dem Kreisverkehr an der Biogasanlage Hannoversche Straße kritisiert. „Der Stein des Anstoßes steht dort richtig“. Der einst von Bürgern gegen die hohe Arbeitslosenzahl im September 1998 neben der Marktkirche errichtete Stein steht mitten auf dem Kreisel. Die Bepflanzung ist dort nicht zu ändern, musste Armbrecht jetzt in der Sitzung des Bauauschusses einsehen. Die Stadtverwaltung hatte darauf hingewiesen, dass eine Gestaltung mit Wildblumenzwiebeln im Bebauungsplan festgeschrieben wurde, der Kreisel war 2009 von der MT Energie GmbH Co. KG, der damaligen Betreiberin der Biogasanlage, gemäß städtebaulichem Vertrag angelegt worden. Die Wildblumenwiese könne lediglich durch Steuerung der Pflege in ihrem Erscheinungsbild beeinflusst werden, schreibt die Stadtverwaltung. Dabei sei jedoch zu beachten, dass die angestrebte Biodiversität nur erhalten werden könne, wenn die Kräuter zur Blüte und Fruchtreife kommen und aussamen können.

Kreisverkehr an der Hannoverschen Straße in Einbeck mit Wildblumen.

Kreisverkehr an der Hannoverschen Straße in Einbeck mit Wildblumen.

Interfraktionell im Gerätehaus

Wenn’s brennt, soll möglichst schnell die Feuerwehr kommen. Und das Feuer löschen. Mit bestmöglicher Ausrüstung und Ausstattung ist das möglich. Die aber ist oftmals teuer, kostet die Kommune immer wieder viel von unser aller Steuergeld. Brandschutz ist keine freiwillige Leistung. Feuerwehr ist Pflicht. Da werden dann haushalterisch schon mal Summen aufgerufen und bewilligt, die bei anderen Themen undenkbar wären und einen Aufschrei und einen Hinweis auf die Knute des Zukunftsvertrages provozieren würden.

SPD-Politiker im Gerätehaus mit Grünen-Ratsherr Dietmar Bartels.

SPD-Politiker am 8. Dezember im Gerätehaus mit Grünen-Ratsherr Dietmar Bartels (5.v.l.).

Vor diesem Hintergrund habe ich heute interessiert eine Pressemeldung der SPD gelesen, die der neue Fraktionsgeschäftsführer Rolf Hojnatzki in die Redaktionsstuben schickte. Nicht nur das beigefügte Foto eines Ortstermins ist durchaus interessant und einen genauen Blick wert. Denn neben vielen SPD-Politikern ist auch der Grünen-Ratsherr Dietmar Bartels im Gerätehaus zu erkennen (im Text aber nicht erwähnt, da bleibt es bei einem Besuch der SPD-Fraktion). Und richtig interfraktionell wird es, wenn man weiß, dass der zitierte Ortsbrandmeister von Naensen auch CDU-Ratsherr ist.

Die schwierige räumliche Situation der Feuerwehr in Naensen haben sich Mitglieder der SPD-Ortsrats- und Stadtratsfraktion vor Ort angesehen, heißt es in der Pressemitteilung. Dabei sei deutlich geworden, dass weder die derzeitige Konstellation noch die aktuelle Planung den Herausforderungen des Fuhrparks und der Situation rund um das Gerätehaus gerecht werde. Ortsbrandmeister Karsten Armbrecht habe die Schwächen der geplanten Erweiterung und die negativen Auswirkungen, die das Parken der Fahrzeuge bei Umsetzung des mit rund 220.000 Euro veranschlagt Konzeptes verursachen würde, gezeigt. Er habe als optimale Lösung einen Neubau verbunden mit Umbaumaßnahmen dargestellt, der sowohl für die Feuerwehrfahrzeuge als auch für die 57 Aktiven der Feuerwehr Naensen ein zukunftsweisendes Konzept darstellen könnte, heißt es in der Mitteilung der Sozialdemokraten. Für etwa 360.000 Euro könnte das Projekt realisiert werden, wenn man Eigenleistungen einbeziehe. Der SPD-Vorsitzende Marcus Seidel lobte laut Mitteilung die Eigeninitiative vor Ort und sicherte die Unterstützung der SPD-Fraktion bei der Suche nach einer geeigneten Lösung bei den anstehenden Haushaltsberatungen zu. Spannend wird jetzt sein, ob auch die CDU-Fraktion den Plänen folgt…