Neue Leinebrücke zwischen Olxheim und Garlebsen soll im Sommer fertig sein

Der Landkreis Northeim geht aktuell davon aus, dass die Bauarbeiten an der neuen Leinebrücke zwischen Olxheim und Garlebsen im Juli dieses Jahres mit dem Rückbau der Behelfsbrücke und der aktuellen Umfahrung abgeschlossen sein werden. Das teilte die Kreisverwaltung in ihrer Sachstandsmitteilung für den Kreistag-Ausschuss für Bauen und Verkehr mit, der sich am 24. Februar das nächste Mal trifft. Ob es bei den ursprünglich kalkulierten und im Haushalt eingeplanten Kosten von 2,5 Millionen Euro bleibt, schreibt das Kreishaus zunächst nicht.

Vor einem Jahr starteten die Arbeiten für das neue Brückenbauwerk. Seit 2015 gibt es eine Behelfsbrücke, die die Verbindung zwischen den Einbecker Ortsteilen erhält, bis die neue, politisch vieldiskutierte Brücke steht. Im Schutze gerammter Spundwandkästen wurden laut Kreisverwaltung an beiden Ufern zunächst die Fundamente, Widerlager und Kammerwände errichtet. Anschließend haben die Bauarbeiter ein Traggerüst mit darauf befindlicher Schalung für die Herstellung des Brückenüberbaus installiert. Zurzeit werden laut Kreishaus die für den Überbau erforderliche Bewehrung und Spannglieder verlegt. Die Betonage kann Ende Februar erfolgen, das hängt aber von der Witterung ab. Sobald der Beton die erforderliche Festigkeit erreicht hat, wird die Endvorspannung des Überbaus vorgenommen, schreibt die Kreisverwaltung in ihrem Vermerk. Der Brückenüberbau kann im Anschluss aus der gegenwärtigen etwa drei Meter überhöhten Lage auf die Lager abgesenkt und das Traggerüst ausgebaut werden. Ab April sollen dann die Fahrbahnanschlüsse an das neue Bauwerk hergestellt sowie die Abdichtungs-, Geländer- und Fahrbahnbelagsarbeiten ausgeführt werden. Ebenso sind dann noch die Brückenkappen aufzubringen.

Bauarbeiten für die neue Leinebrücke zwischen Olxheim und Garlebsen. Archivfoto Oktober 2021
Hinweisschild Leine. Archivfoto

SPD-Kreistagsfraktion an der Leine-Brücke

Bei ihrer Sommertour durch den Landkreis Northeim hat sich die SPD-Kreistagsfraktion an der vor fünf Jahren behelfsweise errichteten Leine-Brücke zwischen Garlebsen und Olxheim über die aktuelle Situation informiert. Kreis-Baudezernent Ralf Buberti erläuterte vor Ort die Planungen für den Brückenneubau, der im nächsten Jahr beginnen soll. Vertreter der drei Einbecker Ortschaften und auch SPD-Bürgermeisterkandidat Dirk Heitmüller machten deutlich, wie wichtig die Flussquerung für die Verbindungen zwischen den anliegenden Dörfern ist.

An der Behelfsbrücke über die Leine trafen sich mehrere Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion mit Anwohnern und Vertretern des Ortsrates.

Deutlich wurde bei dem Besuch aber auch, dass mittlerweile seit 16 (!) Jahren über eine Sanierung der Brückenverbindung für die Kreisstraße gesprochen wird. Und dass es 2011 auch schon einmal Überlegungen sogar bis zur Beschlussvorlagen-Reife gegeben haben soll, die marode Leine-Brücke zu ersetzen. Doch es kam anders. Erst massiver Bürgerprotest vor Ort nach der Sperrung der alten Brücke im Sommer 2014 ebnete den politischen Weg für einen Neubau. Der SPD-Kreistagsabgeordnete Peter Traupe (Einbeck) betonte, die SPD sei schon immer für eine neue Brücke gewesen. Das langwierige Verfahren kritisierte der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Uwe Schwarz, als „Musterbeispiel für deutsches Baurecht“.

So wird die neue Brücke geplant: Kreis-Baudezernent Ralf Buberti (r.) zeigt die Pläne SPD-Kreistagsfraktionsschef Uwe Schwarz und SPD-Bürgermeisterkandidat Dirk Heitmüller (l.).

Kreis-Baudezernent Ralf Buberti würde sich auch ein schlankeres Verfahren wünschen. Seit dem 25. März dieses Jahres gibt es einen Planfeststellungsbeschluss und damit eine Baugenehmigung. Herausforderung bei der aufwändigen Planung der Brücke mit 4,50 Meter breiter Fahrbahn und Fußwegen an beiden Seiten sei die Lage im Überschwemmungsgebiet. Im Herbst sollen die Gewerke für den Brückenbau ausgeschrieben werden, 2021 soll der Neubau beginnen. Kalkuliert werden die Kosten im Kreishaushalt für die neue Brücke mit aktuell 2,5 Millionen Euro. Wobei man angesichts der derzeitigen Baukonjunktur nicht wisse, ob das auch die Summe unter dem Strich bleiben werde, sagte Buberti und verwies beispielsweise auf die Ortsdurchfahrt Naensen, die mit ebensolcher Summe kalkuliert wurde, aber am Ende rund vier Millionen Euro kosten werde.

Die Behelfsbrücke, die seit 2015 nach dem Abriss der alten Brücke die Flussquerung ermöglicht, kostet laut Buberti jeden Monat 2500 Euro Miete. Bis jetzt sind inklusive Abriss der alten Brücke (83.000 Euro) und neuer Zuwegung dem Landkreis und damit dem Steuerzahler Kosten in Höhe von 226.000 Euro entstanden. Auf Fördermittel-Unterstützung beim Neubau habe man bewusst verzichtet, weil nur eine Brücke mit sechs Metern Fahrbahnbreite förderfähig gewesen wäre, diese Dimension für die Verbindung jedoch zu breit sei.

Ortsbürgermeister Hans-Jörg Kelpe betonte, wie unverändert wichtig eine Brückenverbindung zwischen Garlebsen/Ippensen und Olxheim sei. „Sonst wären die drei Dörfer getrennt.“ Die Landwirtschaft benötige die Strecke ebenso wie die Industrie. Wie bedeutend die Querung sei, merke man sogar auch jedes Mal bei einer Autobahnsperrung: Lkw-Fahrer identifizierten diese Umleitungsabkürzung. SPD-Bürgermeisterkandidat Dirk Heitmüller ergänzte, auch für Rettungswege sei eine Brückenverbindung wichtig, ebenso für die inzwischen vereinigte gemeinsame Freiwillige Feuerwehr der drei Einbecker Ortsteile.

2004 waren erste Mängel am Bauwerk der 1951 gebauten Brücke ausgemacht worden, im folgenden Jahr wurde die alte Brücke auf Fahrzeuge bis 16 Tonnen begrenzt. Für 55.000 Euro wurde ein Überwachungssystem für die Materialbewegungen installiert, das an der Technischen Universität Braunschweig ausgewertet wurde.

Nur eine Rechenspielerei? Bei Kosten einer neuen Brücke in Höhe von 2,5 Millionen Euro könnte die Behelfsbrücke bei unveränderter Miete (30.000 Euro pro Jahr) noch 83 Jahre lang stehen…

Kostet 2500 Euro pro Monat: die Miete der Behelfsbrücke über die Leine zwischen Olxheim (im Hintergrund) und Garlebsen.

Die nächste Brücke

Die Ilmebrücke am Einbecker Ortsausgang in Richtung Pinkler muss erneuert werden.

Brücken verbinden Menschen, Dörfer, Ufer. Wie wichtig sie auch politisch werden können, hat man vor Jahren in Garlebsen und Olxheim gesehen, wo erst massiver Bürgerprotest zu einer neuen Brückenverbindung geführt hat. Der Bauausschuss des Kreistages muss sich am morgigen Mittwoch, 13. Juni, ab 16 Uhr im Northeimer Kreishaus mit der nächsten maroden Brücke beschäftigen, die nicht minder wichtig ist. Diese etwa 60 Meter langen Brücke über die Ilme auf der Kreisstraße 510 (das ist die Verbindung zwischen Einbeck und Gut Pinkler in Richtung Dassensen) ist ein so genanntes Dreifeldbauwerk aus dem Jahre 1963. Der damals im Überbau verbaute Spannstahl des Typs „Sigma Oval“ ist „spannungsrisskorrosionsgefährdet“, wie es in der Beratungsvorlage so schön heißt. Eine neue Brücke muss her. Mehrere Varianten hat die Verwaltung vorplanen und kalkulieren lassen, die im Ausschuss vorgestellt werden. Im Kreishaus favorisiert man einen Ersatzneubau östlich der vorhandenen Brücke (Unterstrom) für rund 2,8 Millionen Euro. Der entscheidende Vorteil: Beim Neubau kann die vorhandene Brücke über einen langen Zeitraum weiter genutzt werden, es wird laut Kreisverwaltung nur zu Einschränkungen während der Anbindung des neuen Brückenbauwerks an die bestehenden Fahrbahnanschlüsse der K 510 geben. Auch Grunderwerbskosten gibt es bei dieser Variante nicht. Die weiteren geplanten Varianten sehen einen westlichen Neubau, einen Neubau am bestehenden Standort entweder mit Straßenumleitung während der Bauphase oder mit einer Behelfsbrücke während der Bauzeit vor. Wesentlich günstiger sind alle Alternativen nicht, die Variante mit Behelfsbrücke ist mit 3,3 Millionen Euro die teuerste.

Belastete Brücke

Seit Jahren aus Baugründen nur noch mit Tempo 50 befahrbar: die B3 auf der Talbrücke Kuventhal. Archivfoto

Seit Jahren aus Baugründen nur noch mit Tempo 50 befahrbar: die B3 auf der Talbrücke Kuventhal. Archivfoto

Glaubt man der zuständigen Straßenverkehrsbehörde, ist die 186 Meter lange Talbrücke Kuventhal auf der Bundesstraße 3 nur gering verkehrlich belastet. Täglich befahren die B3, auf der seit 2009 Tempo 50 herrscht, laut Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr rund 7700 Kfz (Schwerlastverkehr 900 Fahrzeuge). Im Ortsrat Kuventhal/ Andershausen sieht man die Belastung der Anlieger anders, weshalb er im vergangenen Sommer die Installation von Lärmschutzzäunen im Zuge einer anstehenden Sanierung der Talbrücke Kuventhal beantragt hatte. Wie die Behörde jetzt mitteilte, seien derzeit lediglich Arbeiten an der 27 Meter hohen Talbrücke Kuventhal geplant, die zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit dienen. Darüber hinaus seien bis auf Weiteres keine Baumaßnahmen zu erwarten. Das 1956 errichtete Bauwerk (die erste zweistöckige Brücke in Deutschland damals) befinde sich in einem eigentlich noch passablen und altersgerechten Zustand, meint die Straßenverkehrsbehörde. Bei einer Grundsanierung des Bauwerkes wird aus aktueller Sicht der Behörde daran gezweifelt, dass die Brücke statisch ausreichende Reserven für den Einbau einer Lärmschutzwand besitzt. Die Landesbehörde geht davon aus, dass weder durch eine Brückensanierung noch durch einen Neubau der Brücke an gleicher Stelle die Voraussetzungen für eine Lärmvorsorge zu Lasten des Bundes erfüllt werden. Weder heute noch künftig sieht die Straßenverkehrsbehörde Möglichkeiten, Lärmschutzwände oder anderen Lärmschutzmaßnahmen auf Kosten des Bundes zu installieren, heißt es laut Ortsratsprotokoll in einem Schreiben vom 15. Februar 2016.

Drei Dörfer, eine Brücke

Weil sie baufällig ist, wird die Leinebrücke gesperrt. Eine alternative Verbindung zwischen Garlebsen und Olxheim? Fehlanzeige.

Weil sie baufällig ist, wird die Leinebrücke gesperrt. Eine alternative Brücken-Verbindung zwischen Garlebsen und Olxheim? Fehlanzeige.

Als die Meldung auf den Tisch flatterte, war die Reaktion eigentlich schon zu erahnen. Denn was der Landkreis Northeim da am 23. Juli mit wenigen, dürren Zeilen mitgeteilt hat, war wie ein nasser Waschlappen in sommerlicher Hitze: Nicht gerade erfrischend, sondern ein eiskalter Schock für die betroffenen Dörfer. Der die Menschen dort in Wallung bringen muss. Weil die 1951 gebaute Brücke über die Leine zwischen den Einbecker Ortschaften Garlebsen/Ippensen und Olxheim Bauwerkschäden aufweist, wird die Leinebrücke ab Mittwoch, 10. September, für jeglichen Verkehr gesperrt, schreibt die Kreisverwaltung nüchtern, man möge die Umleitungsstrecken befolgen: „Wann die Brücke wieder für den Verkehr freigegeben wird, ist nicht absehbar.“ Seit heute (1. August) gilt bereits eine Tonnagebegrenzung auf 3,5 Tonnen; Pkw und Kleintransporter dürfen noch fahren, große Lkw und Busse nicht mehr.

Schon diese Logik erschließt sich mir nicht: Entweder ist eine Brücke marode, sie zu befahren oder zu begehen ist gefährlich. Dann ist das aber doch sofort der Fall, sobald ich das feststelle. Und nicht erst nur ein bisschen (Stichwort Tonnagebeschränkung), und in sechs Wochen (merkwürdigerweise genau nach den Sommerferien) dann total.

Hat die Brückensperrung aus der Zeitung erfahren: der Ortsrat.

Hat die Brückensperrung aus der Zeitung erfahren: der Ortsrat (v.r.) Stephan Lehne, Dirk Friedhoff, Manfred Friedrich, Hans-Jörg Kelpe und Editha Brackmann.

Was die Menschen in den drei Ortschaften aber zu Recht auf die Zinne treibt, ist Art und Stil, wie mit ihnen umgegangen wird. Da teilt eine Kreisverwaltung eine bevorstehende Brückensperrung mit. Und zwar zuerst über die Medien. Und erklärt nichts, lässt die Bürger ratlos zurück. Der Ortsrat war vorab nicht informiert, der Stadt Einbeck schickte der Landkreis nur einen Brief. Mit der freundlichen Bitte um Stellungnahme bis zum 15. August. Und der Aufforderung, sich der Meinung des Landkreises doch bitte anzuschließen, andernfalls müsse sich die Stadt an den Kosten beteiligen. Der Abriss der maroden Brücke würde 289.000 Euro kosten, ein Brückenneubau zwischen 1,4 und 2,8 Millionen Euro, je nach Bauartvariante. Finanziell sei der Landkreis aber zu all dem nicht in der Lage, schreibt er.

Schade, dass heute trotz Bitten kein Vertreter des Landkreises bei der Ortsratssitzung dabei war, um das Handeln zu erklären. Dass die Ortschaften über andere Wege als die Brückenverbindung ausreichend erschlossen seien, sehen die Menschen in den drei Dörfern gänzlich anders als der Landkreis. Zwischen Garlebsen/Ippensen und Olxheim gibt es vielfältige soziale (Vereins-)Verbindungen, die Brücke ist existenziell wichtig, um diese Strukturen aufrecht zu erhalten. Das Dorfgemeinschaftshaus in Garlebsen wird auch von Olxheim genutzt. Rund 450 Fahrzeuge benutzen die Leinebrücke täglich, das hat laut Ortsrat eine Zählung ergeben. Wenn die Brücke nicht mehr befahrbar und begehbar ist, müssen die Menschen einen 4,7 Kilometer langen Umweg in Kauf nehmen, um von Olxheim nach Garlebsen zu gelangen. Was die Sperrung für Rettungsfahrzeuge und Feuerwehr bedeutet, wurde heute in der Ortsratssitzung ebenfalls deutlich: Es könnten die entscheidenden fünf Minuten sein…

Der politische Instinkt, den der Landrat mit seiner Verwaltung im Moment vermissen lässt, hat den Kreistagsabgeordneten Dirk Ebrecht (CDU) handeln lassen. Er hat sich in den vergangenen Tagen kundig gemacht, heute eine Stellungnahme seiner Einbecker Stadtratsfraktion veröffentlicht (Wortlaut: Leinebrücke CDU 010814), er war bei der heutigen Ortratssitzung persönlich vor Ort und hat sich dem Unmut der Menschen gestellt, und er hat im Prinzip die Forderungen konkretisiert und inhaltlich vorbereitet, auf die sich der Ortsrat am Ende einigte: Ein sofortige Information der Bürger durch den Landkreis mit maximaler Transparenz, einen Ortstermin der Fachausschüsse von Kreistag und Stadtrat gemeinsam mit dem Ortsrat, eine sofortige Übergangslösung bei einer Brückensperrung und am Ende eine endgültige Zukunftslösung.

Für den Kreistags-Bauausschuss hat Ebrecht eine kurzfristig anberaumte Sondersitzung beim Landrat beantragt. In der Tat ist es die Politik, die entscheidet, die Kreisverwaltung bereitet die Beschlüsse fachlich und inhaltlich nur vor. Und auf die reguläre Ausschusssitzung im Herbst warten möchte Ebrecht nicht, er weiß, dass bis dahin der Druck zu groß würde, die Sache wird jetzt Fahrt aufnehmen, der CDU-Politiker fordert umfassende Aufklärung durch die Kreisverwaltung – und Lösungsoptionen. Mit der CDU-Stadtratsfraktion ist Ebrecht am Montag vor Ort, die reguläre Sitzung wird nach einer Brückenbesichtigung dann in Garlebsen stattfinden. Und wer glaubt oder vielleicht sogar darauf spekuliert hat, dass der Protest der Bürger in den drei Ortschaften wegen der Sommerpause verhalten ausfällt, sollte sich nicht zu früh freuen.

Rund 100 Zuhörer hatte die heutige Ortsratssitzung im Dorfgemeinschaftshaus in Garlebsen. Anschließend gründeten die Bürger eine Initiative "Pro Brücke".

Rund 100 Zuhörer waren bei der heutigen Ortsratssitzung im Dorfgemeinschaftshaus in Garlebsen, um sich über die bevorstehende Brückensperrung zu informieren und ihrem Unmut Luft zu machen. Anschließend gründeten die Bürger eine Initiative „Pro Brücke“.

Der Weg ist wieder frei

Mit Schere und Band: Die Straße am Tiedexer Tor ist wieder frei.

Mit Schere und Band: Die Straße am Tiedexer Tor ist wieder frei.

Manche mochten es zunächst noch gar nicht glauben. Darf man dort wieder entlang fahren? Man darf: Die Brücke am Tiedexer Tor ist heute Mittag offiziell für den Verkehr freigegeben worden. Baudirektor Gerald Strohmeier nahm die ihm von Anliegern gereichte Schere gerne entgegen, mit der er ein rot-weißes Band durchschnitt. Erleichtert und erfreut gab sich der Bauamtsleiter, diese Baustelle hatte nicht nur für Schlagzeilen gesorgt, sondern auch an vielen Nerven gezerrt.

Einige Anwohner waren so erleichtert über das Ende der 17 Monate dauernden Umleitung, dass sie für den Baudirektor das Flatterband und eine Schere vorbereitet hatten. Strohmeier nahm diese gerne auf, schnitt das Band durch und machte den Weg damit frei, die Anlieger hätten in den zurück liegenden Monaten vieles ertragen und Umwege in Kauf nehmen müssen. Jetzt sei das neue Bauwerk fertig und der Verkehr könne dort wieder fließen. Strohmeier wies noch einmal auf die Bedeutung der Verbindung hin, nicht zuletzt für den 2014 öffnenden PS-Speicher, aber auch als Magistrale durch die Stadt. Ein ursprünglich geplanter Ausbau der Tiedexer Straße war jüngst im Finanzausschuss zurück gestellt worden, die Straße mit ihren Anliegern und Geschäftsleuten müsse sich erstmal von den Folgen der Vollsperrung erholen, bevor wieder die Bagger anrollen sollen.

Mit einem Schnitt ist der Weg wieder frei: Baudirektor Gerald Strohmeier dankte den Anliegern für ihre Geduld.

Mit einem Schnitt ist der Weg wieder frei: Baudirektor Gerald Strohmeier dankte den Anliegern für ihre Geduld.

Zielgerade

Bald fahren hier wieder Autos: die Brücke am Tiedexer Tor am heutigen 14. November 2013.

Bald fahren hier (endlich) wieder Autos: die Brückenbaustelle am Tiedexer Tor am heutigen 14. November 2013.

Die Tage sind gezählt… die Tage der Baustelle! Endlich, höre ich schon viele Einbecker rufen. Nach rund 17 Monaten Vollsperrung und weiträumiger Umleitung des Innenstadtverkehrs im Bereich Langer Wall, Tiedexer Straße und Schrammstraße biegt die Dauer-Brücken-Baustelle am Tiedexer Tor sichtbar auf die Zielgerade. Am Freitag will sich die Stadt offiziell dazu äußern, wann genau die Fahrzeuge wieder fahren dürfen.

Aufatmen werden nach der Freigabe der neuen, die alte Steinbogenbrücke überspannenden Brücke nicht nur viele Autofahrer, sondern auch die Anlieger beispielsweise der Tiedexer Straße, die in Kürze wieder aus westlicher Richtung direkt angefahren werden können. Rund 693.000 Euro kostet die Baumaßnahme, die in den vergangenen Monaten mehrfach und vor allem wegen Verzögerungen Thema war, unter anderem auch in Anfragen an den Wirtschaftsminister.

Baustellen-Report

Baustelle Bahnhof Kreiensen. Aufnahme vom 17.09.2013

Baustelle Bahnhof Kreiensen. Aufnahme vom 17.09.2013

Irgendwie wird in jüngster Zeit jede Sitzung eines politischen Gremiums zu einem Update der aktuellen Baustellen in Einbeck. Schön ist ja, dass sich in Zeiten leerer Kassen überhaupt noch etwas dreht, und wenn es dann Kräne sind, umso schöner. Unschön ist es nur, wenn sich Baustellen zu niemals enden wollenden Geschichten entwickeln. Von „der Brücke“ habe ich ja hier schon oft genug geschrieben. Dort am Tiedexer Tor ist offenbar aber jetzt ein Ende absehbar, die Arbeiten haben freilich auch lange genug gedauert.

Baudirektor Gerald Strohmeier berichtete, dass der gegossene Beton jetzt sorgfältig aushärten müsse. In der 41. Kalenderwoche soll der Kran demontiert werden. Dann werden auch die Stadtwerke die Gas- und Wasserleitungen in der neuen Brücke verlegen können; die Strom- und Telekommunikationsverbindungen liegen bereits in der Fußgängerbrücke.

Für die 42. bis 45. Kalenderwoche sind die Straßenbauarbeiten für die Anschlüsse an die Tiedexer Straße/Langer Wall und Tiedexer Tor geplant, in der KW 45 sollen auch die Brückengeländer montiert werden, danach könne die Straße dann freigegeben werden. Das ist dann Anfang November (und nicht Oktober, wie zuletzt immer angegeben). Ob dieser Zeitplan so realisiert werden kann, wird auch vom Wetter abhängen. „Die letzten Tage und Wochen geben uns Hoffnung, dass wir es schaffen werden“, sagte Strohmeier.

In der Fragestunde tauchte die Frage auf (unter anderem von Margrit Cludius-Brandt SPD), warum denn bei solchen Bauarbeiten keine Strafzahlungen in die Vereinbarungen aufgenommen werden, die dann fällig werden, wenn die Arbeiten nicht bis zu bestimmten Terminen erledigt sind. Solche Klauseln aufzunehmen sei laut VOB und Vergabe-Handbuch nicht üblich, sagte Strohmeier. Es dürfte auch die Preise nach oben treiben, wenn Firmen solche Gefahren mit einkalkulieren müssen. Trotzdem wäre es sicherlich ein wirksamer Hebel für zögerliche Baufirmen.

Nicht wirklich viel Neues gibt es zum Projekt der SEPA am Neustädter Kirchplatz zu berichten. Der Stadt liege eine neue, geforderte Gestaltungsvariante des Baus auf dem Innenstadtplatz vom Investor noch nicht vor, daher gebe es auch noch keinen Termin für eine Bürgerinfo, die dann geplant sei, sagte Strohmeier. „Wir stehen ein bisschen auf der Stelle.“ Bemerkenswert ist, dass sich der Baudirektor zu diesem Thema auf Nachfrage eines Bürgers (Dr. Ewald Hein-Janke) in der Einwohnerfragestunde äußerte. Von einer entsprechenden Frage beispielsweise des CDU-Ratsherrn Bernd Huwald kein Ton. Der hatte schon jüngst in der Fachausschuss-Sitzung bei dem Thema hart nachgefragt, dann aber offenbar keine Eile für Antworten an den Tag gelegt. Ihm reicht die nächste Fachausschuss-Sitzung am 1. Oktober.

Wer nicht oft mit Bahn-Baustellen zu tun hat, konnte in diesen Tagen ein neues Wort lernen: Sperrpausen. Diese sind bei Arbeiten „unter dem rollenden Rad“, also bei genutzter Bahnstrecke, notwendig. Die seit Monaten dauernden (und auch seit Monaten immer wieder für Ärger sorgenden) Baustellen auf den Bahnhöfen Salzderhelden und Kreiensen sollen im ersten Quartal 2014 abgeschlossen sein. Das konnte Strohmeier von einem Ortstermin mit DB-Bahnhofsmanager Detlef Krusche berichten. Einige Nacharbeiten könnten allerdings noch nach diesen Terminen stattfinden, weil beantragte Sperrpausen nicht so schnell genehmigt werden wie gedacht. Das (alte und nur modernisierte) Bahnsteigdach in Salzderhelden soll noch eingekürzt werden, das geht aber nur gefahrlos, wenn kein Zug fährt und die Oberleitungen ohne Strom sind. Interessant war beim Ortstermin zu hören, dass es bei der Modernisierung des Bahnhofs in Salzderhelden eine Besonderheit ist, wenn hier überhaupt Bahnsteigdächer erhalten bzw. gebaut werden. Bei der Frequenz in Salzderhelden (immerhin fast 1000 Fahrgäste täglich mit 54 Zügen) sei das nach DB-Standard nicht normal, sagte Krusche.

In der Stadtratssitzung quasi durchgewunken wurden potenzielle neue Baustellen. Sie haben alle in den vergangenen Monaten intensiv die entsprechenden Ausschüsse bereits beschäftigt, alle Unterlagen haben öffentlich ausgelegen. Jetzt kann’s losgehen. Einstimmig jeweils gab der Rat grünes Licht jeweils für den Bebauungsplan PS-Speicher (inkl. Hotelneubau), für die Erweiterung des Rewe-Supermarkts am Neuen Rathaus, für den B-Plan für die Umsiedlung der Firma Valenta Aquaristik an die Hannoversche Straße unweit des Poser-Parks sowie für die Nachnutzung des bald leer stehenden Medialand am Butterberg. Genug Stoff für neue Baustellen und neue Nachfragen nach dem aktuellen Stand der Dinge in den politischen Gremien also.

Die Brücke

Dauer-Baustelle am Tiedexer Tor. Aufnahme vom 11.09.2013.

Dauer-Baustelle am Tiedexer Tor. Aufnahme vom 11.09.2013.

Einige sagen nur noch „Die Brücke…“ und ernten rollende Augen beim Gegenüber, sind doch die Brücke am Tiedexer Tor und die sich immer wieder verzögernden Arbeiten seit Monaten ständige Gesprächsthemen in der Stadt.

Die Politik hat’s zwar mal beschlossen, sie hat’s aber momentan nicht in der Hand, kann nur staunend zuschauen, wie schnell oder langsam die Bauarbeiten auf der Dauerbaustelle am Tiedexer Tor voran gehen. In der Hand haben’s vor allem die Bauarbeiter. Wie die Verwaltung gestern im Stadtentwicklungsausschuss auf Anfrage des Ausschuss-Vorsitzenden berichtete, sind in dieser Woche die Spannbetonfertigteile für die Brücke über das Krumme Wasser angeliefert worden und werden nun verbaut. Ab Montag (16. September) soll dann die Trasse betoniert werden, die Fahrbahn müsse dann 28 Tage aushärten. Parallel könne aber an den Versorgungsleitungen weiter gearbeitet werden, hieß es. Zu einer Prognose, wann die Brücke wieder für den Verkehr freigegeben werden könne, wollte sich niemand hinreißen lassen. Von Oktober war vor einiger Zeit mal die Rede…

Unlängst hatten Bürgermeisterin und Baudirektor erklärt, man lasse sich mittlerweile täglich Bericht erstatten. Wollen wir hoffen, dass diese engen Rapport-Zügel und flott von der Hand gehende Arbeiten dazu führen, dass die Brücke ja vielleicht doch noch im Oktober fertig sein wird. Der Oktober hat immerhin 31 Tage…

Baustellen-Rapport

Jetzt mit Kran: die Brückenbaustelle am Tiedexer Tor am 8. August 2013.

Jetzt mit Kran: die Brückenbaustelle am Tiedexer Tor am 8. August 2013.

Sie ist ein Ärgernis – vor allem für viele Anlieger, die weite Umwege in Kauf nehmen müssen. Und irgendwie scheint der Wurm drin zu sein bei der Brückenbaustelle am Tiedexer Tor.

Bei bestem Sommerwetter ging zuletzt zeitweise gar nichts, die Baufirma hatte ihre Arbeiter abgezogen. Die Stadt Einbeck hat sofort gegengesteuert, wie Baudirektor Gerald Strohmeier in den Medien zitiert wird. Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek hat das heute noch einmal bekräftigt: „Wir lassen uns jetzt jeden Tag von der beauftragten Firma über die Situation auf der Baustelle informieren.“ Trotz der verlorenen Woche ist die Verwaltungschefin optimistisch, den Zieltermin Oktober einhalten zu können. Dann soll die wichtige Innenstadtverbindung nach fast eineinhalbjähriger Bauzeit endlich wieder für den Verkehr freigegeben werden können…