CDU in Einbeck: Heidrun Hoffmann-Taufall folgt auf Beatrix Tappe-Rostalski

Die Einbecker CDU hat sich neu aufgestellt: Bei der Mitgliederversammlung am Dienstag im Gasthaus Klapperturm gab Vorsitzende Beatrix Tappe-Rostalski den Staffelstab an Heidrun Hoffmann-Taufall weiter. Der Vorstand ist insgesamt deutlich erneuert worden. Rückblicke, Analysen, Appelle und personelle Veränderungen hätten den Abend geprägt, hieß es anschließend. Ehrungen für 60 Jahre Mitgliedschaft konnten Horst Kamm, für 50 Jahre Wilhelm Wille und Friedrich Heise entgegen nehmen. Für 40 Jahre wurde Johannes Hennecke geehrt und auf 25 Jahre in der CDU kann Dirk Ebrecht zurückblicken, teilten die Christdemokraten in einer Presseinformation über die Mitgliederversammlung mit. Die Versammlung habe in einem großen gastronomischen Raum mit gesundem Abstand stattgefunden. Medienvertreter konnten nicht dabei sein.

Neuer CDU-Vorstand in Einbeck (v.l.): Helmar Breuker, Ulrich Vollmer, Heidrun Hoffmann-Taufall, Frederic Otto und Björn Liebig. Foto: CDU

Die Wahl zur CDU-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag habe bei Beatrix Tappe-Rostalski die Entscheidung reifen lassen, nicht mehr als Vorsitzende des Stadtverbandes zu kandidieren, heißt es in der Mitteilung. Heidrun Hoffmann-Taufall, bislang Stellvertreterin, hat den Staffelstab übernommen. Die neue Vorsitzende freut sich nach eigenen Angaben auf die Arbeit im neu gewählten Vorstand, der sich in der Zusammensetzung deutlich erneuert habe. Stellvertreter sind Helmar Breuker und Björn Liebig, Schatzmeister Ulrich Vollmer, Schriftführer Frederic Otto. Pressesprecher ist Stephan Weber, Mitgliederbeauftragter Joachim Dörge. Als Beisitzer fungieren Karsten Armbrecht, Christian Dörries, Manfred Friedrich, Melissa Heikens, Michael Heraeus, Sebastian Lange, Carsten Pape, Maren Root und Wilfried Wollenweber.

Staffelübergabe von Beatrix Tappe-Rostalski (r.) an Heidrun Hoffmann-Taufall. Foto: CDU Einbeck

Als Gäste konnten die Einbecker Christdemokraten Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (CDU), den nicht wieder gewählten ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Roy Kühne sowie David Artschwager (Bad Gandersheim) und Tristan Marienhagen (Northeim) begrüßen, die beiden letzteren kandidieren für den Kreisvorsitz am 3. Dezember.

Die Bürgermeisterin blickte laut Pressemitteilung auf die pandemische Lage zurück; ihre Solidarität stoße mittlerweile an Grenzen, wo Impfverweigerer die Freiheit von allen einschränkten. „Ich werde mich weiterhin einsetzen und im Gespräch mit der Bevölkerung bleiben“, versprach Kühne. CDU-Fraktionsvorsitzender Dirk Ebrecht erläuterte den Mitgliedern die Zusammenarbeit mit der SPD in einer Gruppe. Das sei bei dieser Zusammensetzung des Stadtrates eine gute Lösung für Einbeck. „Schließlich liegen große Herausforderungen vor uns. Die wollen wir – bei aller Unterschiedlichkeit – möglichst mit breiter Mehrheit lösen“, wird Ebrecht zitiert.

Ehrung für Horst Kamm. Foto: CDU Einbeck
Ehrung für Johannes Hennecke. Foto: CDU Einbeck
Ehrung für Wilhelm Wille durch Beatrix Tappe-Rostalski (l.) und Dr. Sabine Michalek. Foto: CDU Einbeck

CDU-Gartenfest mit Ehrungen

Kleines Fest im Garten: CDU-Generalsekretär Kai Seefried sprach im Garten des „Einbecker Literaturhauses“ vor Parteifreunden.

Kleines Fest im Garten des „Einbecker Literaturhauses“ mit Ehrungen langjähriger CDU-Mitglieder: Es war nicht nur nach Auffassung von Generalsekretär Kai Seefried ein perfekter Rahmen, den die Einbecker CDU da an einem Sommer-Sonnen-Sonntag Nachmittag bereitet hatte, sich für jahrzehntelange Treue zu bedanken. Beim Zwischenstopp auf seiner zehntägigen Sommerreise quer durch Niedersachsen legte der CDU-General nicht nur eine thematische Leistungsbilanz und Situationsbeschreibung vor, unternahm eine kurze Tour de raison der Großen Koalitionen in Hannover und in Berlin. Kai Seefried mahnte seine Parteifreunde angesichts schwindenden Zuspruchs zu Volksparteien bei Wahlen auch, Selbstverständlichkeiten immer wieder auf den Prüfstand zu stellen. Bei allen modernen, verführerisch einfachen Dialogmöglichkeiten in Zeiten von Facebook & Co. und einer sich verändernden Gesellschaft sei das direkte, persönliche Gespräch miteinander wichtiger denn je für den Erfolg, die CDU müsse noch stärker den unmittelbaren Kontakt zu den Menschen suchen. Und dabei die Bedenken und Themen auch der Jugend ernster nehmen. Schutz der Umwelt und Natur, Bewahrung der Schöpfung, Nachhaltigkeit – das seien doch in einer christlichen Partei alles Themen, die imgrunde zur „Kern-DNA der CDU“ gehörten und nicht anderen überlassen werden dürften. Seine Partei werde dabei jedoch stärker als andere immer auch berücksichtigen, eine starke Wirtschaft als Grundvoraussetzung nicht zu vergessen.

Kai Seefried in Einbeck.

Einbeck habe schon vieles geschafft in den vergangenen Jahren, aber bei einigen Themen benötige man in Zukunft noch Unterstützung, gab Antje Sölter als stellvertretende Bürgermeisterin dem Gast mit auf den Weg nach Hannover. Ein gutes und wichtiges Signal auch für den Schulstandort Einbeck wäre eine Verlängerung des regelmäßigen Schienenpersonennahverkehrs bis zum PS-Speicher und der BBS. Diese Schule müsse ihre gute Ausbildung im Pflege- und Sozial-Bereich leider einschränken, weil es nicht genügend Ausbilder gibt. Dieser Lehrermangel müsse beseitigt werden. Antje Sölter dachte dabei noch einen Schritt weiter, Einbeck könne Außenstelle eines Pflegestudiums in Göttingen werden. Auch dabei könne die verlängerte Bahnstrecke helfen und ein Standortfaktor sein. Es sei im Übrigen nicht Kirchturmdenken, wenn sich Einbeck immer wieder für den Erhalt des Einbecker Krankenhauses stark mache. An diesem hänge schließlich auch die stationäre medizinische Versorgung des Dasseler Bereiches. Sie bat Seefried um Unterstützung für den Erhalt der Klinik, diese müsse politisch gewollt sein und bleiben.

CDU-Vorsitzende Beatrix Tappe-Rostalski hatte in ihrer Begrüßung den nicht gerade konstruktiven Umgang der örtlichen SPD mit den Christdemokraten kritisiert. Unsachliche und unverschämte Äußerungen vor allem gegenüber der Bürgermeisterin erschwerten eine gemeinsame Arbeit für Einbeck. Die SPD habe bis heute nicht verwunden, dass Sabine Michalek von den Menschen zur Bürgermeisterin gewählt worden sei, die SPD habe damit nach wie vor ein großes Problem und eröffne schon eineinhalb Jahre vor dem nächsten Wahltermin den Wahlkampf, sagte Tappe-Rostalski. In den vergangenen Jahren seit 2013 sei aber viel bewegt worden. Das und die „starke Bürgermeisterin“ spüre man bis nach Hannover, sagte Generalsekretär Kai Seefried.

Für langjährige Treue wurden folgende CDU-Mitglieder mit Urkunde, Ehrennadel und Prosecco geehrt: Horst Nachtigall, Jürgen Vollmer, Manfred Friedrich, Christian Sussek (45 Jahre Mitgliedschaft), Friedrich-Wilhelm Wielert, Dr. Klaus Brunkhorst, Otti Heraeus, Michael Heraeus, Jürgen Nienstedt, Joachim Prochnow (40 Jahre Mitgliedschaft), Andreas Büssenschütt (25 Jahre Mitgliedschaft), Karl-Heinz Wessel, Anne Wolper, Christoph Bretschneider, Joachim Dörge, Helmar Breuker (20 Jahre Mitgliedschaft).

Ehrungen bei der CDU Einbeck, auf dem Foto die Geehrten zusammen mit Generalsekretär Kai Seefried, dem CDU-Kreisvorsitzenden Dr. Roy Kühne, der Einbecker CDU-Vorsitzenden Beatrix Tappe-Rostalski, der stellvertretenden Bürgermeisterin Antje Sölter und CDU-Ratsfraktionschef Dirk Ebrecht.

Ehrung für SPD-Urgestein

Die neue SPD-Vorsitzende Frauke Heiligenstadt ehrte den Einbecker Paul Traupe für 60 Jahre Mitgliedschaft und Engagement in der SPD.

„So ein SPD-Urgestein muss man lange suchen“: Für 60 Jahre Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands ist der Einbecker Paul Traupe (84) geehrt worden. Ausnahmsweise auf einem Unterbezirksparteitag und nicht im Ortsverein hat die SPD diese Ehrung vorgenommen für einen Mann, der über Jahrzehnte wie kaum ein zweiter die SPD im Landkreis verkörpert hat. „Willst Du das alles vorlesen“, fragte Traupe mit dem ihm eigenen Humor die Vorsitzende, als sie zur Ehrung ansetzte und die vielen Funktionen und Ämter begann aufzuzählen, vom Fußballabteilungsleiter 1949 über den Betriebsratsvorsitz bei der einstigen Firma Saalfeld in Einbeck bis zur kommunalpolitischen Arbeit. Für die neue Chefin war es die erste Ehrung als Unterbezirksvorsitzende, Paul Traupe hat sie einst in die SPD aufgenommen, damals war er Unterbezirksgeschäftsführer (1972 bis 1995). „So schließt sich ein Kreis“, freute sich Frauke Heiligenstadt.

Dank und Anerkennung für 22 Kommunalpolitiker

Warum tun sich Menschen das an? Diese Frage stellte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Städtetages, Heiger Scholz. Nachdem er den Mitgliedern des Stadtrates und seinem Vorsitzenden Bernd Amelung Respekt gezollt hatte: 30 Tagesordnungspunkte in 90 Minuten abzuhandeln, Chapeau! Für ihre langjährige Tätigkeit im Ortrat und Stadtrat und das für die Allgemeinheit erbrachte große Engagement sind am Ende der letzten geplanten Ratssitzung dieser Wahlperiode in Einbeck insgesamt 22 ehrenamtliche Kommunalpolitiker ausgezeichnet worden. Alle eine das Verantwortungsgefühl für die Stadt, warum sie viele Stunden ihrer Freizeit opferten, bei Sitzungen und deren Vorbereitungen. Das sei anerkennenswert, sagte Heiger Scholz. Er und Christel Eppenstein als Vorsitzende des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes im Landkreis Northeim nahmen die Würdigungen gemeinsam mit Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek mit Urkunden und Ehrennadeln vor.

Insgesamt 44 Jahre kommunalpolitisch tätig war Bernd Amelung (SPD) aus Wenzen, zuletzt als Ratsvorsitzender in Einbeck. Er tritt bei den Stadtratswahlen am 11. September ebenso nicht mehr an wie Bernd Huwald (CDU) aus Opperhausen, der 42 Jahre kommunalpolitisch aktiv war. Geehrt wurden beide offiziell für 40 Jahre – und erhielten dafür von ihren Ratskollegen stehenden Applaus.

Für 35 Jahre: Frank-Dieter Pfefferkorn (Bürgerliste Kreiensen).

Für 30 Jahre: Jürgen Nienstedt (Ortsrat Opperhausen), Arne Splittgerber (Ortsrat Greene)

Für 25 Jahre: Dr. Reinhard Binder (FDP), Horst Jürgens (CDU), Walter Schmalzried (CDU).

Für 20 Jahre: Klaus-Reiner Schütte (SPD), Ralf Keunecke (Ortsrat Erzhausen), Matthias Helmes (Ortsrat Erzhausen).

Für 15 Jahre: Frank Doods (SPD), Dirk Ebrecht (CDU), Alexander Kloss (SPD), Eunice Schenitzki (SPD), Dr. Wolfgang Auer (SPD), Ulrich Vollmer (CDU).

Für 10 Jahre: Dietmar Bartels (Grüne), Reinhard Brinckmann (Bürgerliste Kreiensen), Jörg Brödner (CDU), Dr. Oliver Rittmeyer (Bürgerliste Kreiensen), Beatrix Tappe-Rostalski (CDU).

Ehrung für Orts- und Stadtratsmitglieder (v.l.): Jürgen Nienstedt, Matthias Helmes, Horst Jürgens, Christel Eppenstein, Frank-Dieter Pfefferkorn, Dirk Ebrecht, Ralf Keunecke, Dr. Sabine Michalek, Dr. Reinhard Binder, Beatrix Tappe-Rostalski, Dr. Wolfgang Auer, Bernd Amelung, Reinhard Brinckmann, Alexander Kloss,  Klaus-Reiner Schütte, Eunice Schenitzki, Dr. Oliver Rittmeyer, Frank Doods, Heiger Scholz, Bernd Huwald, Dietmar Bartels, Jörg Brödner.

Ehrung für Orts- und Stadtratsmitglieder (v.l.): Jürgen Nienstedt, Matthias Helmes, Horst Jürgens, Christel Eppenstein, Frank-Dieter Pfefferkorn, Dirk Ebrecht, Ralf Keunecke, Dr. Sabine Michalek, Dr. Reinhard Binder, Beatrix Tappe-Rostalski, Dr. Wolfgang Auer, Bernd Amelung, Reinhard Brinckmann, Alexander Kloss, Klaus-Reiner Schütte, Eunice Schenitzki, Dr. Oliver Rittmeyer, Frank Doods, Heiger Scholz, Bernd Huwald, Dietmar Bartels, Jörg Brödner.

Ermutigen, eintreten, erinnern

Wer noch bis zum 12. November in die SPD eintritt, kann über den Koalitionsvertrag mit entscheiden, der in Berlin zurzeit ausgehandelt wird und zu einer Großen Koalition zwischen CDU/CSU und SPD führen soll. Darauf hat heute der SPD-Chef im Landkreis Northeim, Uwe Schwarz, hingewiesen. „Diese Form der Mitgliederbeteiligung bei der Frage nach einer Regierungsbildung ist bisher einmalig in der deutschen Parteiengeschichte“, erklärt der Bad Gandersheimer Landtagsabgeordnete. Die Abstimmung soll Anfang Dezember per Briefwahl erfolgen. Schwarz: „Am Ende werden wir ein ehrliches Ergebnis der Mitglieder über den ausgehandelten Koalitionsvertrag bekommen. Demokratie lebt vom Mitmachen und ich kann nur jeden ermutigen, aktiv daran teilzunehmen. Die SPD ist eine lebendige Mitgliederpartei, und wir begrüßen jede konstruktive, aber auch kritische Diskussion, die uns unseren politischen Zielen näher bringt.“

Eine solche Diskussion dürfte die Einbecker Genossen beim traditionellen Grünkohlessen am 30. November erwarten. Zwar stehen offiziell eigentlich vor allem Mitgliederehrungen auf dem Programm, aber SPD-Kernstadtvorsitzender René Kopka erwartet auch, dass der bevorstehende Mitgliederentscheid zu den Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene viel Gesprächsstoff liefern wird. Das wird sicherlich auch davon abhängen, wie am letzten Novembertag der Stand der Verhandlungen ist. Die Mitgliederehrungen nimmt übrigens ein SPD-Mann von gestern vor, Ex-Umweltminister, Ex-Landtagsfraktionschef und Ex-Spitzenkandidat Wolfgang Jüttner.

René Kopka: „Dieser Abend wird auch in diesem Jahr wieder Anlass für viele Gespräche und Erinnerungen aus den vergangenen Jahrzehnten sein und einen Rückblick auf das vergangene Wahlkampfjahr bieten.“