Sommer in der Stadt

Rund 150 Gäste kamen zum ersten Sommerempfang ins Alte Rathaus, die Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek begrüßte.

Premiere gelungen: Rund 150 Gäste haben beim erstmals von der Stadt Einbeck organisierten Sommerempfang die von Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek formulierte Bitte erfüllt und den neu geschaffenen sommerlichen Raum für Begegnungen, Informationen und Gespräche in angenehmer Atmosphäre genutzt. “Wir wollen uns auf diesem Wege bedanken bei denen, die sich für und in unserer Stadt engagieren”, begründete die Rathauschefin im mit Sonnenblumen geschmückten Ratssaal die Idee Sommerempfang. Hinter der Idee stecke, dass sich die Stadtverwaltung gerne einmal im Jahr mit Freundinnen und Freunden der Stadt treffen möchte, “mit Menschen, die Einbeck Gutes getan haben und Gutes tun, mit Menschen, deren Herz für Einbeck schlägt”, wie es Michalek formulierte. Eingeladen waren neben Vertretern aus Politik und Verwaltung auch Gäste aus den Schulen und Kindergärten, aus Unternehmen, Verbänden und Kirchen. Dazu Menschen, die schon früher Ehrennadel oder Ehrenring von Stadt Einbeck und Gemeinde Kreiensen erhalten haben.

Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek hat Jörg Meister die Ehrennadel in Silber ans Revers gesteckt.

Neu in diesem Kreis ist seit dem Sommerempfang jetzt Jörg Meister, dem die Bürgermeisterin die Ehrennadel in Silber ans Revers heftete, das hatte der Stadtrat im Mai einstimmig beschlossen. „Wir würdigen damit ein Leben für den Sport, für seinen Heimatort Salzderhelden und die Region Einbeck“, sagte Dr. Sabine Michalek. Der 73-Jährige habe sich vielfältig ehrenamtlich im Sport, für die Städtepartnerschaft mit Keene/USA und im Karneval engagiert. Unter anderem ist Jörg Meister seit mehr als 25 Jahren Obmann für das Sportabzeichen in Einbeck. Der Salzderheldener dankte für die silberne Ehrennadel mit einem Appell, sein Ziel bleibt, in diesem Jahr die Zahl von 2000 absolvierten Sportabzeichen zu erreichen: „Das ist mein großer Wunsch“, sagte Meister, „seien sie sportlich, gehen sie auf die Sportplätze, machen sie mit, erwerben sie das Sportabzeichen“. Da blickte so mancher betreten zum Boden. Die Bürgermeisterin jedenfalls signalisierte Bereitschaft: “Ich bemühe mich.”

Mit dabei im Rathaus waren Frauen und Männer aus Stadtrat, Ortsräten, Kreistag und auch aus dem Jugendortsrat Vardeilsen-Avendshausen. “Sie übernehmen, aus der Mitte der Bürgerschaft gewählt, Verantwortung auf Zeit – und das im Ehrenamt”, dankte die Verwaltungschefin. Dass auch einige Besucher aus Nachbarkommunen der Einladung gefolgt waren, wertete die Bürgermeisterin als Abkehr vom Kirchturmdenken, in vielen Dingen sei man heute dabei, an einem Strang und sogar in eine Richtung zu ziehen. Gäste des Sommerempfangs waren auch Vertreter von Schulen, Kindergärten, Unternehmen, Vereinen, Verbänden und Kirchen. “Sie leisten einen unersetzlichen Beitrag zum Funktionieren unseres Gemeinwesens und bereichern unser Leben”, sagte Michalek. “Sie sorgen sich um unsere Kinder und um unsere ältere Generation, sie kümmern sich liebevoll und zugewandt um Kranke, Einsame oder auch die Menschen, die zu uns geflüchtet sind.” Beeindruckt zeigte sich die Bürgermeisterin vom Zusammenspiel Hand in Hand von Polizei, Feuerwehr, DRK und THW, und sie dankte für den Besuch beim Sommerempfang. “Sie sind immer da, wenn akute Gefahren drohen oder konkret Menschen in Gefahr sind.”

Alle Besucher des Sommerempfangs hätten sich in ihrer ganz eigenen Weise um die Stadt Einbeck verdient gemacht, sagte die Bürgermeisterin. “Sie alle helfen mit, unsere Stadt voran zu bringen. Sie alle haben mit geholfen, die Stadt Einbeck zu der zu machen, die sie heute ist: Eine Stadt, die mit Selbstvertrauen getrost und zuversichtlich in die Zukunft blicken kann, eine Stadt, die wirtschaftlich und gesellschaftlich gut aufgestellt ist, eine Stadt, die immer mehr auch zu einem Anziehungspunkt für Touristen aus Nah und Fern wird.” Schließlich dankte die Rathauschefin ihren Mitarbeitern in der Verwaltung. “Sie leisten viel und sind hoch motiviert.” Durchaus dürfe man ein wenig stolz sein auf das Erreichte und mit gutem Mut nach vorne blicken. “Lassen Sie unser Ziel nicht aus den Augen verlieren, Einbeck gut zu positionieren und unsere Stadt gemeinsam nach vorne bringen.”

Frische Ideen wie die des Sommerempfangs sind ja immer gut. Frisch war auch der neue Reiseführer des Fachwerk-Fünfecks, der auf große Resonanz bei den Besuchern stieß und den Juliane Hofmann von der Geschäftsstelle des Fachwerk-Fünfecks kurz vorstellte. Überhaupt ist die Resonanz bei der Sommerempfang-Premiere eine gute gewesen, auf 231 Einladungen gab’s 146 Zusagen, am Ende dürften es etwa 150 Menschen im Saal gewesen sein. Ein paar Dinge kann man immer verbessern, nach Premieren sowieso: zum Beispiel vielleicht beim nächsten Mal eine Möglichkeit zu schaffen, im Rathausinnenhof ein wenig auch in lauer Sommernacht zu plaudern, und nicht allein in der akustisch ja immer schwierigen Rathaushalle. Hoffentlich ist dann allerdings auch Sommer…

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Oppermanns Einbeck-Besuch

In der Einbecker Senfmühlen-Produktion (v.l.): Marcus Seidel, Rainer Koch und Thomas Oppermann.

Welches Dach auf dem Gebäude der einstigen Schröter’schen Druckerei am Möncheplatz zu seiner Zeit war, daran erinnert sich Thomas Oppermann nicht mehr so genau. Aber nebenan, in der Langen Brücke, dort war die “Tangente”, die Diskothek, die schon so viele Namen seitdem hatte. Das weiß der SPD-Bundestagsfraktionschef noch genau, der in Edemissen aufgewachsen ist und 1975 am Einbecker Gymnasium Abitur gemacht hat. Der Göttinger ist immer mal wieder in Einbeck, nicht allein aus politischen Gründen, auch durch familiäre Bindungen. In dieser Woche war Wahlkampf der Grund seiner Visite in der Bierstadt. Die Bundestagswahlen stehen am 24. September an, der örtliche SPD-Kandidat Marcus Seidel bekam vom prominenten Spitzengenossen in seiner Heimatstadt Unterstützung. Beide besuchten die Einbecker Kulturbüros am Möncheplatz und die Einbecker Senfmühle. “Auch bei meinem zweiten Besuch hat die Senfmühle nichts von ihrer Faszination verloren”, würdigte Thomas Oppermann das unternehmerische Engagement. “Es ist großartig, wie es sich entwickelt hat.” Senfmühlen-Chef Rainer Koch zeigte den Sozialdemokraten die Produktionsräume, kredenzte zum Abschied (hochprozentigen) Senfkorn.

Martin Keil (l.) mit Thomas Oppermann.

Bei seinem Besuch in den Kulturbüros am Möncheplatz ließ sich der SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzende nicht nur über die Arbeit der Kulturschaffenden dort ins Bild setzen und den Co-Working-Space zeigen. In den Räumen entsteht auch das Magazin für das Fachwerk-Fünfeck, dem Projekt zur Vernetzung der fünf Fachwerkstädte Einbeck, Duderstadt, Osterode, Northeim und Hann.Münden. Der SPD-Politiker bezeichnete es als einen guten Ansatz in der strukturschwachen Region, dass sich die Städte gemeinsam stark machten. Bei Fachwerk gehörten die Städte zum Besten, was Deutschland da zu bieten habe. “Wir werden das Fachwerk-Fünfeck vom Bund aus fördern”, sagte Oppermann, “das drängt sich geradezu auf.” Die Koordinierungsstelle des Fachwerk-Fünfecks solle möglichst ein eigenes Budget bekommen, aus welchem Topf, das müsse noch geklärt werden. Nach der Wahl.

Und beim Gang durch die sommerliche Innenstadt gab’s dann noch weitere kurze Stippvisiten, zum Foto vor dem Alten Rathaus und im Einbecker Kinder- und Familienservicebüro am Hallenplan. Zufallstreffen schließlich auf dem Marktplatz – und ein kurzer Plausch unter Parteifreunden mit Moderator und SPD-Ratsherr Dennie Klose. Bis das politische Tagesgeschäft Thomas Oppermann schnell wieder einholte: Telefon-Schaltkonferenz des SPD-Parteipräsidiums in der Berliner Limousine – am Tag, als es in Niedersachsen schon um die nächste Wahl nach der Bundestagswahl ging…

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Konzept für Rathaus-Immobilie

Neue Pläne für das Alte Rathaus, so könnte die Rathaushalle im Erdgeschoss aussehen. Abbildung: SHH Architekten Hildesheim

Neue Pläne für das Alte Rathaus, so könnte die Rathaushalle im Erdgeschoss aussehen. Abbildung: SHH Architekten Hildesheim

Ein bisschen ist es ein Dornröschenschlaf, in dem das Rathaus am Marktplatz dämmert. 1962 ist die Rathaushalle zuletzt modernisiert worden, 1970 die obere Rathaushalle im Obergeschoss. Seitdem ist nicht mehr viel passiert. Was sichtbar wird an vielen Stellen, an denen der Putz bröckelt oder es durch die Fenster zieht. In den vergangenen Jahren wurde es zudem immer leerer im ersten Haus am Platze. Wer weckt das Alte Rathaus aus seinem Schlaf? Frische Ideen jedenfalls hat die Stadt Einbeck jetzt zusammen mit dem Architekturbüro SHH vorgestellt; am 7. März denkt darüber der Bauausschuss der Stadtrates weiter nach – auch, was das Ganze kosten wird und wer es bezahlen kann. Die Politik berät nicht zum ersten Mal über eine Nutzung des Alten Rathauses. Mehr zu den neuen Ideen habe ich hier geschrieben, bequem auch zu lesen in der EinbeckApp, die jeder auf seinem Handy haben sollte. In meiner heutigen Freitagskolumne habe ich mich zu den vorgelegten Plänen geäußert. Einzelheiten zu den Plänen sind auch hier bei der Stadt Einbeck zu finden. Ich bin jedenfalls gespannt, ob die Pläne für das Alte Rathaus nur Pläne auf Papier bleiben. Davon gibt es schon genug. Es muss endlich einmal etwas sichtbar umgesetzt werden. Ein wenig Mut ist gefragt. Einbeck hat die komplexeste der Konzeptimmobilien im gesamten Fachwerk-Fünfeck, sagt Bauamtsleiter Frithjof Look. Das stimmt. Es ist eben nicht irgendein Fachwerkhaus, bei dem Planungen beispielhaft zeigen sollen, wie eine Sanierung und zeitgemäße Modernisierung und Nutzung gelingen kann. Darin aber liegt eine große Chance. Für Einbeck. Denn einfach kann jeder.

Nachtrag 03.02.2017: Laut aktueller Kosten- und Finanzierungsübersicht (KOFI) des Städtebauförderungsprogramms Kleinere Städte und Gemeinden (KSG) sind die Kosten für den vorgestellten Umbau/Sanierung des Alten Rathauses vom beauftragten Büro SHH auf rund zwei Millionen Euro geschätzt worden. Nach Aussage des zuständigen Sozialministeriums können kommunale Nutzungen und ein Gästehaus nicht gefördert werden, damit reduziert sich der förderfähige Anteil auf rund 1,15 Euro.

Agenda 2017

Sitzungssaal im Alten Rathaus. Archivfoto.

Sitzungssaal im Alten Rathaus. Archivfoto.

Das war’s. Das Jahr ist kommunalpolitisch längst Geschichte. Schon deutlich vor Weihnachten fielen die letzten Entscheidungen in politischen Gremien – so denn überhaupt etwas entschieden und nicht nur vertagt wurde. “Zwischen den Jahren” war das Rathaus wieder geschlossen, nachdem dort von höchster Position festgestellt worden war: Einbeck entwickelt sich weiter prächtig. Höchste Zeit also, ein paar unbequeme Impulse zu geben für das neue Jahr. Das sollte auf der Tagesordnung stehen, hier also die Agenda 2017:

  • Um nicht gleich mit etwas Negativem zu beginnen: Sehr übersichtlich, aktuell und anschaulich kann sich inzwischen jeder auf der Website der Stadt Einbeck darüber informieren, was alles in Einbeck geplant wird. Ein Dutzend aktueller Projekte ist dort sichtbar. Das ist toll. Doch die Planung ist das eine. Damit alles nicht ausschließlich zu teuren Planspielen wird, wäre es 2017 extrem wünschenswert, wenn einmal etwas sichtbar umgesetzt würde von all den Plänen. Über die intensiv und ausführlich und – zugegeben – mit Bürgerbeteiligung diskutiert worden ist. Natürlich kostet alles (leider ja nur begrenzt vorhandenes) Steuergeld. Deswegen sind auch die Diskussionen über Planungen so wichtig, soll doch mit unser aller Geld gebaut werden. Da haben es private Bauherren leichter als öffentliche. Doch bei zu vielen Dingen steht noch in den Sternen, wann der Bagger rollt. Die Liste ist lang – und sie wird immer länger. Neustädter Kirchplatz? 2017 wird noch mit Planungen draufgehen, dann muss Fördergeld aquiriert werden (was erfahrungsgemäß auch lange dauert). ZOB? Verschoben auf frühestens 2020. Da nutzte auch die für Ende 2017 angekündigte Bahnstrecken-Reaktivierung als Katalysator nichts. “Magistrale der Baukultur” und Umbau der Tiedexer Straße? Die Pläne liegen vor, doch wann mit der Umsetzung gestartet werden kann, ist bislang offen. Sanierung Altes Rathaus? Das Prestigeobjekt mit den drei Türmen wird 2017 zur Konzeptimmobilie im Fachwerk-Fünfeck. Was aber auch nichts bedeutet, außer dass geplant wird – unter anderem wie das Rathaus barrierefrei werden kann. Umgebaut ist es davon noch lange nicht. Und so lange wird übrigens auch noch das schicke blaue Plastik-WC auf dem Hallenplan stehen. Vom Möncheplatz oder gar vom Stukenbrokpark will ich gar nicht mehr reden, das sind Wiedervorlagen aus der Agenda 2016 und 2015. Auch hier ist man über das Planungsstadium noch nicht hinaus gekommen. Damit die immer und kontinuierlich notwendigen Planungen weiterhin Akzeptanz finden, ist es unbedingt notwendig, dass auch einmal etwas umgesetzt wird. Nicht alles auf einmal, aber zumindest etwas. Einbeck hat ein Umsetzungsproblem. Offenbar war die Pause auf dem Chefsessel im Bauamt doch zu lang, ist zu vieles liegen geblieben, das während der Vakanz hätte geplant werden können und heute gebaut werden könnte. Und auch die Kommunalwahl im abgelaufenen Jahr hat viel Zeit gekostet, gerade erst sind nach mehr als einem Vierteljahr Pause die Gremien wieder arbeitsfähig.
  • Höchste Zeit wird es, beim Thema freies WLAN für die City mal einen entscheidenden Schritt voran zu kommen. Auch hier gibt es weniger das Erkenntnis-, sondern eher ein Umsetzungs-Problem. Diskutiert wird schon lange, der SPD-Antrag stammt aus dem Dezember 2014 (!), geschehen ist seitdem sichtbar nichts außer mancher Vertröstung. Das muss in 2017 definitiv anders werden, wollen sich handelnde Akteure nicht lächerlich machen. Warum gelingt es denn in anderen Städten? Warum können (und machen) es denn die Freifunker? Ich bin gespannt, wann es einen entscheidenden Schritt nach vorn geben wird.
  • Einen Schritt zurück machen Tourismus und Kulturring (und das muss nicht unbedingt schlecht sein): Beide ehemaligen Bereiche der Einbeck Marketing GmbH gehören 2017 wieder zur Stadt Einbeck – nach sechs Jahren Pause. Nun bin ich mal gespannt, wie gut das Gedächtnis im Rathaus ist, denn bis 2010 gehörten diese Themen zu den Aufgaben der Stadtverwaltung. Natürlich ist inzwischen ein bisschen was passiert (und sei es auch nur, dass ein nicht gänzlich unbedeutender touristischer Player neu in Einbeck mitspielt, Stichwort PS-Speicher). Aber grundsätzlich sind die Anforderungen nicht neu, zumal ja auch das aktive, das arbeitende Personal gleich bleibt und nur die Führungsköpfe wechseln. Einige positive Ansätze lassen hoffen. Vielleicht muss man aber im Bereich Events am Ende auch einfach zu der Erkenntnis kommen, dass es nicht (mehr) notwendig ist, dass die Stadt Kulturveranstaltungen anbietet und damit konkurrierend in dem Metier mitmischt, in dem sich in Einbeck zahlreiche Vereine, Initiativen und Institutionen erfolgreich tummeln und für ein bereites kulturelles Angebot sorgen. Natürlich soll Kultur für alle möglich sein (und auch mal anspruchsvolles, leider zu gering frequentiertes Theater, das Profit-Organisationen nicht anbieten, weil sie es nicht kostendeckend können), nicht nur für den Verkaufs-Mainstream. Unterstützend für bedürftige Kulturnutzer könnte hier die Kulturtafel sein… apropos, was macht die eigentlich? Lange nichts mehr gehört, der Start für die Kulturpforte in Einbeck sollte längst gewesen sein. Das wird dann sicher 2017 etwas.

Und sonst? Auch im neuen Jahr wird es wieder Gelegenheiten geben, bei denen Politik in Einbeck auf Ungeplantes reagieren muss. Hoffentlich werden ein paar politische Themen neu auf der Tagesordnung auftauchen. Und 2017 werden ebenso wieder einige Personalien u.a. auch diesen Blog beschäftigen. Welche? Das wird sich zeigen, aber auf jeden Fall wird es um Stellen und Positionen in der Rathaus-Verwaltung gehen (neuer Stadtarchäologe, neue Gleichstellungsbeauftragte, neuer Behindertenbeauftragter), aber auch um das politische Personal für die Bundestagswahl 2017 und die Landtagswahl 2018. Beispielsweise will ja ein Einbecker nach Berlin. Ob er dort ankommt? Sie werden es hier erfahren.

Mehr als Fachwerk im Fünfeck

Wollen weiter zusammenarbeiten: die Bürgermeister (v.l.) Dr. Sabine Michalek (Einbeck), Hans-Erich Tannhäuser (Northeim), Klaus Becker (Osterode), Wolfgang Nolte (Duderstadt) und Harald Wegener (Hann.Münden).

Wollen weiter zusammenarbeiten: die Bürgermeister (v.l.) Dr. Sabine Michalek (Einbeck), Hans-Erich Tannhäuser (Northeim), Klaus Becker (Osterode), Wolfgang Nolte (Duderstadt) und Harald Wegener (Hann.Münden).

Die Bürgermeister des Fachwerk-Fünfecks haben eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen ihren Städten Einbeck, Duderstadt, Northeim, Hann. Münden und Osterode vereinbart. Sie soll über das Bauliche hinausgehen, beispielsweise beim Tourismus. Auch bei der Archäologie ist eine Zusammenarbeit denkbar und wird diskutiert. Nach drei Jahren gemeinsamer Arbeit in der Fachwerk-Kooperation blicke man auf erste Erfolge zurück, heißt es in der beim 5. Südniedersächsischen Fachwerktag in Duderstadt unterzeichneten Erklärung der Rathauschefs. In der Zusammenarbeit stecke viel Potenzial, man können gegenseitig voneinander lernen. Ansonsten bleibt die Erklärung jedoch reichlich vage in ihren Formulierungen. Das Modell-Projekt Fachwerk-Fünfeck ist bislang bis Ende Juni 2017 finanziert. Die geschaffenen Strukturen sollen darüber hinaus fortgeführt werden, wünschen sich die Bürgermeister, dazu gehört die koordinierende Geschäftsstelle im Northeimer Rathaus.

Professor Manfred Gerner attestierte den fünf Städten „eine Fachwerkidentität, die ein näherrücken mehr als rechtfertigt“. Der Fachwerk-Experte hatte ein Gutachten zur regionalen Identität der Fachwerk-Fünfecks erstellt, das seit April vorliegt, wie er sagte. Einbeck, Duderstadt, Northeim, Hann. Münden und Osterode seien „Ankerorte einer Fachwerk-Kulturlandschaft“, erklärte Manfred Gerner. Möge auch der bauliche Zustand teilweise unterschiedlich in den Städten sein, so seien sie doch von einem hohen Gleichmaß an Fachwerkdichte mit Gebäuden aus sechs Jahrhunderten gekennzeichnet, sagte Gerner vor rund 100 Besuchern des Fachwerktages im Duderstädter Rathaus (20160830_pi_suednds-fachwerktag). Prägend-typisch für die fünf Städte seien insgesamt 220 gotische Dielen-Stadthäuser aus dem 15./16. Jahrhundert. Manfred Gerner, als Architekt und Dozent seit mehr als 40 Jahren in der Denkmalpflege unterwegs, insbesondere von Fachwerkbauten. Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte und Initiator der Deutschen Fachwerkstraße, zu der alle fünf Städte des Fachwerk-Fünfecks gehören, ist den Städten und Verwaltungen seit vielen Jahren verbunden.

Das mehr als 100 Seiten umfassende, seit April vorliegende Gutachten von Professor Gerner soll “demnächst” auf der Website des Fachwerk-Fünfecks zum Download bereitstehen, heißt es in einer Pressemitteilung (20160830_pi_gutachten_gerner).

(Aktualisiert 30.08.2016, 22:54 Uhr)

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Wer gräbt in Zukunft in Einbecks Vergangenheit?

Dr. Stefan Teuber (l.) bei seiner jüngsten Ausgrabung am Petersilienwasser in Einbeck.

Dr. Stefan Teuber (l.) bei seiner jüngsten Ausgrabung am Petersilienwasser in Einbeck.

Nach 15 Jahren als Stadtarchäologe in Einbeck wird Dr. Stefan Teuber die Stadtverwaltung Ende des Jahres verlassen und in Northeim als Museums- und Archivleiter arbeiten. Wer gräbt dann in Zukunft in Einbecks Vergangenheit und schreibt Stadtgeschichte mit dem Spaten? Wird die (aktuell halbe) Stelle des Stadtarchäologen neu besetzt? Oder fällt sie dem Rotstift zum Opfer? Werden dann die Aufgaben der Stadtarchäologie von anderen erledigt, von Archäologen aus dem Landkreis oder Land? Dies zu entscheiden, ist Aufgabe der Politik. Die Zeit drängt, damit nicht wertvolles Wissen verloren geht, weil keine persönliche Übergabe der Dienstgeschäfte mehr möglich ist. “Es ist vorgesehen, die Stelle wieder zu besetzen – zumal sie auch im Stellenplan enthalten ist”, erklärte der zuständige Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Bauen, Frithjof Look, heute auf meine Anfrage. “Vorab müssen noch die städtischen Gremien beteiligt werden.” Das wird, nicht zuletzt wegen der bevorstehenden Kommunalwahl, allerdings mehrere Wochen dauern. Auf der Tagesordnung der nächsten (und letzten) Ratssitzung am 24. August ist (zumindest im öffentlichen Teil) die Stelle kein Thema, der am 11. September neu gewählte Stadtrat (mit dann möglicherweise anderen Mehrheiten oder Meinungen zu der Stadtarchäologen-Stelle) wird erst wieder Anfang November arbeitsfähig sein. Einbeck (und sein Tourismus) lebt zu großen Teilen von seiner Geschichte, von Erkenntnissen aus der Vergangenheit. Diese kann ein im Rathaus arbeitender Stadtarchäologe schneller und besser gewinnen als fachlich zweifellos ebenso kompetente Kollegen, die allerdings heute hier und morgen andernorts im Boden nach Erkenntnissen forschen, Einbecker Zusammenhänge aber nur mühsam herstellen können. “Wie hältst Du’s mit der Historie?” Das könnte eine interessante Vergleichsfrage zwischen den Parteien im gerade startenden Kommunalwahlkampf werden…

Nachtrag 25.08.2016: Offenbar hat die Politik vom Weggang des Stadtarchäologen erst aus diesem Blog erfahren. Ratsherr Alexander Kloss (SPD) hat bei der Ratssitzung gestern die Informationspolitik des Rathauses als inakzeptabel bezeichnet und die Verwaltung gefragt, seit wann dort bekannt war, das Dr. Stefan Teuber die Stadtverwaltung verlässt und ob die Stelle ausgeschrieben werden soll. Bürgermeisterin-Stellvertreter und Personal-Fachbereichsleiter Dr. Florian Schröder räumte nach einer weiteren Nachfrage von SPD-Fraktionschefin Margrit Cludius-Brandt, die Verwaltung hätte in den jüngsten Sitzungen des Personalausschusses und des Verwaltungsausschusses darüber informieren müssen, ein Versäumnis zerknischt ein. Es sei aber keine böse Absicht gewesen, vielmehr der Gedanke innerhalb der Verwaltung, der Politik bereits ein Ergebnis präsentieren zu wollen, wie die Nachfolge geregelt werden könnte, beispielsweise durch interkommunale Zusammenarbeit innerhalb des Fachwerk-Fünfecks, in dem sich die Städte eine volle Archäologenstelle teilen könnten. Dem sei der Politikblog zuvor gekommen, sagte Schröder.

Nachtrag 30.09.2016: Der Verwaltungsausschuss hat nach Angaben von Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek entschieden, die halbe Stelle eines Stadtarchäologen öffentlich auszuschreiben. Überlegungen, die Position durch eine Kooperation innerhalb des Fachwerk-Fünfecks gemeinsam durch die fünf Städte zu besetzen, habe man nicht umsetzen können, in den anderen Städten passe es derzeit nicht.

Politik-Lob für die Magistrale

Parken vor Fachwerk-Fassade: So wie es jetzt ist, soll es nicht bleiben.

Parken vor Fachwerk-Fassade: So wie es jetzt ist, soll es nicht bleiben, das meint einstimmig auch der Fachausschuss des Rates.

Jetzt hat auch der zuständige Fachausschuss des Stadtrates nach vorheriger umfangreicher Bürgerbeteiligung den Weg frei gemacht für die Umgestaltung der Tiedexer Straße in Einbeck – einstimmig und mit viel Lob. Sie ist das Kernstück der “Magistrale der Baukultur” zwischen Tiedexer Tor und ZOB-Bahnhof. Ziel in der Vorzeige-Fachwerkmeile: Weniger Parken, mehr Boulevard. Das hat Nikolai Soyka vom Planungsbüro “Schöne Aussichten” im Stadtentwicklungsausschuss noch einmal ausführlichst erläutert. “Wir sind nicht dafür angetreten, möglichst viele Parkplätze zu schleifen”, sagte Soyka. Die Anlieger hätten sich deutlich mehrheitlich für diese Ziel, mehr Platz zum Flanieren zu gewinnen, in der Bürgerbeteiligung ausgesprochen. Und das gehe nur, so der Planer, wenn die Parkplätze parallel zur Straße angeordnet werden, nicht mehr wie heute quer. “Der Querschnitt ist verflixt eng, wir haben um jeden Zentimeter gekämpft”, sagte Soyka. Die acht verlustig gehenden Parkplätze dürften im Umfeld problemlos zu kompensieren sein, meinte der Planer.

Dem schloss sich Bernd Huwald (CDU) an: “Es lohnt sich nicht, um diese acht Parkplätze zu kämpfen.” Von ihm kam Lob: “Die Gesamtplanung ist ein wirklicher Fortschritt.” Lange sei die Tiedexer Straße vernachlässigt worden, räumte Rolf Hojnatzki (SPD) ein. Die Fachwerk-Vorzeigestraße umzugestalten sei überfällig und sollte so schnell wie möglich umgesetzt werden, was natürlich an den Fördermitteln hänge und an der Höhe der Anliegerbeiträge. “Wir haben einen Mehrwert durch weniger Parkplätze”, meinte Dr. Reinhard Binder (FDP). Die Tiedexer Straße gewinne. Er lobte die Vorgehensweise der Planung und das Ergebnis.

Beschlossen hat der Ausschuss nicht nur das Leitbild der Magistrale, das künftig bei allen Planungen und Maßnahmen der Stadt Einbeck nach Prüfung zu berücksichtigen sein wird, etwa beim Umbau der Marktstraße oder des Neustädter Kirchplatzes. Ebenso einstimmig votierte die Politik für die Variante „Mittig Asphalt“ als Grundlage für weitere Planungsschritte; sie sieht einen breiteren Gehweg vor, eine Fahrbahn in Asphaltbelag und parallele Parkplätze. Die Verwaltung ist nun beauftragt, für den Umbau der Tiedexer Straße die Möglichkeiten auf Fördermittel zu prüfen und Ersatz für wegfallende Parkplätze in der Tiedexer Straße zu konkretisieren.

Um Konzept, Vorgehensweise und Bürgerbeteiligung beneiden die anderen Städte im Fachwerk-Fünfeck Einbeck, sagte Bauamtsleiter Frithjof Look. Es wird jetzt zum Vorbild für die anderen vier Fünfeck-Städte, denn auch dafür gab es Fördergeld.

So soll die Tiedexer Straße künftig aussehen. (c) Ing.-Gemeinschaft Schubert, (Hannover

Mittig Asphalt: So soll die Tiedexer Straße künftig aussehen. (c) Schöne Aussichten, Kassel/Hamburg

Weniger Parken, mehr Boulevard

Bauamtsleiter Frithjof Look erläuterte die Planungen.

Bauamtsleiter Frithjof Look (stehend) erläuterte am Dienstag Abend in der Einbecker Rathaushalle die Planungen.

Weniger Platz zum Parken, mehr Freiraum für Fußgänger und Fahrradfahrer auf dem Fachwerk-Boulevard – das ist aus der Sicht der beauftragten Stadtplaner von „Schöne Aussichten“ (Kassel/Hamburg) das Ziel für die Tiedexer Straße in Einbeck. Der Innenstadt-Straßenzug mit der Fachwerk-Häuserzeile aus dem 16. Jahrhundert soll als zentraler Teil einer sich durch die City ziehenden „Magistrale der Baukultur“ umgestaltet werden, seit Oktober läuft dazu bereits die Bürgerbeteiligung – mit durchaus großer Resonanz. Die Tiedexer Straße soll das Beispiel in Einbeck sein, wie in Zukunft Schritt für Schritt anhand von so genannten Leitlinien für den öffentlichen Raum das Erscheinungsbild der Altstadt attraktiver werden kann. Dabei geht es um Pflasterungen, Parkplätze und Papierkörbe ebenso wie um Beleuchtung, Bürgersteigbreiten und Barrierefreiheit.

Sehr gute Resonanz fand die Präsentation der Planungsempfehlungen im Alten Rathaus.

Sehr gute Resonanz fand die Präsentation der Planungsempfehlungen im Alten Rathaus.

Für die Tiedexer Straße präsentierten die Stadtplaner jetzt erste Vorentwürfe, wie die Straße so umgestaltet werden kann, dass sich dort mehr Menschen gerne aufhalten, der Verkehr beruhigt wird und Wohnen und Einzelhandel gestärkt werden können. Alle Nutzungswünsche werde man freilich nicht erfüllen können, räumte Landschaftsarchitekt Nikolai Soyka ein. Es gelte, den Spagat zu schaffen. In dem umfangreichen Bürgerbeteiligungsprozess der vergangenen Monate in Einbeck habe sich die Mehrheit der befragten Anlieger dafür ausgesprochen, die Variante „Freiraum“ weiter zu verfolgen. Sie bedeutet, dass es in der Tiedexer Straße keine quer zur Fahrbahn verlaufenden Parkplätze wie heute mehr geben wird, sondern nur noch parallele. Dadurch fallen von den aktuell 25 vorhandenen Parkplätzen je nach Straßenverlauf acht bis zehn Stellplätze weg. Die Haltung der Anlieger hat die Stadtplaner durchaus überrascht. Denn bis zu zehn Parkplätze weniger direkt vor Geschäften, Wohnungen und fußläufig zur Fußgängerzone sind schon eine Hausnummer, vielleicht lassen sich ja, so ein Vorschlag der Planer, in den Innenhöfen beispielsweise zwischen Tiedexer und Marktstraße weitere Parkplätze (zumindest für Anwohner) zum Ausgleich schaffen. Ziel der Variante “Freiraum” ist, dass die Gehwege breiter werden und beispielsweise Gelegenheiten für Gastronomie und Ladengeschäft-Auslagen geschaffen werden können. Bei der “extremsten” Variante “Freiraum” gibt es nur noch eine sogenannte Mischverkehrsfläche mit durchgängigem Belag, auf dem die Parkplatzflächen eingepflastert sind. „Es gibt natürlich auch Stimmen, die den Wegfall von Parkplätzen kritisieren“, sagte Nikolai Soyka in der Rathaushalle. Und die meldeten sich natürlich in der anschließenden Debatte auch zu Wort. Anliegernutzung und Aufenthaltsangebot in der Tiedexer Straße müsse sich aber verbessern, erklärte der Stadtplaner. Während der Bürgerbeteiligung seien oft Meinungen zu hören gewesen, dass die Gehwege fast immer zu schmal seien, es zu viel Verkehr in der Tiedexer Straße gebe, die parkenden Autos die Fachwerkfassaden störten.

Leider konzentrierte sich die Diskussion in der sehr gut gefüllten Rathaushalle am Dienstag Abend zu sehr auf die Punkte Parkplätze und vor allem die Kosten für die Anlieger in der Tiedexer Straße. Ich kann selbstverständlich verstehen, dass Hauseigentümer wissen möchten, mit welchem finanziellen Beitrag sie für ihr denkmalgeschütztes Ensemble kalkulieren müssen. Investitionen müssen schließlich zuvor angespart oder Kredite aufgenommen werden, niemand hat eine Portokasse irgendwo im Gewölbekeller stehen, aus der er das bezahlen kann. Aber immer nur und als Erstes fragen: Was kostet mich das? Ist nicht die Frage “Was bringt mir persönlich, meiner Immobilie und uns in Einbeck das” imgrunde viel hilfreicher? Dann klappt’s vielleicht auch mal wieder mit einem Mieter. Viele Anlieger sind mir da zu unduldig. Mir geht es ja auch oftmals nicht schnell genug, aber Planung benötigt Zeit, gute Planung vor allem, wie Bauamtsleiter Frithjof Look bei Amtsantritt sagte. Geduldig, aber am Ende der knapp zweistündigen Veranstaltung mit zunehmend leicht genervt wirkender Stimme erläuterte Look wieder und wieder, warum die Stadt und er heute keine seriöse absolute Zahl oder Prozentzahl nennen könne, mit wieviel Euro die Anlieger bei einer Umgestaltung der Tiedexer Straße dabei sein werden. Denn bei den Planungen sei man ja erst ganz am Anfang, ein erster Schritt sei getan, was konkret umgestaltet werden soll, muss erst noch entschieden werden, ob zum Beispiel komplett gepflastert wird oder nur ein Teil mit Pflaster, die Fahrspur in Asphaltbauweise. Und dann ist zudem noch nicht klar, ob und welche Zuschüsse und Fördergelder gegebenenfalls für das Projekt bereit stehen werden. Eine Gleichung mit zu vielen Unbekannten derzeit also. Prognosen sind schwierig, weil sie die Zukunft betreffen. Das wäre in etwa so als würde ich (45) heute bereits meinen 50. Geburtstag planen wollen und ich würde meinen Gästen schon genau sagen, wie diese Feier ablaufen wird. Weder kann ich schließlich heute verlässlich sagen, ob ich im Fünf-Sterne-Hotel oder in der Currywurstbude feiere, wieviele Gäste ich dazu einladen werde – und ob ich überhaupt feiern werde.

Der Stadtentwicklungsausschuss wird in seiner nächsten Sitzung am 19. April darüber diskutieren und entscheiden, wie für die Tiedexer Straße und die “Magistrale der Baukultur” weitergeplant werden und welche Varianten-Maßnahmen verfolgt werden sollen, aber auch dann steht man noch ganz am Anfang. Bis der erste Bagger rollen wird, werden noch Monate vergehen, werden aber auch die Bürger weiter bei den Detailplanungen weiterhin beteiligt, beispielsweise bei den Varianten des möglichen Pflasterbelags, bei der Art der Straßenbeleuchtung und -Möblierung mit Bänken und Mülleimern.

Im Fokus des Interesses: die ersten Vorplanungen für die Umgestaltung der Tiedexer Straße.

Im Fokus des Interesses: die ersten Vorplanungen für die Umgestaltung der Tiedexer Straße.

Die ausführliche, 68-seitige Analyse der Defizite und Potenziale für die öffentlichen Flächen zwischen PS-Speicher und Möncheplatz sowie die Empfehlungen der Stadtplaner von “Schöne Aussichten” für die „Magistrale der Baukultur“ in Einbeck stehen hier als PDF-Datei zum Download bereit. Im Neuen Rathaus hängen die Pläne in Papierform aus (2. Obergeschoss, Altbau). In den nächsten zwei Wochen bis zum 29. Februar kann jeder seine Meinung sagen und Anregungen geben zu den Planungen: direkt persönlich in der Stadtverwaltung, telefonisch oder aber über E-Mail unter magistrale@einbeck.de Die Hinweise sollen für die Beschlussvorlage des Ausschusses noch eingearbeitet werden, so das Versprechen der Planer.

Parken vor Fachwerk-Fassade: So wie es jetzt ist, soll es nicht bleiben.

Quer parken vor der historischen Fachwerk-Fassade: So wie es jetzt ist, soll es nicht bleiben.

Agenda 2016

Auf diesen Stühlen wird in Einbeck Politik gemacht.

Auf diesen Stühlen wird in Einbeck Politik gemacht.

Bevor sich die kommunale Politik in die Weihnachtstage verabschiedet und auch die Verwaltung im Rathaus “zwischen den Jahren” ihre Pforten schließt, bevor an den Festtagen im Kreise der Familien Kraft tankende Erholung und Entspannung im Vordergrund stehen, vielleicht sogar die eine oder andere politische Diskussion, lege ich hier schon einmal die Agenda 2016 der Einbecker Politik vor, meine Tagesordnung für das nächste Politik-Jahr in Einbeck. Gleichzeitig die Bilanz zur Agenda 2015 und zum sommerlichen Zwischenfazit. Damit Sie etwas zum Diskutieren haben, wenn die Gans gegessen ist. Kommentieren Sie gerne.

Dieser Blog wird in den nächsten Tagen mit Sicherheit ein wenig ruhiger sein… bevor dann ziemlich zügig im neuen Jahr, einem kommunalen Wahljahr, die Taktzahl der Termine wie der Blogbeiträge wieder dichter sein wird. Schließlich wird am 28. Februar ein neuer Landrat im Landkreis Northeim gewählt. Die drei Kandidaten haben sich vor Weihnachten stets bemüht, die Balance zwischen Präsenz und Penetranz zu wahren, schließlich wollen sie den hektisch Geschenke suchenden Wählern von morgen ja nicht auf die Nerven gehen, dennoch aber müssen sie jeden der noch verbleibenden Tage nutzen, um sich bekannt zu machen und vielen Menschen überhaupt erst einmal erzählen, dass es am 28. Februar diese Landratswahl gibt. Nach der Wahl ist dann auch gleich wieder vor der Wahl: Kaum ist der neue Chef (oder erstmals eine Chefin?) ins Kreishaus gewählt, dürften die ersten auch personellen Vorentscheidungen getroffen werden für die Kreistags-, Stadtrats- und Ortsräte-Wahl, die am 11. September stattfindet. Einige aktive und langjährige Kommunalpolitiker werden die jetzt beginnende kurze Weihnachtspause auch dafür nutzen, im Kreise der Familie in sich zu gehen und zu entscheiden, ob sie noch einmal auf den manchmal ziemlich harten Stühlen des Stadtrates Platz nehmen wollen, sprich: ob sie wieder kandidieren.

Nun aber zur Einbecker Politik-Agenda 2016:

Neues Rathaus: Ja, das Thema wird im nächsten Jahr auf der Tagesordnung bleiben – auch wenn der Stadtrat entschieden hat. Natürlich ist es richtig, dass die getroffene, deutliche Ratsentscheidung demokratisch zu akzeptieren ist. Auch oder vor allem von denen, die das Rathaus nicht kaufen wollten. Aber, und das hat nichts mit Nachtreten zu tun, nur mit Fakten: Zum einen ist der Kauf formal noch nicht abgewickelt. Der Stadtrat hat lediglich entschieden, die Bürgermeisterin zu beauftragen die Kaufverhandlungen abzuschließen. Und hat das Geld in den Haushalt 2016 eingeplant. Verträge sind aber bekanntlich erst dann bindend geschlossen, wenn beim Notar von beiden Seiten die Unterschrift geleistet und die Tinte trocken ist. Diese Vollzugsmeldung gab es bislang nicht. Zum anderen wird das Thema Rathauskauf wie gesagt im Kommunalwahlkampf eine politisch prägende Rolle spielen. Ich bin schon gespannt, welche interpretativen Winkelzüge einige vollziehen werden, um sich die Angelegenheit für ihre Zwecke passend zu machen. Eine nachträgliche Abstimmung der Bürger über den Rathauskauf wird die Stadtratswahl sowieso.

Rathaus 2020: Unter diesem Stichwort läuft die Umstrukturierung der Stadtverwaltung. Aus fünf werden im nächsten Jahr drei Fachbereiche, das Rathaus wird neu organisiert. Nach Mitteilung der Verwaltungschefin haben die ersten drei aus Mitarbeitern bestehenden Arbeitsgruppen Ideen und Vorschläge ausgearbeitet, wie interne und externe Kommunikation in Zukunft aussehen sollen. Und wie die “Wegweisung, Flure und Wartezonen im Neuen Rathaus”. Das alles ist bitter notwendig und überfällig, bei einem Gang durch die Rathausflure fällt jedem einigermaßen aufmerksamen Zeitgenossen ein derartiger Wildwuchs an den Bürotüren auf, dass es einen schaudern lässt. Personalrat und Mitarbeiter mögen von Beginn an eng in das Projekt “Rathaus 2020” eingebunden sein, wie die Bürgermeisterin betont. Die SPD jedenfalls fühlt sich außen vor gelassen. Und hat einen ersten Vorgeschmack gegeben, wie sie in der politischen Auseinandersetzung vor der nächsten Stadtratswahl agiert, wenn sie sich die CDU-Bürgermeisterin frontal zur Brust nimmt.

Magistrale der Baukultur: Am 9. Februar soll eine planerische Gestaltungsleitlinie öffentlich vorgestellt, bis Mitte April sollen dann die fertigen Pläne dem Stadtentwicklungsausschuss vorgelegt werden. So lautet der aktuelle Stand der Dinge bei diesem Projekt im Rahmen des Fachwerk-Fünfecks; die Sanierung und künftige Nutzung des Alten Rathauses könnte im Rahmen einer so genannten Konzept-Immobilie geplant werden. Im Fokus steht vor allem die Tiedexer Straße, Einbecks Fachwerk-Boulevard, der dringend eine Frischzellenkur benötigt. Das Denkmal-Ensemble kann zurzeit von Passanten wie Touristen gar nicht in seiner ganzen Bedeutung erfasst werden. Weil sich auf den engen Gehwegen niemand lange aufhalten mag, von Außengastronomie mit Aufenthaltscharakter wollen wir gar nicht reden. Nach einer ersten öffentlichen Veranstaltung zur geplanten Neugestaltung der Straßenzüge zwischen PS-Speicher und ZOB mit rund 80 Teilnehmern gab es vor ein paar Tagen ein internes Treffen von Planungsbüro, Stadt und den Hauseigentümern und Anliegern. Das ist gut und richtig so, solche Treffen nicht öffentlich zu veranstalten. Nur so können Anwohner und Stadt im kleinen Kreis miteinander diskutieren ohne immer darauf achten zu müssen, jedes Wort auf die Goldwage zu legen. Eigentümer durften schon erste Skizzen möglicher Veränderungen sehen, um ihre Meinungen und Bewertungen dazu früh und praxisbezogen in die Planungsphase einzubeziehen. Eine schmalere Fahrbahn und längs der Fahrbahn angelegte Parkbuchten sind überlegenswerte Empfehlungen des beauftragten Planungsbüros. Aber allzu viele Parkplätze, wenn überhaupt welche, dürfen dabei nicht verloren gehen. Die Menschen möchten die Tiedexer Straße besser nutzen als heute. Das haben den Planern auch Interessengruppen aus den Bereichen Stadtmarketing, Politik, Kirchengemeinde, Denkmalpflege, Jugend- und Seniorenverbänden und Kulturschaffenden mit auf den weiteren Weg gegeben. Auf erste für die Öffentlichkeit bestimmte Planungsskizzen dürfen wir gespannt sein.

Neustädter Kirchplatz: Hier muss 2016 endlich einmal Entscheidendes passieren. Vor dem Herbst ist damit freilich nicht zu rechnen, denn für März ist zunächst die Vorstellung der prämierten Entwürfe des zurzeit laufenden Architektur-Wettbewerbs geplant. Und danach braucht es ja noch die entsprechenden politischen Beschlüsse, bevor ein Bagger mal baggert… Insgesamt elf gesetzte und geloste Büros nehmen an dem Wettbewerb teil (40 Landschaftsarchitekten hatten sich beworben), im Januar geben die Planer ihre Vorschläge bei einer Preisjury ab, die dann im März entscheiden will. Das Ganze darf keinesfalls so ausgehen wie andernplatzes in Einbeck: Vom Möncheplatz ist mir letztmalig eine Galerie bunter Zeichnungen mit Ideen im Gedächtnis geblieben, datiert Ende Oktober 2013. Passiert ist seitdem: nahezu nichts!

City: Alle schönen Architekten-Zeichnungen dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass die Einbecker Innenstadt als Einkaufsort attraktiver werden muss. Man muss Magneten schaffen, um Kunden anzulocken, heißt es dann immer. Im Physik-Unterricht habe ich mal gelernt, dass Magneten nicht immer anziehend sein müssen (so ist das ja gemeint), sondern sich auch unter bestimmten Voraussetzungen abstoßen können. Das wäre das Schlimmste, das der City passieren könnte! Einkaufswillige Kunden müssen aber erst einmal einen Impuls haben, ausgerechnet in Einbeck einkaufen zu wollen – in der Innenstadt. Das funktioniert mit attraktiven Firmen und ihrem Angebot, das die Kunden nirgendwo sonst bekommen können, mit einer gut geölten Gastronomie und der Kombination von allem. Die Grüne Wiese ist in Einbeck genügend gemäht, das Handelsherz City schlägt auch noch. Aber niemand ist gezwungen, bis zum ersten schweren Herzinfarkt zu warten, um tätig zu werden. Lobenswert ist es in diesem Zusammenhang, dass die Stadt die Marktstraße umgestalten, beleben und aufwerten will. Die 1A-Lage hat es nötig, das Pflaster und die Möblierung sind in die Jahre gekommen. Erste Überlegungen dazu soll es im Januar im Stadtentwicklungsausschuss geben, die Planungen im April starten.

Stukenbrokpark: Nach bunten Zeichnungen, Skizzen und Ortsterminen wäre es zu schön, wenn sich hier 2016 mal etwas Sichtbares tun würde. Vielleicht kann ich ja wenigstens im Sommer 2016 mal gemütlich in einem Buch aus Stadtbiliothek im Liegestuhl im Stukenbrokpark lesen… Der Zeitplan sieht allerdings nicht danach aus. Die bis Ende 2017 in unmittelbarer Nähe vorgesehene Umgestaltung des ZOB könnte dem Ganzen allerdings ein bisschen Drive geben. Das wäre gut.

Wirtschaftsförderung: Durch die veränderte Verwaltungsorganisation (“Rathaus 2020”) wandert die Zuständigkeit im Rathaus für das Thema Wirtschaftsförderung vom Allgemeinen Bürgermeisterin-Vertreter Dr. Florian Schröder zum Bauamtsleiter. Frithjof Look kann das durchaus als Kompetenz-Zugewinn und Vertrauensvorschuss werten – und Schröder nicht als Degradierung, schließlich bekommt er in seinen Fachbereich die wichtigen Finanzen. Der 29-jährige Frithjof Look hat sich seit seinem Start im Mai in Einbeck intensiv, strukturiert und gut eingearbeitet (und bei der Inventur und beim Aktenstudium auch so manches entdeckt, was viele gar nicht mehr auf dem Schirm hatten, zum Beispiel die “vergessene” Fußgängerzone und Verkehrssituation in der Oleburg). Allmählich wird seine Arbeitsstruktur sichtbar, die er transparent (beispielsweise auf der Website der Stadt) öffentlich abbildet. Ob er meine Forderung (und nicht nur meine), einen Denkmalschutz mit Augenmaß und keinen Maximalismus zu betreiben, wird umsetzen können, bleibt abzuwarten und kann man nur an ersten konkreten Projekten sehen. Zu wünschen ist Look jedenfalls, dass er bei (politischem) Gegenwind standhaft bleibt und diesen Gegenwind argumentativ erklärend zu entkräften sucht. Bei der Einbeck Marketing GmbH hat Look mit Florian Geldmacher (30) einen ebenso jungen Mitspieler im Bereich Wirtschaftsförderung an seiner Seite, mit dem er sich inhaltlich abstimmen muss. Ob und wie das junge Duo harmoniert, werden wir im neuen Jahr sehen. Ich bleibe dabei: Junge Führungskräfte brauchen erfahrene Menschen an ihrer Seite, die ungestümes Verhalten sanft, aber bestimmt drosseln, wenn dies notwendig sein sollte. Trotzdem darf jugendlicher Elan durchaus spürbar werden. Denn davon kann Einbeck nie genug haben. Es wird Zeit, dass sich was bewegt.

Und wäre das alles noch nicht genug, darf ich nur noch mal an ein paar nervige Warteschleifen erinnern, an Themen, von denen man lange nichts mehr gehört hat, die aber immer noch entschieden werden müssen (und sei es nur, das Projekt endgültig zu beerdigen). Ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Leerstandsimmobilien-Kataster, freies WLAN in der City, Runder Tisch Ärzte, Interessenvertretung für Jugendliche… wobei mir gerade beim letzten Punkt im Zusammenhang mit dem neuen Haus der Jugend angesichts einer jungen Linde die Frage durch den Kopf geht, warum eigentlich nach langen Irrungen und Wirrungen für viel (Steuer-)Geld ein neues Jugendzentrum gebaut wird, während andere jetzt ihre eigene Freizeithütte für Jugendliche in einer Jugendstil-Villa gestalten – und das auch noch in Sichtweite des Rathauses… Können die nur nicht abwarten, bis das neue Haus der Jugend am Kohnser Weg fertig ist? Laut Bürgermeisterin sollen im Januar im neuen Haus der Jugend die Fenster und Außentüren eingebaut werden, so dass der Innenausbau dann im Winter folgen kann, geplante Eröffnung Mai 2016. Oder wollen die jungen Linden nur mal zeigen, dass es auch schneller gehen kann? Das neue Jahr wird die Antwort geben.

Mitmach-Magistrale

Großes Interesse an der Magistrale, rechts Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek bei der Begrüßung

Großes Interesse an der Magistrale, rechts Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek bei der Begrüßung

Bauamtsleiter Frithjof Look moderierte die Diskussion.

Bauamtsleiter Frithjof Look moderierte die Diskussion.

So, wie es heute ist, kann es nicht bleiben. Das haben die Beschreibungen des Ist-Zustandes sehr gut gezeigt, welche die Mitarbeiter des Planungsbüros “Schöne Aussichten” in der Einbecker Rathaushalle vorgestellt haben: Zu schmale und nicht barrierefreie Gehwege, ein schlechter Zustand von Mobiliar und Straßenoberfläche, so genannte Übermöblierung durch Werbetafeln, fehlende Orientierung an manchen Stellen. Bis die Verbindung zwischen Tiedexer Tor und Möncheplatz zu einer zusammenhängend verstandenen “Magistrale” wird, muss noch einiges geschehen. Die Planer wollen die Strecke in drei Abschnitte, so genannte Stadträume, gliedern und ihr Augenmerk dabei auch auf von ihnen so bezeichnete Gelenke legen: auf die Start- und Zielpunkte PS-Speicher und Möncheplatz sowie die Straßenkreuzungen am historischen Stadttor und an Tiedexer Straße/Marktstraße/Marktplatz/Pastorenstraße. “Schöne Aussichten” sieht noch nicht gehobene Potenziale, beispielsweise die Innenhöfe, und fragt, wohin die Planungsreise hingehen soll: Mehr Touristen? Mehr Gastronomie? Mehr Handel? Mehr Wohnen? Mehr Parken? Oder aber weniger?

Wie hoch das Beharrungsvermögen einiger vor Ort sein kann, hat die Veranstaltung ebenfalls gezeigt. Wer als erstes immer nur fragt, was ihn das als Anlieger kostet, erschwert eine ergebnisoffene Diskussion. Ein Brötchen kostet Geld, aber es stillt auch meinen Hunger. Eine Neugestaltung der Straße kostet möglicherweise (das ist noch gar nicht entschieden) auch die Anlieger Geld, aber dafür verschönert es auch die Umgebung der Immobilien, steigert ihren Wert. Und damit die Straße möglichst in der Form umgestaltet wird, wie das die Anlieger sich wünschen, müssen diese mitreden und sagen, wie sie es gerne hätten. Bei diesem Projekt können die Bürger sich beteiligen. Sie sollten es rege tun.

Groß war das Interesse bei der Auftaktveranstaltung am 5. November im Alten Rathaus.

Groß war das Interesse bei der Auftaktveranstaltung zur “Magistrale der Baukultur” am 5. November im Alten Rathaus.

Den Menschen muss es wieder Freude machen, sich in der Tiedexer Straße aufzuhalten. Wie das gehen kann, und trotzdem genügend vitalisierende Parkplätze erhalten bleiben können? Erste, ausbaufähige Ansätze hat es dazu bei der Auftaktveranstaltung des Projekts “Magistrale der Baukultur” bereits gegeben. Mit ihr hat der Dialogprozess begonnen, wie die Verbindung zwischen PS-Speicher und Möncheplatz/ZOB gestaltet werden soll. Die Mitarbeiter von “Schöne Aussichten” werden in den nächsten Tagen einige gesellschaftliche Gruppen und wichtige Akteure interviewen, so die Ankündigung. Jeder kann aber selbst mitmachen bei den Magistrale-Planungen: Bei der Stadtverwaltung gibt es unter magistrale@einbeck.de extra eine E-Mailadresse für Anregungen. Auch Fotos dürfen dort eingereicht werden, “Zeigen Sie uns, was Sie sehen!” (maximal zwei Bilddateien in niedriger Auflösung, bitten die Empfänger im Rathaus), etwa mit positiven, aber auch mit negativen Beispielen, die unbedingt verändert werden sollten. Gespannt bin ich auch auf die Workshops Ende des Monats mit betroffenen Gruppierungen wie zum Beispiel Gewerbetreibende – und natürlich auf die Ergebnisse dieser Treffen.

Bei der Eröffnung der "Art Lounge Newcomer". Foto: KWS Saat SE

Bei der Eröffnung der “Art Lounge Newcomer”. Foto: KWS Saat SE

Erste Impulse sind bereits gesetzt – von den zwei großen Playern in Einbeck: PS-Speicher und KWS. Die Kulturstiftung hat im Sommer den Weg vom Tiedexer Tor zum Marktplatz mit dem PS-Pfad aufgewertet. KWS hat vor ein paar Tagen in der Tiedexer Straße 20 eine Galerie eröffnet. Die “Art Lounge” mit Namen “Newcomer” soll mit zeitgenössischer Kunst als junges und frisches Element zur Stärkung des kulturellen Angebots in Einbeck beitragen und ein deutliches Signal sein, dass KWS die Idee einer lebendigen und attraktiven Verbindung zwischen dem PS-Speicher und der Innenstadt unterstützt, teilt das Unternehmen mit. „Wir hoffen, dass dies eine Initialzündung für weitere Initiativen ist“, sagte KWS-Vorstandssprecher Dr. Hagen Duenbostel bei der Eröffnung. Das ist kann man sich in der Tat sehr wünschen. Die erste, bis Mitte Dezember laufende Ausstellung heißt “Gute Aussichten”. “Schöne Aussichten” knüpfen dann mit ihren Planungen an…