Starker politischer Rückenwind für Hotel-Pläne

Einstimmig hat der Stadtentwicklungsausschuss die Pläne für ein Low-Budget-Hotel in Einbeck auf den planerischen Weg gebracht. Für die Fläche an der Ecke Hullerser Landstraße / Hannoversche Straße wird ein Bebauungsplan aufgestellt und mit dem Investor ein städtebaulicher Vertrag abgeschlossen. Die Pläne der Siebrecht-Unternehmensgruppe, dort ein Budget-Hotel verbunden mit einem Supermarkt errichten zu wollen, fanden im Ausschuss einhelligen Beifall, teils euphorische Zustimmung. Die weitere Planungsphase wird vermutlich rund eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen. „Wir werden das Verfahren im Rahmen der Notwendigkeiten möglichst kurz halten, damit Firma Siebrecht schnell an den Start gehen kann“, sagte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek.

So soll die Ecke Hannoversche Straße/Hullerser Landstraße in Einbeck mit dem Hotel aussehen. (c) Guder Hoffend Architekten

Sie hatte zu Beginn der Sitzung für das Projekt geworben, sich bei Siebrecht für das Investionsvorhaben bedankt, seit Jahren suche die Stadt Einbeck nach einem Budget-Hotel-Standort, in dem beispielsweise die Gäste eines kompletten Reisebusses übernachten können. Außerdem fehle in der südlichen Stadt ein fußläufig erreichbarer Nahversorgungsmarkt.

Auf dem rund 6150 Quadratmeter großen Grundstück plant Siebrecht ein Low-Budget-Hotel mit circa 55 Zimmern auf zwei Etagen, fünf davon werden größere Familienzimmer sein. Das Gebäude sieht einen Rewe-Supermarkt mit rund 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche im Erdgeschoss vor, inklusive Bäckerei-Filiale mit Sitzplätzen. Das Hotel wird selbst keine Gastronomie anbieten, sondern auf die bestehenden Angebote in Einbeck verweisen und den Bäcker im Erdgeschoss nutzen.

Maik Siebrecht skizzierte die Pläne für das Projekt. Seine Unternehmensgruppe werde das Hotel auch selbst betreiben unter der Marke „Echt-Hotel“, ein Wortspiel mit dem Namen Siebrecht. Ein solches Hotel sei für Einbeck touristisch und auch gewerblich sehr wichtig, eine Marktanalyse bescheinige den Bedarf. Die Kombination mit dem Supermarkt im Erdgeschoss passe zum innovativen, kontaktlosen, nachhaltigen Hotel-Konzept. Der Rewe-Markt mit seinem Cafébereich sei für die Versorgung der Hotelgäste u.a. für das Frühstück und sozusagen als „Wohnzimmer“ sehr wichtig. Viel Wert lege man auf nachhaltige Bauweise mit grüner Architektur, zum Beispiel bei der Bedachung, sagte Siebrecht. Am Hotel werde es Bike-Boxen für Radtouristen geben, inklusive Lademöglichkeiten für E-Bikes und Zubehör. Die etwa 25 Quadratmeter großen Doppelzimmer in einer jungen, frischen Optik sollen wahrscheinlich 79 Euro kosten, in jedem Fall unter 100 Euro.

Katharina Staiger von der GMA (Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH) ordnete den Supermarkt als verträglichen Nahversorger ein. Er werde mehr als 60 Prozent seines Umsatzes aus dem Nahbereich generieren mit maximal zehn Minuten Gehzeit. Die Experten sehen in diesem Radius lebende rund 3500 Einwohner mit einer Kaufkraft von elf Millionen Euro. Damit sei der Markt zwar großflächig, aber nicht raumbedeutsam im Sinne der Raumordnung, sagte Staiger. Natürlich werde es eine Umverteilung geben, die geschätzten sechs Millionen Euro Umsatz für den neuen Rewe würden durch wettbewerbliche Wirkung entstehen, wie Staiger es formulierte. Sie prognostizierte eine Umverteilung von den anderen vorhandenen Märkten (Kaufland, Marktkauf, Rewe), aber nur zu einem geringen Anteil vom kleinen Rewe in der Marktstraße. Der neue Rewe am Hotel solle außerdem von der gleichen in Einbeck vorhandenen Kauffrau geführt werden.

Der neue Rewe am Hotel werde den Rewe-Markt in der Marktstraße nicht in Gefahr bringen, sagte auch Maik Siebrecht und trat damit den einzigen kritischen Nachfragen aus der Politik entgegen. Rewe werde nach seinen Informationen die Sortimente seiner drei Märkte in Einbeck entsprechend angleichen und den Mietvertrag in der Marktstraße erfüllen. Der Supermarkt im Hotelbau werde eindeutig auf die Notwendigkeiten ausgerichtet, beispielsweise mit seinem Convenience- und Freshcut-Sortiment sowie einer Salattheke und Bedientheken für Fleisch, Wurst und Käse, auch mit Schwerpunkten Regionalität und Bioprodukte.

„Ich bin begeistert von dem Hotel, wir stehen hinter den Gedanken“.

Dr. Reinhard Binder (FDP)

„Danke, dass sie für Einbeck dieses Projekt machen, die CDU kann sich mit dem Nahversorger gut anfreunden“.

Joachim Dörge (CDU)

„Das Angebot trifft den Wandel der Zeit, eine Brache wird nachgenutzt und das lange geforderte Budget-Hotel entsteht. Hotel und Supermarkt gehen nur zusammen. Das ist eine rein marktwirtschaftliche Entscheidung.“

Rolf Hojnatzki (SPD)

„Was uns hier geboten wird, da müssen wir zugreifen. Daumen hoch! Das ist alles ganz großartig.“

Beatrix Tappe-Rostalski (CDU).
So soll das Hotel mit dem Supermarkt im Erdgeschoss aussehen. (c) Guder Hoffend Architekten

Wie das Hotel aussehen soll und wieso ein Supermarkt dazu gehört

Wo das Low-Budget-Hotel in Einbeck entstehen soll, ist seit einigen Tagen nach der Vorstellung der Pläne im Verwaltungsausschuss bereits offiziell in der Öffentlichkeit bekannt. Wie das Gebäude aussehen soll und warum ein Supermarkt dazu gehört, wird Thema in der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 8. Juni. Dort geht es formal um den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nummer 84. In den Beratungsunterlagen für die hybrid stattfindende Sitzung finden sich auch erste weitere Details des Projekts der Siebrecht-Unternehmensgruppe an der Dreieck-Einmündung der Hullerser Landstraße in die Hannoverschen Straße.

So soll das Hotel mit dem Supermarkt im Erdgeschoss an der Ecke Hannoversche Straße/Hullerser Landstraße in Einbeck aussehen. Visualisierung (c) Guder Hoffend Architekten für Siebrecht Unternehmensgruppe.

Auf einem rund 6150 Quadratmeter großen Grundstück im Dreieck zwischen Hannoversche Straße und Hullerser Landstraße in Einbeck plant Siebrecht ein Low-Budget-Hotel mit circa 55 Zimmern. Das Gebäude sieht dabei einen Supermarkt mit rund 1600 Quadratmeter Verkaufsfläche im Erdgeschoss vor, inklusive Bäckerei-Filiale mit Sitzplätzen. Die ist auch wichtig für das Hotel-Konzept, das selbst keine Gastronomie anbieten wird, sondern auf die bestehenden Angebote in Einbeck verweist sowie fürs Frühstück auf den ortsansässigen Bäckerbetrieb im Erdgeschoss.

Der zweigeschossige Hotel-Gebäuderiegel liegt auf dem östlichen Teil des Supermarkts, der laut den Unterlagen ein Rewe-Markt sein wird, der dritte Standort in Einbeck neben Hubeweg und Marktstraße. Das Sortiment als neuer Nahversorger im Hotel-Neubau wird dem Bedarf der Hotelgäste angepasst, inklusive Convenience-Sortiment, Salattheke und Bedientheken für Fleisch, Wurst und Käse mit Schwerpunkt Regionalität.

Die Dachhöhe des Hotels wird mit 12,60 Meter angegeben, der Supermarkt soll sieben Meter hoch sein, die Dachfläche soll begrünt sein und eventuell eine Photovoltaikanlage bekommen. Die vorhandenen Bäume auf dem Areal, von dem die Dreieck-Spitze der Stadt Einbeck selbst gehört, sollen soweit wie möglich erhalten bleiben. Für den Supermarkt sind 85 Stellplätze geplant, für das Hotel 16. Insgesamt werde ein deutlicher Anteil der Grundstückfläche – heute eine Brache – entsiegelt, heißt es in den Plänen. Nächtliche Supermarkt-Aktivitäten soll es mit Rücksicht auf die Hotelgäste nicht geben. Das Zwei-Sterne-Hotel soll rein digital buchbar sein und ebenso funktionieren – papierlos, ressourcenschonend und verzichtend auf energetisch-ineffiziente Geräte wie Minibar oder Klimaanlage.

Die Stadt Einbeck wünscht sich an dem exponierten Standort an der westlichen Einfahrt zur Innenstadt eine städtebaulich angemessene Baugestaltung. Vor allem muss die Politik darüber entscheiden, ob der Supermarkt in die Einzelhandelsstrategie der Stadt passt. Schließlich sind es zum Poser-Park mit seinem Kaufland nur wenige Meter. Mit der Ansiedlung von etwa 1600 Quadratmetern weiterer Verkaufsfläche sprechen die Pläne bislang gegen den rechtkräftigen Bebauungsplanes Nummer 80 „Hannoversche Straße“ aus dem Jahr 2017, in dem die Errichtung von Einzelhandelsbetrieben mit zentren- und nahversorgungsrelevanten Kernsortimenten gemäß „Einbecker Sortimentsliste“ am geplanten Standort ausgeschlossen ist. Laut Beratungsunterlagen für den Stadtentwicklungsausschuss wurden das Hotel/Supermarkt-Vorhaben und der Standort aus Einzelhandelssicht bereits gutachterlich untersucht. Mit dem Ergebnis, dass aus dem Nahbereich des geplanten Marktes (zehn Minuten Gehzeit) rund 60 Prozent des Umsatzes generiert werden, womit die Anforderungen an einen Betrieb der wohnortbezogenen Nahversorgung erfüllt sind. Notwendig ist aber noch eine umfassende fachgutachterliche Einzelhandelsuntersuchung, die die Verträglichkeit des Vorhabens nach einschlägigen Vorgaben darlegt, schreiben die Planer im Rathaus in den Beratungsunterlagen für die Politik. Weitere Einzelheiten sollen in der Sitzung am 8. Juni präsentiert werden. “Mit der nun geplanten Ansiedlung kann es gelingen, einen wünschenswerten fußläufig erreichbaren Nahversorgungsmarkt für den Bereich westlich der Innenstadt anzusiedeln”, heißt es in den Unterlagen aus der Stadtverwaltung. Dies trage wesentlich zur Verkehrsvermeidung bei und verbessere die Versorgungsmöglichkeiten auch für weniger mobile oder ältere Einwohner.

Auf diesem Grundstück soll das Budget-Hotel entstehen, dafür muss zunächst Planungsrecht geschaffen werden. Archivfoto

Wo ein Hotel entstehen soll

Auf dem Dreieck-Grundstück der Einmündung von Hullerser Landstraße auf die Hannoversche Straße soll in Einbeck ein Budget-Hotel entstehen. Die Pläne hat die Unternehmensgruppe Siebrecht gestern erstmals der Ratspolitik im Verwaltungsausschuss vorgestellt. Denn auf dem Grundstück, auf dem einst ein Autohaus stand, muss zunächst Planungsrecht durch einen neuen Bebauungsplan geschaffen werden, berichtete Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek aus dem VA.

Auf dem Dreieck-Grundstück zwischen Hannoversche Straße und Hullerser Landstraße (vorn) soll das Budget-Hotel entstehen. Archivfoto

Die Politik habe die Pläne begrüßt und unterstützt das Vorhaben, berichtete Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Weitere Einzelheiten zu den Plänen wurden zunächst nicht bekannt. Zunächst beginnt nun das Verfahren, einen neuen B-Plan aufzustellen. Das wird in den nächsten Monaten die Ratsgremien und die Verwaltung beschäftigen.

Ein Low-Budget-Hotel ist bereits seit längerem Bestandteil von Tourismus– und Standort-Marketing-Plänen. Einbeck hat nicht zuletzt durch den Besuchermagneten PS-Speicher zu wenige Hotelbetten. Der avisierte Hotelstandort liegt in unmittelbarer, fußläufiger Entfernung zum Oldtimer-Museum, ist zudem verkehrsgünstig gelegen.

Leere Töpfe: Nach welchen Rezepten soll Gastronomie eine Perspektive erhalten?

Die Töpfe vieler Gastronomen und Hotelbetreiber sind leer. Ebenso wie die Kassen und Rücklagen, nach acht Monaten Lockdown in der Corona-Pandemie ohne Einkünfte. In ganz Niedersachsen haben Vertreter der Dehoga als Unternehmerverband des Gastgewerbes symbolische leere Töpfe an Landtags- und Bundestagsabgeordnete überreicht. In Einbeck nahm auf einem leeren Marktplatz der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Grascha den leeren Topf aus den Händen von Dehoga-Kreisvorsitzenden Alexander Pohl entgegen.

Dehoga-Kreisvorsitzender Alexander Pohl (l.) überreicht auf dem leeren Einbecker Marktplatz den leeren Topf an FDP-Politiker Christian Grascha.

Der Dehoga wünscht sich von der Politik dringend neue Rezepturen für den Weg aus der Krise. Keine Branche und kein Unternehmen könne über Monate von Rücklagen und Überbrückungshilfen existieren. Außerhausverkauf sei zu wenig. Fast jeder vierte Betrieb stehe vor der Geschäftsaufgabe. Ohne baldige Perspektive werde man das auch in einigen Monaten in Einbeck spüren, machte Kreisvorsitzender Alexander Pohl deutlich.

Mit Pohl war sich der Landtagsabgeordnete Christian Grascha einig, dass das Projekt Modellkommune, das derzeit auf Eis liegt, für Einbeck eine gute Perspektive gewesen wäre. Gerade im beginnenden Frühling sei die Außengastronomie mit Abstand und Hygienekonzepten möglich – und für Gastronomen existenziell. Hinzu komme, dass Gastronomie beispielsweise auf dem Marktplatz zum Leben in der Innenstadt unbedingt dazu gehöre. Und auch Einzelhandel sei nicht denkbar ohne Cafés und Gaststätten, ebenso wenig wie umgekehrt.

Die leeren Kochtöpfe sollen in eindringlicher Weise die katastrophalen Zustände im Hotel- und Gaststättengewerbe symbolisieren. Politiker sollen in diese leeren Töpfe ihre Rezepte legen, wie das Gastgewerbe eine Perspektive, eine Öffnungsstrategie und weitere Hilfen erhalten kann. FDP-Oppositionspolitiker Christian Grascha erneuerte sein bereits mehrfach geäußertes Credo: Statt „Dauerlockdown“ brauche man jetzt „Impfen, testen, öffnen“. Dadurch würden Anreize zum Testen geschaffen, mit denen Infektionsketten schneller unterbrochen werden können. Die Gastronomie brauche endlich eine Perspektive. Grascha: “Das ist auch für unsere Innenstädte überlebenswichtig.”

Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt hat von der Dehoga einen leeren Topf überreicht bekommen – in Northeim. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne erhielt den Topf in Goslar. Beide sagten den Gastronomen zu, ihre Bedenken ernst zu nehmen und nach Perspektiven zu suchen.

Nachtrag 01.05.2021: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne (Northeim) nahm einen leeren Topf auf dem Marktplatz in Einbeck symbolisch vom Dehoga-Kreisvorsitzenden Alexander Pohl entgegen und informierte sich auch hier über die Lage des regionalen Gastgewerbes. Die Aussicht auf Perspektive für Außengastronomie müsse kommen. Nicht hilfreich dabei seien jedoch nicht abgestimmte Wortmeldungen, kritisierte Kühne seinen eigenen Landesvorsitzenden. Man dürfe den Gastronomen keine eventuell falschen Hoffnungen machen, die sich dann schnell wieder auflösten.

Dehoga-Kreisvorsitzender Alexander Pohl und CDU-Bundestagsabgeordneter Dr. Roy Kühne.

CDU besucht neuen Einbecker Sonnenberg

CDU am Sonnenberg mit dem neuen Betreiber Markus Beckel (links).

CDU am Sonnenberg mit dem neuen Betreiber Markus Beckel (links).

Der Blick vom Berg ist die Mühe des anstrengenden Aufstiegs allemal wert: Bei strahlendem Spätsommer-Wahlkampfwetter hat die Einbecker CDU jetzt das Seminar- und Gästehaus “Einbecker Sonnenberg” im Ortsteil Negenborn besucht. Die Christdemokraten bewunderten, was der neue Betreiber Markus Beckel mit seinem Team seit Jahresbeginn in den 14 weißen Bungalows in Hanglage geschaffen hat. Mit dem richtigen Konzept eines Hauses für Seminare und Gruppen, aber auch für vorangemeldete Einzelgäste habe es Beckel erreicht, wieder Leben auf den Sonnenberg zu bringen, freuten sich die CDUler nach einem Rundgang über die weitläufige Anlage. Besonders fasziniert waren die Kommunalpolitiker vom Seminarraum mit atemberaubenden Blick ins Tal, der am Ort des einstigen Schwimmbades entstanden ist. “Wir waren nicht zum letzten Mal hier”, dankte CDU-Vorsitzende Beatrix Tappe-Rostalski. Ob als Ziel einer geselligen Parteiwanderung oder Ort für die nächste Klausurtagung der Stadtratsfraktion biete sich der Sonnenberg geradezu an, waren sich die Christdemokraten schnell einig. Und sie versuchten charmant, das Sonnenberg-Team davon zu überzeugen, wenn auch in begrenztem Maße, so aber doch wieder einen Gastronomie-Betrieb für spontane Besucher aufzunehmen, wenn auch nur an einzelnen Tagen oder am Wochenende zur Kaffeezeit. Zurzeit ist der „Einbecker Sonnenberg“ auf den vorplanbaren Gruppen- und Seminarbetrieb ausgerichtet. Die vegetarische Küche mit Produkten aus vorwiegend biologischem Einkauf sorgt für eine Vollverpflegung der Gäste.

Markus Beckel hatte das einstige Hotel zu Jahresbeginn 2016 übernommen und zu einem Seminar- und Gästehaus umstrukturiert. Der 54-jährige gelernte Architekt hatte zuvor seit 2007 in Bad Gandersheim die Alte Mühle als gemeinnützige GmbH betrieben. Der “Einbecker Sonnenberg” ist ein Inklusionsunternehmen, in dem Seminar- und Gästehaus in dem Einbecker Ortsteil arbeiten 16 Mitarbeiter mit und ohne Handicap. Vorbesitzer Karl-Heinz Rehkopf, Motor des PS-Speichers in Einbeck, hatte das einstige Hotel mit seinem 16.000 Quadratmeter großen Areal Ende 2015 der gemeinnützigen GmbH geschenkt.

 

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Haus der Jugend: Drei Standorte als Optionen

Diskussion: Drei Standorte kristallisieren sich als mögliche Orte für das neue Haus der Jugend heraus.

Diskussion: Drei Standorte kristallisieren sich als mögliche Orte für das neue Haus der Jugend heraus.

Jetzt wird’s konkreter: Die Standortsuche für ein neues Jugendzentrum in Einbeck tritt nach langen und intensiven Gesprächen hinter den Kulissen während der vergangenen Monate jetzt in eine entscheidende Phase. Bei einem Treffen des Kreises “Rettung der Einbecker Jugend” wurden am Sonnabend die aktuellen Infos erstmals diskutiert, mit dabei waren neben Interessierten an der Jugendarbeit auch die Beschäftigten des Hauses der Jugend sowie Vertreter der SPD-, der CDU- und der Grünen-Ratsfraktionen. Der Fachausschuss für Jugend des Einbecker Stadtrates beschäftigt sich am 10. Dezember (17 Uhr, Haus der Jugend) in seiner nächsten öffentlichen Sitzung mit einer umfangreichen Vorlage zu dem Thema, das seit Ende 2012 auf der Tagesordnung steht. Denn damals hatte die Kulturstiftung Kornhaus angekündigt, für ihren 2014 öffnenden benachbarten PS-Speicher einen Hotelneubau zu planen. Zunächst war hierfür das Gelände des heutigen Jugendzentrums vorgesehen, mittlerweile ist das Hotel laut abgeschlossener Planung auf der anderen Seite des PS-Speichers positioniert. Das Areal des Hauses der Jugend soll allerdings Parkfläche für die Ausstellungsbesucher werden. Das Grundstück hat die Kornhaus-Stiftung auch bereits von der Stadt gekauft und ihr noch bis zur Umsiedlung des Jugendzentrums an einen neuen Standort mietfrei überlassen.

Die Stadtjugendpflege und die Mitarbeiter des Hauses der Jugend haben ein Konzept für die inhaltliche Ausrichtung der künftigen offenen kommunalen Jugendarbeit und eine Bedarfsanalyse in Verbindung mit einem Konzept für die Wahl eines neuen Standortes ausgearbeitet und vorgelegt (Wortlaut: AnlageBedarfsanalyseundKonzept).

Insgesamt wurden 28 Objekte als mögliche Haus-der-Jugend-Orte geprüft. Im Fokus stehen nun drei konkrete Standorte für ein neues Jugendzentrum:

Für alle drei Standorte gibt es noch keine bauamtliche Begutachtung und keine Kostenschätzungen. Diese wird der Jugendausschuss voraussichtlich am 10. Dezember in Auftrag geben. Alle drei Standorte haben Vor- und Nachteile, das Haus-der-Jugend-Team möchte zurzeit auch noch keinen Favoritenstandort nennen, sondern in einem Arbeitskreis mit Jugendlichen, Politik und Verwaltung gemeinsam alle drei genauer unter die Lupe nehmen, in Möglichkeiten denken. Heißt im Umkehrschluss auch: Es gibt nicht den einen, den optimalen Ersatzort.

Allein Größe und Lage lassen einen direkten Vergleich zwischen den drei Optionen ohnehin hinken. Das heutige Haus der Jugend hat 1200 Quadratmeter Nutzfläche, die Stadtbibliothek mit Außenfläche am Stukenbrokpark hat 650 Quadratmeter Nutzfläche, das Gemeindehaus der Neustädter Kirchengemeinde am Sülbecksweg hat 400 Quadratmeter Nutzfläche mit großem Außenbereich in direktem Wohnumfeld, das Flüchtlingswohnheim am Kohnser Weg hat 800 Quadratmeter Nutzfläche auf einem 2700 Quadratmeter großen Grundstück am Rande der Stadt. Das Flüchtlingswohnheim steht leer, die Stadtbibliothek müsste zunächst einen anderen Standort in der Stadt finden und das Gebäude-Ensemble Gemeindezentrum am Sülbecksweg würde dann von der Jugendkirche “Marie” (zieht 2014 vom Gemeindehaus ins durch die Kirchengemeinden-Fusionen frei werdende Pfarrhaus) und dem neuen Haus der Jugend gemeinsam genutzt, was für die Jugendarbeit in Einbeck einen besonderen Charme hätte.

Die Debatte ist eröffnet.

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Wo soll das neue Haus der Jugend entstehen? Der Kreis “Rettung der Einbecker Jugend” hat darüber diskutiert.

Wenn man nur will, geht vieles schnell…

Planer Dirk Puche vor dem Kartenwerk des PS-Speicher-Vorhabens.

Planer Dirk Puche vor dem Kartenwerk des PS-Speicher-Vorhabens.

Wenn man will und kann, dann geht vieles offenbar sehr schnell. Diesen Eindruck konnte man jedenfalls gestern gewinnen, als im Ausschuss für Stadtentwicklung die seit der ersten öffentlichen Auslegung nur leicht veränderte Planung für den PS-Speicher und das Hotel am ehemaligen Kornhaus auf den weiteren Planungsweg geschickt wurde. Einstimmig. Ohne wesentliche Wortbeiträge in einer kurzen Aussprache. Alle sind sich einig. Ziel ist, im September im Ausschuss und Stadtrat endgültig zu beschließen. Damit PS-Speicher und Hotel in 2014 eröffnen bzw. gebaut werden können.

Wie Planer Dirk Puche erläuterte, haben sich Veränderungen gegenüber den ersten Planungen ergeben, allerdings nur wenige und geringfügige (hier ausführlich nachzulesen). Nach der Eingabe eines Bürgers und dessen Bedenken habe man sich doch noch entschlossen, ein Lärmgutachten zu erstellen. Dieses habe ergeben, sagte Puche, dass die Schrammstraße durch den PS-Speicher mit 300 Fahrzeugen zusätzlich belastet werde; diese Steigerung des Verkehrs um vier Prozent sei “verkehrsrechtlich unbedeutend” und keine wesentliche Erhöhung des Verkehrsaufkommens. Puche: “Es muss von den Anwohnern hingenommen werden.”

Offen ist weiterhin, von welcher Seite das Ausstellungsareal für auswärtige Besucher mit Auto oder Motorrad angefahren werden soll. Darüber hatte der Ausschuss schon in einer vergangenen Sitzung gesprochen. Momentan ist vorgesehen, dass die Besucher mit dem Auto von Süden über Schramm- und Jahnstraße zum Parkplatz gelangen sollen. Möglich ist laut Planer aber weiterhin auch noch, zwei Zufahrten zum Parkplatz zu schaffen und damit auch eine Anfahrt von Norden über Kohnser Weg und Tiedexer Tor. Es bleibt die Gretchenfrage: Sollen die auswärtigen Besucher durch die Stadt zum PS-Speicher gelenkt werden oder lieber außen herum? Für beide Antworten gibt es durchaus gute Argumente.

Intensiv gesucht: ein neues Haus der Jugend

Neues, und doch nichts Neues: Im Ratsausschuss für Jugend, Familie und Soziales gab es heute einen “Sachstandsbericht” über die Zukunftsplanungen für das Haus der Jugend. Wahrscheinlich im September will die Stadtverwaltung einen möglichen neuen Standort für das Jugendzentrum nennen können, das dem PS-Speicher inkl. Hotelneubau weicht. Man habe schon etwa 15 verschiedene Objekte in Betracht gezogen, geprüft, untersucht und wieder verworfen, berichtete Fachbereichsleiter Albert Deike. Vereinbart bleibe, dass das Haus der Jugend erst dann umziehe, wenn ein geeigneter neuer Standort gefunden sei.

Einige mögliche neue Orte für das Jugendzentrum in Einbeck habe man jetzt noch im Blick, sagte Deike. Nachdem der Stadtrat am 8. Mai beschlossen hatte, das Grundstück und die Raiffeisenstraße an die Kornhaus-Stiftung zu verkaufen (ein Kaufpreis wurde nicht genannt), habe die Stiftung zugesichert, dass das Haus der Jugend bis zum Auszug mietfrei bleibe. Der Verkaufserlös soll zweckgebunden für das künftige Haus der Jugend zur Verfügung gestellt werden.

Der Vorschlag der Verwaltung im Herbst müsse dann mit den Jugendlichen diskutiert werden, sagte Ausschussvorsitzende Margrit Cludius-Brandt (SPD). Auf Bitte von René Kopka (SPD) sollen die Fraktionsvorsitzenden vertraulich über die bisher diskutierten Standorte informiert werden, ebenso über die noch im Fokus stehenden. Da die Objekte in Privathand seien, verbiete sich jedoch eine öffentliche Diskussion, machte Fachbereichsleiter Albert Deike deutlich.