Nächster Halt: Otto-Hahn-Straße

Ab 15. Dezember halten Züge am neuen Haltepunkt Otto-Hahn-Straße.

Die Regionalbahn zwischen den Bahnhöfen Einbeck-Mitte und Salzderhelden wird ab dem 15. Dezember regelmäßig einen Zwischenstopp einlegen: Zum Fahrplanwechsel geht am Sonntag der neue Haltepunkt Otto-Hahn-Straße auf der erst vor einem Jahr wieder eröffneten Bahnstrecke der Ilmebahn ans Netz. Am Sonntag (15. Dezember) bietet die Deutsche Bahn AG einen kostenfreien „Adventszug“ an, der zur Einweihung des neuen Haltepunktes mit weihnachtlich-musikalischem Programm um 11:51 Uhr einen Zwischenhalt an der Otto-Hahn-Straße einlegen wird, kündigte die DB Regio an.

Bahnsteig mit KWS-Hallen am Haltepunkt Otto-Hahn-Straße.

„Der zusätzliche Halt im Stadtgebiet von Einbeck wird die Attraktivität der Schienen-Infrastruktur weiter erhöhen“, sagt Ilmebahn-Geschäftsführer Christian Gabriel. Er freut sich, dass das Projekt innerhalb kürzester Zeit realisiert werden konnte. Nur nachts nach Betriebsschluss konnte im Oktober das Fundament für die Bahnsteigkanten erstellt werden, weil diese Arbeiten nur ohne Zugbetrieb durchgeführt werden konnten. Die vor einem Jahr wieder eröffnete Verbindung zwischen Einbeck-Mitte und Salzderhelden werde sehr gut angenommen. Der etwa 85 Meter lange Bahnsteig bei Bahnkilometer 2,9 ist ein Gemeinschaftsprojekt der KWS und der Ilmebahn. Der Haltepunkt liegt in unmittelbarer Nähe des Betriebsgeländes des Saatzuchtunternehmens.

Mehr als zwei Drittel der Projektkosten in Höhe von insgesamt 350.000 Euro wurden von KWS getragen. Am Firmenhauptsitz in Einbeck arbeiten rund 1500 Mitarbeiter, jährlich werden circa 7000 Besucher empfangen. „Uns ist es wichtig, die Anbindung über die Schiene weiter zu verbessern. Zum Beispiel können Pendler aus Göttingen die Direktverbindung mit der Bahn in nur 30 Minuten Fahrzeit nutzen und nun in direkter Nähe des Firmengeländes aussteigen“, erklärt Georg Folttmann, unter anderem verantwortlich für das Baumanagement bei KWS. „Dienstreisende von KWS wiederum können ihren Pkw auf dem Firmengelände abstellen und ihre Reise an der Haltestelle Otto-Hahn-Straße antreten. Das wird die Parksituation am Bahnhof Salzderhelden spürbar entlasten.“

Fahrkartenautomat am Haltepunkt Otto-Hahn-Straße.

Auf dem Bahnsteig gibt es einen Wetterschutz, eine Uhr, Sitzgelegenheiten und einen Fahrkartenautomat, jedoch keine Parkplätze für Bahnkunden in der Nähe. Pendler werden hier auf die Bahnhöfe Einbeck-Mitte und Salzderhelden verwiesen.

Haltepunkt Otto-Hahn-Straße, Blickrichtung Osten.

Der neue Haltepunkt liegt außerdem in unmittelbarer Nähe des Lkw- und Bus-Depots des Oldtimermuseums PS-Speicher auf dem ehemaligen Feierabend-Gelände. Noch offen ist, wann die komplette Innenstadtstrecke bis zum PS-Speicher am Tiedexer Tor wieder regelmäßig befahren wird. Die technische Infrastruktur jedenfalls ist bereits vorhanden, wurde von der Ilmebahn schon bei den Reaktivierungarbeiten bis Mitte gleich mit erledigt. Den Verkehr auf den restlichen Bahnkilometern von Bahnhof Mitte bis PS-Speicher muss die Landesnahverkehrsgesellschaft bestellen, dafür ist ein politischer Auftrag notwendig. Beobachter erwarten, dass dieser kommen wird, zumal der PS-Speicher für 2020 die Öffnung aller bislang noch geschlossenen Depots angekündigt hat, wodurch noch mehr Besucher in Einbeck erwartet werden.

Das PS-Depot des Oldtimermuseums PS-Speicher auf dem ehemaligen Feierabend-Gelände (im Hintergrund) ist in unmittelbarer Nähe.

Nachtrag 15.12.2019: Mit einem rappelvollen “Adventszug” der DB Regio (mit dem Namen “Stadt Northeim”) ist der neue Haltepunkt heute offiziell eingeweiht worden.

Offiziell eröffnet haben den neuen Haltepunkt (v.r.) Michael Fischer (DB Regio, Ilmebahn-Geschäftsführer Christian Gabriel und Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek.

Entbindung der Verbindung?

Ilmebahn-Bus der Linie 230 vor dem Bahnhof Salzderhelden. Archivfoto

Nur viel Aufregung um wenig? Oder rechtzeitig die Gefahr erkannt, dass die Busverbindung der Linie 230 zwischen Einbeck und Salzderhelden und weiter nach Vogelbeck und Northeim in Zukunft mit der reaktivierten Bahnstrecke ab 10. Dezember 2017 massiv schlechter wird oder gar komplett wegfällt? Das kann zurzeit noch nicht abschließend beantwortet werden. Im Einbecker Rathaus jedenfalls sieht man die Angelegenheit als so eilbedürftig an, dass gestern ein Tagesordnungspunkt für die nächste Fachausschusssitzung am 1. Juni nachgeschoben wurde – über den auch gleich direkt dort entschieden werden soll, ohne den sonst üblichen Weg über der Verwaltungsausschuss. Weil Fristen für eine Stellungnahme einzuhalten sind. Um was geht es? Die Landes-Nahverkehrsgesellschaft (LNVG) hat die Stadt Einbeck am 23. Mai darüber informiert, dass die Ilmebahn GmbH am 12. Mai beantragt hat, sie von der Betriebspflicht für die Buslinie 230 zu entbinden. Am 23. Mai hat von der Ilmebahn dann auch noch zusätzlich jemand im Rathaus angerufen und über den Antrag informiert.

Die Stadt Einbeck fasst den gestellten Antrag als Einstellung des Verkehrs auf der Buslinie 230 auf, sobald der Zug ab 10. Dezember 2017 zwischen Einbeck-Mitte und Einbeck-Salzderhelden fährt. Die komplette Einstellung der Busverbindung widerspreche dem öffentlichen Verkehrsinteresse, konterkariere den Nahverkehrsplan. Nach dem vom Kreistag 2016 beschlossenen Plan stelle die Linie 230 keinen Parallelverkehr zur Schienenverbindung dar. Wenn keine Busse mehr zwischen Einbeck und Salzderhelden fahren, werde zudem das große Gewerbegebiet im Osten der Stadt (Grimsehlstraße) mit 3200 Arbeitsplätzen quasi vom öffentlichen Nahverkehr abgehängt. Auch die Früh- und Spätzüge in Salzderhelden könnten von Einbeck aus dann mit dem Bus nicht mehr erreicht werden, weil der Zug zwischen Mitte und Salzderhelden nur zwischen 6 und 20 Uhr pendeln soll. Dem Rathaus fehlt bei dem Antrag, von der Betriebspflicht zu entbinden, ein Nachweis der Unwirtschaftlichkeit. Die Stadt empfindet ihn als mangelhaft und nur schwer prüfbar.

Ilmebahn-Geschäftsführer Christian Gabriel hängt die Sache tiefer. Mehrmals habe man bereits in den vergangenen Jahren darauf hingewiesen, dass wegen Kosten/Nutzen ein Parallelverkehr verhindert werden müsse. Die Untersuchung sei auch öffentlich für jeden im Internet nachlesbar. Es bleibe aber vermutlich bei einem den Zug ergänzenden “Restverkehr” auf Bus-Linie 230. Da die Ilmebahn allerdings lediglich der Leistungserbringer sei, nicht jedoch der Besteller/Auftraggeber (das sind LNVG und Zweckverband Süd-Niedersachsen ZVSN), liege die Verantwortung auch dort. Die vom Rathaus erbetene Teilnahme der Ilmebahn an der Ausschusssitzung mache deshalb keinen Sinn, hier sollte jemand vom ZVSN angefragt werden, meint Gabriel. Bauamtsleiter Frithjof Look hatte den Ilmebahn-Geschäftsführer oder einen Vertreter zur Sitzung eingeladen, damit dort direkt Fragen beantwortet werden könnten und die Stadt dann eine fundierte Stellungnahme gegenüber der LNVG abgeben könne.

Bereits in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 24. April hatten sich Salzderheldens Ortsbürgermeister Dirk Heitmüller (SPD) und FDP-Fraktionschef Dr. Reinhard Binder (Salzderhelden) bei der Diskussion über das vorgelegte neue Mobilitätskonzept der Stadt Einbeck über eine deutliche Verschlechterung des Buslinienangebots in Salzderhelden und weiter über Vogelbeck nach Hohnstedt/Northeim Sorgen gemacht.

Neues von der Strecke

Schienen und Schwellen sind bereits erneuert. Foto: Ilmebahn GmbH

Nach einigen Irritationen in den vergangenen Tagen hat sich heute die Ilmebahn GmbH mit einer Pressemitteilung zum Stand der Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Einbeck-Mitte und Salzderhelden geäußert – und dabei einige wichtige Details beigesteuert, die auch schon im Stadtrat vergangene Woche als Informationen manchem weitergeholfen hätten. Wie Ilmebahn-Geschäftsführer Christian Gabriel heute in der Mitteilung erläutert, ist die finanzielle Beteiligung der Ilmebahn auf eine Million Euro gedeckelt, finanziert durch eine Kapitalerhöhung. Die Strecke in Einbeck-Salzderhelden einzubinden und dort, wie geplant, den Bahnsteig zu verlängern, werde zwischen der Landes-Nahverkehrsgesellschaft (LNVG) und der Deutschen Bahn AG direkt geregelt, die Ilmebahn sei an diesen Kosten nicht beteiligt, schreibt Gabriel. Wie die Sprecherin des Wirtschaftsministerium in Hannover, Sabine Schlemmer-Kaune, heute auf meine Anfrage erklärte, entfallen von den im vergangene Woche in Hannover abgeschlossenen Realisierungs- und Finanzierungsvertrag abgebildeten Kosten in Höhe von 7,15 Millionen Euro 5,88 Millionen Euro auf das Land Niedersachsen und 1 Million Euro auf die Ilmebahn. Zusätzlich werden nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz noch 270.000 Euro zu je 50 Prozent vom Land sowie den beteiligten Straßenbaulastträgern finanziert.

Durch Bauarbeiten auf der Nord-Süd-Strecke der Deutschen Bahn AG im nächsten Jahr (2018) und die gleichzeitige Erstellung der Leit- und Sicherungstechnik sowie Ertüchtigung von Weichenverbindungen in Einbeck-Salzderhelden werden ab 10. Dezember 2017 (zum Fahrplanwechsel) vorerst die Züge zwischen Salzderhelden und Einbeck pendeln und die Metronom-Anschlüsse in Salzderhelden herstellen, erklärte Ilmebahn-Geschäftsführer Christian Gabriel heute. Ab Dezember 2018 sollen dann durchgehende Züge von Einbeck-Mitte nach Göttingen und zurück angeboten werden. Durchführendes Verkehrsunternehmen ist die DB Regio mit modernen Dieseltriebwagen. Ab Dezember 2017 pendeln von 6 bis 20 Uhr stündlich Züge zwischen Salzderhelden und Einbeck, ab Dezember 2018 werden diese Pendelzüge morgens und am späten Nachmittag durch Züge von und nach Göttingen verstärkt.

Alle Bauarbeiten sind momentan laut Ilmebahn-Geschäftsführer Christian Gabriel im Zeitplan. Die Bauarbeiten an der Ilmebahn-Strecke sind Anfang April angelaufen, der gesamte Oberbau (Schwellen und Schienen) des Hauptgleises von Einbeck-Salzderhelden bis Einbeck-Mitte ist bereits erneuert. Gabriel: “Demnächst wird das Gleis gerichtet, der Schotter gereinigt und aufgefüllt. Anschließend werden die Weichen in Einbeck-Mitte erneuert. Ab August sind die Erneuerung der Leineflut- und Leinebrücke geplant sowie die Ertüchtigung der denkmalgeschützten Ilmebrücke. Weiterhin wird ab September der Bahnsteig in Einbeck Mitte erneuert.”

Keine Rotkäppchen mehr

Bei der Einweihung des Bahnhofs Kreiensen im Mai 2014 nach der Modernisierung gab es noch die "Rotkäppchen", hier neben Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Archivfoto

Bei der Einweihung der Bahnhofaufzüge in Kreiensen im Mai 2014 nach der Modernisierung gab es noch die “Rotkäppchen”, hier neben Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Archivfoto

Am Bahnhof Kreiensen wird es kein Service-Personal der Deutschen Bahn mehr geben. Ein wenig hatte es zuletzt noch Hoffnung gegeben, dass das nach Abschluss der Bahnhofmodernisierung abgezogene Personal, liebevoll gerne “Rotkäppchen” genannt, doch noch wieder in Kreiensen Bahnreisenden würde zur Verfügung stehen können. Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek hat dem Verwaltungsausschuss jetzt nach Gesprächen mit der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) und der Bahn mitgeteilt, dass die DB Station und Service AG keine Notwendigkeit sehe, Servicepersonal zu stellen. Der Bahnhof Kreiensen sei in die Kategorie 4 eingestuft, in dieser gebe es kein Personal mehr. Auch der Charakter des Umsteigebahnhofs verändere dies nicht. In Kreiensen sind laut Bahn täglich rund 3000 Fahrgäste unterwegs. Service-Personal war da immer dann hilfreich, wenn Reisende wegen Verspätungen ihre Anschlussverbindungen nicht oder nur sehr knapp erreichen konnten. Wie die Bürgermeisterin nach den Gesprächen außerdem mitteilte, habe die LNVG Gespräche über den Austausch von Vorankündigungen bei verspäteten Zügen mit allen in Kreiensen verkehrenden Eisenbahnunternehmen geführt. Die Informationen untereinander sollen verbessert werden, in weiteren Gesprächen soll zudem erreicht werden, dass die Umsteigezeiten erhöht und damit die Umsteigesicherheit und -möglichkeit gewährleistet werden können. Auch die Wegweisung im Bahnhof Kreiensen soll durch die DB Station und Service AG verbessert werden, berichtete die Rathauschefin auf Anfrage.

Zum Zug

Zwischen Bahnhof (im Hintergrund) und Köppenweg ist genug Platz für Parkplätze und mehr.

Zwischen Bahnhof (im Hintergrund) und Köppenweg ist genug Platz für Parkplätze.

Die Aussicht auf eine wieder mit Personenverkehr regelmäßig befahrende Strecke zwischen Einbeck-Mitte und dem modernisierten Bahnhof Salzderhelden eröffnet neue Perspektiven für das Bahnhofviertel in Einbecks City. Nicht nur ist hier die Toiletten-Situation unbefriedigend und harrt einer besseren Lösung. Die Einbecker SPD sieht Chancen, das gesamte Areal neu zu planen. Wichtig sind für die Sozialdemokraten unter anderem ausreichend gut erreichbare Parkplätze und gesicherte Fahrradabstellmöglichkeiten, wie sie in einer Pressemitteilung schreiben (Wortlaut: PM SPD Neuplanung Verkehrseinrichtungen 010515). Dadurch könne der Individual- und der Busverkehr verzahnt werden. Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) müsse komplett umgestaltet werden. “Der ZOB entspricht nicht mehr den heutigen Standards für derartige Anlagen des ÖPNV”, erklärte der SPD-Sprecher für Stadtentwicklung, Rolf Hojnatzki. “Insbesondere die Bahnsteigbreiten, Fahrgast- Informationssysteme, Wetterschutzeinrichtungen und Toiletten sind nicht mehr zeitgemäß.” Die SPD hat deshalb einen Planungsauftrag für die Stadtverwaltung auf die Tagesordnung der kommenden Stadtentwicklungsausschuss- Sitzung setzen lassen (Dienstag, 5. Mai, 17 Uhr, Rathaus Kreiensen).

Nachtrag 07.05.2015: Der Ausschuss hat einstimmig bei Enthaltung von Dr. Reinhard Binder (FDP) der Verwaltung den Auftrag erteilt, in Zusammenarbeit mit der Ilmebahn GmbH die Planungen für das Gebiet rund um den Bahnhof zu beginnen. Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek erklärte ergänzend dazu, dass zur Reaktivierung der Bahnstrecke Ende 2017 nach der Zusage durch das Land aktuell die ersten vertiefenden Gespräche laufen. “Das wird eine große Kraftanstrengung”, sagte die Verwaltungschefin. Die Stadt müsse 300.000 Euro für die Bahntrasse aufbringen, hinzu kommen 700.000 Euro durch den Landkreis, sowie eine Million Euro aus dem Südniedersachsenprogramm, damit die 25-prozentige Finanzierung der insgesamt acht Millionen Euro teuren Bahnstrecken-Reaktivierung stehen kann. Am Freitag (8. Mai) findet dazu laut Michalek auch ein Gespräch in Hannover bei der Landesnahverkehrsgesellschaft statt, an dem neben ihr der Erste Kreisrat Dr. Hartmut Heuer und Ilmebahn-Geschäftsführer Christian Gabriel teilnehmen. Die jetzt beauftragten Planungen für das Bahnhofsviertel würden dagegen zusätzliche Kosten bedeuten, die erst noch zu finanzieren sind. Da werde Politik die Prioritäten setzen müssen, sagte die Bürgermeisterin: “Vielleicht müssen dafür auch andere Projekte zurückstehen.”

Rotkäppchen gesucht

Bahnhof Kreiensen mit Service-Personal. Foto: SPD

Der Bahnhof Kreiensen braucht Service-Personal, sagt die SPD. Foto: SPD

Die SPD- Ratsfraktion hat heute einen Vorstoß unternommen, damit es auch weiterhin Rotkäppchen auf dem Bahnhof in Kreiensen geben kann. So werden die Service-Mitarbeiter mit der markanten roten Kappe liebevoll genannt. Wie die Sozialdemokraten in einer Pressemitteilung schreiben (Wortlaut: SPD PM Bahnhof Kreiensen 100215), ist menschliches Personal auf einem Bahnhof wie Kreiensen unerlässlich, es könne nicht durch Anzeigensysteme oder Durchsagen ersetzt werden. Die Stadtverwaltung soll DB Station & Service, Landesnahverkehrsgesellschaft, Verkehrsverbund Südniedersachsen, DB Regio Nord, Metronom und Nordwestbahn an einem Tisch versammeln, fordert die SPD. „Es darf kein Versuch unterbleiben, die Attraktivität des Bahnhofs Kreiensen und die Bedeutung als regionaler Umsteigebahnhof für die Zukunft zu sichern“, sagt Ratsherr Klaus-Reiner Schütte (Greene) laut der Pressemitteilung.

Die Erkenntnis freilich, dass es bald keine Rotkäppchen mehr geben würde, ist so neu nicht. Leser dieses Blogs wussten es imgrunde schon vor einem Jahr, als Bahnhofsmanager Detlef Krusche dieses öffentlich erklärt und letztlich auch der Einbecker Bürgermeisterin bei deren Besuch auf dem Bahnhof persönlich bestätigt hatte. Von Ergebnissen eines Verwaltungsausschuss-Auftrages von Mai 2014, an die Deutsche Bahn AG noch einmal offiziell zu appellieren, den Abzug des Service-Personals kritisch zu hinterfragen, wurde nichts bekannt. Man kann also getrost davon ausgehen, dass dieser Vorstoß fruchtlos war, andernfalls hätten wir sicherlich öffentlich davon gehört. Die neue Idee der SPD ist eine Überlegung wert, vielleicht lässt sich ja wirklich Service-Personal von mehreren interessierten Stellen finanzieren. Darüber sprechen sollte man. Kreiensen ohne Rotkäppchen darf es nicht geben. In der Tat: Kein Versuch darf unterbleiben.

Park-Possen

Am Ende zählt, was als Ergebnis herauskommt. Vor allem für die Menschen, die zum Zug wollen und nur ihr Auto parken möchten. Es geht nicht darum, wer (politisch) recht hat oder die erste, die beste Idee hatte. Und doch ist es reichlich merkwürdig. Die in Spitzenzeiten knapp bemessenen Parkfläche am Bahnhof in Salzderhelden beschäftigt Politik schon seit Monaten, wenn nicht Jahren. Kürzlich hieß es noch, die Landesnahverkehrsgesellschaft habe einen Zuschuss abgelehnt. Immer neue Ideen wurden geboren, unter anderem von den Grünen (Wortlaut: Grüne 201114 Pressemitteilung Parkplätze Sdh), der Ortsrat tagte erneut zu der Frage. Heute nun übermittelt der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Grascha ein Schreiben (Wortlaut: Antw zu 2335_03.12) des niedersächsischen Wirtschaftsministers Olaf Lies (SPD) zur Salzderheldener Parkplatz-Frage. Und die damit amtliche Antwort, dass es nie eine Ablehnung gegeben habe…

„Ich freue mich sehr über die Antwort der Landesregierung, dass eine Förderung der Erweiterung des Parkplatzes nun in Aussicht gestellt wurde”, wird Grascha in seiner Pressemitteilung zitiert (Wortlaut: 2014-12-05 Bahnhof Salzderhelden). Nach Prüfung des Antrags und der eingegangenen Unterlagen schlägt die Landesnahverkehrsgesellschaft laut Minister-Antwort vor, die Erweiterung des Parkplatzes in das ÖPNV-Flächenprogramm 2015 mit aufzunehmen. Die Entscheidung werde das Ministerium zum Jahreswechsel treffen, heißt es.

Ausweislich des Protokolls der jüngsten Ortsratssitzung in Salzderhelden hat die Bauverwaltung der Stadt Einbeck berichtet, dass die Landesnahverkehrsgesellschaft eine Förderung abgelehnt habe. Auch die Bürgermeisterin war in Medienberichten so zitiert worden. Was aus dem aktuellen Ortsratsbeschluss nach der angekündigten Förderung durch das Land wird, dürfte offen sein. Der Ortsrat Salzderhelden hatte vor dem Hintergrund der Förderablehnung und der hohen Kosten für eine Nutzung von Bahngelände (Bhf Sdh Flaechenberechnung) für 35 neue Parkplätze (121.000 Euro) beschlossen, zunächst zügig zusätzliche Parkpätze beim Bahnhof zu schaffen, indem Stellplätze in der Vogelbecker Straße und Am Stauwerk mit entsprechenden Hinweisschildern gekennzeichnet werden sollen. Langzeitparker sollen, so das Ziel, vom Bahnhof in die Vogelbecker Straße umgeleitet werden. Auch Schrägparkplätze im Straßenseitenbereich der Zufahrt zur Firma Vollmer und auf dem Bahngelände will der Ortsrat weiter verfolgen, heißt es in dem Beschluss.

Nachtrag 10.12.2014: Auch der Verwaltungsausschuss hat sich für Parkplätze an der Vogelbecker Straße und Am Stauwerk ausgesprochen, sie sollen umgehend im neuen Jahr markiert werden, sagte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek heute. Die Schaffung weiterer Parkplätze am Bahnhof Salzderhelden ist ferner im Haushalt 2015 vorgesehen, den die Verwaltungschefin heute in den Stadtrat eingebracht hat und der jetzt in den Ausschüssen beraten wird.

Nachtrag 18.01.2015: Die Erweiterung des Bahnhof-Parkplatzes Salzderhelden wird vom Land Niedersachsen mit 40.000 Euro gefördert, teilten Wirtschaftsminister Olaf Lies und Landtagsabgeordneter Uwe Schwarz (beide SPD) übereinstimmend mit. “Das ist eine gute Nachricht für die vielen Pendlerinnen und Pendler in unserer
ländlichen Region“, erklärt Schwarz in einer Pressemitteilung: „Ich bin sehr erfreut, dass ich in Gesprächen mit Wirtschaftsminister Olaf Lies auch die Wichtigkeit dieses Projektes für die Infrastruktur der Stadt Einbeck deutlich machen
konnte. Wir können sehr zufrieden mit der nun erteilten Förderzusage sein. Mit der Finanzierung der Erweiterung des Parkplatzes am Bahnhof Salzderhelden wird nun sichergestellt, dass der ÖPNV in unserer Region zukunftsfähig weiterentwickelt wird. Das ist ein sehr gutes Signal.“