Neues von den Baustellen

Nach dem Abriss: Knochenhauerstraße/Ecke Neue Straße, links die Senfmühle.

Frühjahrszeit ist Baustellenzeit. Auch in Einbeck. Da wird’s in diesen Tagen wieder schwer, den Überblick zu behalten. Auch in der jüngsten Stadtrat-Sitzung war von einigen Baustellen die Rede. Deshalb hier der Versuch eines Überblicks – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Die Baustelle mit den wohl meisten Beobachtern in den vergangenen Tagen ist schon wieder Geschichte, zunächst jedenfalls: Der Abriss der Gebäude Knochenhauerstraße 22 / Ecke Neue Straße im Herzen der Altstadt ist erfolgt, die Straßen sind wieder befahrbar. Was auf dem Areal nun geschehen wird, darum ranken sich Spekulationen. Der Eigentümer des Grund und Bodens ist jedenfalls mit seinen Plänen bislang noch nicht an die Öffentlichkeit gegangen. Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek erklärte am Mittwoch im Stadtrat, “die juristisch komplizierte Situation in diesem Gebiet konnte durch einen gerichtlichen Vergleich gelöst werden”. Innerhalb eines Jahres nach dem jetzt “aus bauordnungsrechtlichen Gründen”, wie es hieß, erfolgten Abriss der Gebäude müsse der Eigentümer des Grundstücks einen Bauantrag für einen Neubau einreichen. Die auf Eis liegende Erweiterung der Einbecker Senfmühle um ein Besucherzentrum könne nun fortgesetzt werden, teilte die Rathauschefin mit.

Der Neubau des Kindergartens Vogelbeck liegt laut Bürgermeisterin im Zeit- und Kostenplan. Das Gebäude inklusive Putz- und Estricharbeiten sei fertig, die Rohbauinstallation der technischen Gewerke abgeschlossen. Aktuell sei mit den Fliesen- und Innenausbau-Arbeiten begonnen worden. Die Fassadenarbeiten sollen laut Bürgermeisterin im April/Mai ausgeführt werden. Ziel sei, Ende Juni umzuziehen, damit der Abbruch des bestehenden Gebäudes im Juli folgen könne. Michalek: “Mit Freude sehe ich der Einweihungsfeier am 31. August dieses Jahres entgegen”.

Beim Großprojekt Multifunktionshalle ist die Ausführungsplanung abgeschlossen, die Baugenehmigung liegt vor. Baubeginn zwischen Twetge und Kohnser Weg neben dem Haus der Jugend ist laut Bürgermeisterin für Anfang Mai geplant. Ziel ist, die Multifunktionshalle als Bereicherung für die Kinder- und Jugendarbeit in Einbeck Anfang 2020 fertiggestellt zu haben.

Die Arbeiten am ehemaligen Waisenhaus in der Baustraße 23, das im Eigentum der Hospitalstiftung ist, schreiten laut Bürgermeisterin voran und liegen im Kostenplan, wie sie im Stadtrat sagte. Es sei vorgesehen, das Projekt im Sommer dieses Jahres abzuschließen.

Wie es am Neustädter Kirchplatz voran geht, wird der Verwaltungsausschuss in seiner nächsten Sitzung Ende April beraten. Das sagte die Bürgermeisterin im Stadtrat. 2019 soll dort die Trafostation aus der unterirdischen Toilettenanlage in eine neue Trafostation im Bereich des geplanten Pavillons verlegt werden. Außerdem sollen das ehemalige Gemeindehaus und die Toilettenanlage abgerissen und letztere verfüllt werden; alle Waschbetonbauteile, Befestigungen und Treppenanlagen sollen auch abgerissen werden. Dann können archäologische Grabungen in diesem Bereich durchgeführt werden. Wie die Bürgermeisterin sagte, bleiben durch diesen Bauablauf die gesamten Parkplätze im Bereich des Neustädter Kirchplatzes zunächst erhalten. 2020 will die Stadt nach abgeschlossener Entwurfplanung dann die Straßenzüge Hullerser, Benser und Papenstraße beginnen, 2021 ist nach aktueller Planung der Bau des Platzes vorgesehen.

Die Rabbethgestraße wird wegen dringend erforderlicher Arbeiten am Stromnetz zwischen Langer Wall und Hubeweg vom 8. bis 18. April zur Einbahnstraße in Fahrtrichtung Hubeweg und halbseitig gesperrt, wie die Stadtwerke Einbeck heute mitteilen.

Wegen Dachdeckungsarbeiten ist die Hohe Münsterstraße noch bis voraussichtlich 12. April für den Durchgangsverkehr gesperrt, teilt die Stadt auf ihrer Website mit. Eine Umleitung sei ausgeschildert.

Der Ausbau der Ortsdurchfahrt Naensen startet am 8. April. Zwischen der Einmündung zur B 3 und dem Ortsausgang in Richtung Greene erfolgt der Ausbau in fünf Bauabschnitten, teilt der Landkreis Northeim mit. Auf einer Länge von insgesamt 1200 Metern werden sowohl die Fahrbahn als auch die Gehwege der Stadt Einbeck und der Regenwasserkanal der Stadtentwässerung Einbeck erneuert. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende Mai 2020 dauern. Der Fernverkehr sowie der Schwerlastverkehr werden bereits an der B 64 bei Greene während der gesamten Bauzeit über die B 64 und die B 3 umgeleitet. Über den weiteren Bauablauf und die damit verbundenen Sperrungen will der Landkreis rechtzeitig informieren. Die Anwohner haben die Gelegenheit, ab dem 17. April jeweils mittwochs in der Zeit zwischen 12.30 und 13 Uhr zum Baubüro in der Masswelle 15 (Fa. Heinrich Fischer Transporte) zu kommen, um dort aktuelle Informationen zu bekommen.

Der letzte Bauabschnitt des Ausbaus der Hullerser Landstraße hat Mitte März begonnen, die Vollsperrung zwischen Hansestraße und Allensteiner Straße ist nach Ostern vorgesehen.

Die Bauarbeiten am Neubau “Convivo Park Einbeck” an der Kolberger Straße schreiten laut Bürgermeisterin zügig voran, der Bauherr plane Ende Mai das Richtfest.

Nach dem Abriss: Knochenhauerstraße/Ecke Neue Straße in Blickrichtung Norden, rechts die Senfmühle.

Nach dem Abriss: Knochenhauerstraße/Ecke Neue Straße in Blickrichtung Südosten.

Interfraktionell im Gerätehaus

Wenn’s brennt, soll möglichst schnell die Feuerwehr kommen. Und das Feuer löschen. Mit bestmöglicher Ausrüstung und Ausstattung ist das möglich. Die aber ist oftmals teuer, kostet die Kommune immer wieder viel von unser aller Steuergeld. Brandschutz ist keine freiwillige Leistung. Feuerwehr ist Pflicht. Da werden dann haushalterisch schon mal Summen aufgerufen und bewilligt, die bei anderen Themen undenkbar wären und einen Aufschrei und einen Hinweis auf die Knute des Zukunftsvertrages provozieren würden.

SPD-Politiker im Gerätehaus mit Grünen-Ratsherr Dietmar Bartels.

SPD-Politiker am 8. Dezember im Gerätehaus mit Grünen-Ratsherr Dietmar Bartels (5.v.l.).

Vor diesem Hintergrund habe ich heute interessiert eine Pressemeldung der SPD gelesen, die der neue Fraktionsgeschäftsführer Rolf Hojnatzki in die Redaktionsstuben schickte. Nicht nur das beigefügte Foto eines Ortstermins ist durchaus interessant und einen genauen Blick wert. Denn neben vielen SPD-Politikern ist auch der Grünen-Ratsherr Dietmar Bartels im Gerätehaus zu erkennen (im Text aber nicht erwähnt, da bleibt es bei einem Besuch der SPD-Fraktion). Und richtig interfraktionell wird es, wenn man weiß, dass der zitierte Ortsbrandmeister von Naensen auch CDU-Ratsherr ist.

Die schwierige räumliche Situation der Feuerwehr in Naensen haben sich Mitglieder der SPD-Ortsrats- und Stadtratsfraktion vor Ort angesehen, heißt es in der Pressemitteilung. Dabei sei deutlich geworden, dass weder die derzeitige Konstellation noch die aktuelle Planung den Herausforderungen des Fuhrparks und der Situation rund um das Gerätehaus gerecht werde. Ortsbrandmeister Karsten Armbrecht habe die Schwächen der geplanten Erweiterung und die negativen Auswirkungen, die das Parken der Fahrzeuge bei Umsetzung des mit rund 220.000 Euro veranschlagt Konzeptes verursachen würde, gezeigt. Er habe als optimale Lösung einen Neubau verbunden mit Umbaumaßnahmen dargestellt, der sowohl für die Feuerwehrfahrzeuge als auch für die 57 Aktiven der Feuerwehr Naensen ein zukunftsweisendes Konzept darstellen könnte, heißt es in der Mitteilung der Sozialdemokraten. Für etwa 360.000 Euro könnte das Projekt realisiert werden, wenn man Eigenleistungen einbeziehe. Der SPD-Vorsitzende Marcus Seidel lobte laut Mitteilung die Eigeninitiative vor Ort und sicherte die Unterstützung der SPD-Fraktion bei der Suche nach einer geeigneten Lösung bei den anstehenden Haushaltsberatungen zu. Spannend wird jetzt sein, ob auch die CDU-Fraktion den Plänen folgt…

Da ist Zug drin…

Uwe Schwarz (SPD).

Uwe Schwarz (SPD).

In dem Thema ist scheint’s im Moment richtig Zug drin: Kaum hatte der Ortsrat “Auf dem Berge” einstimmig beschlossen, einen Schienenhaltepunkt in Naensen zu beantragen, und gerade hatte der Grandseigneur der Einbecker Grünen, Dr. Ewald Hein-Janke, in mehreren Leserbriefen diese Tatsache gepriesen, da gibt auch der SPD-Landtagsabgeordnete Uwe Schwarz aus Bad Gandersheim ein Signal. Heute teilte der Zugfreund mit, dass er dem niedersächsischen Wirtschaftsminister und Parteifreund Olaf Lies einen Brief geschrieben habe. Inhalt: die Frage, wie realistisch eine Reaktivierung des alten Naensener Bahnhofs sei. Schwarz möchte wissen, ob Züge an dem alten Bahnhof heute überhaupt noch halten können und welcher Aufwand mit einer Reaktivierung des Haltepunktes verbunden wäre. „Die Gründe für diesen Wunsch sind nachvollziehbar, und auch die Mobilität im ländlichen Raum würde durch diese Maßnahme erheblich gesteigert werden, insbesondere auch das Zusammenwachsen der Gemeinde Kreiensen mit der Stadt Einbeck unterstützen”, erklärte der Landtagsabgeordnete heute per Pressemitteilung. Er unterstütze dieses Vorhaben.

Nicht nur Einbeck-Mitte strebt damit wieder eine Zuganbindung an, auch der an der West-Ost-Strecke liegende Ortsteil Naensen. Richtung Westen wären Holzminden und Paderborn wieder leichter erreichbar.

Der Ortsrat “Auf dem Berge” hatte Ende September auf Antrag der SPD-Fraktion beschlossen, einen Antrag für Naensen zu stellen. Die Frist für eine Förderung in den nächsten fünf Jahren lief laut Ortsrat am 30. September ab. Die zunehmend älter werdende Bevölkerung gerade in den Ortschaften sei in der Mobilität benachteiligt, heißt es zu Begründung des gestellten Antrags. Mit der Einrichtung eines Schienenhaltepunktes in Naensen wäre eine Anschlussmöglichkeit nach Kreiensen zum Einkaufen, Ärzten, Apotheken u. a. Versorgungseinrichtungen gegeben. Der Bahnhof in Kreiensen biete zudem weitere Anschlussmöglichkeiten.

Nachtrag 23.10.2013: Nach einer Mitteilung des Wirtschaftsministeriums von heute soll die Reaktivierung von Haltepunkten so transparent wie möglich gestaltet werden – und im Verfahren einer Einzelfallentscheidung. Die Kommunen seien darüber informiert worden, welche Unterlagen für eine Prüfung benötigt werden und nach welchen Kriterien über eine Reaktivierung entschieden werde, erklärte das Wirtschaftsministerium in einer Presseinfo, ohne Details zu nennen. “Die Reaktivierung von Haltepunkten ist nicht so aufwendig wie die von Schienenstrecken. Wir haben uns deshalb entschieden, das für die Kommunen unkomplizierte und zügigere Verfahren der Einzelfallprüfung anzuwenden”, wird Wirtschaftsminister Olaf Lies zitiert. “Hieran sieht man, dass die Landesregierung es ernst meint mit Reaktivierungen.”