Update: Zwei neue Solarparks sollen bei Einbeck und westlich von Naensen entstehen

Gleich zwei neue Solarparks stehen auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des Fachausschusses für Bauen und Stadtentwicklung (12. November, 17 Uhr, Altes Rathaus). Es geht zum Start der Planungsverfahren zunächst um Aufstellungsbeschlüsse, bis zum Baubeginn der Felder mit Photovoltaik-Modulen dürfte also noch Zeit vergehen. Über die Höhe der Investitionen wurde zunächst nichts bekannt. Zum einen möchten die Stadtwerke Einbeck westlich von Einbeck zwischen Biogasanlage und Landesstraße nach Markoldendorf auf 4,76 Hektar einen Solarpark bauen, der pro Jahr 4,8 Megawatt Strom bringen soll. Damit kann laut Antragsteller der Strombedarf von circa 1000 Haushalten gedeckt werden. Die Fläche wurde in der Vergangenheit als Containerumschlagplatz, als Baustofflager und für eine Brecheranlage industriell genutzt. Fast zehn Mal größer ist der beantragte Solarpark westlich von Naensen, hier spricht Antragsteller ON Energy GmbH (Dortmund) von 43,76 Megawatt auf einer Fläche von 32 Hektar Ackerland; damit kann nach seinen Angaben der durchschnittliche Jahresstrombedarf von etwa 9700 Vier-Personen-Haushalten gedeckt werden. Alle notwendigen Flächen haben sich die Antragsteller nach eigenen Angaben bereits gesichert.

Während der Solarpark der Stadtwerke in Einbeck laut Auskunft des Netzbetreibers problemlos im Norden der Fläche an die angrenzende 20-kV-Leitung angeschlossen werden könne, möchte ON Energy GmbH für seinen neuen Solarpark Naensen wegen zu geringer vorhandener Stromnetzkapazitäten ein neues Umspannwerk bauen und den Strom dann über die vorhandene 110-kV-Freileitung einspeisen.

Die Stadtwerke möchten den erzeugten Grünstrom über ihr bestehendes Regionalstromprodukt vermarkten. Die Anlage werde dringend im eigenen Portfolio benötigt, um den perspektivisch steigenden Grünstrombedarf von emissionsfrei elektrisch betriebenen Heizungsanlagen und wachsende Elektromobilität decken zu können, heißt es. Außerdem komme KWS und andere Gewerbetreibende als Direktabnehmer für den produzierten Strom in Frage, schreiben die Stadtwerke, bekanntlich eine hundertprozentige Tochter der Stadt Einbeck.

Die ON Energy GmbH weist in ihrem Antrag darauf hin, dass der Solarpark Naensen Wirtschaftsförderung und lokale Wertschöpfung werden könne. Wie schon bei den Windrädern könnte eine Beteiligung zwischen Betreiber und Stadt Einbeck vereinbart werden. Vorstellen kann sich der Antragsteller außerdem, eine Bürgerenergiegenossenschaft an den Erträgen der Solarparks zu beteiligen und unterstützt gerne bei der Gründung einer solchen Genossenschaft, die notwendige Expertise sei bei ON Energy GmbH vorhanden.

Nachtrag 12.11.2024: Der Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung hat für beide Solarparks jeweils einstimmig die Planungsphase gestartet. Wie Fachbereichsleiter Jens Ellinghaus auf Nachfrage des Ausschussvorsitzenden Andreas Fillips erklärte, liege aktuell noch ein weiterer, dritter Solarpark-Antrag vor, der werde in der kommenden Ausschusssitzung Thema sein. Weitere Einzelheiten nannte Ellinghaus zunächst nicht. Vertreter des Investors ON Energy GmbH beziffert ihre Investition für den Solarpark Naensen auf rund 27 Millionen Euro, wobei in dieser Summe noch „viel Dynamik“ sei. Bis zum Baubeginn werden noch rund zwei Jahre vergehen, die eigentlichen Bauarbeiten sind mit gut drei Monaten dann kurz. Die Vertreter von ON Energy GmbH erklärten, mit der Fläche westlich von Naensen einen guten, raumverträglichen Standort gefunden zu haben und begründeten das mit der Bahnlinie, der Bundesstraße, Windenergieanlagen, Freileitungen und dem Pumpspeicherwerk in der Nähe.

Nachtrag 21.11.2024: Der Verwaltungsausschuss hat gestern die Beschlussempfehlungen des Fachausschusses bestätigt, teilte Bürgermeisterin-Stellvertreter Dr. Florian Schröder auf Anfrage mit.