Solarparks in Einbeck: Scheint die Sonne nur auf dem Berge?

Die geplanten Solarparks nördlich von Einbeck haben ihre nächsten planerischen Hürden übersprungen, jeweils einstimmig hat der Fachausschuss für Stadtentwicklung und Bauen ohne große Diskussionen die weiteren Schritte im Planungsprozess beschlossen. Während die Pläne der Solarparks bei Naensen und bei Stroit nun zum zweiten Mal öffentlich ausgelegt werden, ist bei Holtershausen eine weitere Photovoltaikfläche hinzu gekommen, für welche die Politik ebenso einmütig die erste öffentliche Beteiligung auf den Weg gebracht hat. Damit wären dann rund 71 Hektar von circa 120 Hektar maximaler Fläche für Solaranlagen belegt, rund 50 Hektar sind noch möglich. Die Ratspolitik hatte im Frühjahr mit einem Kriterienkatalog eine Maximalfläche (0,5 Prozent des Stadtgebiets) beschlossen, um zu verhindern, dass zu viele Solarparks entstehen. Angesichts der Konzentration der aktuell beantragten Flächen im nördlichen Stadtgebiet bei den Ortschaften „Auf dem Berge“ fragen sich Beobachter, ob in Einbeck nur auf dem Berge die Sonne scheint? Und ob nicht auch andere Ortsteile einen Beitrag zu den Klimazielen leisten sollten.

Um die Kriterien einzuhalten, wurden die Kennzahlen für die geplanten Solarparks Naensen und Stroit noch einmal verändert. Die Anlage westlich von Naensen soll jetzt netto nur noch 34,1 Hektar (bisher 42 ha) groß werden und 200 Meter Abstand zur Wohnbebauung (bisher 130 Meter) einhalten, außerdem jetzt keine Vorranggebiete für Landwirtschaft mehr umfassen und lediglich Äcker mit einer Bodenwertzahl 63,5 (und damit unter 65) berühren. Die Anlage südlich von Stroit soll nun netto 34,7 Hektar groß werden (bisher 50-55 ha). Statt bisher 200 Meter Abstand zur Wohnbebauung sollen die Solarelemente nun 750 Meter Abstand nach Stroit und 500 Meter Abstand nach Wenzen einhalten. Zudem werden keine Vorranggebiete für Landwirtschaft und auch nicht für Windenergieanlagen überplant, Wanderwege werden auch nicht mehr gekreuzt und die Bodenwertzahl soll maximal 56,5 betragen.

Beigebracht werden müssen von den Antragstellern mehrere Hundert Seiten dicke Umweltberichte, Artenschutzgutachten und Blendgutachten, außerdem muss eine Klimacheckliste abgearbeitet werden. Bei beiden Vorhaben gab es grünes Licht.

Neu sind die Pläne, nordöstlich von Holtershausen auf 1,43 Hektar landwirtschaftliche Fläche in Hanglage mit Bodenwertzahl 42 eine Photovoltaikanlage zu planen, die 1 MW Leistung erbringen soll. Eine Einspeisezusage der Stadtwerke liege vor, 200 Meter Abstand zur Wohnbebauung werde eingehalten, hieß es. Der Investor ist auch Eigentümer der Fläche.