Kreis-Baudezernent will Kreisbaurat in Holzminden werden

Vor ein paar Tagen noch erläuterte Ralf Buberti bei Sommer-Rundreisen der CDU– und der SPD-Kreistagsfraktionen des Northeimer Kreistages aktuelle Bauvorhaben im Landkreis Northeim. Am Montag will sich der Kreisausschuss im benachbarten Landkreis Holzminden mit einer Personalie beschäftigen, die solche Termine für den Baudezernenten im Landkreis Northeim in Zukunft beenden würde: Denn Ralf Buberti (61) möchte Kreisbaurat im Kreis Holzminden werden. Im Auswahlverfahren hat sich der Uslarer bereits durchgesetzt, er ist der einzige Vorschlag für die politischen Gremien.

Der Landkreis Holzminden schafft mit der B2-Stelle eine weitere Wahlbeamten-Position neben Landrat und Erstem Kreisrat. Gewählt wird der Kreisbaurat vom Kreistag für acht Jahre. Die Wahl soll am 7. September stattfinden. Laut Beratungsunterlagen ist mit dem Landkreis Northeim besprochen, den Stellenantritt zum 7. Dezember dieses Jahres realisieren zu können. Wer Bubertis Nachfolge als Baudezernent im Northeimer Kreishaus antreten soll, ist bislang nicht bekannt.

Kreis-Baudezernent Ralf Buberti (r.), hier beim Ortstermin mit der SPD an der Leinebrücke bei Olxheim, mit Hans-Jörg Kelpe (l.) und Dirk Heitmüller. Archivfoto

Nachtrag 08.09.2020: Der Kreistag des Landkreises Holzminden hat Ralf Buberti einstimmig zum neuen Kreisbaurat gewählt.

Keine Tische in Einbeck?

Gildentag 2019: Kreishandwerksmeister Ulrich Schonlau am Rednerpult in der Northeimer Stadthalle, in der die Gäste an Tischen sitzen.

Für kurzzeitige Irritationen hat bei einigen die Einladung zum Gildentag 2020 der Kreishandwerkerschaft Northeim-Einbeck gesorgt. Denn das Treffen der Handwerker mit den Jubilaren und Gewinnern findet am 27. Januar erneut in Northeim statt – wie bereits in diesem Jahr. Seit der Fusion der Kreishandwerkerschaften Northeim und Einbeck galt eigentlich als vereinbart, die Großveranstaltung immer alternierend in Northeim und Einbeck zu organisieren. In Einbeck fand der Gildentag dann traditionell im BBS-Forum statt. Wie aus der Kreishandwerkerschaft zu hören ist, war der Wunsch, an Tischen zu sitzen für Northeim und die Stadthalle ausschlaggebend. Denn im BBS-Forum, das vom Landkreis gemanaget wird, seien wegen der großen Teilnehmerzahl nur Stuhlreihen möglich. Andere Veranstaltungsorte in Einbeck hätten sich nicht angeboten, würden aber für 2021 gesucht, hieß es. Eigentlich bietet sich die PS-Halle an… und nicht nur, weil Kfz-Mechatroniker auch Handwerker sind.

Zum Gildentag 2020 in der Stadthalle Northeim wird am 27. Januar als Festredner Burkhardt Balz, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bundesbank, erwartet. Seine Banker-Wurzeln hat der mehrere Jahre auch als EVP-Europaabgeordneter aktive Jurist und Bankkaufmann übrigens bei der Commerzbank Hannover.

Lücken, Leerstände und Lamentieren

Karte der Baulücken (lila), Leerstände (rot) und Teilleerstände (schraffiert) in der Kernstadt Einbeck. Abbildung (Auschnitt) aus dem Klimaschutz-Teilkonzept Stadt Einbeck/StadtLand GmbH Leipzig

Neue Bauplätze und Wohnungen darf es nicht nur in der Kernstadt geben, sondern auch in den Ortschaften. Bei der Entstehung des Konzepts wären viele gerne eingebunden worden, die Dörfer dürfe man nicht vergessen, lautet das Lamento. Wer denkt, dass mit diesen zwei Sätzen die aktuelle Debatte über das klimagerechte Flächenmanagement in Einbeck beschrieben werden soll, liegt falsch. Denn das Wehklagen stammt gar nicht aus der Einbecker Politik. Es konnte jeder nahezu zeitgleich in Northeim lesen, wo gerade ein Wohnraumkonzept vorgelegt wurde. Und dort ging es um neue Bauplätze möglichst auch in den Dörfern, auch dort bemängelten einige, nicht rechtzeitig zu Arbeitstreffen eingeladen und bei der Erstellung des Papiers beteiligt worden zu sein. Alles wie in Einbeck, möchte man meinen, wo der Stadtrat am Mittwoch nach längerer Debatte am Ende einstimmig ein Klimaschutz-Teilkonzept mit einer Leerstands- und Baulückenerhebung beschlossen und zur Kenntnis genommen hat. Nachdem der Beschlusstext reichlich weichgespült worden war und am Ende imgrunde ein Kompromiss sein musste, den alle wenigstens tolerieren können: Abweichungen sind möglich, eine Eigenentwicklung der Ortschaften soll nicht verhindert werden.

Worum geht es? Bei der Klimaschutzinitiative des Bundes hatte die Stadt Einbeck einen 70-Prozent-Zuschuss (rund 22.000 Euro) für ein Klimaschutz-Teilkonzept für ein klimagerechtes Flächenmanagement erhalten. Das Planungsbüro StadtLand aus Leipzig hat unter anderem als Grundlage für seine Handlungsempfehlungen, wie mit Flächen in Zukunft nachhaltig umgegangen werden sollte, eine Gesamtdarstellung über Leerstände und Lücken vorgelegt. Diese Zahlen stammen aus Dezember 2017: 220 Leerstände (Kernstadt 75, Ortschaften 145) und 388 Baulücken (Kernstadt 71, Ortschaften 317) zeigen laut Gutachter ein signifikantes Strukturproblem für die Entwicklung der Stadt Einbeck auf.

Die Bürgermeisterin warnte davor, das Konzept ausschließlich als Baulückenkataster zu sehen, das sei es gerade nicht. “Es ist ein atmendes Dokument”, sagte Dr. Sabine Michalek. Eine Momentaufnahme. Ein Konzept, mit dem die Stadt eine Diskussion anstoßen und in Bewegung halten wolle. Die Dörfer sollen auch gerade nicht damit abgehängt werden, aber man müsse sich in Zukunft schon Gedanken machen, ob man weiterhin zu viel Flächen versiegeln dürfe, ob nicht viel besser für manche Infrastruktur-Einrichtungen so genannte Cluster gebildet werden müssten. “Manches wird in Zukunft nicht mehr gehen”, wandte Heidrun Hoffmann-Taufall (CDU) ein, die Infrastruktur müsse von weniger Menschen bezahlt werden.

Im Stadtrat warfen sich vor allem Vertreter aus den Ortschaften ins Zeug und dem Konzept mit seiner Leerstand- und Baulücken-Karten Fehler vor. Die auch dadurch entstanden seien, dass die Autoren nach vorhandenen oder fehlenden Gardinen und Klingelschildern geschaut und daraus ihre Schlüsse gezogen hätten. Und weil die Ortsräte nicht eingebunden worden seien – ein Vorwurf, den die Bürgermeisterin dementierte, die Ortschaften seien zu den Workshops eingeladen gewesen. Die Ortsbürgermeister hätten sich jederzeit einbringen können, sagte auch Antje Sölter (CDU) aus Vardeilsen. In Salzderhelden sieht man das anders, Ortsbürgermeister Dirk Heitmüller (SPD) zoffte sich nicht nur mit der Bürgermeisterin, sein Ortsrat hatte auch das Thema in seiner jüngsten Sitzung selbst an sich gezogen und einstimmig eine Eingabe beschlossen, dass die Zahlen und Daten für den Flecken fehlerhaft seien. Ein leeres Grundstück sei nicht automatisch ein Bauplatz, es seien auch Baulücken aufgenommen, die nicht bebaut werden können, sagte beispielsweise Martin Grund (SPD) für Rittierode. Die Formulierung im Beschluss, dass die Eigenentwicklung der Ortschaften nicht verhindert werden dürfe, sei wichtig, betonte Frank-Dieter Pfefferkorn (Bürgerliste) aus Greene. Den Ortschaften würden die Möglichkeiten genommen, die die Kernstadt mit neuen Baugebieten habe, kritisierte Detlef Martin (SPD) aus Dassensen eine vermeintliche Ungleichbehandlung.

CDU-Fraktionschef Dirk Ebrecht, der immerhin auch in einer Ortschaft lebt, warnte davor, das Konzept nicht einfach in die Mülltonne zu werfen, das wäre Verschwendung von Steuergeld, es müsse selbstverständlich fortgeschrieben werden und sei nicht statisch, aber eine Arbeitsgrundlage. SPD-Fraktionschef Rolf Hojnatzki, der während der Ausschussdiskussion über das Konzept dieses schon mal als “gefährliches Papier” bezeichnet hatte, weil vermeintlich leer stehende Häuser zu identifizieren seien, wähnte in dem Leerstandskataster eine Vorstufe zu einer geplanten Grundsteuer C für nicht bebaute Grundstücke. Mit dem Konzept lege sich der Stadtrat eine Selbstbeschränkung auf, weil jeder neue Bebauungsplan gegen das Konzept argumentieren müsse, kritisierte er. Am Schluss jedoch stimmte auch Hojnatzki dem Kompromiss zu.

Am Ende sind wir wieder beim beliebten Donut. Und bei der Diskussion über die Frage, wie und wo in Zukunft Wohnraum und Infrastruktur für weniger Menschen vorhanden sein soll. Diese beginnt gerade erst. Diese Debatte wird noch schmerzlich und extrem unbeliebt werden. Denn niemand schließt gerne Schulen oder Kindergärten oder Friedhöfe oder Dorfgemeinschaftshäuser. Von der heiligen Feuerwehr, in die in vielen Dörfern regelmäßig kritiklos Tausende Euro gepumpt werden, will ich gar nicht reden. An diese Diskussion traut sich niemand, denn Feuerwehr bedeutet Wählerstimmen. Es wird in Zukunft nicht mehr möglich sein, dass jedes Dorf sein eigenes Neubaugebiet und regelmäßig neue Feuerwehrgerätehäuser bekommt. Auch Einbeck wird sich noch mehr Weinberg nicht mehr leisten können, oder aber man will, dass gleichzeitig die Innenstadt nur noch Kulisse für heimelige Weihnachtsdörfer sein soll. Hinter der alles zusammenbricht. Welch ein Wahnsinn ist das, für viel Geld am Waldesrand ohne Busanbindung und ohne Supermarkt in der Nähe immer weiter immer neue Häuser zu genehmigen, gleichzeitig in der City hingegen kaum noch die Möglichkeiten zu haben, einsturzreife Altbauten zu erhalten und Straßen und Wege zu sanieren. Baulücken werden dort lieber zum Spielplatz. Und dort ist der Supermarkt in der Nähe, dort liegt bereits seit 100 Jahren Strom- und Wasserleitungen. Am Weinberg haben bereits vor 800 Jahren Menschen gelebt. Bis sie ihr Dorf aufgegeben haben und in die Stadt zogen, weil sie dort bessere Lebensbedingungen hatten. Wer ehrlich ist, wird mir zustimmen: Es wird auch in Zukunft wieder Wüstungen geben.

Immobilien-Lokalpatrioten

Alexander Rudnick in Einbeck.

Da war er wieder, der Donut. Alexander Rudnick, der als Berater Kommunen und Organisationen bei der Entwicklung von zukunftsfähigen Lösungen begleitet (und sich zum Beispiel in Northeim und Alfeld für ein Leerstands- und Citymanagement engagiert), sprach beim Neujahrsempfang von Einbeck Marketing zwar nicht vom Donut mit einem Loch in der Mitte, meinte aber das gleiche: Eine zukunftsfähige Innenstadt braucht einen intakten, verdichteten, guten Kern. Einbeck ist von der kompakten, multifunktionalen City, wie sie der Unternehmensberater als Zukunftsziel nannte, noch weit entfernt, nur 16 Prozent der Verkaufsfläche liegen laut Rudnick in Einbeck in der Innenstadt. Dramatisch niedrig ist dieser Wert, in der Tat, denn erst bei 30 Prozent kann man nach seinen Worten von einem Zentrum des Einkaufens sprechen. Da braucht es noch einige Immobilien-Lokalpatrioten, die sich beispielsweise in Quartieren zusammentun, um gemeinsam ein City-Immobilien-Filetstück anzubraten. Beispiele wie das “Traube”-Areal gibt es mehrere in Einbeck. Der Denkmalschutz darf diejenigen nicht ausbremsen, die ihre Häuser zusammenlegen wollen, um Händlern größere Verkaufsflächen zu ermöglichen, nur weil auch der 100. historische Gewölbekeller noch heilig ist und Barrierefreiheit behindert.

Keine Frage: Es war nicht alles neu, was Rudnick da am Freitag Abend in der PS-Halle in Einbeck sagte, aber manchmal ist es ja erkenntnisfördernd, bekannte Fakten in einen neuen Zusammenhang zu setzen. Natürlich muss es mehr Innenstadt-Wohnen geben. Natürlich ist das schwierig. Weil es eben viele gibt, die um ihr neu gebautes Haus herum gehen wollen. Und die am Waldrand leben möchten. Privates Investment ist zweifellos notwendig. Immobilien-Lokalpatrioten werden in zunehmendem Maße weniger, weil es keine oder keine in Einbeck lebenden Erben gibt und manchem City-Hausbesitzer dann alles egal ist und er nicht mehr investiert und leer stehen lässt. Private Investitionen werden aber auch deshalb schwieriger, weil es in der Tat immer mehr Menschen in der klassischen Führungs-/Eliteschicht gibt, die von irgendwo zur Arbeit nach Einbeck kommen, irgendwie noch was mit der Stadt zu tun haben, und, wie Rudnick richtig sagte, irgendwo, irgendwie und irgendwann einkaufen, aber zum Einkaufen in der (Innen-)Stadt keine Bindung mehr haben. Im Gegensatz zu früher, wo der Oberstudienrat oder der Geschäftsführer oder der leitende Angestellte selbstverständlich in der Einbecker Innenstadt einkauften (selbst wenn man im Neubaugebiet wohnte).

Privates Investment ist zweifellos notwendig. Was aber ist mit dem Engagement der Banken? Und ich meine dabei nicht die (zurzeit günstigen) Kredite. Ich meine das eigene Engagement. Dass Banken in Einbeck große und innenstadtnahe Wohnanlagen wie La Patria am Teichenweg oder Wohnungssanierungen wie in der Altendorfer Straße selbst in Angriff genommen haben, ist schon Jahre her. Das von Alexander Rudnick genannte Beispiel der Volksbank in Alfeld, die in bester 1a-Lage mehrere Häuser zu einem Ensemble vereint und dort investiert, sollte in Einbeck Schule machen. Das Postgebäude in Einbeck könnte hier ebenso Beispiel gebend sein (selbst wenn es keine direkte Citylage ist).

Die Schlaufenster sind ein erster Schritt und besser als Graufenster, aber Leerstandsmanagement sind sie eben nicht. Dafür braucht es mehr, beispielsweise Ideen wie die von Rudnick, jungen Unternehmen mit Staffelmieten oder mietfreiem ersten Jahr sowie Coaching den Start in einer Innenstadt-Immobilie zu erleichtern. Eigentümer wollen an die Hand genommen werden für solche Lösungsideen, das stimmt. Gefragt ist das Rundum-sorglos-Paket. Eigentlich ist das eine klassische Aufgabe von Wirtschaftsförderung. Wo auch immer sie angesiedelt ist. In Einbeck haben wir ja sogar zwei davon. Was es bekanntlich nicht besser machen muss.

Wer gräbt in Zukunft in Einbecks Vergangenheit?

Dr. Stefan Teuber (l.) bei seiner jüngsten Ausgrabung am Petersilienwasser in Einbeck.

Dr. Stefan Teuber (l.) bei seiner jüngsten Ausgrabung am Petersilienwasser in Einbeck.

Nach 15 Jahren als Stadtarchäologe in Einbeck wird Dr. Stefan Teuber die Stadtverwaltung Ende des Jahres verlassen und in Northeim als Museums- und Archivleiter arbeiten. Wer gräbt dann in Zukunft in Einbecks Vergangenheit und schreibt Stadtgeschichte mit dem Spaten? Wird die (aktuell halbe) Stelle des Stadtarchäologen neu besetzt? Oder fällt sie dem Rotstift zum Opfer? Werden dann die Aufgaben der Stadtarchäologie von anderen erledigt, von Archäologen aus dem Landkreis oder Land? Dies zu entscheiden, ist Aufgabe der Politik. Die Zeit drängt, damit nicht wertvolles Wissen verloren geht, weil keine persönliche Übergabe der Dienstgeschäfte mehr möglich ist. “Es ist vorgesehen, die Stelle wieder zu besetzen – zumal sie auch im Stellenplan enthalten ist”, erklärte der zuständige Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Bauen, Frithjof Look, heute auf meine Anfrage. “Vorab müssen noch die städtischen Gremien beteiligt werden.” Das wird, nicht zuletzt wegen der bevorstehenden Kommunalwahl, allerdings mehrere Wochen dauern. Auf der Tagesordnung der nächsten (und letzten) Ratssitzung am 24. August ist (zumindest im öffentlichen Teil) die Stelle kein Thema, der am 11. September neu gewählte Stadtrat (mit dann möglicherweise anderen Mehrheiten oder Meinungen zu der Stadtarchäologen-Stelle) wird erst wieder Anfang November arbeitsfähig sein. Einbeck (und sein Tourismus) lebt zu großen Teilen von seiner Geschichte, von Erkenntnissen aus der Vergangenheit. Diese kann ein im Rathaus arbeitender Stadtarchäologe schneller und besser gewinnen als fachlich zweifellos ebenso kompetente Kollegen, die allerdings heute hier und morgen andernorts im Boden nach Erkenntnissen forschen, Einbecker Zusammenhänge aber nur mühsam herstellen können. “Wie hältst Du’s mit der Historie?” Das könnte eine interessante Vergleichsfrage zwischen den Parteien im gerade startenden Kommunalwahlkampf werden…

Nachtrag 25.08.2016: Offenbar hat die Politik vom Weggang des Stadtarchäologen erst aus diesem Blog erfahren. Ratsherr Alexander Kloss (SPD) hat bei der Ratssitzung gestern die Informationspolitik des Rathauses als inakzeptabel bezeichnet und die Verwaltung gefragt, seit wann dort bekannt war, das Dr. Stefan Teuber die Stadtverwaltung verlässt und ob die Stelle ausgeschrieben werden soll. Bürgermeisterin-Stellvertreter und Personal-Fachbereichsleiter Dr. Florian Schröder räumte nach einer weiteren Nachfrage von SPD-Fraktionschefin Margrit Cludius-Brandt, die Verwaltung hätte in den jüngsten Sitzungen des Personalausschusses und des Verwaltungsausschusses darüber informieren müssen, ein Versäumnis zerknischt ein. Es sei aber keine böse Absicht gewesen, vielmehr der Gedanke innerhalb der Verwaltung, der Politik bereits ein Ergebnis präsentieren zu wollen, wie die Nachfolge geregelt werden könnte, beispielsweise durch interkommunale Zusammenarbeit innerhalb des Fachwerk-Fünfecks, in dem sich die Städte eine volle Archäologenstelle teilen könnten. Dem sei der Politikblog zuvor gekommen, sagte Schröder.

Nachtrag 30.09.2016: Der Verwaltungsausschuss hat nach Angaben von Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek entschieden, die halbe Stelle eines Stadtarchäologen öffentlich auszuschreiben. Überlegungen, die Position durch eine Kooperation innerhalb des Fachwerk-Fünfecks gemeinsam durch die fünf Städte zu besetzen, habe man nicht umsetzen können, in den anderen Städten passe es derzeit nicht.

Live-Ticker Landratswahl

Noch bis 18 Uhr sind die 209 Wahllokale im Landkreis Northeim geöffnet.

Heute noch bis 18 Uhr sind die 209 Wahllokale im Landkreis Northeim geöffnet.

Herzlich willkommen zum Live-Ticker für die Landratswahl im Landkreis Northeim am 28. Februar 2016. Hier erfahren Sie die Zwischenergebnisse, Stimmen, Stimmungen und natürlich das Endergebnis am heutigen Abend direkt aus dem Kreishaus in Northeim.

14:00 Uhr

Noch bis 18 Uhr sind die 209 Wahllokale im Kreisgebiet geöffnet. Zur Wahl stehen Astrid Klinkert-Kittel (SPD), Dr. Bernd von Garmissen (CDU) und Jörg Richert (Einzelbewerber).

Wahlberechtigt ist jeder Deutsche oder EU-Bürger, der mindestens 16 Jahre alt ist und seit mindestens drei Monaten im Landkreis Northeim seinen Wohnsitz hat. Jeder Wähler sollte seine Wahlbenachrichtigungskarte zum Wahllokal mitbringen. Wo das Wahllokal ist, steht auf der Wahlbenachrichtigungs­karte. Wer wählen will, sollte seinen Personalausweis dabei haben, um sich ausweisen zu können.

14:02 Uhr

Die Anhänger der drei Kandidaten treffen sich heute Abend nach Schließung der Wahllokale in verschiedenen Gaststätten in der Northeimer Innenstadt: die SPD in der Klosterschänke St. Blasien am Münster, die CDU im Café Ahrens am Münster, die des von der FDP unterstützten Einzelbewerbers Jörg Richert in der “Schere” in der Breiten Straße.

14:40 Uhr

Wie Kreiswahlleiter Dr. Hartmut Heuer mitteilt, hatten bis 12 Uhr in den Wahllokalen kreisweit im Durchschnitt etwa 12,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Von der Möglichkeit der Briefwahl hatten im Vorfeld rund 5,3 Prozent der Wählerinnen und Wähler Gebrauch gemacht. Nach 18 Uhr beginnen die Wahlvorstände in den Wahllokalen mit der öffentlichen Auszählung der abgegebenen Stimmen. Die Gemeinden fassen die Ergebnisse zusammen und übermitteln sie an den Landkreis, wo Kreiswahlleiter Dr. Hartmut Heuer das Gesamtergebnis am Wahlabend verkünden wird.

18:03 Uhr

Die Wahllokale sind geschlossen. Die Auszählung beginnt. Im Moment im Kreishaus in Northeim mehr Journalisten als interessierte Bürger und Politiker.

18:10 Uhr

Relliehausen hatte als erstes Wahllokal ausgezählt.

18:14 Uhr

Erste Trends. Garmissen knapp vorne bei 56 von 225 Lokalen.

18:28 Uhr

Es ist hauchdünn zwischen Garmissen und Klinkert-Kittel. 156 von 224 Lokale: 37,75 % für Garmissen. 37,51 % für Klinkert-Kittel.

18:30 Uhr

Eine Stichwahl ist angesichts des Trends wahrscheinlich.

18:38 Uhr

Jetzt liegt Klinkert-Kittel vorn. 38,18 % zu 36,79 % Garmissen. Bei 182 von 225 Lokalen.

18:44 Uhr

Als erster Kandidat ist Jörg Richert im Kreishaus eingetroffen. Er wirkt mit seinen bisher knapp 25 % hoch zufrieden.

19:11 Uhr

Alle Wahllokale sind ausgezählt. Die meisten Stimmen hat Astrid Klinkert-Kittel. Vor Garmissen und Richert. Es kommt zu einer Stichwahl.

19:19 Uhr

Der Kreiswahlleiter hat das vorläufige Endergebnis bekannt gegeben.
Astrid Klinkert-Kittel 38,23 %
Bernd von Garmissen 35,64 %
Jörg Richert 26,13 %
Stichwahl am 13. März

(c) KDG / Landkreis Northeim

(c) KDG / Landkreis Northeim

Hoffnung auf Rotkäppchen

Zweimal gelb: Nur noch Metronom-Fahrkartenautomaten gibt es am Bahnhof in Kreiensen (Foto) und in Salzderhelden.

Zweimal gelb: Nur noch Metronom-Fahrkartenautomaten gibt es am Bahnhof in Kreiensen (Foto) und in Salzderhelden.

Das kleine Gebäude direkt am Gleis ist verwaist, nur noch leere Schreibtische sind von außen durch die großen Glasscheiben zu erkennen. Hier hatten früher die Mitarbeiter des Service-Personals der Deutschen Bahn AG ihren Platz, wenn sie nicht gerade auf dem Bahnhof in Kreiensen unterwegs waren, um Auskunft zu geben und Bahnreisenden zu helfen. Seit Monaten schon gibt es keine Rotkäppchen mehr am Bahnhof im Einbecker Ortsteil Kreiensen, so werden die Service-Mitarbeiter der Bahn mit der markanten roten Kappe liebevoll genannt.

Ein bisschen Hoffnung gibt es aber noch. Wie mir Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek auf meine Frage sagte, soll es nach einem von der SPD-Ratsfraktion angeschobenen Gesprächstermin mit Vertretern der Schienenverkehrsbetreibern und der Politik Ende August nun Mitte Dezember auf Einladung der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) ein Gespräch mit der DB Netz geben. Die Bahn hatte immer argumentiert, dass es das Service-Personal grundsätzlich nur noch auf Bahnhöfen mit einer gewissen Größe (Fahrgastzahlen) gebe. In Kreiensen sind laut Bahn täglich rund 3000 Fahrgäste unterwegs.

Unterdessen finden Bahnreisende seit einigen Wochen keinen Fahrkarten-Automaten der Deutschen Bahn AG mehr am Bahnhof in Kreiensen. Auch in Einbeck-Salzderhelden stehen nur noch zwei gelbe Geräte des Unternehmens Metronom im Bahnhofsgebäude. Die Veränderung ist Teil eines neuen Vertriebsmodells, erklärte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis auf meine Anfrage. Die LNVG habe den stationären Fahrkartenverkauf vollständig einem einzigen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) übertragen. Durch das daraus resultierende Fahrkarten-Vertriebsverbot für andere EVU rund um den Bahnhof mussten die DB-Automaten abgebaut werden. Im Bahnhofsgebäude in Kreiensen gebe es aber unverändert eine Agentur mit DB-Lizenz, in der alle Fahrkarten der Deutschen Bahn während der Öffnungszeiten erworben werden können. Da im Nahverkehr der Niedersachsentarif gilt, können in den Metronom-Automaten beispielsweise auch Tickets für Fahrten mit dem Regionalexpress der Deutschen Bahn von Kreiensen nach Bad Harzburg gekauft werden. Meyer-Lovis: „Alle vorhanden Nahverkehrsangebote im Automaten haben auf der gewählten Relation in den Nahverkehrszügen Gültigkeit.“

Ein wenig mysteriös ist in diesem Zusammenhang, dass in Northeim am Bahnhof noch DB-Automaten stehen und die Bahn das damit erklärt, dass in Northeim Fernreisezüge halten. Das tun diese zwar auch in Kreiensen (Intercity). Aber das klärt sich sicher bald…

Nachtrag 27.11.2015: Heute hat sich der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Grascha (Einbeck-Salzderhelden) zum Abbau der DB-Fahrkartenautomaten an den Bahnhöfen Kreiensen und Einbeck-Salzderhelden geäußert und eine Anfrage an die Landesregierung (Grascha_Anfrage DB Fahrkartenautomaten-26112015130928) gestellt. Der Freidemokrat möchte wissen, ob die Landesregierung vorab in Kenntnis gesetzt worden ist, dass die Automaten abgebaut wurden, und ob es Gespräche gab den Abbau der Automaten zu verhindern und welche Maßnahmen die Landesregierung plant, um den betroffenen Bürgern den Verkauf in Bahnhofsnähe zu jeder Tages- und Nachtzeit wieder zu ermöglichen. Anders als von Grascha jedoch in seiner Pressemitteilung (2015-11-16 Anfrage DB Fahrkartenautomat Grascha FDP) behauptet, sind Nahverkehrskarten für DB-Verbindungen (z.B. von Kreiensen nach Goslar zum Weihnachtsmarkt) auch in den verbliebenen Metronom-Automaten erhältlich, das habe ich persönlich ausprobiert. Anders verhält es sich mit Fernverkehrskarten für den IC. „Ein unkomplizierter Zugang zu Fahrkarten des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs ist ein wichtiger Standortvorteil für den ländlichen Raum. Insbesondere Pendler trifft die Einschränkung erheblich“, kritisiert Grascha. Hoffentlich ist der Fakt, dass auf dem Northeimer Bahnhof noch DB-Automaten stehen (mit Hinweis auf die dortig haltenden Fernverbindungen) kein Hinweis darauf, dass IC-Verbindungen oder -Halte in Kreiensen in Zukunft gestrichen werden könnten…

Nachtrag 27.12.2015: Der Fahrgastverband “Pro Bahn” Südniedersachsen hat sich der Angelegenheit noch einmal angenommen und in einer Pressemitteilung (2015_12_23_PIRV_Fahrkartenautomaten) kritisiert. Es könnten an den Stationen der Leinetal-Strecke wie in Kreiensen an den dortigen Metronom-Automaten keine Fahrscheine für den Fernverkehr der Deutschen Bahn und erst Recht keine Sparpreise mehr erworben werden. Nicht einmal das Lösen eines „Antrittsfahrscheins“, der die Fahrgäste zum Kauf der „richtigen“ Karte im Zuge ermächtigt, sei möglich, kritisiert “Pro Bahn”. „Dies ist sehr ärgerlich, weil damit der Übergang vom Nah- zum Fernverkehr – zum Beispiel von Nörten-Hardenberg nach Bremen oder von Northeim über Göttingen nach Frankfurt – deutlich erschwert wird. Den durchgängigen Fahrschein gibt es nur noch am Schalter, im Internet oder dort, wo DB-Automaten stehen.“

Nachtrag 06.01.2016: Hier gibt’s einen interessanten Forum-Beitrag zu der Thematik: Drehscheibe-Online.de. Inzwischen hat auch der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Grascha eine Antwort der Landesregierung (Antw zu 4682) auf seine Anfrage vorliegen, hierzu auch seine aktuelle Pressemitteilung (Grascha 2016-01-04 Fahrkartenautomaten). Laut Landesregierung werde es auf absehbare Zeit an den Bahnhöfen in Einbeck-Salzderhelden und in Kreiensen keine Fahrkarten mehr für den Fernverkehr geben. Die Regierung weise in ihrer Antwort darauf hin, dass in Einbeck-Salzderhelden gar keine und in Kreiensen nur sehr wenig Fernverkehrszüge bedient würden. „Diese Antwort lässt vor allem für Kreiensen Böses ahnen. Offensichtlich steht mal wieder der IC-Halt auf der Kippe. Anders ist es ja nicht zu erklären, warum in Northeim, bei ähnlich Frequentierung, die DB-Automaten stehen geblieben sind“, meint Christian Grascha.

Einbecker Schilder

Hinweis auf Einbeck und seinen PS-Speicher an der Autobahn. Foto (c): Kulturstiftung Kornhaus

Hinweis auf Einbeck und seinen PS-Speicher an der Autobahn. Foto (c): Kulturstiftung Kornhaus

Wer sich seit ein paar Tagen auf der Autobahn 7 der Bier- und Fachwerkstadt Einbeck nähert, weiß einmal mehr, wo er abbiegen sollte: Auf den PS-Speicher, die seit mehr als einem Jahr zum Publikumsmagneten avancierte Oldtimer-Erlebnisausstellung im alten Kornhaus, weisen an der A7-Abfahrt Northeim-Nord aus beiden Fahrtrichtungen große, grüne Schilder hin. Eine fast vierjährige Antrags- und Realisierungszeit sei notwendig gewesen, um das Autobahnschild zu bekommen, hieß es dazu aus der Kulturstiftung Kornhaus, der Trägerin des PS-Speichers. Das richtige Gespräch zur passenden Zeit mit den geeigneten Leuten war sicherlich auch nicht hinderlich. Nun weisen zwei Schilder an der Autobahn aus Richtung Norden und aus Richtung Süden auf Einbeck hin. Seit Jahren gibt es bereits ein ähnliches Hinweisschild auf die Bier- und Fachwerkstadt Einbeck. Wer von Norden kommend der Abfahrt Northeim-Nord zustrebt, findet aktuell aber keinen Hinweis-Geber auf die Northeimer Seenplatte. Nur zwei Schilder mit Einbeck-Hinweisen. Hat Northeim schon aufgegeben? Mag die Autobahn auch näher an der Kreisstadt liegen, ohne Flüsterasphalt und Lärmschutz ist die Northeimer Seenplatte ja auch nur noch halb so schön. Doch das ist nicht die Ursache, zumal aus Richtung Süden das grüne Autobahn-Schild mit “Northeimer Seenplatte” auf diese unverändert hinweist. Nur aus Richtung Norden nicht, hier soll das Blechschild bei einem Verkehrsunfall zu Schaden gekommen sein. Vor einger Zeit schon. Und irgend jemand soll vergessen haben, es wieder aufzustellen…

Abwesend

Empfang der neuen  Superintendenten nach dem Gottesdienst.

Empfang der neuen Superintendenten.

Bei der offiziellen, feierlichen Amtseinführung des neuen Superintendenten-Paars Stephanie und Jan von Lingen im evangelischen Kirchenkreis Leine-Solling vergangenen Sonntag Nachmittag in St. Sixti Northeim glänzte das offizielle Einbeck durch Abwesenheit. Keine Bürgermeisterin, keine Stellvertreter, weder ehrenamtlich noch hauptamtlich, waren bei dem feierlichen Gottesdienst und dem anschließenden Empfang zu entdecken. Das finde ich sehr schade. Dassel, Uslar und Northeim waren durch ihre Bürgermeister, der Landkreis Northeim durch die stellvertretende Landrätin persönlich vor Ort und nutzten die Gelegenheit, die neue Doppelspitze in dem offiziellen Rahmen in der Region willkommen zu heißen.