Kleine Geste, große Wirkung: Im Stiftsgarten im Garten der Generationen steht jetzt erstmals in Einbeck eine Parkbank, die eine Lücke hat, wo sonst eine durchgehende Sitzfläche ist. Diese Lücke ist eine Einladung an Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator, „mittendrin statt nur dabei zu sein“, wie es Behindertenbeauftragter Ulrich Neumann bei der Einweihung sagte. Das Gefühl, als Rollstuhlfahrer nicht neben die Bank oder vor die Bank fahren zu müssen, um mit anderen dort auf Augenhöhe kommunizieren zu können, mache den Unterschied: nicht mehr am Rande oder im Abseits zu sein. „Diese Inklusionsbank ändert das, sie schafft die Möglichkeit, nicht mehr nur ‚beigestellt‘ zu sein, sondern lädt dazu ein, die Mitte zu füllen“, sagte Fachbereichsleiter Marco Heckhoff.
„Mit der Einweihung dieser Inklusionsbank setzen Stadtrat und Verwaltung ein klares Zeichen: Barrierefreiheit ist kein ‚Sonderwunsch‘, sondern ein Menschenrecht“, sagte Heckhoff. Es gehe um Teilhabe, nur durch Barrierefreiheit könnten alle Menschen unabhängig von körperlichen Einschränkungen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. „Was wir hier sehen, ist mehr als ein Stadtmöbel, es ist die bauliche Umsetzung des Prinzips, dass sich nicht der Mensch an die Strukturen anpassen muss, sondern wir als Stadt Strukturen schaffen, die den Menschen in seiner Vielfalt willkommen heißen“, sagte Marco Heckhoff. „Die bewusste Lücke in dieser Bank ist eine Einladung zur Teilhabe, sie ermöglicht Kommunikation auf Augenhöhe – an einem Ort, an dem viele bisher oft nur am Rande stehen konnten.“ Jede inklusive Sitzgelegenheit sei ein Gewinn für die gesamte Stadtgesellschaft. Der ersten Parkbank mit 75 Zentimeter breiter Lücke sollen weitere folgen. Eine Inklusionsbank kostet rund 2900 Euro plus die Pflasterung rund herum. Ein Papierkorb soll in Kürze auch noch installiert werden.
Fachbereichsleiter Marco Heckhoff dankte bei der Einweihung im Kreise von Mitgliedern des Stadtrat-Fachausschusses für Jugend, Familie und Soziales allen, die das Projekt vorangetrieben haben, allen voran den Impulsgebern, die nach einer Anregung aus der Bevölkerung vor rund fünf Jahren den Stein ins Rollen gebracht haben: Ratsherr Alexander Kloss und der damaligen Behindertenbeauftragten Renate Leuschner. „Lassen Sie uns den eingeschlagenen Weg in Zukunft gemeinsam weitergehen, damit unsere Stadt für jeden Menschen ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar bleibt“, wünschte sich Heckhoff. „Diese Bank ist ab heute ein Ort der Begegnung, nutzen wir sie als Inspiration für viele weitere inklusive Projekte in unserer Heimatstadt.“
