Überrascht von der Schnelligkeit und sehr beeindruckt von der Bauweise war die SPD-Bundestagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt heute bei einem Besuch der Baustelle für den Neubau der THW-Unterkunft in Einbeck. Im Dezember war Baubeginn auf dem Areal am Sülbecksweg / Schwammelwitzer Straße, Anfang 2027 soll der Neubau fertig zum Bezug sein, sagten Bauleiter Torben Schmidt und Torsten Schwedhelm vom beauftragten Generalunternehmer Goldbeck. Ein Einzug für die Ehrenamtlichen des Technischen Hilfswerks noch kurz vor Weihnachten dürfte vermutlich nicht wie ursprünglich geplant klappen. Der Winter kann selbst eine schnelle Modularbauweise ein wenig abbremsen. Die mehr als 60 ehrenamtlichen THWler in Einbeck beobachten seit Wochen neugierig, wie schnell ihre neue Unterkunft empor wächst, berichtete Ortsbeauftragte Nina Zettel. Der 1952 gegründete Ortsverband ist seit 1991 in heute viel zu beengten Räumlichkeiten am Tiedexer Tor untergebracht. Einbeck gehört jetzt zu den ersten 30 Baustellen für das THW in Deutschland (und den ersten zehn in Niedersachsen und Bremen), für die der Bund grünes Licht für den Bau gegeben hatte. Investiert werden hier rund elf Millionen Euro.
Torsten Schwedhelm von der Goldbeck-Niederlassung in Kassel, der einst beim Bauunternehmen Schramm als Bauingenieur in Einbeck gelernt hat, baut aktuell gleichzeitig vier THW-Gebäude. Neben dem in Einbeck sind das Neubauten in Hessen in Eschwege, Rotenburg/Fulda und Großalmerode. Für die unterschiedlichen Größen der THW-Einheiten hat das Generalunternehmen verschiedene Modell-Typen entwickelt, einige Fertigteile der Gebäude kommen direkt aus Goldbeck-Unternehmen vormontiert auf die Baustelle. Wichtig und erkenntnisbringend sei der regelmäßige Austausch zwischen den vier ähnlichen Baustellen, denn immer lasse sich etwas hinzu lernen und verbessern, müsse ein Fehler nicht zweimal gemacht werden, berichtete Schwedhelm der Besuchergruppe. Etwa die Hälfte der von Goldbeck beauftragten Handwerker stammen aus der Region, in Einbeck sind das u.a. beispielsweise in Kürze die Malerarbeiten. Neben der MdB Frauke Heiligenstadt schauten sich auch der SPD-Landtagsabgeordnete und Bürgermeisterkandidat René Kopka sowie der Northeimer Bürgermeister und SPD-Landratskandidat Simon Hartmann auf der Baustelle des THW in Einbeck um. Die drei von der SPD lernten bei der Praxis-Visite, dass modulares, serielles Bauen deutlich schneller und günstiger Neubauten ermöglichen kann. Beim THW kommen dabei zwar bundesweit einheitliche Standards vorteilhaft hinzu, dennoch könnten auch bei Neubauten von Kitas oder Feuerwehrhäusern die Kommunen das Vorbild nutzen, waren sich die Besucher einig. Hartmann lobte, dass von einem besser ausgestatteten THW alle Blaulichtorganisationen vor Ort profitieren könnten, nicht nur beim Katastrophenschutz. Auch für das THW Northeim ist laut Heiligenstadt die Finanzierung wie für 140 Gebäude in ganz Deutschland im Bundeshaushalt inzwischen gesichert.
Die neue barrierefreie Unterkunft des THW-Ortsverbandes Einbeck wird auf zwei Etagen und 720 Quadratmetern Raum für die Aufgaben der THW-Ehrenamtlichen bieten, die im Hochwasserschutz, bei der Stromversorgung, für Logistikarbeiten, beim Abstützen von Gebäuden und bei der Rettung und Bergung von Menschen zum Einsatz kommen. Neben einem Werk- und Übungsraum, einem Geräte- und Materiallager und einem Trocknungsraum für Einsatzkleidung wird es Umkleide- und Sanitärräume im Erdgeschoss geben. Im Obergeschoss sind Unterrichtsräume, ein Zimmer für die THW-Jugend, für den Funkbereich, für die Führung des Technischen Zuges und den Stab des Ortsverbandes vorgesehen. Außerdem wird das Gebäude mit einer Küche ausgestattet. In der Fahrzeughalle bieten rund 550 Quadratmeter Stellplätze für insgesamt neun THW-Einsatzfahrzeuge und einen Lagerraum mit 56 Quadratmetern für die THW-Geräte sowie Ausstattung. Das große Außengelände soll als Ausbildungs- und Übungsfläche unter anderem für die Bergungsgruppe, als Rangierfläche vor den Fahrzeughallen sowie als Versickerungsflächen dienen.

