Seniorenwohnen: Convivo Park wächst

Auf der späteren Dachterrasse des “Convivo Park” Einbeck: eine Delegation der Stadtverwaltung mit der Bürgermeisterin an der Spitze und Vertreter von Projektentwicklung, Bauherr und Betreiber des Wohnparks für Senioren in der Südstadt.

Baustelle Convivo Park Einbeck an der Liegnitzer Straße.

Es ist die wohl größte private Baustelle aktuell in Einbeck neben der von KWS: Auf einem rund 8000 Quadratmeter großen Areal zwischen Liegnitzer und Kolberger Straße in der Südstadt entsteht der “Convivo Park”, ein Wohnpark für Senioren. Das Richtfest ist für den 23. Mai vorgesehen. Bauherr INP Holding (Hamburg), Betreiber Convivo und Projektentwickler Finalsa haben jetzt eine Delegation der Stadtverwaltung und Medienvertreter über den aktuellen Stand der Bauarbeiten informiert. “Das ist eine wunderbare Entwicklung hier”, sagte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, die gemeinsam mit Wirtschaftsförderung-Fachbereichsleiter Joachim Mertens, Wirtschaftsförderer Frank Seeger, Liegenschaftsmanager Wilfried Kappei und Stadtplaner Jürgen Höper vor Ort sehen konnte, wie der Gebäudekomplex mit später insgesamt 11.000 Quadratmetern Grundfläche wächst. Ende dieses Jahres soll der “Convivo Park” fertig sein. Dann werden rund 20 Millionen Euro investiert sein. Nach den ersten Ideen und Anfragen hat es durchaus Veränderungen bei dem Projekt und einen intensiven Austausch zwischen Behörde, Planer und Bauherren gegeben, weil verschiedene Fragen zu klären waren. Nur eine sei die Zukunft der Mehlschwalben auf dem Areal gewesen, auch das habe man lösen können, schilderte die Rathauschefin. Der Wohnpark werte den gesamten Stadtteil auf, könne eine ideale Ergänzung zu Wohnungsbau-Plänen am Walkemühlenweg sein, sagte Michalek. Und vor allem: Der Wohnpark mit seinem Konzept sei keine Konkurrenz zu bestehenden und benachbarten Pflegeheimen in Einbeck, sondern biete einen anderen Ansatz. “Jeder kann sich nach seinen Bedürfnissen etwas aussuchen”, freut sich die Bürgermeisterin.

Vom Dach aus kann man den Einbecker Marktkirchturm sehen.

Der “Convivo Park” Einbeck wird aus insgesamt 87 so genannten Service-Wohnungen (39 bis 81 Quadratmeter groß) bestehen, außerdem aus zwei Wohngemeinschaften mit je zwölf Einzelzimmern und dazu gehörenden Gemeinschaftsräumen, schließlich aus einer Tagespflege mit 15 Plätzen. “Convivo Park” sei kein Pflegeheim, sondern biete verschiedene Wohnmöglichkeiten für Senioren mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen flexibles Sorgloswohnen, nennen das die Betreiber. Individuelle Bausteine können die Bewohner auswählen (Essen, Wäsche, Reinigung, Pflege). Ein Pflegedienst ist 24 Stunden vor Ort. Einen Pflegegrad muss der Bewohner haben (bei Paaren mindestens einer der Bewohner/Mieter). Wie Dr. Andreas Weber (Strategisches Marketing Convivo-Unternehmensgruppe), Cornelius von Helmolt (INP-Gruppe) und Hubert Schmitt (Geschäftsführer Finalsa) vor Ort auf der Baustelle erläuterten, wird es eine Vollküche (für 300 Essen pro Tag) und eine eigene Wäscherei geben. Ziel sei es, mit der Cafeteria (60 Innenplätze, Sonnenterrasse) bzw. der Bäckerei und den Gemeinschaftsräumen auch Impulse für das Stadtquartier und die Umgebung zu geben. Beispielsweise werde es in Zukunft Veranstaltungen in den Räumen geben, bei denen auch Besucher willkommen sind. Die Vermarktung der Wohnungen und WG-Zimmer laufe bereits, auch die Mitarbeitersuche sei angelaufen, hieß es.

Die Zusammenarbeit mit der Stadt Einbeck sei “überragend” gewesen, sagte Projektentwickler Hubert Schmitt (Finalsa), diverse Themen habe man seit den ersten Gesprächen 2016 gut klären können, in drei Planungsschritten sei letztlich das Projekt nach den ersten Kontakten mit der Stadt immer größer geworden bis zur heutigen Form. Die gesetzlichen Veränderungen im Bereich von ambulanter und stationärer Pflege habe das Projekt erleichtert und sei dem Konzept entgegen gekommen. Zuletzt wurden die zwei verbliebenen Wohnblocks an der Liegnitzer Straße abgerissen, hier entsteht einer von drei Gebäudeteilen des “Convivo Park”.

Vor dem Haupteingang zum Convivo Park Einbeck.

Baustelle Convivo Park Einbeck.

Baustelle Convivo Park Einbeck.

Baustelle Convivo Park Einbeck.

Baustelle Convivo Park Einbeck.

Neues von den Baustellen

Nach dem Abriss: Knochenhauerstraße/Ecke Neue Straße, links die Senfmühle.

Frühjahrszeit ist Baustellenzeit. Auch in Einbeck. Da wird’s in diesen Tagen wieder schwer, den Überblick zu behalten. Auch in der jüngsten Stadtrat-Sitzung war von einigen Baustellen die Rede. Deshalb hier der Versuch eines Überblicks – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Die Baustelle mit den wohl meisten Beobachtern in den vergangenen Tagen ist schon wieder Geschichte, zunächst jedenfalls: Der Abriss der Gebäude Knochenhauerstraße 22 / Ecke Neue Straße im Herzen der Altstadt ist erfolgt, die Straßen sind wieder befahrbar. Was auf dem Areal nun geschehen wird, darum ranken sich Spekulationen. Der Eigentümer des Grund und Bodens ist jedenfalls mit seinen Plänen bislang noch nicht an die Öffentlichkeit gegangen. Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek erklärte am Mittwoch im Stadtrat, “die juristisch komplizierte Situation in diesem Gebiet konnte durch einen gerichtlichen Vergleich gelöst werden”. Innerhalb eines Jahres nach dem jetzt “aus bauordnungsrechtlichen Gründen”, wie es hieß, erfolgten Abriss der Gebäude müsse der Eigentümer des Grundstücks einen Bauantrag für einen Neubau einreichen. Die auf Eis liegende Erweiterung der Einbecker Senfmühle um ein Besucherzentrum könne nun fortgesetzt werden, teilte die Rathauschefin mit.

Der Neubau des Kindergartens Vogelbeck liegt laut Bürgermeisterin im Zeit- und Kostenplan. Das Gebäude inklusive Putz- und Estricharbeiten sei fertig, die Rohbauinstallation der technischen Gewerke abgeschlossen. Aktuell sei mit den Fliesen- und Innenausbau-Arbeiten begonnen worden. Die Fassadenarbeiten sollen laut Bürgermeisterin im April/Mai ausgeführt werden. Ziel sei, Ende Juni umzuziehen, damit der Abbruch des bestehenden Gebäudes im Juli folgen könne. Michalek: “Mit Freude sehe ich der Einweihungsfeier am 31. August dieses Jahres entgegen”.

Beim Großprojekt Multifunktionshalle ist die Ausführungsplanung abgeschlossen, die Baugenehmigung liegt vor. Baubeginn zwischen Twetge und Kohnser Weg neben dem Haus der Jugend ist laut Bürgermeisterin für Anfang Mai geplant. Ziel ist, die Multifunktionshalle als Bereicherung für die Kinder- und Jugendarbeit in Einbeck Anfang 2020 fertiggestellt zu haben.

Die Arbeiten am ehemaligen Waisenhaus in der Baustraße 23, das im Eigentum der Hospitalstiftung ist, schreiten laut Bürgermeisterin voran und liegen im Kostenplan, wie sie im Stadtrat sagte. Es sei vorgesehen, das Projekt im Sommer dieses Jahres abzuschließen.

Wie es am Neustädter Kirchplatz voran geht, wird der Verwaltungsausschuss in seiner nächsten Sitzung Ende April beraten. Das sagte die Bürgermeisterin im Stadtrat. 2019 soll dort die Trafostation aus der unterirdischen Toilettenanlage in eine neue Trafostation im Bereich des geplanten Pavillons verlegt werden. Außerdem sollen das ehemalige Gemeindehaus und die Toilettenanlage abgerissen und letztere verfüllt werden; alle Waschbetonbauteile, Befestigungen und Treppenanlagen sollen auch abgerissen werden. Dann können archäologische Grabungen in diesem Bereich durchgeführt werden. Wie die Bürgermeisterin sagte, bleiben durch diesen Bauablauf die gesamten Parkplätze im Bereich des Neustädter Kirchplatzes zunächst erhalten. 2020 will die Stadt nach abgeschlossener Entwurfplanung dann die Straßenzüge Hullerser, Benser und Papenstraße beginnen, 2021 ist nach aktueller Planung der Bau des Platzes vorgesehen.

Die Rabbethgestraße wird wegen dringend erforderlicher Arbeiten am Stromnetz zwischen Langer Wall und Hubeweg vom 8. bis 18. April zur Einbahnstraße in Fahrtrichtung Hubeweg und halbseitig gesperrt, wie die Stadtwerke Einbeck heute mitteilen.

Wegen Dachdeckungsarbeiten ist die Hohe Münsterstraße noch bis voraussichtlich 12. April für den Durchgangsverkehr gesperrt, teilt die Stadt auf ihrer Website mit. Eine Umleitung sei ausgeschildert.

Der Ausbau der Ortsdurchfahrt Naensen startet am 8. April. Zwischen der Einmündung zur B 3 und dem Ortsausgang in Richtung Greene erfolgt der Ausbau in fünf Bauabschnitten, teilt der Landkreis Northeim mit. Auf einer Länge von insgesamt 1200 Metern werden sowohl die Fahrbahn als auch die Gehwege der Stadt Einbeck und der Regenwasserkanal der Stadtentwässerung Einbeck erneuert. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende Mai 2020 dauern. Der Fernverkehr sowie der Schwerlastverkehr werden bereits an der B 64 bei Greene während der gesamten Bauzeit über die B 64 und die B 3 umgeleitet. Über den weiteren Bauablauf und die damit verbundenen Sperrungen will der Landkreis rechtzeitig informieren. Die Anwohner haben die Gelegenheit, ab dem 17. April jeweils mittwochs in der Zeit zwischen 12.30 und 13 Uhr zum Baubüro in der Masswelle 15 (Fa. Heinrich Fischer Transporte) zu kommen, um dort aktuelle Informationen zu bekommen.

Der letzte Bauabschnitt des Ausbaus der Hullerser Landstraße hat Mitte März begonnen, die Vollsperrung zwischen Hansestraße und Allensteiner Straße ist nach Ostern vorgesehen.

Die Bauarbeiten am Neubau “Convivo Park Einbeck” an der Kolberger Straße schreiten laut Bürgermeisterin zügig voran, der Bauherr plane Ende Mai das Richtfest.

Nach dem Abriss: Knochenhauerstraße/Ecke Neue Straße in Blickrichtung Norden, rechts die Senfmühle.

Nach dem Abriss: Knochenhauerstraße/Ecke Neue Straße in Blickrichtung Südosten.

Mensch, Stadtbaumeister!

Beifall für einen Beamten - im Rathaus sonst eher unüblich. Für Gerald Strohmeier zur Verabschiedung aber von Herzen.

Beifall für einen Beamten – im Rathaus sonst eher unüblich. Für Gerald Strohmeier zur Verabschiedung kam der Applaus der Wegbegleiter aber von Herzen.

Es war eine Verabschiedung. Kein Abschied. Dieser Unterschied ist wichtig. Gerald Strohmeier geht nach 32 Jahren und sieben Monaten als Bauamtsleiter im Einbecker Rathaus zwar Ende Oktober in den beruflichen Ruhestand. Allein durch zwei Ehrenämter wird der 65-Jährige aber auch in Zukunft in Einbeck präsent bleiben: Als Vorsitzender der Stiftung Eicke’sches Haus und als Kuratoriumsmitglied der Kulturstiftung Kornhaus für den PS-Speicher. Nur kann er das jetzt selbst frei bestimmen. “Ich habe noch Pläne und Träume”, sagt Strohmeier. Dazu dürften freilich nicht nur Ehrenämter und Bauangelegenheiten gehören, sondern auch die Muße zur Jagd, die Freude an der Natur unter anderem auf der Ellenser Streuobstwiese oder mehr Zeit für die Familie und Reisen nach Südtirol.

Beifall für einen Beamten im Einbecker Rathaus – das gibt es nicht alle Tage. Doch als alle Worte der Verabschiedung gesprochen sind, erheben sich die langjährigen beruflichen und privaten Wegbegleiter von ihren Stühlen und applaudieren mehrere Minuten Gerald Strohmeier. Der 65-Jährige ist sichtlich gerührt. Und sagt dann mit Dank an sein Bauamtsteam, das er jetzt ohne Nachfolgereglung zurück lassen muss, nur bescheiden: „Einer allein kann’s nicht richten.“ Das Ganze sei immer mehr als nur seine Teile, eine über Jahrhunderte gebaute Stadt wie Einbeck mit ihren 1200 Baudenkmalen sei mehr als die Summe ihrer aus Holz und Stein gebauten Häuser, sie sei Lebensraum und Heimat von Menschen.

Wollen gemeinsam Äpfel pflücken: Vardeilsens Ortsbürgermeisterin Antje Sölter überreichte Strohmeier im Namen aller 46 Ortschaften Apfelbaum und Apfelbrand.

Wollen gemeinsam Äpfel pflücken: Vardeilsens Ortsbürgermeisterin Antje Sölter überreichte Apfelfan-Strohmeier im Namen aller 46 Ortschaften Apfelbaum und Apfelbrand.

Und als einen solchen Menschen beschreiben ihn viele, die man nach Gerald Strohmeier fragt. Die Baukultur hat ihm am Herzen gelegen, sie hat er in mehr als drei Jahrzehnten als Stadtbaumeister geprägt und bis in die Zukunft sichtbar gestaltet, hat sich mit dem Bauen in seiner Heimatstadt Einbeck identifiziert: Menschlich auf die Bürger eingehend, mit einem offenen Ohr für Mitarbeiter, den Menschen zugewandt, mit einer fachlichen und durch langjährige Erfahrung geprägten Meinung, aber kompromissbereit, wie die Festredner den scheidenden Bauamtsleiter bei der Verabschiedungsfeier beschrieben haben. Amt und Aufgabe seien ja öffentlich, sagt Gerald Strohmeier. „Gut, dass ich Sie treffe…“, wie oft habe er das auf der Straße von Bürgern gehört. Bei Fragen nach defekter Laterne, Dauerbaustellen oder privaten Carport-Plänen. Er hat es gerne gehört. Meistens jedenfalls…

Schon nach der Bauzeichner-Ausbildung und während des Architektur-Studiums habe Gerald Strohmeier stets großen Wert auf praktische Einblicke gelegt, habe bei verschiedenen Handwerkern gearbeitet, beschrieb Altbürgermeister Martin Wehner die berufliche Startphase. Wehner hatte zunächst als ehrenamtlicher Bürgermeister (1991-1997) politisch und später als hauptamtlicher Verwaltungschef (1998-2006) als Vorgesetzter mit Strohmeier zu tun. Beide kennen sich allerdings schon aus der evangelischen Jungenschaft. „Er wollte weiter, er wollte mehr“, sagt der ehemalige Bürgermeister. Er wollte dort arbeiten, wo praktisch gebaut wird, wo Ergebnisse greifbar sind, beschreibt das Strohmeier selbst. Das ist ihm in seiner Zeit gelungen, die als Ära bezeichnet werden darf. Viele Einbecker kennen nach 32 Jahren keinen anderen Bauamtsleiter im Rathaus als Gerald Strohmeier. Mir in meiner rund 20-jährigen journalistischen Tätigkeit in Einbeck geht das genauso.

Zu den Meilensteinen Strohmeiers ab 1982 als Bauamtschef zählte Martin Wehner die gelungene Stadtsanierung in der Tiedexer Straße, die Restaurierung von Eicke’schem Haus in der Marktstraße und Altem Schützenhaus, dem einzigen freistehenden Fachwerkhaus Einbecks, bis zu jüngsten Projekten wie Poser-Park und PS-Speicher. Aber auch nicht so populäre Projekte wie Brückenbauten am Tiedexer Tor oder Ivenstraße im Spannungsfeld zwischen Denkmalschutz und Zeitgeist habe Strohmeier durchsetzen können: “Gottseidank sind Sie standhaft und stark geblieben.” Beim Abwasserrahmenplan in den 1990-er Jahren seien Politik und Verwaltung am Bürgerprotest in den Dörfern auf dem Berge gemeinsam gescheitert – aber am Ende habe man Recht behalten, wie sich heute zeige, sagte Wehner. Ein paar „Baustellen“ habe der 65-Jährige als Fachbereichsleiter im Einbecker Rathaus nicht mehr schließen können, dazu zählte Wehner die zwei Brandlücken in der Altendorfer Straße und in der Langen Brücke sowie die mögliche Bebauung des Neustädter Kirchplatzes.

Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek verabschiedete den fachwerkfreundlichen Baudirektor offiziell mit Urkunde und Holzhobel.

Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek verabschiedete den fachwerkfreundlichen Baudirektor offiziell mit Urkunde und Holzhobel.

Sehr genau haben Beobachter bei der Verabschiedungsfeier auf die Zwischentöne, die Andeutungen gehört. Die Stelle des Bauamtsleiters in Einbeck bleibt bekanntlich zunächst unbesetzt. Die Ratspolitik hat sich bislang nicht untereinander und nicht mit der Bürgermeisterin auf eine Nachfolge einigen können. Ein politischer Scherbenhaufen. Die zweite öffentliche Stellenausschreibung ist erst jüngst bis Jahresende verlängert worden, weil keine weiteren geeigneten Bewerbungen eingegangen waren. Ein zumindest in der Politik offenbar mehrheitsfähiger Bewerber hatte zwischenzeitlich andernorts zugesagt. Nachdem vertrauliche Details über die Personalie an die Öffentlichkeit gelangt waren, hatte der Stadtrat nach der undichten Stelle ermittelt, musste das Verfahren letztlich jedoch ergebnislos einstellen.

Dabei war so viel feines Gehör bei der Verabschiedungsfeier gar nicht notwendig. Denn die Worte waren deutlich und unüberhörbar. Und trotzdem dem Anlass angemessen. Personalratsvertreter Lars Engelke sprach unumwunden von einer „Katastrophe“, dass Gerald Strohmeier seine berufliche Lebensleistung nicht direkt an einen fachkompetenten Nachfolger habe weitergeben können. Die Mitarbeiter des Fachbereichs seien darüber enttäuscht. Auch Altbürgermeister Martin Wehner wünschte sich in seiner Laudatio vom aktuellen Einbecker Stadtrat den Mut wie einst 1982, als die Politik in einem zukunftsweisenden Schritt den 33-jährigen Berufsanfänger Gerald Strohmeier mit der Position betraut habe. Damals sei die Stelle neun Monate vakant gewesen, nachdem Stadtbaurat Wolfgang Becker in den Ruhestand gegangen war. Wehner: „Da entwickeln sich Eigendynamiken.“

Es war und ist klug und richtig, dass Gerald Strohmeier selbst zur ungeklärten Nachfolge bislang öffentlich geschwiegen hat. Die Versuchung mag da gewesen sein, bei der Verabschiedungsfeier selbst dazu etwas zu sagen. Doch hier hat er clever widerstanden, es hätte die Sache nur zusätzlich aufgewertet, das weiß auch Strohmeier. Die notwendigen Worte haben andere gesagt.

Private und berufliche Wegbegleiter verabschiedeten Gerald Strohmeier als Bauamtsleiter in der Rathaushalle, in der ersten Reihe unter anderem Alt-Stadtdirektor Georg Lampe, Altbürgermeister Martin Wehner sowie Ehefrau Edith mit den Söhnen Raphael und Julian.

Private und berufliche Wegbegleiter verabschiedeten Gerald Strohmeier als Bauamtsleiter in der Rathaushalle, in der ersten Reihe unter anderem Stadtdirektor a.D. Georg Lampe, Altbürgermeister Martin Wehner sowie Strohmeiers Ehefrau Edith mit den Söhnen Raphael und Julian und Partnerin Annika.

Rotkäppchen sind wichtig

Bald ist der Bahnhof für 6,7 Millionen Euro modernisiert, hat aber dann kein Personal mehr.

Bald ist der Bahnhof Kreiensen für 6,7 Millionen Euro modernisiert und barrierefrei, hat aber dann kein Personal mehr: Bahnhofsmanager (2.v.l.) und Bürgermeisterin (2.v.r.) am Freitag beim Start der neuen Aufzüge.

Wie wichtig die Rotkäppchen sind, wie die Bahn-Mitarbeiter mit der markanten roten Kappe gerne liebevoll genannt werden, können Bahnreisende oft beobachten. Oft auch in Kreiensen. Wenn ein Anschlusszug erreicht werden will. Am Freitag hat Bahnhofsmanager Detlef Krusche Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek noch einmal direkt vor Ort bestätigt, was er bereits Ende März auf meine Anfrage gesagt hatte: Dass nach dem Abschluss der Bauarbeiten in Kreiensen ab 2015 auf dem Bahnhof kein Service-Personal mehr vor Ort sein werde.

Die Bahn habe Größen-Kategorien, nach denen Stationen mit oder ohne Personal betrieben werden, erläuterte Krusche. Kreiensen sei da bereits eine Ausnahme gewesen. Dr. Sabine Michalek appellierte an die Bahn, die Entscheidung zu überdenken. Nach einem Beschluss des Verwaltungsausschuss des Stadtrates wird die Stadt Einbeck die Bahn noch einmal auch offiziell auffordern, den Abzug des Service-Personals kritisch zu hinterfragen. In Kreiensen steigen im Schnitt täglich 3000 Menschen in 88 Zügen ein und aus. Da sei gerade für in ihrer Mobilität eingeschränkte Fahrgäste oftmals eine persönliche Hilfe notwendig, sagte Michalek. Kürzlich hatte die CDU-Stadtratsfraktion bei einem Ortstermin auf dem Bahnhof die Problematik der wegfallenden Service-Kräfte erkannt.

Barrierefrei sind ab sofort die Gleise auf dem Bahnhof in Kreiensen zu erreichen, die Bürgermeisterin hat die zwei Aufzüge gemeinsam mit Bahnhofsmanager Krusche (Göttingen) offiziell in Betrieb (ein Video dazu hier). Die seit Monaten dauernden Bauarbeiten in Kreiensen nähern sich dem Ende. „Wir sind sehr froh darüber“, sagte die Bürgermeisterin, „wir hatten ja gehofft, dass es ein bisschen zügiger gegangen wäre“. Laut Krusche können voraussichtlich im August die letzten rot-weißen Baubaken beiseite geräumt werden, dann sind auch die Personenunterführung komplett saniert und die Dächer der Querung zwischen dem hannoverschen (Gleis 1) und dem braunschweigischen Teil (Gleis 101) des Bahnhofs montiert. Die Deutsche Bahn AG investiert in den Umbau ihrer Verkehrsstation rund 6,7 Millionen Euro.

Der Weg ist wieder frei

Mit Schere und Band: Die Straße am Tiedexer Tor ist wieder frei.

Mit Schere und Band: Die Straße am Tiedexer Tor ist wieder frei.

Manche mochten es zunächst noch gar nicht glauben. Darf man dort wieder entlang fahren? Man darf: Die Brücke am Tiedexer Tor ist heute Mittag offiziell für den Verkehr freigegeben worden. Baudirektor Gerald Strohmeier nahm die ihm von Anliegern gereichte Schere gerne entgegen, mit der er ein rot-weißes Band durchschnitt. Erleichtert und erfreut gab sich der Bauamtsleiter, diese Baustelle hatte nicht nur für Schlagzeilen gesorgt, sondern auch an vielen Nerven gezerrt.

Einige Anwohner waren so erleichtert über das Ende der 17 Monate dauernden Umleitung, dass sie für den Baudirektor das Flatterband und eine Schere vorbereitet hatten. Strohmeier nahm diese gerne auf, schnitt das Band durch und machte den Weg damit frei, die Anlieger hätten in den zurück liegenden Monaten vieles ertragen und Umwege in Kauf nehmen müssen. Jetzt sei das neue Bauwerk fertig und der Verkehr könne dort wieder fließen. Strohmeier wies noch einmal auf die Bedeutung der Verbindung hin, nicht zuletzt für den 2014 öffnenden PS-Speicher, aber auch als Magistrale durch die Stadt. Ein ursprünglich geplanter Ausbau der Tiedexer Straße war jüngst im Finanzausschuss zurück gestellt worden, die Straße mit ihren Anliegern und Geschäftsleuten müsse sich erstmal von den Folgen der Vollsperrung erholen, bevor wieder die Bagger anrollen sollen.

Mit einem Schnitt ist der Weg wieder frei: Baudirektor Gerald Strohmeier dankte den Anliegern für ihre Geduld.

Mit einem Schnitt ist der Weg wieder frei: Baudirektor Gerald Strohmeier dankte den Anliegern für ihre Geduld.

Zielgerade

Bald fahren hier wieder Autos: die Brücke am Tiedexer Tor am heutigen 14. November 2013.

Bald fahren hier (endlich) wieder Autos: die Brückenbaustelle am Tiedexer Tor am heutigen 14. November 2013.

Die Tage sind gezählt… die Tage der Baustelle! Endlich, höre ich schon viele Einbecker rufen. Nach rund 17 Monaten Vollsperrung und weiträumiger Umleitung des Innenstadtverkehrs im Bereich Langer Wall, Tiedexer Straße und Schrammstraße biegt die Dauer-Brücken-Baustelle am Tiedexer Tor sichtbar auf die Zielgerade. Am Freitag will sich die Stadt offiziell dazu äußern, wann genau die Fahrzeuge wieder fahren dürfen.

Aufatmen werden nach der Freigabe der neuen, die alte Steinbogenbrücke überspannenden Brücke nicht nur viele Autofahrer, sondern auch die Anlieger beispielsweise der Tiedexer Straße, die in Kürze wieder aus westlicher Richtung direkt angefahren werden können. Rund 693.000 Euro kostet die Baumaßnahme, die in den vergangenen Monaten mehrfach und vor allem wegen Verzögerungen Thema war, unter anderem auch in Anfragen an den Wirtschaftsminister.

Die Brücke

Dauer-Baustelle am Tiedexer Tor. Aufnahme vom 11.09.2013.

Dauer-Baustelle am Tiedexer Tor. Aufnahme vom 11.09.2013.

Einige sagen nur noch “Die Brücke…” und ernten rollende Augen beim Gegenüber, sind doch die Brücke am Tiedexer Tor und die sich immer wieder verzögernden Arbeiten seit Monaten ständige Gesprächsthemen in der Stadt.

Die Politik hat’s zwar mal beschlossen, sie hat’s aber momentan nicht in der Hand, kann nur staunend zuschauen, wie schnell oder langsam die Bauarbeiten auf der Dauerbaustelle am Tiedexer Tor voran gehen. In der Hand haben’s vor allem die Bauarbeiter. Wie die Verwaltung gestern im Stadtentwicklungsausschuss auf Anfrage des Ausschuss-Vorsitzenden berichtete, sind in dieser Woche die Spannbetonfertigteile für die Brücke über das Krumme Wasser angeliefert worden und werden nun verbaut. Ab Montag (16. September) soll dann die Trasse betoniert werden, die Fahrbahn müsse dann 28 Tage aushärten. Parallel könne aber an den Versorgungsleitungen weiter gearbeitet werden, hieß es. Zu einer Prognose, wann die Brücke wieder für den Verkehr freigegeben werden könne, wollte sich niemand hinreißen lassen. Von Oktober war vor einiger Zeit mal die Rede…

Unlängst hatten Bürgermeisterin und Baudirektor erklärt, man lasse sich mittlerweile täglich Bericht erstatten. Wollen wir hoffen, dass diese engen Rapport-Zügel und flott von der Hand gehende Arbeiten dazu führen, dass die Brücke ja vielleicht doch noch im Oktober fertig sein wird. Der Oktober hat immerhin 31 Tage…

Baustellen-Rapport

Jetzt mit Kran: die Brückenbaustelle am Tiedexer Tor am 8. August 2013.

Jetzt mit Kran: die Brückenbaustelle am Tiedexer Tor am 8. August 2013.

Sie ist ein Ärgernis – vor allem für viele Anlieger, die weite Umwege in Kauf nehmen müssen. Und irgendwie scheint der Wurm drin zu sein bei der Brückenbaustelle am Tiedexer Tor.

Bei bestem Sommerwetter ging zuletzt zeitweise gar nichts, die Baufirma hatte ihre Arbeiter abgezogen. Die Stadt Einbeck hat sofort gegengesteuert, wie Baudirektor Gerald Strohmeier in den Medien zitiert wird. Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek hat das heute noch einmal bekräftigt: “Wir lassen uns jetzt jeden Tag von der beauftragten Firma über die Situation auf der Baustelle informieren.” Trotz der verlorenen Woche ist die Verwaltungschefin optimistisch, den Zieltermin Oktober einhalten zu können. Dann soll die wichtige Innenstadtverbindung nach fast eineinhalbjähriger Bauzeit endlich wieder für den Verkehr freigegeben werden können…

Neues zur Dauer-Brückenbaustelle

Seit Monaten gesperrt: die Brückenbaustelle am Tiedexer Tor.

Seit Monaten gesperrt: die Brückenbaustelle am Tiedexer Tor.

Viele rollen nur noch mit den Augen, wenn das Gespräch auf die Dauer-Brückenbaustelle über das Krumme Wasser am Tiedexer Tor kommt. Erst jüngst war bekannt geworden, dass ein Bohrpfahl nicht exakt gesetzt worden war, die Statik daher überprüft werden musste.

Die Landesregierung schiebt die Verantwortung für monatelange Verzögerungen bei der Brückenbaustelle am Tiedexer Tor auf die Stadt Einbeck. Das geht aus der Antwort von Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) auf eine Kleine Anfrage hervor, die der Einbecker FDP-Landtagsabgeordnete Christian Grascha heute öffentlich gemacht hat (Wortlaut: Antw zu 21_25.04). Grascha hatte die Landesregierung gefragt, warum denn die Bauarbeiten dieses für den Innenstadt-Verkehr so wichtigen Brückenbauwerks so stockten.

Der Wirtschaftsminister erklärt nun, dass die Stadt Einbeck am 15.05.2012 den ersten Zuwendungsbescheid vom Land erhalten habe. Im September des gleichen Jahres habe die Stadt eine Erhöhung beantragt. Der Förderbescheid, der dann am 12.02.2013 verschickt worden sei, sei also nicht der erste Förderbescheid gewesen, sondern der Fortsetzungsbescheid für das Jahr 2013.

„Die Stadt steht in der Pflicht vor allem gegenüber den Betroffenen zu erklären, wie und warum es zu den Verzögerungen gekommen ist“, erklärte heute dazu Christian Grascha. Es sei bedauerlich, dass die Brücke nun wahrscheinlich über ein Jahr gesperrt sein werde und damit zur Belastung für die Anlieger und Gewerbetreibenden im Umfeld werde.Weitere Verzögerungen sollten Stadt und die Bauunternehmen vermeiden. Sonst drohten möglicherweise weitere Mehrkosten, sagte Grascha: „Das wäre weder den Anliegern noch dem Steuerzahler zu erklären.“

Auf die Stellungnahme der Stadt können wir also gespannt warten…

Nachtrag 30.04.2013: In der heutigen Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses erklärte Baudirektor Gerald Strohmeier auf Anfrage, die Stadt habe die Bauarbeiten nicht bewusst verzögert. Die Gründe für die verlängerte Dauer der Arbeiten und der Sperrung sowie einen genauen Ablaufplan werde die Stadt in der nächsten Woche öffentlich machen.