SPD-Besuch erlebt kreatives Kultur-Feuerwerk in Einbeck

„Ein wahres Feuerwerk der Kreativität und vieler toller Ideen wurde mir in Einbeck präsentiert“: Hanna Naber, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion und auch Generalsekretärin der Niedersachsen-SPD, war des Lobes so voll, dass sie in ihrem Instagram-Beitrag nach gut zweistündiger kultureller Druckbetankung in Einbeck förmlich ins Schwärmen geriet: „Alles von der Hand ins Herz.“ Naber dankte für die interessanten Einblicke in das vielfältige und leidenschaftliche Engagement. Patricia und Martin Keil hatten der Wahlkampf-Besucherin gemeinsam mit dem SPD-Landtagskandidaten René Kopka, dem SPD-Landtagsabgeordneten Uwe Schwarz und der SPD-Bundestagsabgeordneten Frauke Heiligenstadt ihren Kultur-Kreativität-Kiez gezeigt: Von der Druckerbande über den Blaudruck bis zum Cestnik-Geburtshaus mit Ausstellung und dem Wolpeterhaus, einem Lehrort für Fachwerkbauweise.

Konnte in der Druckerbande eine eigene SPD-Postkarte drucken: SPD-Generalsekretärin Hanna Naber mit SPD-Landtagskandidat René Kopka (r.) und dem Einbecker Kulturschaffenden Martin Keil.

Mit der „Druckerbande“ ist kreatives Leben in die einstigen Räume einer Spielothek am Möncheplatz eingezogen. In der kunsthistorischen Werkstatt mit alten Druckmaschinen konnten die SPD-Besucher mit eigenen Händen SPD-Postkarten drucken, das Logo dafür war erst kurz zuvor in Lineol entstanden. Die Kulturschaffenden Patricia und Martin Keil erläuterten das vielfältige Angebot an unterschiedlichen Workshops, das mittlerweile in der „Druckerbande“ stattfindet und mit dem sie die Räume beleben wollen.

Dann ging’s weiter zum benachbarten Einbecker Blaudruck, wo die SPD-Gäste vieles über das immaterielle Kulturerbe dieser Jahrhunderte alten Handwerkstechnik erfuhren, selbst einmal die Model in die Hand nehmen konnten. MdB Frauke Heiligenstadt ist Schirmherrin des aktuellen „Blaudruckjahr“ in Einbeck. Sie kündigte an, dass sich am 9. September vor dem Reichstagsgebäude in Berlin die Vertreterinnen und Vertreter von zwölf noch existierenden Blaudruckereien in Deutschland mit ihren Wahlkreisabgeordneten treffen und auf das Kulturerbe aufmerksam machen wollen.

Nach einem kurzen Rundgang über den Franz-Cestnik-Platz und durchs Cestnik-Geburtshaus mit seiner Ausstellung von Werken des Malers Franz Cestnik (1921-2011) besichtigten die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten dann im benachbarten so genannten Wolpeterhaus von 1573, wo für Blaudrucker Wittram in Einbeck einmal alles anfing. Sie erfuhren, dass das große, sanierungsbedürftige Fachwerkhaus mittlerweile zum Lehrort für die Bauweise mit Lehmziegel und Fachwerk geworden ist – inklusive eigener Themen-Stadtführung für Touristen. Beim Tag des offenen Denkmals am 11. September können alle dort diese Kulturspur verfolgen. Patricia Keil zeigte den SPD-Besuchern, wie Bausubstanz voller Beweismittel stecken kann, mit historischen Narben und Taten menschlichen Handelns, die ein Gebäude auch zum Opfer werden lassen kann. Die „Denkmalpaten“ des Wolpeterhaus haben kürzlich eine Landesförderung erhalten für ein Fachwerkbuch, das altersgerecht und cool Fachwerkwissen vermitteln soll, eine Mischung aus Basiswissen, kreativer Annäherung, DIY-Teilen und vor allem Leichtigkeit soll das Buch werden und für Schulen sowie Interessierte zur Verfügung stehen.

Patricia Keil (l.) erläuterte an den Blaudruck-Modeln Hanna Naber, René Kopka und der SPD-Bundestagsabgeordneten Frauke Heiligenstadt (r.) die Technik.
In der Druckerbande (v.l.): Die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion und Generalsekretärin Hanna Naber, SPD-Landtagskandidat René Kopka, SPD-Landtagsabgeordneter Uwe Schwarz und SPD-Bundestagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt.

Baudenkmal-Liste zeigt gewaltigen Sanierungsstau

Sie ist eine Liste, die Sorgen machen muss. Und jeder weiß, dass diese bereits vor einigen Wochen erstellte Auflistung längst nicht alle baufälligen Gebäude in Einbeck enthält, sondern nur einen Teil. Einen vermutlich kleinen Teil. Sozusagen die Top 19 besonders sanierungsbedürftiger Baudenkmale – vom Fachwerkhaus über den Pulverturm bis zum Rathaus. Die Bauverwaltung hat diese Liste als Auftrag aus einem SPD-Antrag in einer Prioritäten-Reihenfolge zusammengestellt. Baudirektor Joachim Mertens bemerkte dazu, dass diese Prioritäten natürlich nicht in Stein gemeißelt seien, nur eine Richtung angeben sollen und veränderbar seien.

Baudenkmal-Sorgenkinder: Häuser Münsterstraße 10 an der Ecke zur Wolperstraße und im Hintergrund der „Schusterkrug“.

Auf Platz 1 der Liste steht ein Objekt, in dem sich bereits etwas tut, um das Baudenkmal zu erhalten: Das Haus Knochenhauerstraße 2, im städtischen Eigentum, soll in unmittelbarer Nähe zum Eicke’schen Haus nicht nur ein Fahrrad-Parkhaus für Touristen und Einbecker werden, sondern auch im Rahmen der Smart-City-Bewerbung zu Ehren kommen. In Verbindung mit der benachbarten Hausnummer 4 (Privatbesitz) in der Knochenhauerstraße könnten hier Wohnungen mitten in der City entstehen.

Mit Platz 2 der Liste beginnen dann aber die Sorgenkinder, bei denen sich noch keine Lösungen abzeichnen, und von denen hier nur exemplarisch einige erwähnt seien. Die komplette Liste steht unten zum Download bereit. Das Gebäude Altendorfer Straße 13, das ehemalige Hotel Zur Traube, „hat heute einen enormen Sanierungsstau“, schreibt die Stadt Einbeck. Vor allem habe die „Sanierung“ in den 1990-er Jahre eher weitere Schäden beschert als geholfen.

Auch Platz 3, wie die „Traube“ in Privatbesitz, macht immer größere Sorgen: Die gesamte Anlage von Münsterstraße 10 an der Ecke zur Wolperstraße wird als „stark gefährdet“ eingeschätzt. Dieses Beispiel verdeutlicht eine weitere Problematik: Mehrfach habe sich die Hofstelle mit mehreren Gebäuden, eine der letzten dieser Art in der Innenstadt, in städtischem Besitz befunden, sei dann aber in der Hoffnung auf Sanierung mehrfach privatisiert worden, schreibt die Stadt. Erfolglos. Seit fünf Jahrzehnten habe sich die Sanierungsbedürftigkeit nun massiv aufgestaut. Statische Probleme seien offensichtlich, schreibt die Bauverwaltung in der Liste und vergleicht das Gebäude mit der dramatischen Situation des Eicke’schen Hauses Ende der 1990-er Jahre. „Die notwendigen Maßnahmen sind so umfangreich, dass ein privater Eigentümer nicht in der Lage ist, eine durchgreifende Sanierung durchzuführen“, heißt es in der Liste. Fördergelder, städtisches und privates Engagement seien dringend erforderlich.

Die Tiedexer Straße ist mehrfach mit Häusern in der Liste vertreten. Und die Bemerkungen des Bauamtes lesen sich eindringlich. „Brandschutztechnisch bestehen große Defizite“ heißt es beispielsweise bei Hausnummer 27. Die beiden Gebäude Nummer 42 und 44 sind laut Bauverwaltung gute Beispiele für den Zustand vieler Fachwerkhäuser in Einbeck: Zur Vorderseite erscheinen die Häuser im guten Zustand, auf der Rückseite sieht das ganz anders aus.

Dringend notwendig sieht das Bauamt auch die Sanierung der Benser Straße 3, nicht zuletzt mit dem bald fertiggestelltem Umbau des Neustädter Kirchplatzes. Allerdings, und das macht ein weiteres Problem für Gebäude im Privatbesitz deutlich: „Die Eigentümerin entzieht sich jeder Kontaktaufnahme, scheint nicht erreichbar und ohne jegliches Interesse an ihrer Immobilie.“

Und selbst bei namhaften Besitzern kommt die Stadt offenbar mancherorts nicht weiter, wie beispielsweise bei Knochenhauerstraße 23. „Bisher konnte die Sparkasse nicht von einer Sanierung des Gebäudes überzeugt werden.“ Die Eigentümerin möchte das leer stehende Haus lieber abbrechen und Stellplätze schaffen, schreibt das Bauamt.

Baudenkmale Hullerser Straße 9 und 11 in Einbeck.

Die Häuserzeile Hullerser Straße 5-17 bereitet der Stadt auch große Sorgenfalten: „Die Sanierung des historischen Braudielenhauses Hullerser Straße 9 könnte, direkt an die Brauerei angrenzend, als Beispiel für Bier brauen im 16. Jahrhundert dienen. (…) Als Anlaufpunkt für Touristen könnte es ein Magnet werden, die Brauerei verfolgt aber andere Interessen.“

Richtig ist, dass die Liste besonders sanierungsbedürftiger Baudenkmale ohne den ursprünglichen SPD-Antrag, der keine Mehrheit gefunden hatte, nun keine unmittelbare Wirkung entfaltet, sondern eher in der Schublade zu verschwinden droht. Doch das muss und darf nicht so sein. Es wäre schließlich kein Problem, einen entsprechenden Folgeantrag zu stellen, der mit seinen Forderungen vielleicht auch etwas klarer formuliert sein und nicht zu viel auf einmal wollen sollte. Die Gewölbekeller sind durchaus ein eigenes Kapitel…

Ehemaliges Hotel Zur Traube in der Altendorfer Straße.

FDP will Grunderwerbssteuer-Rabatt in Kernstadt

Dr. Reinhard Binder (FDP).

Die FDP im Einbecker Stadtrat setzt sich für einen Rabatt bei der Grunderwerbssteuer ein. Dieser soll in der Einbecker Kernstadt gelten und dort den Erwerb von alten Fachwerkhäusern attraktiver machen. Die FDP-Fraktion will dazu für die nächste Ratssitzung im Mai einen entsprechenden Antrag einbringen, kündigte Fraktionsvorsitzender Dr. Reinhard Binder an. Nach Meinung der FDP-Fraktion im Statrat sollte die Stadt Einbeck auf die Erhebung von Grunderwerbssteuern in definierten Gebieten innerhalb des Walles verzichten, wenn denkmalschützende Aufgaben damit verbunden sind. Diese Maßnahme sollte die Stadt Einbeck in Form von Erlass oder Stundung auch unter der gegenwärtigen Haushaltsdeckelung treffen, erklärte Binder jetzt in einer Presseinformation. Unabhängig von Anträgen der FDP-Fraktion im Landtag, die eine generelle Senkung der Grunderwerbssteuer fordern, sollte die Stadt Einbeck eigene Maßnahmen ergreifen, die über die üblichen landesweiten Förderprogramme hinausgehen, meint die Einbecker FDP. „Aus meiner Sicht ist eine maximale Förderung  des Fachwerkbestandes erforderlich, um dieses Gut nicht für die nächsten Generationen zu verlieren“, erklärte Dr. Reinhard Binder. Dazu gehöre, diese Immobilien zu bewirtschaften und für einen größeren Kreis erschwinglich zu machen. Trotz äußerst niedriger Zinsen stagniere die Bildung von Wohneigentum. Seit 1990 ist laut FDP die Eigentumsquote der schwächsten Einkommensgruppe sogar von 25 Prozent auf 17 Prozent gesunken. Binder: „Eine hohe Grunderwerbsteuerlast trifft insbesondere Käufergruppen mit geringem Eigenkapital, wie junge Familien. Diese müssen entweder Abstriche beim Objekt oder der Lage machen, stärker kreditfinanzieren oder auf das Eigentum verzichten. Jeder weiß, dass der Erwerb von Eigentum in denkmalgeschützten Gebäuden eine zusätzliche Benachteiligung gegenüber Wohneigentum andernorts ist. Deshalb ist es ein Anachronismus, hier Grunderwerbsteuer zu erheben.“

Mehr als Fachwerk im Fünfeck

Wollen weiter zusammenarbeiten: die Bürgermeister (v.l.) Dr. Sabine Michalek (Einbeck), Hans-Erich Tannhäuser (Northeim), Klaus Becker (Osterode), Wolfgang Nolte (Duderstadt) und Harald Wegener (Hann.Münden).

Wollen weiter zusammenarbeiten: die Bürgermeister (v.l.) Dr. Sabine Michalek (Einbeck), Hans-Erich Tannhäuser (Northeim), Klaus Becker (Osterode), Wolfgang Nolte (Duderstadt) und Harald Wegener (Hann.Münden).

Die Bürgermeister des Fachwerk-Fünfecks haben eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen ihren Städten Einbeck, Duderstadt, Northeim, Hann. Münden und Osterode vereinbart. Sie soll über das Bauliche hinausgehen, beispielsweise beim Tourismus. Auch bei der Archäologie ist eine Zusammenarbeit denkbar und wird diskutiert. Nach drei Jahren gemeinsamer Arbeit in der Fachwerk-Kooperation blicke man auf erste Erfolge zurück, heißt es in der beim 5. Südniedersächsischen Fachwerktag in Duderstadt unterzeichneten Erklärung der Rathauschefs. In der Zusammenarbeit stecke viel Potenzial, man können gegenseitig voneinander lernen. Ansonsten bleibt die Erklärung jedoch reichlich vage in ihren Formulierungen. Das Modell-Projekt Fachwerk-Fünfeck ist bislang bis Ende Juni 2017 finanziert. Die geschaffenen Strukturen sollen darüber hinaus fortgeführt werden, wünschen sich die Bürgermeister, dazu gehört die koordinierende Geschäftsstelle im Northeimer Rathaus.

Professor Manfred Gerner attestierte den fünf Städten „eine Fachwerkidentität, die ein näherrücken mehr als rechtfertigt“. Der Fachwerk-Experte hatte ein Gutachten zur regionalen Identität der Fachwerk-Fünfecks erstellt, das seit April vorliegt, wie er sagte. Einbeck, Duderstadt, Northeim, Hann. Münden und Osterode seien „Ankerorte einer Fachwerk-Kulturlandschaft“, erklärte Manfred Gerner. Möge auch der bauliche Zustand teilweise unterschiedlich in den Städten sein, so seien sie doch von einem hohen Gleichmaß an Fachwerkdichte mit Gebäuden aus sechs Jahrhunderten gekennzeichnet, sagte Gerner vor rund 100 Besuchern des Fachwerktages im Duderstädter Rathaus (20160830_pi_suednds-fachwerktag). Prägend-typisch für die fünf Städte seien insgesamt 220 gotische Dielen-Stadthäuser aus dem 15./16. Jahrhundert. Manfred Gerner, als Architekt und Dozent seit mehr als 40 Jahren in der Denkmalpflege unterwegs, insbesondere von Fachwerkbauten. Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte und Initiator der Deutschen Fachwerkstraße, zu der alle fünf Städte des Fachwerk-Fünfecks gehören, ist den Städten und Verwaltungen seit vielen Jahren verbunden.

Das mehr als 100 Seiten umfassende, seit April vorliegende Gutachten von Professor Gerner soll „demnächst“ auf der Website des Fachwerk-Fünfecks zum Download bereitstehen, heißt es in einer Pressemitteilung (20160830_pi_gutachten_gerner).

(Aktualisiert 30.08.2016, 22:54 Uhr)

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Fachwerk-Fünfeck-Förderung

Aus Einbeck waren in Berlin Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek und Bauamtsleiter Frithjof Look dabei.

Aus Einbeck waren in Berlin Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (l.) und Bauamtsleiter Frithjof Look (5.v.l.) dabei, als die Urkunden an das Fachwerk-Fünfeck von Bundesministerin Barbara Hendricks (SPD) verliehen wurden. Foto: Büro Priesmeier/Kühne

Das Fachwerk-Fünfeck ist ein nationales Projekt des Städtebaus. Das haben die Städte Duderstadt, Einbeck, Hann.Münden, Northeim und Osterode jetzt sogar schriftlich, gestern gab’s dafür in Berlin die entsprechende Urkunde und die Glückwünsche sowie das Unterstützungsangebot der hiesigen Bundestagsabgeordneten Dr. Wilhelm Priesmeier (SPD) und Dr. Roy Kühne (CDU), wie beide in einer gemeinsamen Pressemitteilung (Wortlaut: 20150520_PM49-ProjektFuenfeck (abgestimmt)) informierten. Bis Mitte 2017 stehen 800.000 Euro zur Verfügung, um das Kulturgut Fachwerk in den fünf Städten zu fördern. In Einbeck soll mit dem Projekt „Kulturmagistrale Tiedexer Straße“ eine neue Gestaltung der Fachwerk-Vorzeigestraße Einbecks bis zum baureifen Entwurf geplant werden (für die Realisierung sind weitere Fördergelder einzuwerben). Die „Kulturmagistrale“ soll außerdem dabei helfen, attraktive neue Nutzungen anzusiedeln, wie es heißt, um den von Leerstand geprägten (viele „Sch(l)aufenster“) städtebaulich wichtigen Fachwerk-Straßenzug mit neuem Leben zu versehen. Die Tiedexer Straße ist eine wichtige Verbindung zwischen Innenstadt und PS-Speicher, dem neuen Tourismus-Magnet in Einbeck.

Zum 1. Juli wird Gretje Bode (Diplom-Geografin; bislang Leiterin Stadtmarketing und Tourismus Vaihingen an der Enz) die für das Fachwerk-Fünfeck geschaffene Stelle der Fachwerkmanagerin antreten, PR/IT-Assistentin wird Juliane Hofmann (PR-Beraterin und Diplom-Geografin). Das Projektbüro befindet sich im Northeimer Rathaus am Scharnhorstplatz, kein Wunder daher, dass sich der Northeimer Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser überglücklich zitieren lässt: „Mit dem Projektbüro in Northeim werden wir für eine gute Umsetzung des Vorhabens und der Fördergelder sorgen.“ Darauf sollten die anderen Bürgermeister des Fünfecks, sollte Einbeck ganz genau achten. Ein Fünfeck hat fünf Ecken.

Einbeck-Marke

Screenshot 03.05.2015.

Screenshot 03.05.2015.

Einbeck nimmt nicht mehr an der Fachwerktriennale 2015 teil. Wie aus Unterlagen für die nächste Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses (5. Mai, 17 Uhr, Rathaus Kreiensen) hervor geht, hat das die Stadt Einbeck Anfang April der organisierenden Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fachwerkstädte schriftlich mitgeteilt; im offiziellen Internetauftritt freilich ist Einbeck bis dato heute noch genannt, mit einem Veranstaltungstermin 1. Oktober. Hintergrund des Rückziehers ist die aktuelle (Personal-)Situation bei der Einbeck Marketing GmbH nach der Geschäftsführer-Demission. Einbeck wollte an der Fachwerktriennale 2015 mit einem Beitrag „Markenbildung Fachwerkstadt und Einbecker Bier“ teilnehmen, gemeinsam wollten das Stadt, Einbeck Marketing und die Einbecker Brauhaus AG als Wirtschaftspartner stemmen. Doch weil Einbeck Marketing derzeit keine Personalressourcen für das Projekt hat, hat die Brauerei laut Stadtverwaltung empfohlen, das Projekt zu beenden. Eine funktionierende Achse Einbeck Marketing GmbH – Stadt Einbeck – Einbecker Brauhaus AG sei derzeit nicht gegeben. Und der Wirtschaftspartner allein könne das Projekt nicht ausfüllen. Dieses Projekt-Aus ist extrem schade, schließlich muss Einbeck sein Fachwerk-Bier-Profil schärfen, damit Einbeck nicht speicherdominiert wird.

Nachtrag 07.05.2015: In der Ausschuss-Sitzung erklärte der für das Projekt im Rathaus zuständige Bauamtsmitarbeiter Jürgen Höper auf Nachfrage von Eunice Schenitzki (SPD), dass es ja trotz der Absage für dieses Jahr nicht ausgeschlossen sei, mit dem Projekt in drei Jahren noch einmal bei der nächsten Triennale anzutreten.

Wie der Fachbereichsleiter für Wirtschaftsförderung, Dr. Florian Schröder, auf meinen Blogbeitrag twitterte, soll das Projekt aber unabhängig von dem Rückzieher weiter verfolgt werden, nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt:

Das geht besser

Dass sich Einbeck (immer) noch besser darstellen, vermarkten, verkaufen kann – wer wollte dem widersprechen? Jede Stadt hat noch Potenzial nach oben. Ob aus Einbeck, der Stadt der Brau- und Fachwerkkunst, dann gleich Einbeck, die Stadt des PS-Speichers, in der Außenwerbung werden sollte, wie gestern im Kulturausschuss Michael Büchting vorschlug, sollte noch einmal genauestens diskutiert werden – selbst wenn die im Sommer eröffnete Oldtimer-Erlebnisausstellung bislang nach eigenen Angaben schon 27.000 Besucher nach Einbeck geführt hat (interessant wäre es zu erkunden, ob und wieviel diese Besucher neben der Ausstellung im Kornhaus von Einbeck gesehen haben). Eine Dominanz eines Protagonisten ist zu vermeiden, und auch Büchting forderte immerhin, Einbeck als Gesamtpaket zu vermarkten. Und das geht in der Tat noch besser.

Ärgerlich in diesem Zusammenhang war gestern das Fehlen des Ausschussmitgliedes Frank Hagemann, Geschäftsführer der Einbeck Marketing GmbH, in der Kulturausschuss-Sitzung, in der angesichts der vorgelegten Jahresberichte mehrere Fragen zur touristischen und Kulturring-Arbeit durchaus zu erwarten waren. Die kamen dann auch und sollen jetzt schriftlich per Protokoll beantwortet werden. Wenn schon der Tourismus- und Kulturringleiter krankheitsbedingt längere Zeit passen muss und ihm nur gute Genesung zu wünschen ist, wäre es dann nicht erst recht Aufgabe des Geschäftsführers der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Veranstaltungs- und Tourismusservice gewesen, sich den Fragen der Politik im Stadtratsgremium für Kultur, Tourismus und Wirtschaftsförderung zu stellen? Und nicht eine Mitarbeiterin vorzuschicken, die nicht in allen Themen in allen Einzelheiten sattelfest sein kann und muss? Stichwort Fürsorgepflicht. Der Kulturausschuss tagt maximal vier Mal im Jahr, diese Termine sind rechtzeitig bekannt (für 2015 sind die Termine bereits im Ratsinformationssystem abrufbar), für niemanden überraschend, jeder kann sich darauf einstellen, wenn er will. Die Stadt hat bekanntlich bei der Einbeck Marketing GmbH mit 51 Prozent die Gesellschaftermehrheit. Und der Geschäftsführer fehlte nicht das erste Mal mutmaßlich urlaubsbedingt…