Wer den Rasen mäht und die Gräber aushebt

Der Kommunale Bauhof der Stadt Einbeck hat seinen Fuhrpark bei Großgeräten aktualisiert und auf dem Betriebshof an der Allensteiner Straße jetzt die drei Neuzugänge präsentiert. Nicht alle sind ganz neu, weil in den vergangenen beiden Jahren pandemiebedingt keine öffentliche Vorstellung der bereits im Einsatz befindlichen erfolgen konnte. Aber auch sonst sind nicht alle drei Fahrzeuge (Friedhofsbagger, Unimog, Großflächenmäher) neu, erläuterte Bauhof-Leiter Dirk Löwe. Es handelt sich um ein Neufahrzeug, um ein Vorführfahrzeug und ein Gebrauchtfahrzeug. Insgesamt hat der Bauhof hier fast 400.000 Euro investiert und seine Fahrzeugpalette für die unterschiedlichsten Anforderungen wieder auf Stand gebracht. Gut 70 Mitarbeiter arbeiten beim Kommunalen Bauhof der Stadt Einbeck.

Ganz neu ist der Minibagger, der vor allem auf dem Friedhof zum Einsatz kommt. Dort gilt es, pro Jahr durchschnittlich 100 Erdbestattungen vorzubereiten und die Gräber auszuheben. Das erledigen die Bauhof-Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung mit dem Minibagger, der auf 750 Betriebsstunden pro Jahr kommt. Für das 150.000 Euro teure Modell gab es eine zehnmonatige Lieferzeit, berichtete Bauhof-Chef Dirk Löwe.

Lange Lieferzeiten sind auch einer der Gründe, warum der Bauhof verstärkt auf Gebraucht- oder Vorführfahrzeuge setzt. Diese sind schneller verfügbar. Der für 113.000 Euro erworbene Unimog würde neu 225.000 Euro kosten. Das aus dem Baujahr 2014 stammende Fahrzeug kann links wie rechts gesteuert werden. Es wird mit den unterschiedlichen Vorsätzen für das Mähen von Wällen am Straßenrand oder Fahrradwegen genutzt, aber auch für den Winterdienst. Der Mäharm hat ein Gebläse als Ausleger, sodass keine anschließende Säuberung beispielsweise des Radwegs mehr folgen muss. Bis zu 1200 Stunden pro Jahr ist der Unimog im Einsatz.

Als Vorführgerät hat der Bauhof einen so genannten Geräteträger erworben, der vor allem mit seinem drei Meter breiten Mähdeck im Einsatz ist und beispielsweise im Einbecker Stadion eine Rasenfläche von summierten 450.000 Quadratmetern pro Jahr mähen muss. Das sind laut Bauhof-Leiter Dirk Löwe 16 bis 17 Mähgänge pro Jahr. Außerdem ist der 110.000 Euro teure Geräteträger noch auf anderen Rasenflächen im Einsatz. Das rund acht Jahre gebrauchte Altgerät hat der Bauhof in seinem Fuhrpark behalten als Notfallersatz und unter Umständen auch für eine Schneeräumung in harten Wintern.

Bauhof-Mitarbeiter Horst Heitmann, Betriebsausschuss-Mitglied Detlef Martin, Bauhof-Mitarbeiter Carsten Nussbaum, Bauhof-Leiter Dirk Löwe, Betriebsausschuss-Vorsitzender Marcus Seidel, Betriebsausschuss-Mitglied Dirk Heitmüller und Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (v.l.).

Schnee von gestern

Viel Lob gab es heute von allen für die Arbeit der Mitarbeiter des Kommunalen Bauhofs beim mehr als 78-stündigen Dauereinsatz im Winterdienst gegen die Schneemassen Anfang Februar. Im zuständigen Betriebsausschuss stand ein Resümee der heftigen Schneetage auf der Tagesordnung. Einig war sich der Ausschuss, aus dem sprichwörtlichen Schnee von gestern für den Winter von morgen lernen zu wollen. In welcher Form, blieb zunächst offen. Beschlüsse dazu gab es heute noch nicht.

Bauhof-Leiter Dirk Löwe bilanzierte den intensiven Einsatz seiner Mitarbeiter: Innerhalb von zwei Tagen seien zwischen 30 und 40 Zentimeter Schnee gefallen, begleitet von starkem Wind – ein Wetterereignis, das nur alle 20 bis 50 Jahre auftrete, schätzte er. Durch den heftigen Schneefall und den Wind gerade zu Beginn der Schneetage sei es nur möglich gewesen, die Hauptverkehrsstraßen zu räumen. Die Situation im Bereich des Krankenhauses habe dazu geführt, dass Touren immer wieder unterbrochen werden mussten, um die Erreichbarkeit der Klinik zu gewährleisten, schilderte der Bauhof-Chef die Lage. Man habe alle 30 bis 45 Minuten die Zufahrt geräumt. Zeitweise jedoch habe es eine „extreme Lage“ gegeben, als nach erfolgter Räumfahrt zehn Minuten später schon wieder alles ausgesehen habe, „als wären wir nie da gewesen“. Erschwerend sei Sonntag Vormittag hinzu gekommen, dass ein Lkw ausgefallen sei. Es sei den engagierten Kollegen des Bauhofs zu verdanken, dass innerhalb kürzester Zeit an einem Sonntag Ersatzteile herbei geschafft werden konnten, um den Lkw wieder flott zu machen. Bei einem anderen Fahrzeug hätten die Mitarbeiter auch bei zersplitterter Heckscheibe weiter geräumt, sagte Löwe. „Die haben die Heizung höher gedreht und sind weitergefahren.“

„Sie haben alles getan, mehr war nicht möglich“, dankte Rolf Hojnatzki (SPD) den Mitarbeitern des Bauhofs. Er schlug vor, auch für normalere Winterlagen eine größere Verlässlichkeit zu schaffen, zumal in der älter werdenden Bevölkerung immer mehr Menschen auf mobile Pflegedienste oder Mahlzeitendienste angewiesen seien – bei jedem Wetter. Hojnatzki schlug vor, mit den ohnehin geplanten Beschaffungen von Fahrzeugen nicht allzu lange zu warten und beispielsweise den für 2022 vorgesehenen Radlader auf 2021 vorzuziehen und dieses über einen Nachtragshaushalt zu finanzieren. Bei den Winterdienst-Ausschreibungen in den Ortschaften, die im Sommer turnusmäßig anstehen, sei auf die tatsächlichen Leistungsfähigkeiten der Anbieter intensiver zu achten.

Ulrich Vollmer (CDU) war wichtig, bei den Kosten maßzuhalten, zumal die Winterdienstgebühr in diesem Jahr bei 0 Euro stehe. Er warnte auch vor „Knebelverträgen“ mit Auftragsnehmern in den Ortschaften, wie er sagte. In seinem Heimatort Edemissen sei man mit der Leistung sehr zufrieden. Vollmer schlug vor, in Zukunft für Extremfälle im Winter einen Fahrzeugpool beispielsweise bei Bauunternehmen zu bilden, die auf Standby für den Fall der Fälle sein könnten. Armin Hinkelmann (GfE) ergänzte, mögliche Einsatzspitzen könne man vielleicht auch durch eine Vereinbarung mit einem örtlichen Unternehmen abdecken, das Baumaschinen vermiete.

Bauhof-Leiter Dirk Löwe sieht die mittelfristige Investitionsplanung des Kommunalen Bauhofes durch die Schneelage bestätigt: 2022 ist geplant, einen Radlader für die Außenstelle in Greene anzuschaffen. Durch diesen kann der bisher auch für Ladetätigkeiten (Streusalz) genutzte Trecker sowohl im Winterdienst als auch zu anderen Jahreszeiten verstärkt in der Baumpflege eingesetzt werden. Ein für 2021 geplantes Fahrzeug soll als Pick-Up mit Allrad angeschafft werden. Alle Fahrzeuge können ganzjährig genutzt werden und „verkleinern die bisherige Lücke bei den mittelgroßen Geräten für den Straßenwinterdienst“, sagte Löwe.

Kein Thema war heute der Antrag der SPD-Fraktion mit seinen Ideen zum Winterdienst, unter anderem an ein Feuerwehrfahrzeug eine Schneeräumoption für den Notfall anzubringen. Der Antrag muss erst noch im Stadtrat formal eingebracht und dann in die Ausschussberatungen verwiesen werden.

Anmerkung: In einer ersten Version des Textes war irrtümlicherweise die Rede davon, dass der SPD-Winterdienst-Antrag erst noch eingebracht werden müsse. Das ist falsch, er hatte bereits im Finanzausschuss Mitte Februar keine Mehrheit in den Haushaltsberatungen gefunden – wie von mir selbst hier bereits berichtet. Ich bitte, den Fehler zu entschuldigen.

Der Bauhof im Winterdienst-Einsatz am Vormittag des 7. Februar 2021 auf dem Stiftplatz in Einbeck.

Bäume brauchen Bewässerung

Bauhof-Mitarbeiterin Martina Sudhoff füllt mit dem Wasserschlauch den Bewässerungssack auf, hier an der Hopfenbuche am Ostertor aus der Partnerstadt Wieselburg.

Der zweite trockene Hitzesommer in Folge bedeutet für junge Bäume auch in Einbeck großen Stress. Besonders, wenn diese an extremen Standorten stehen wie entlang von Straßen. Vor allem neu angepflanzte Bäume, aber auch solche mit zu kleinen Baumscheiben benötigen eine regelmäßige Bewässerung, denn Trockenheit kann die Bäume anfällig für Krankheiten machen. Die Stadt Einbeck testet an noch jungen Straßenbäumen spezielle Bewässerungstechniken. Zum Einsatz kommen zwei verschiedene Systeme, berichteten heute Sachgebietsleiter Thomas Kreyenbohm und Grünflächenmanagerin Astrid Wenzel sowie Bauhof-Leiter Dirk Löwe. „Wasser an den Ballen bekommen, das ist das Ziel“, bringt es Löwe auf den Punkt, das Wasser müsse bei den Wurzeln ankommen.

Reißfeste Bewässerungssäcke werden am Stammfuß angebracht und bei anhaltender Trockenheit von Bauhof-Mitarbeitern einmal täglich mit dem Wasserschlauch aufgefüllt. Das aus den USA stammende „Treegator“-System mit einem Volumen von rund 100 Litern bewässert dann tröpfchenweise über den ganzen Tag verteilt. Diese Methode ist für die Wasserversorgung des Baumes sehr effektiv, sagen die Experten.

Das andere System besteht aus 30 Zentimeter hohen Gießringen, diese werden zehn Zentimeter tief um die Baumscheibe eingesetzt, die verbleibenden 20 Zentimeter bilden einen Gießrand. Auch hier können rund 100 Liter eingefüllt werden und den Wurzelballen mit Feuchtigkeit versorgen. Feuerwehr und THW helfen der Stadt bei der Bewässerung.

Dirk Löwe, Astrid Wenzel, Thomas Kreykenbohm (v.l.) an einer jungen Blumenesche mit Gießring im Stukenbrokpark unweit der viel befahrenen Ball-Ricco-Straße.

Insgesamt fünf Säcke und zehn Ringe testet die Stadt mit Gesamtinvestitionen im niedrigen dreistelligen Eurobereich. Im kommenden Jahr können beide Systeme wieder bzw. weiter verwendet werden. Die Stadt Einbeck appelliert in Zeiten des angekommenden Klimawandels außerdem an ihre Bürger, mitzuhelfen: Ab und zu ein paar Eimer Wasser an den Straßenbaum vor dem Haus gegossen, lässt gestresste Bäume wieder aufleben. Damit diese weiter Schatten spenden, die Luft filtern und Sauerstoff produzieren können.

Mit Gärtner-Ausbildung Erfolg gesät

Ida Mechmershausen und Roy Zimara mit einem ihrer „Nachfolger“, Niclas Schrader (v.l.). Foto: Kommunaler Bauhof Stadt Einbeck

Nach 14 Jahren Pause bildet die Stadt Einbeck seit 2006 wieder Gärtner aus. Ida Mechmershausen und Roy Zimara haben jetzt ihre Lehrzeit erfolgreich abgeschlossen und sind weiter im Kommunalen Bauhof der Stadt tätig. „Eigene Fachkräfte auszubilden und dann im Fortlauf des Eigenbetriebes davon zu profitieren, das ist eine Doppelstrategie, die sich auszahlt“, formulierte es Betriebsleiter Dirk Löwe laut einer Pressemitteilung der Stadt Einbeck. Einbeck profitiere als Ausbildungsstandort, und der Kommunale Bauhof habe als Betrieb mit eigenen Fachkräften auch etwas davon. Ida Mechmershausen hat mit einem herausragenden Ergebnis abgeschlossen und war zweitbeste Absolventin im Bereich des Berufsschulstandortes Northeim mit einer Gesamtnote von 1,78. Sie konnte als Präsent eine Säge zum Baum- und Strauchschnitt entgegen nehmen. Außerdem erhielt sie ebenso wie Roy Zimara ein Buch des Schriftstellers Stefan Leszko mit dem Titel „Was Sie schon immer über Gärtner wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten“ geschenkt. Zum 1. August starten zwei neue Azubis als Gärtner (Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau): Niclas Schrader und Nic Hackländer. Zu den Gratulanten gehörten Dr. Florian Schröder als Stellvertreter der Bürgermeisterin, der Betriebsausschussvorsitzende Marcus Seidel und Mitglieder des Betriebsausschuss sowie die Betriebsleitung des Kommunalen Bauhofs.

Dr. Florian Schröder, Horst Jürgens, Dirk Heitmüller, Ulrich Vollmer, Mario Müller, Marcus Seidel, Manfred Helmke, Susanne Eichler, Dirk Löwe, Ida Mechmershausen, Roy Zimara, Niclas Schrader, Detlef Martin und Carsten Nußbaum (v.l.). Foto: Kommunaler Bauhof Stadt Einbeck

Ruhewald ist etablierte Bestattungsform

Von der Hubestraße zeigt ein Schild den Weg zum Ruhewald in Einbeck.

Auf dem Weg zur Hube im Einbecker Stadtwald zeigt ein Schild den Weg zum Ruhewald. Diese Form der letzten Ruhe gibt es in Einbeck seit zehn Jahren, seit 2009 ist die Fläche entsprechend gewidmet, unter einer Linde fand damals die erste Bestattung statt. Bei einem Ortstermin hat die Stadt Einbeck heute Bilanz für die Friedhofsalternative gezogen. Von 57 Bäumen sind aktuell 15 belegt. 263 Bestattungen haben mittlerweile in den vergangenen zehn Jahren dort stattgefunden, 133 Grabstellen sind schon gekauft und reserviert. Insgesamt hat der Ruhewald Einbeck gut 650 Grabstellen auf jetzt etwa ein Hektar großer Waldfläche. Die ursprüngliche Größe von 4,86 Hektar war im vergangenen Jahr verkleinert worden. „Die Bestattungsform im Ruhewald hat sich etabliert und durchgesetzt“, sagt Torsten Küster, Abteilungsleiter Friedhöfe. Der Ruhewald sei keine Konkurrenz zum Zentralfriedhof. Mit 1635 Euro ist das Urnengrab hier auch rund 500 Euro teurer als auf dem zentralen Friedhof am Weinbergsweg. „Wir registrieren 40 Grabverkäufe pro Jahr, Tendenz steigend“, sagt Küster. Auch aus Northeim, Alfeld, Göttingen und auch schon aus den USA gab es Verstorbene, die im Einbecker Ruhewald beerdigt wurden.

Der Ruhewald ist eine etablierte Bestattungsform in Einbeck, bilanzieren (v.l.) Friedhöfe-Abteilungsleiter Torsten Küster, Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, die Betriebsausschussmitglieder Dirk Heitmüller und Horst Jürgens sowie Bauhof-Leiter Dirk Löwe.

Linden, Eschen, Buche und Ahorn sind die prägenden Bäume im Ruhewald. Die Urnengrabstellen gruppieren sich in einem Abstand von etwa drei Metern jeweils um den Stamm eines Baumes, an dem zwölf Urnen beigesetzt werden können. Die Nutzungszeit einer Grabstelle beträgt 40 Jahre. Verwendet werden ausschließlich biologisch abbaubare Aschekapseln und Urnen. Der Baum kann von den Hinterbliebenen mit einem Namensschild versehen werden, Pflicht ist das aber nicht. Bepflanzungen und andere Ausgestaltung ist nicht erlaubt, allein die Natur soll den Grabschmuck bilden. Etwa einmal pro Jahr wird im Ruhewald das hohe Gras gemäht. Ein Rundweg durch das Gebiet hat sich inzwischen selbst herausgebildet. Insgesamt sechs gestiftete Holzbänke sind im Ruhewald aufgestellt.

Namensschilder sind möglich, aber nicht zwingend, insgesamt sind zurzeit sechs gestiftete Sitzbänke aus Holz in dem Areal aufgestellt.
Am Eingang zum Ruhewald steht diese Informationstafel.
Zwölf Grabstellen gruppieren sich um einen Baumstamm.

2007 gab es die erste Idee für einen Ruhewald, eine Interessengemeinschaft für naturnahe Bestattung bildete sich, sammelte Unterschriften. Verschiedene Standorte standen damals zur Auswahl, nach ausgiebiger Debatte widmete der Stadtrat Ende 2008 das Waldstück auf der Hube als Ruhewald.

Sie kehrt jetzt auf Einbecks Straßen

Bauhof-Mitarbeiter und Mitglieder des Bauhof-Ausschusses freuen sich über die neue Kehrmaschine.

Sie ist die größte Investition des Kommunalen Bauhofes der Stadt Einbeck seit der Baumaßnahme dort im Jahr 2011, in den nächsten Tagen dreht die neue orangefarbene Kehrmaschine ihre ersten Runde durch Einbeck: Für 183.000 Euro hat der Bauhof einen Faun Viajet in Betrieb genommen. Die neue ersetzt die alte, aus dem Jahr 2006 stammende große Kehrmaschine in Einbeck, die auf 1600 Betriebsstunden pro Jahr kommt und nun verkauft wird. Längst hatte sie ihre wirtschaftliche Laufzeit überschritten, sieben Jahre wären da optimal gewesen. Mit der neuen Kehrmaschine reinigen die Mitarbeiter des Bauhofes die Straßen nach Plan, derzeit vor allem Laub, 200 Kilometer sind das pro Woche. Der Bürstenarm und Saugschacht lässt sich dabei individuell ausfahren, um die Straßenränder gut zu erwischen. Der von der Firma Faun hergestellte Viajet auf einem Mercedes-Lkw kann sechs Kubikmeter Kehricht aufsaugen, bevor er zur Kehrgutumschlagstation auf der Mülldeponie Einbeck fahren muss, erläutert der Leiter des Kommunalen Bauhofs, Dirk Löwe. Die neue Maschine ist mit 99 dB nicht lauter als die alte Kehrmaschine, allerdings auch nicht leiser. Sie bietet den Mitarbeitern auf dem Rechtslenker nun ein Automatik-Getriebe und besseren Sitzkomfort. Der Bauhof hatte die Investition ausgeschrieben und auch mehrere Modelle zum Probekehren vor Ort, bevor die Entscheidung für eine Firma aus Grimma fiel, die den Kehr-Lkw gebaut hat.

Jede Woche wird die große runde Bürste erneuert, weil mit hohem Druck gekehrt wird.

Neue, große Kehrmaschine: der Faun Viajet auf einem Mercedes-Lkw in der Halle des Einbecker Bauhofes.

Die sechs Kubikmeter Volumen kippt die Kehrmaschine auf der Einbecker Mülldeponie ab.

Erleichtert über Toiletten-Lösung auf dem Friedhof

Freuen sich über die fertiggestellte Behinderten-Toilette auf dem Einbecker Zentralfriedhof (v.l.): Dirk Löwe (Bauhof-Leiter), Mario Müller (Schwerbehindertenvertreter Bauhof), Torsten Küster (Friedhofsverwaltung), Renate Leuschner (Behindertenbeauftragte), Marcus Seidel (Ausschussvorsitzender Bauhof) und Hein-Peter Balshüsemann (Seniorenrat-Vorsitzender).

„Das habt ihr fein gemacht“, sagt Hein-Peter Balshüsemann, der Vorsitzende des Seniorenrates. Und Renate Leuschner, die Behindertenbeauftragte der Stadt Einbeck, schließt sich diesem Dank uneingeschränkt an. Die jetzt gefundene Lösung sei sogar besser als das, was der Seniorenrat ursprünglich wollte und angestoßen hatte, sind die Vertreter der älteren Einbeckerinnen und Einbecker sowie der Menschen mit Behinderungen erleichtert. Das Behinderten-WC auf dem Einbecker Zentralfriedhof ist fertiggestellt und kann ab sofort genutzt werden. Die Tür lässt sich mit dem dafür gebräuchlichen Euro-Schlüssel von der angesprochenen Zielgruppe jederzeit öffnen. Zügig nach dem Beschluss im Bauhof-Ausschuss sei das Projekt umgesetzt worden, freute sich Ausschuss-Vorsitzender Marcus Seidel (SPD). Der Friedhof sei jetzt dadurch für Besucher noch nutzerfreundlicher geworden. Die 29.000 Euro für den Umbau stammen aus dem Gebührenhaushalt des Friedhofs bzw. Kommunalen Bauhofs. Veranschlagt waren ursprünglich rund 32.000 Euro, die durch starke Eigenleistung des Bauhofes reduziert werden konnten. Einzig Sanitär- und Elektroarbeiten seien von beauftragten Handwerksfirmen erledigt worden, berichtete Bauhof-Leiter Dirk Löwe. In dem Flachdach-Gebäude neben der Friedhofskappelle wurde aus dem einstigen Sargträger-Umkleide- und -Aufenthaltsraum das barrierefreie WC, das viel Bewegungsfreiheit für einen erhöhten Platzbedarf beispielsweise von Rollstuhlfahrern bietet. Das bisherige Herren-WC ist jetzt der Raum für die Sargträger, aus der Damen-Toilette wurde für alle Besucher und die Mitarbeiter eine Unisex-Toilette, für die es außerhalb der Öffnungszeiten der Friedhofsverwaltung bei der benachbarten Gärtnerei Hofmeister den Schlüssel für den Notfall gibt. Diese Lösung habe sich inzwischen gut bewährt, heißt es. Bei dem Umbau wurden in dem Gebäude für die Friedhofsverwaltung und die Friedhofsarbeiter Durchgänge geschlossen bzw. neue durchgebrochen, Fenster eingebaut, Fliesen verlegt. Mit dem neuen Behinderten-WC findet eine längere Debatte und zeitweilig abenteuerlich bürokratische Odysee durch mehrere Fachausschüsse des Stadtrates ihr glückliches Ende. 2014 bereits gab es eine erste Initiative des inzwischen verstorbenen Behindertenbeauftragten in der Angelegenheit. Hein-Peter Balshüsemann und Renate Leuschner dankten herzlich für die jetzt hier gut auskömmliche Lösung auf dem Einbecker Friedhof. An der Verbesserung der WC-Situation im Alten Rathaus und am Neustädter Kirchplatz bleibe man weiterhin dran, versprach der Seniorenrat-Vorsitzende, der den Fortgang der WC-Bauarbeiten auf dem Friedhof regelmäßig interessiert verfolgt hatte.

Karriere bei der Stadt

Die neuen und die erfolgreichen Auszubildenden der Stadtverwaltung Einbeck.

Mehr als nur Verwaltung – das ist die Stadt Einbeck als Arbeitgeber, so vielfältig sind die Jobmöglichkeiten: EDV, Bücherei, Kläranlage, Bauhof. Schon im jüngst vorgelegten ersten Personalbericht war notiert, dass das Rathaus ein aktiveres Personal-Marketing betreiben will – nein, muss: Denn der Altersdurchschnitt ist hoch, in den nächsten drei Jahren könnten (mit 60 Jahren) 90 der 347 Mitarbeiter in den Ruhestand gehen. Da muss sich die Stadt als Arbeitgeber etwas einfallen lassen, damit nicht viele Schreibtischstühle leer bleiben – und das bei 2,66 Millionen Euro, die Einbeck bei den Personalkosten in Höhe von 12 Millionen Euro im Jahr bis zum Jahre 2020 einsparen will. Bei der jüngsten Einbecker Ausbildungsmesse waren die Stadt und der Bauhof mit eigenen Ständen dabei. Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek hat jetzt zusammen mit Personalrat Sylke Agus, Auszubildenden-Ansprechpartnerin Anna Heinrichs und Bauhof-Betriebsleiter Dirk Löwe die acht neuen Auszubildenden begrüßt und den vier Ausgelernten zu ihren bestandenen Prüfungen gratuliert. Drei von vier hat die Stadt ein anschließendes Arbeitsverhältnis angeboten, im Fall der Verwaltungsfachangestellten Evely Gorr (Einbeck) sogar ein unbefristetes. Sie ist im Eigenbetrieb Stadtentwässerung eingesetzt. Vanessa Siedersleben als Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste Fachrichtung Bibliothek bleibt bis 1. Dezember 2017 bei der Stadt, Tristan Ebbecke (Lüthorst) als Fachkraft für Abwassertechnik bis 14. Januar 2018. Robin Skopljak (Markoldendorf), der seine Ausbildung als Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration erfolgreich abgeschlossen hat, wird nicht weiter beschäftigt. Die Weiterbeschäftigung richte sich nach der Ausbildung und dem Ausbildungsberuf, sagte die Bürgermeisterin.

„Wir sind froh über die vielen neuen Auszubildenden, die wir einstellen konnten“, sagte Michalek. Mit dauerhafter und langfristiger Ausbildung baue das Rathaus auch dem demografischen Wandel vor. Beim Job des Fachinformatikers Fachrichtung Systemintegration hat die Stadt neben Jona Frederik Otto (Einbeck) am 28. August auch noch Kevin Küchemann (Markoldendorf) als weiteren Azubi eingestellt. „Das Thema EDV wird immer wichtiger“, sagte die Bürgermeisterin, „sie wissen schon mehr als wir jemals lernen können“. Joyce Beismann (Bad Gandersheim) und Maximilian Bieling (Einbeck) erlernen den Beruf der Verwaltungsfachangestellten. Laura Weichardt (Moringen) will Fachkraft für Abwassertechnik werden. In der Stadtbibliothek lernt Leah Donaldson (Celle/Einbeck) den Beruf der Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste. Anna-Luisa Bünger (Fredelsloh) ist neue Azubi-Gärtnerin Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau. Niklas Junge (Einbeck) ist Jahrespraktikant Fachoberschule Verwaltung und Rechtspflege, er strebt die Fachhochschulreife an.

(Aktualisiert: 17.09.2017)