Bäume brauchen Bewässerung

Bauhof-Mitarbeiterin Martina Sudhoff füllt mit dem Wasserschlauch den Bewässerungssack auf, hier an der Hopfenbuche am Ostertor aus der Partnerstadt Wieselburg.

Der zweite trockene Hitzesommer in Folge bedeutet für junge Bäume auch in Einbeck großen Stress. Besonders, wenn diese an extremen Standorten stehen wie entlang von Straßen. Vor allem neu angepflanzte Bäume, aber auch solche mit zu kleinen Baumscheiben benötigen eine regelmäßige Bewässerung, denn Trockenheit kann die Bäume anfällig für Krankheiten machen. Die Stadt Einbeck testet an noch jungen Straßenbäumen spezielle Bewässerungstechniken. Zum Einsatz kommen zwei verschiedene Systeme, berichteten heute Sachgebietsleiter Thomas Kreyenbohm und Grünflächenmanagerin Astrid Wenzel sowie Bauhof-Leiter Dirk Löwe. „Wasser an den Ballen bekommen, das ist das Ziel“, bringt es Löwe auf den Punkt, das Wasser müsse bei den Wurzeln ankommen.

Reißfeste Bewässerungssäcke werden am Stammfuß angebracht und bei anhaltender Trockenheit von Bauhof-Mitarbeitern einmal täglich mit dem Wasserschlauch aufgefüllt. Das aus den USA stammende „Treegator“-System mit einem Volumen von rund 100 Litern bewässert dann tröpfchenweise über den ganzen Tag verteilt. Diese Methode ist für die Wasserversorgung des Baumes sehr effektiv, sagen die Experten.

Das andere System besteht aus 30 Zentimeter hohen Gießringen, diese werden zehn Zentimeter tief um die Baumscheibe eingesetzt, die verbleibenden 20 Zentimeter bilden einen Gießrand. Auch hier können rund 100 Liter eingefüllt werden und den Wurzelballen mit Feuchtigkeit versorgen. Feuerwehr und THW helfen der Stadt bei der Bewässerung.

Dirk Löwe, Astrid Wenzel, Thomas Kreykenbohm (v.l.) an einer jungen Blumenesche mit Gießring im Stukenbrokpark unweit der viel befahrenen Ball-Ricco-Straße.

Insgesamt fünf Säcke und zehn Ringe testet die Stadt mit Gesamtinvestitionen im niedrigen dreistelligen Eurobereich. Im kommenden Jahr können beide Systeme wieder bzw. weiter verwendet werden. Die Stadt Einbeck appelliert in Zeiten des angekommenden Klimawandels außerdem an ihre Bürger, mitzuhelfen: Ab und zu ein paar Eimer Wasser an den Straßenbaum vor dem Haus gegossen, lässt gestresste Bäume wieder aufleben. Damit diese weiter Schatten spenden, die Luft filtern und Sauerstoff produzieren können.