Friedhöfe und Bestattungen: Von Gebührenwellen und stabilen Strukturen

(c) Foto: Frank Bertram

Die Gebühren für Bestattungen und Gräber auf Friedhöfen der Stadt Einbeck werden im kommenden Jahr deutlich steigen. Eine entsprechende Änderung der Friedhofsgebührensatzung hat der Betriebsausschuss Kommunaler Bauhof einstimmig empfohlen; abschließend entscheidet der Stadtrat im Dezember. Hintergrund sind die dreijährigen Kalkulationszeiträume (2026 bis 2028) für kostendeckende Gebühren. Langfristig gelten die Gebühren als stabil im Rahmen der normalen Kostensteigerungen, zuletzt waren die Gebühren 2022 gesunken.

Petra Bohnsack (BlGfE) kritisierte diese Wellenbewegung bei den Gebühren, es sei gerade in dieser Thematik schwer vermittelbar, warum für die gleiche Bestattungsform bei dem einen Familienangehörigen mehr als bei dem anderen bezahlt werden müsse, wenn dieser ein Jahr später sterbe. Das räumte Bauhofleiter Dirk Löwe ein, habe aber eben mit den Kalkulationszeiträumen zu tun, weshalb man von statistischer Gebührengerechtigkeit sprechen könne. Ausschussvorsitzender Detlef Martin (SPD) erklärte, im Jahr 2022 habe man bereits bei der Gebührensenkung darauf hingewiesen, dass die Gebühren auch wieder steigen könnten.

Beispielsweise wird eine Sargbestattung im Reihengrab teurer, die Gebühren steigen von bisher 1518,07 Euro auf 1679,30 Euro, eine Urnenbestattung im Reihengrab von 806,72 Euro auf 829,07 Euro, im Wahlgrab von 1458,79 Euro auf 1608,45 Euro. Die Bestattungskosten für ein Erwachsenen-Erdgrab kostet künftig 678,80 Euro (bisher 447,15 Euro). Am Freitag ab 12.30 Uhr und am Sonnabend steigen die Zuschläge drastisch. Es gibt aber auch Fälle von sinkenden Gebühren: beim anonymen Urnenreihengrab sinkt die Gebühr leicht von 699,93 Euro auf 697,88 Euro.

Im Vergleich mit aktuell erhobenen Zahlen aus einer Befragung im Friedhofs- und Bestattungswesen für niedersächsische Friedhöfe in kommunaler Trägerschaft wurden die besonderen Strukturen in der Stadt Einbeck deutlich. Die Stadt Einbeck unterhält 43 Friedhöfe mit insgesamt 25,5 Hektar Fläche, es gibt 35 Friedhofskapellen. Daneben gibt es auch noch drei konfessionelle Friedhöfe der evangelischen Kirche im Stadtgebiet, für die eine andere Gebührenordnung gilt. Vergleichbar große Städte in der Befragung haben lediglich durchschnittlich 5,5 Friedhöfe; diese sind durchschnittlich 2,11 Hektar groß, in Einbeck gibt es viele kleine Friedhöfe, durchschnittlich liegt die Fläche bei 0,59 Hektar. Beim Verhältnis zwischen Sterbefallzahlen und Bestattungszahlen wird jedoch im Gegensatz zu vergleichbar großen Kommunen deutlich, dass mit 96 Prozent die meisten Toten in Einbeck vor Ort bestattet werden. Hierbei hat sich auch der kommunalen Ruhewald als einst zukunftsweisende Entscheidung erwiesen; dadurch werden viele Tote nicht in fernen Friedwäldern beigesetzt. Die politische Entscheidung, die Friedhöfe zu 100 Prozent kostendeckend zu betreiben, schlägt sich außerdem auf die Gebühren nieder; in vergleichbaren Städten gibt es niedrigere Kostendeckungen, in Dassel etwa liegt sie bei 80 Prozent. Der Rest wird aus dem allgemeinen Haushalt finanziert. In Einbeck gebe es eine große Verbundenheit mit den örtlichen Friedhöfen, sagte Bauhofleiter Dirk Löwe.

Durch eine Schließung von Friedhöfen können wegen der langen Liegezeiten erst langfristig spürbare Kosten gespart werden, darauf wies Dirk Heitmüller (SPD) hin. Dennoch gebe es kleinere Stellschrauben, an denen man drehen könne, wandte Dirk Ebrecht (CDU) ein. Warum in Einbeck bei Urnenbeisetzungen immer noch ein städtischer Mitarbeiter zusätzlich zum Bestatter eingesetzt (und bezahlt) werden müsse, sei zu überdenken, ebenso die aufwändigen, individuellen Berechnungen der Grabgrößen. Bauhofleiter Dirk Löwe führte hier gesetzliche Regelungen und Regelungen in der Satzung ins Feld.

Sobald die Digitalisierung der Friedhofspläne abgeschlossen sei, könne man auch an eine förmliche so genannte Friedhofsentwicklungsplanung denken, diese mache jedoch viel Arbeit und sei rund 30.000 Euro teuer, sagte der Bauhofleiter. Zurzeit führt die Stadt Einbeck ein neues Friedhofsverwaltungsprogramm ein, weil es für das bestehende EDV-Programm keine Updates mehr gab. Anfang November sollen alle Daten importiert sein, dann stehen laut Löwe Schulungen und eine Testphase parallel mit dem bestehenden Programm an. Geplant ist, ab 1. Dezember das neue Programm einzusetzen.

Noch in diesem Jahr soll ein 160 Meter langes Stück des unweit der Kapelle beginnenden östlichen Hauptweges auf dem Einbecker Zentralfriedhof mit Asphalt befestigt werden. Das hat der Betriebsausschuss einstimmig beschlossen. Die rund 18.000 Euro Kosten können über das Jahresbudget Asphaltierung des Sachgebiets Straßen- und Grünflächenmanagement finanziert werden. Bei den Bauarbeiten sollen die lockeren Asphaltschichten entfernt und die tiefen, ausgebrochenen Asphalt-Schadstellen durch Einbau von Asphaltbeton von Hand vorprofiliert werden, bevor die Asphaltbetondeckschicht eingebaut wird.

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Der Hauptweg muss komplett neu asphaltiert werden.