Eine Architektur für den Neustädter Kirchplatz

Auf diese Variante einigten sich Auswahlgremium und Ausschuss , sie ist Grundlage der weiteren Planungen. (c) Foto: SEPA

So wird das geplante Gebäude auf dem Neustädter Kirchplatz mit großer Wahrscheinlichkeit am Ende nicht aussehen. Die Simulation zeigt die dem Fachausschuss des Rates vergangenes Jahr präsentierte Variante. (c) Foto: SEPA

Das letzte Wort in Sachen Architektur für das geplante Projekt auf dem Neustädter Kirchplatz ist noch nicht gesprochen. Und das ist gut so und dürfte viele Menschen in Einbeck durchatmen lassen, wird doch das Aussehen dieses Gebäudes das Stadtbild am Portal zur südlichen Innenstadt auf viele Jahrzehnte prägen. Wenn man sich schon dazu durchringt, einen Innenstadtplatz zu bebauen (was aus Sicht des Handels durchaus sinnvoll ist, um die Kernstadt attraktiv und anziehend gegenüber Handelsschwerpunkten wie dem Poser-Park zu entwickeln), und entschlossen ist, zumindest einen Teil der öffentlichen Funktion eines Platzes aufzugeben, dann dürfen Stadt und Bürger hier auch hochwertige, anspruchsvolle Architektur erwarten, durchaus vielleicht etwas Extravagantes oder Avantgardistisches. Ideen gibt es da so manche. Und: Fachwerk muss es nicht unbedingt sein. Das hat Einbeck an vielen anderen Stellen genug. Im Original.

Wie Baudirektor Gerald Strohmeier auf Anfrage bestätigte, hat die seit Monaten über die Neustädter-Kirchplatz-Investion der Stuttgarter Projekt- und Entwicklungsgesellschaft SEPA beratende Bewertungskommission nach Übereinkünften in vielen anderen Punkten bei ihrer heutigen Sitzung noch keine Einigung über den Gebäudeentwurf erzielen können und sich vertagt.

Die ursprünglich für Januar geplante Bürgerinformationsveranstaltung, in der Interessierte ihre Anregungen und Ideen für das stadtbildprägende Gebäude einbringen können sollen, ist gleichzeitig verschoben.

Vor Weihnachten hatte Investor SEPA den Bauantrag gestellt. Er will für sieben Millionen Euro auf dem Neustädter Kirchplatz einen dreigeschossigen Neubau errichten und 3000 Quadratmeter zusätzliche Verkaufsfläche für zwei Handelsunternehmen (C&A und Drogerie Müller) schaffen.

Unverändert ist es Ziel der Stadtverwaltung, in der kommenden Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses Mitte Februar die notwendigen nächsten Planungsschritte zu realisieren, die Pläne dann öffentlich auszulegen.

Worüber die Entscheider bitte auch noch einmal dringend nachdenken mögen: Das immer als “Palais” titulierte Projekt mit einem anderen Namen zu versehen! Laut Duden ist ein Palais ein repräsentatives, schlossartiges Gebäude, ein Palast, ein Adelswohnsitz in einer Stadt. Das entspricht nun ja imgrunde in keiner Weise der geplanten Nutzung und wohl sicherlich auch nicht der Architektur des Gebäudes – wie auch immer diese am Ende aussehen wird.

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