Standort für Skulptur „1 und 1“ im Stukenbrokpark gefunden

Nun muss nur noch der Stadtrat am kommenden Mittwoch die Spende der AKB-Stiftung annehmen, dann könnte schon zu Ostern im Stukenbrokpark die Skulptur „1 und 1“ des Gehrdener Künstlers Hartmut Stielow (64) ihren Platz finden. Gestern suchte die vorbereitende Projektgruppe gemeinsam mit Vertretern der Ratspolitik anhand eines 1:1-Holzmodells nach dem richtigen Standort für die Skulptur im Park – und war sich dabei rasch einig. Das Angebot der Kunstfreunde und des Künstlers an die Stadt Einbeck, das 2,50 Meter hohe und gut zwei Tonnen schwere Werk aus Granit und Stahl auf ein Rasenstück unweit des Parkzugangs gegenüber der Einmündung zur Sertürnerstraße zu stellen, wurde einmütig akzeptiert.

Dort soll die Skulptur von Hartmut Stielow im Stukenbrokpark stehen, haben Vertreter der Fraktionen und das Projektteam mit dem Künstler anhand eines 1:1-Holzmodells besprochen.

Wie Günter Dietzek von der Projektgruppe erläuterte, werde die Skulptur bewusst nicht parallel zum Weg und zur Hecke ausgerichtet, dadurch entstehe eine dynamische Beziehung auf den Mittelpunkt des Parks. Unter der Skulptur wird eine 30×30 Zentimeter große Fläche mit dunkleren Steinen gepflastert, um im Kontrast zum hellen Granit zu stehen. In der linken unteren Ecke des Quadrats auf dem Boden soll es außerdem eine erläuternde Tafel zu „1 und 1“ geben. Die Skulptur wird noch graffitiabweisend grundiert.

„Mit der Reduktion auf die beiden Materialien Stahl und Granit werden die gegensätzlichen Werkstoffe in ein genau ausgewogenes Spannungsverhältnis zueinander gestellt“, heißt es in der Beschreibung des Kunstwerks von Hartmut Stielow. „Sein grundsätzliches Interesse gilt dem Ausbalancieren von Gegensätzen, seien sie nun durch das Material oder durch die miteinander konkurrierenden Formen bestimmt.“

Direkt nach der Ratsentscheidung, die Spende der AKB-Stiftung in Höhe von 50.000 Euro anzunehmen, soll die bereits fertiggestellte Skulptur aus dem Jahr 2003 durch die Firma Steinhoff Galabau gemeinsam mit dem Künstler im Park aufgestellt werden. In den nächsten Tagen ist ein kleines Modell der Skulptur noch in den Räumen der nahen Volksbank zu sehen.

Ein Viereck unter der Skulptur wird gepflastert. Im Hintergrund das Alte Postgebäude.
Das kleine Modell der Skulptur „1 und 1“ ist noch bis 16. März in der nahen Volksbank zu sehen.

Nachtrag 17.03.2022: Der Stadtrat hat die Spende in seiner Sitzung gestern einstimmig angenommen.

Nachtrag 31.03.2022: Der Aufbau der Skulptur „1 und 1“ wurde gestern im Stukenbrokpark vom Künstler mit Unterstützung der Firma Steinhoff Galabau Einbeck abgeschlossen. Bei der Skulptur umklammert das Stahlelement den Granitstein, der zu schweben scheint. „1 und 1“ ruht auf einem unter der Oberfläche installierten Trägersystem, für das die Statik berechnet wurde.

Die neue Skulptur „1 und 1“ im Stukenbrokpark Einbeck, im Hintergrund das Neue Rathaus.
Die neue Skulptur „1 und 1“ im Stukenbrokpark Einbeck, im Hintergrund das ehemalige Postgebäude.

Einbeck bekommt Skulptur für den Stukenbrokpark angeboten

Einbeck bekommt eine weitere Skulptur angeboten, sie soll im Stukenbrokpark aufgestellt werden. Im Stadtrat-Ausschuss für Kultur, Schule und Sport wird ein Entwurf des Kunstwerks in der nächsten Sitzung am Dienstag präsentiert. Ab dem 16. Februar kann für etwa zwei Wochen ein maßstäblich verkleinertes Modell des Kunstwerks in der Geschäftsstelle der nahen Volksbank besichtigt werden. Damit soll der Stukenbrokpark nach der Skulptur eines Schülers ein weiteres zeitgenössisches Kunststück erhalten; auch über diese Arbeit wird in der Online-Sitzung gesprochen.

Entwurf der Skulptur „1 und 1“, die im Stukenbrokpark stehen soll. (c) Hartmut Stielow / connect AKB-Stiftung

Nach dem Kunstwerk „Mobilität“ von Hans-Oiseau Kalkmann aus Bodenburg vor dem PS-Speicher 2014 und dem bis 2019 entstandenen Kunstwerk nördlich der Marktkirche „Von Null bis unendlich“ von Timm Ulrichs aus Hannover wird aktuell angeboten, dass am Rande des Stukenbrokparks eine weitere zeitgenössische Skulptur entstehen könnte. Hartmut Stielow vom Gut Erichshof in Gehrden bei Hannover wurde vom Projektteam „Einbecker Skulpturen“ ausgewählt und für dieses Projekt gewonnen. Die Kosten für das neue Kunstwerk „1 und 1“ und dessen Aufbau in Höhe von etwa 50.000 Euro trägt die AKB-Stiftung, heißt es in den Beratungsunterlagen für den Ausschuss.

„Hartmut Stielow arbeitet nach dem statischen Uralt-Prinzip ‚Tragen und Lasten’“, beschreibt das aus Hella Rabbethge-Schiller, Michael Büchting, Günter Dietzek und Dr. Ursula Beckendorf bestehende Projektteam. „Seine Kunstwerke sind von allem Zufälligen und Nebensächlichem befreit. Mit der Reduktion auf die beiden Materialien Stahl und Granit werden die gegensätzlichen Werkstoffe in ein genau ausgewogenes Spannungsverhältnis zueinander gestellt. Sein grundsätzliches Interesse gilt dem Ausbalancieren von Gegensätzen, seien sie nun durch das Material oder durch die miteinander konkurrierenden Formen bestimmt.“ Hier gebe es auch den Bezug zu Einbeck, zu einer Balance zwischen Einbecker Historie und Einbecker Zukunft, Fachwerk und Moderne, Bürgerwünschen und Gemeinwohlentscheidungen, der Kernstadt und den umliegenden 46 Ortschaften, formuliert es das Projekteam. Der Künstler bietet an, zunächst ein orginalgroßes Holzmodell anzufertigen, um den genauen Standort im Stukenbrokpark zu bestimmen.

Vorgesehen ist, dass sich der Ausschuss „ausdrücklich und sehr herzlich bei der AKB Stiftung für die großzügige Spende“ bedankt, wie es in der Beschlussvorlage heißt, und dem Stadtrat empfiehlt, die Spende des Kunstwerks von Hartmut Stielow anzunehmen.

(c) connect / AKB-Stiftung
Video von der Einweihung „Von Null bis unendlich“ im Dezember 2018.
Video von der Einweihung „Mobiliät“ 2014.

Nachtrag 17.02.2022: Der Fachausschuss für Kultur, Schule und Sport hat einstimmig dem Stadtrat empfohlen, die Skulpturspende anzunehmen. Der Künstler wird ein 1:1-Holzmodell fertigen, mit dem der genaue Standort im Stukenbrokpark bestimmt werden kann.

FDP möchte Sieger-Skulptur im Stukenbrokpark aufstellen

Die Einbecker FDP-Fraktion möchte den Sieger-Entwurf eines Skulpturen-Wettbewerbs im Stukenbrokpark realisiert sehen. Die Freidemokraten frischen mit ihrem neuen Antrag für die nächste Sitzung des Ausschusses für Kultur, Schule und Sport am 15. Februar ihre Initiative aus der vergangenen Wahlperiode auf, nach der es einen Wettbewerb für eine Skulptur gegeben hatte – mit einem Sieger. Das Thema war zuvor ausführlich unter anderem im Kernstadtausschuss diskutiert worden. Die FDP möchte die Verwaltung nun beauftragen, eine Finanzierung für das Aufstellen der Sieger-Skulptur zu errechnen und dabei auch Fördermittel, Sponsoren oder Stiftungen zu berücksichtigen.

Bei einem Wettbewerb konnten sich Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen mit der Gestaltung des öffentlichen Raumes ihrer Stadt im Kunstunterricht auseinandersetzen. Eine Jury aus Ratsmitgliedern hat die preiswürdigen Arbeiten ermittelt.

„Die Realisierung dieses Projekts durch die Errichtung einer Skulptur für den ersten Preis ist somit die konsequente Fortschreibung der Partizipation von Schülerinnen und Schülern und ihres aktiven Kulturschaffens für den öffentlichen Raum und sollte unbedingt gefördert werden“, meint die FDP-Fraktion in einer Pressemitteilung. Bevor der erste Preis umgesetzt werden kann, muss er jedoch verändert werden, damit die Skulptur standsicher ist, das wurde bei ersten Tests deutlich, 2021 wurde ein Prototyp des prämierten ersten Preises, der an die Goetheschule und an Henry Vincent Schwerdtfeger ging, in Abstimmung mit dem Künstler hergestellt und zeitweise im Museumsinnenhof aufgestellt. Dieser Prototyp soll nach dem Willen der FDP von einem noch zu bestimmenden Künstler zur eigentlichen Fahrradskulptur weiterentwickelt werden, die dann im Zentrum des Stukenbrokparks ihren Platz finden möge. FDP-Fraktionschef Dr. Reinhard Binder: „Der tragische Tod des Künstlers ändert die Qualität des Werkes nicht und sollte auch keine Begründung für eine Verwerfung der Realisierung sein.“

Skizze der Fahrrad-Skulptur. Foto: privat

Bäume brauchen Bewässerung

Bauhof-Mitarbeiterin Martina Sudhoff füllt mit dem Wasserschlauch den Bewässerungssack auf, hier an der Hopfenbuche am Ostertor aus der Partnerstadt Wieselburg.

Der zweite trockene Hitzesommer in Folge bedeutet für junge Bäume auch in Einbeck großen Stress. Besonders, wenn diese an extremen Standorten stehen wie entlang von Straßen. Vor allem neu angepflanzte Bäume, aber auch solche mit zu kleinen Baumscheiben benötigen eine regelmäßige Bewässerung, denn Trockenheit kann die Bäume anfällig für Krankheiten machen. Die Stadt Einbeck testet an noch jungen Straßenbäumen spezielle Bewässerungstechniken. Zum Einsatz kommen zwei verschiedene Systeme, berichteten heute Sachgebietsleiter Thomas Kreyenbohm und Grünflächenmanagerin Astrid Wenzel sowie Bauhof-Leiter Dirk Löwe. „Wasser an den Ballen bekommen, das ist das Ziel“, bringt es Löwe auf den Punkt, das Wasser müsse bei den Wurzeln ankommen.

Reißfeste Bewässerungssäcke werden am Stammfuß angebracht und bei anhaltender Trockenheit von Bauhof-Mitarbeitern einmal täglich mit dem Wasserschlauch aufgefüllt. Das aus den USA stammende „Treegator“-System mit einem Volumen von rund 100 Litern bewässert dann tröpfchenweise über den ganzen Tag verteilt. Diese Methode ist für die Wasserversorgung des Baumes sehr effektiv, sagen die Experten.

Das andere System besteht aus 30 Zentimeter hohen Gießringen, diese werden zehn Zentimeter tief um die Baumscheibe eingesetzt, die verbleibenden 20 Zentimeter bilden einen Gießrand. Auch hier können rund 100 Liter eingefüllt werden und den Wurzelballen mit Feuchtigkeit versorgen. Feuerwehr und THW helfen der Stadt bei der Bewässerung.

Dirk Löwe, Astrid Wenzel, Thomas Kreykenbohm (v.l.) an einer jungen Blumenesche mit Gießring im Stukenbrokpark unweit der viel befahrenen Ball-Ricco-Straße.

Insgesamt fünf Säcke und zehn Ringe testet die Stadt mit Gesamtinvestitionen im niedrigen dreistelligen Eurobereich. Im kommenden Jahr können beide Systeme wieder bzw. weiter verwendet werden. Die Stadt Einbeck appelliert in Zeiten des angekommenden Klimawandels außerdem an ihre Bürger, mitzuhelfen: Ab und zu ein paar Eimer Wasser an den Straßenbaum vor dem Haus gegossen, lässt gestresste Bäume wieder aufleben. Damit diese weiter Schatten spenden, die Luft filtern und Sauerstoff produzieren können.

Looks Einbeck-Bilanz

Frithjof Look in der Tiedexer Straße.

Der Schreibtisch ist aufgeräumt, die Ordner stehen sortiert und sorgfältig beschriftet im Regal, das bei seinem Start nahezu leer war. Das Feld in Zimmer 201 ist bestellt für die Nachfolgerin oder den Nachfolger. Die letzte öffentliche Ausschuss-Sitzung in Einbeck ist abgehakt. Die letzten Termine sind erledigt. Frithjof Look hat seinen letzten Arbeitstag im Einbecker Rathaus fast erreicht. Der 31-Jährige verlässt Ende des Monats die Stadtverwaltung, gut drei Jahre lang war er Fachbereichsleiter für die Themen Bauen, Planen, Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung. Eine kurze Zeit? Eine zu kurze Zeit, vor allem angesichts langwieriger Planungsprozesse? Die Zeiten, in denen Positionen wie die des Verantwortlichen für Bauen für lange Zeit besetzt werden, hält Frithjof Look ohnehin für passé. Look kam unmittelbar nach dem Hochschulabschluss nach Einbeck, es war seine erste Stelle. Jetzt zieht es den 31-Jährigen weiter. Nach Wuppertal.

Bei einem Spaziergang mit dem scheidenden Bauamtsleiter durch Einbecks Altstadt wird schnell deutlich, dass im Rückblick durchaus Einiges passiert ist seit Mai 2015. Viel mehr, als einem aus dem Gedächtnis einfallen würde. Wir gehen durch den Stukenbrokpark, über den Möncheplatz an der (Noch-)Baulücke in der Langen Brücke über die Altendorfer Straße vorbei zur Baustraße mit der Baustelle Waisenhaus, das – wenn auch teurer im Ergebnis – Ende des Jahres bezogen werden kann. Über Neustädter Kirchplatz und Tiedexer Straße zum Alten Rathaus bis in den Sitzungssaal. Der ein wirkliches Schmuckstück geworden ist. An der Wand fehlen noch Bilder oder beispielsweise die Wappen der 46 Ortschaften der Stadt Einbeck. Der Saal muss für Look unvollendet bleiben.

Natürlich fehlt immer was. Selbstverständlich könnte es mehr sein. Es kann ja immer mehr sein. Und schneller, oft habe ich das in diesem Blog kritisiert. Die Umgestaltung des Neustädter Kirchplatzes hätte Frithjof Look gerne noch im Amt erlebt und nicht nur angeschoben, sagt er. Dieses Projekt, das aus Kostengründen von der Politik zunächst auf Eis gelegt worden ist, lag dem Stadtplaner Look ebenso besonders am Herzen wie der Umbau der Tiedexer Straße. Eine Kommune könne dafür sorgen, den öffentlichen Raum optimal zu gestalten und den passenden Rahmen zu geben, sagt er. Soll auch heißen: Eine Stadt kann ja nie alle Häuser aufkaufen und diese sanieren, das müssen schon die Bürger tun.

Die Änderung des Flächennutzungsplanes für die Windenergie war das Projekt, das am meisten Zeit verschlungen hat. Es ist noch nicht beschlossen. Auch wenn hier externe Fachplaner viel zugearbeitet haben und man kein Aktenfresser sein muss: Den Vorgang und die Akten zu kennen, ist hilfreich. Diesem Grundsatz hatte sich Look seit Beginn verpflichtet gesehen und dabei Beachtliches geleistet. Bemerkenswert schnell hatte er sich in Einbeck orientiert und seine Unterlagen stets griffbereit, jederzeit ansprechbar, mit schnellen Reaktionen. Viel zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sein, lautet sein Tipp, um rasch Ortskenntnisse zu erlangen. Die Stadt mit ihren 46 Ortsteilen hat Frithjof Look auf diesem Weg schnell kennengelernt. In allen Ortschaften war er mindestens einmal, außer in einer. Welche das ist, verrät er auch zum Abschied nicht.

Die Kernstadt hat Frithjof Look immer am Herzen gelegen; das Beispiel von dem Donut hat der Stadtplaner oft bemüht und gemahnt, die Altstadt nicht aus dem Auge zu verlieren und nicht nur die Ränder zu stärken. Look konnte die Probleme der Innenstadt immer aus eigener Anschauung auch nach der Bürozeit beurteilen, lebte er doch mitten in der City.

Look wirkt zufrieden mit seinen drei Jahren in Einbeck. Würde er etwas heute anders machen? Rückblickend hätte er in den Ausschüssen lauter sprechen sollen, sagt er. Das darf man ruhig mehrdeutig verstehen.

Zwei Mal in den vergangenen Jahren hat der scheidende Bauamtsleiter die Verantwortung konkret gespürt, selbst wenn am Ende alles noch mal glimpflich ausgegangen ist: Als die Stützmauer der Heldenburg-Zufahrt in Salzderhelden abrutschte und als in der Altendorfer Straße die Geschossdecke eines Fachwerkhauses nachgab, auf die Straße durchschlug und das Haus letztlich abgerissen werden musste. Das seien damals auch mal unruhigere Nächte gewesen, räumt er ein.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zu gehen? Immer werden in einer Stadt schließlich neue Projekte geplant, nie ist sie „fertig“. Jetzt war die Position in Wuppertal ausgeschrieben, die Look reizte. In der dortigen Stadtverwaltung verantwortet er ab August die strategische Stadtplanung, eine Abteilung mit acht Mitarbeitern. Unter seinem überraschenden und verhältnismäßig kurzfristigen Wechsel hat der frisch ernannte Beamte auf Lebenszeit die Stadt Einbeck nicht leiden lassen. Einige hatten die Hoffnung, dass Look noch ein oder zwei Jahre bleiben würde. Dass ein Berufsanfänger noch zehn Jahre das Bauamt leiten würde, hat wohl niemand realistischerweise erwartet. Bis ganz zuletzt war Frithjof Look präsent bei den anstehenden Aufgaben. Im Juni warb er noch voller Überzeugung beim Hansetag in Rostock für Einbeck. Im August wird Look, dann schon in Wuppertal beschäftigt, noch einmal zurückkehren zu den Workshops und der Bürgerbeteiligung für die strategische Gesamtplanung der Stadt Einbeck. Das ist ihm wichtig, hier keine Baustelle auf den letzten Metern zu verlassen, soweit ihm das möglich ist. „Fertig“ ist man ja nie. Siehe oben.

Und dass nichts umgesetzt, sondern immer nur geplant wurde, ist nicht richtig: Der Stukenbrokpark ist umgestaltet worden, der Bäckerwall wird ebenfalls aus laufenden Budget-Mitteln Schritt für Schritt aufgefrischt. Unabhängig davon war immer das Schwarzbrot-Geschäft der Bauverwaltung und der Wirtschaftsförderung, wie das Look gerne nannte, die Beratung von (Um-)Bauwilligen, Planern und Unternehmen. Davon jedoch bekommt die Öffentlichkeit nichts oder nicht viel mit – oder erst dann, wenn etwas spruchreif wird. Bei den großen Projekten jedoch, beim ZOB, beim Neustädter Kirchplatz, bei der Tiedexer Straße oder beim Alten Rathaus und der Marktstraße – immer hat Politik erst während der Planungsphase gemerkt, dass das Geld nicht für alles reichen wird. Auch dabei soll in Zukunft die strategische Gesamtplanung helfen, die im Stadtrat im September beschlossen wird. Prioritäten zu setzen. Damit man nicht immer wieder aufs Neue losläuft und einem dann auf halber Strecke die Puste ausgeht. Planungsressourcen könnten dann auch sinnvoller eingesetzt werden.

Nichts bewegt? Ein Ja wäre hier vielleicht populär, aber falsch. Insgesamt wird man das ohnehin erst nach einiger Zeit und mit ein wenig Abstand seriös beurteilen können. Die Strukturen im Rathaus haben sich in den vergangenen drei Jahren verändert. Look hat dort dabei Grundlagen geschaffen und Weichen gestellt. Nur ein Beispiel: Für Baugenehmigungen tauschen sich die Fachleute in Einbeck im komplexen Genehmigungsverfahren digital aus (in Wuppertal wird noch ausschließlich Papier bewegt). Er hat hier nicht nur für frisches Design, für Farbe und frischen Wind gesorgt. Daran lässt sich von Nachfolger oder Nachfolgerin gut anknüpfen. Mit neuen Akzenten.

Im Sitzungssaal des Alten Rathauses: der scheidende Fachbereichsleiter Frithjof Look. „Rückblickend hätte ich in den Ausschüssen lauter sprechen müssen“, sagt er selbstkritisch.

Scherenschnitt im Stukenbrokpark

Rot-gelbes Band durchschnitten: Bauamtsleiter Frithjof Look (r.) und Ausschuss-Vorsitzender Rolf Hojnatzki (daneben am Band) mit Vertretern des Kernstadtausschusses und der Verwaltung im Stukenbrokpark.

Ein Park wird ja ebenso wie ein Garten nie wirklich „fertig“, schließlich wächst dort etwas, das immer mal wieder oder immer öfter gemäht, geschnitten und gepflegt werden will. Jetzt aber war der Zeitpunkt für den Kernstadtausschuss nach vier Jahren Beschäftigung mit der Thematik gekommen, mit Scherenschnitt den Stukenbrokpark offiziell einzuweihen, nachdem dieser deutlich sichtbar im vergangenen Jahr umgestaltet worden war. Insgesamt mehr als 180.000 Euro hat das gekostet. „Es gibt auch Projekte, die abgeschlossen werden“, merkte Ausschuss-Vorsitzender Rolf Hojnatzki (SPD) durchaus doppeldeutig zu verstehen an, als er gemeinsam mit Bauamtsleiter Frithjof Look zur Schere griff – und Look das Band in den Stadtfarben rot und gelb beherzt durchschnitt. Wer möchte das bezweifeln, dass sich auch etwas bewegt und Projekte auch mal abgeschlossen werden. Es sind nur leider wenige. Es dürften ruhig ein paar mehr sein. Von den Mitgliedern des Kernstadtausschusses gab es allgemeines Lob für die Umgestaltung des Parks und für die geleistete Arbeit des Bauhofes, der dieses Projekt umgesetzt hat. Von „harmonisch-sachlicher Schönheit“ des neuen Stukenbrokparks sprach beispielsweise Albert Eggers (CDU).

Ausschuss-Ortstermin im Stukenbrokpark.

Die Bodenstauden im Rondell (wo früher der Brunnen war und wo, wenn das Geld mal vorhanden sein sollte, auch problemlos wieder einer hingebaut werden könnte, wie Bauamtsmitarbeiterin Astrid Wenzel erläuterte) müssen noch wachsen, auch einige Hecken zur Ball-Ricco-Straße sollen noch dichter werden. Über kurz oder lang sollen die pflegeintensiven Rosen aus dem Stukenbrokpark verschwinden. In den nächsten Abschnitten der Umgestaltung soll der Gedenkstein an den Parkstifter August Stukenbrok saniert und zentraler in den Park versetzt werden. Die direkte Tür in der Stadtbibliothek zur neu gepflasterten Außenfläche vor der Bücherei ist diese Woche eingebaut worden, einem Leseerlebnis in Liegestühlen rücken wir damit hoffentlich bald näher. Nach den Sommerferien soll auch ein Schulwettbewerb anlaufen, für den Park Skulpturen zu kreieren. Ob Geld dafür vorhanden ist, einige der Ideen zu realisieren, will der Ausschuss 2019 entscheiden. Sponsoren werden von der Stadt weiterhin gesucht für beispielsweise ein Sonnensegel, für weitere Staudenpflanzen und letztlich auch für einen möglichen Brunnen. Wer sich hier engagieren möchte, kann sich im Rathaus melden. Auf das der Park nie fertig werde und sich immer weiter entwickele, blühe und gedeihe. Bis zur nächsten Einweihung.

Gepflasterte Fläche vor der Stadtbibliothek, im Hintergrund Post und Volksbank.

Agenda 2018

Sitzungssaal im Alten Rathaus. Archivfoto.

Ab wann ist’s Tradition? Ab drei Mal? Dann ist meine Agenda für das nächste kommunalpolitische Jahr ja bereits fast eine langjährige Tradition… denn schon zum vierten Mal nach 2015, 2016 und 2017 stelle ich hier meine Tagesordnung für das vor uns liegende Jahr vor und gerne auch zur Diskussion. Dieses Mal, bevor sich die kommunale Politik in die Weihnachtstage verabschiedet und die Verwaltung im Neuen Rathaus „zwischen den Jahren“ wieder bis auf einen Notdienst ihre Pforten schließt, bevor im Historischen Rathaus Heilige Drei Könige empfangen (am 27. Dezember um 11 Uhr) und Schlüssel an Narren abgegeben werden (am 13. Januar). Damit, wer es mag, an den Festtagen im Kreise der Familie die eine oder andere politische Debatte geführt werden kann, wenn die Gans verspeist ist. Das Folgende sollte in der Einbecker Politik auf der Tagesordnung stehen, hier also die Agenda 2018:

  • Ich bleibe Optimist, dass es doch noch einmal gelingt, die politischen Strukturen zu straffen. Immer wieder ist thematisiert worden, dass der Stadrat zu viele Fachausschüsse hat (von denen sich manche nur selten treffen) und dass diese inhaltlich nicht komplett mit den Strukturen im Rathaus konform gehen. Das habe ich im Politikblog in diesem Jahr ausführlich erörtert. Und vom überflüssigen Kernstadtausschuss will ich dabei gar nicht wieder anfangen. Nun kann man die alte Diskussion befeuern, was zuerst war: Henne oder Ei? Muss das Rathaus seine Organisation an die Politik anpassen? Oder müssen sich die Gremien des Stadtrates auf die (in den vergangenen Jahren sich ja auch ändernden) Strukturen des Rathauses ausrichten? Es kann jedenfalls nicht sinnvoll sein, dass beispielsweise der Haushalt in einigen Punkten doppelt beraten wird, nur weil Themen von Ausschüssen nicht zum Aufbau des Etat-Plans passen und umgekehrt. Jüngste Pirouette: Da sollte Tempo 30 in der Ivenstraße an der Reithalle eingeführt werden, und im Stadtentwicklungsausschuss entdeckte man dann, dass man ja gar nicht zuständig ist bzw. die Verkehrsbehörde gar nicht beteiligt wurde. Und dass die an dem Nachmittag nicht mit am Tisch saß, weil es nicht ihr Ausschuss ist. Solche Zuständigkeitsdebatten gehören aufgelöst, sie dienen allenfalls der Erheiterung des Publikums. Und: Auch, wenn es andernorts (jedenfalls im Kreishaus) angesagt bleibt, Stellvertreter-Posten als Wahlbeamte zu haben: Einbeck braucht keinen Ersten Stadtrat, oder möchten einige nur diese hoch dotierte Position schaffen, um hochrangige Mitarbeiter im Rathaus zu halten?
  • Ich bleibe bei allem Verständnis für Planungshorizonte auch Optimist, dass sich vielleicht 2018 mal irgendwas erkennbar und direkt vor Ort tun wird bei den seit langer Zeit geplanten und diskutierten Projekten Neustädter Kirchplatz, Tiedexer Straße (Magistrale) oder ZOB am Ende 2018 angefahrenen neuen Bahnhaltepunkt Einbeck-Mitte. Die Neugestaltung des Neustädter Kirchplatzes ist nach Auffassung der Bürgermeisterin „in greifbare Nähe gerückt“, wie sie in ihrem Weihnachtsgrußwort schreibt (Weihnachtsgruß 2017_öffentlich). Ich kenne die Greifweite der Rathauschefin ja nicht, aber ob sie da nicht zu optimistisch ist? Wobei: Vielleicht meint sie nur eine detailiertere Planung… Bewegt wird ja viel, im Stukenbrokpark zum Beispiel für 180.000 Euro, bei der Sanierung des Waisenhauses (die dann tragischerweise doppelt so teuer wird). Bei den gewählten Prioritäten habe ich allerdings weiterhin so meine Zweifel, wenn etwa die Neugestaltung der Marktstraße so sang- und klanglos ohne vernehmbaren Widerstand von mittel- auf langfristig verschoben wird.
  • So sehr verbale Kraftmeierei von Politikern auch das journalistische Salz in der Berichterstattungssuppe sein mag: Ich würde mich freuen, wenn beim gerade in den vergangenen Monaten immer heftiger gewordenen Zoff zwischen SPD und Rathaus einige einen Gang zurück schalten würden. Streit in der Sache ist immer okay, aber persönliche Attacken und Hinweise auf angebliche Unfähigkeiten gehören sich in der ehrenamtlichen Kommunalpolitik nicht. Natürlich hat Politik den Primat, sie entscheidet. Die Verwaltung hat eine dienende, vorbereitende und ausführende Rolle in der Kommunalpolitik. Diese Rolle spielt sie sicherlich aber viel lieber, wenn sie nicht ständig herausgefordert wird, nur weil sie verbale Attacken nicht einfach so stehen lassen will und kann.
  • Ich bin gespannt auf den frischen Wind im Bereich Tourismus und Kulturring, den Ulrike Lauerwald sicherlich dort entfalten wird. Noch ist es deutlich zu früh für erste konkrete Pläne, das ist verständlich, gilt es doch zurzeit für die 34-Jährige, sich in dem neuen Job einzufuchsen. Auch für die neue Sachgebietsleiterin der Stadtverwaltung gelten die berühmten 100 Tage in einer neuen Position, bevor eine erste Bewertung möglich sein wird. Ab Mitte März gilt es. Seit einem Jahr jetzt sind Tourismus und Kulturring nach Intermezzo bei der Einbeck Marketing GmbH zurück bei der Stadt Einbeck. Ich bleibe bei meinen vor einem Jahr hier getroffenen Aussagen und bin in gespannter Erwartung, wie Ulrike Lauerwald mit ihrem Team hier Akzente setzen wird. Klar ist jedenfalls, dass es keinen Sinn macht, schüchtern und mit Hinweis auf die ach so hohen Kosten von sämtlichen Tourismus-Messen oder vergleichbaren Veranstaltungen mit touristischer Strahlkraft fernzubleiben. Kooperationen, zum Beispiel mit dem PS-Speicher, könnten hier ein Teil der Lösung sein, um in Zukunft noch mehr Menschen nach Einbeck zu bewegen.
  • Im kommenden Jahr soll das bauliche Trio Haus der Jugend, Jugendgästehaus und Multifunktionshalle am Kohnser Weg vollendet werden. Das Jugendzentrum läuft bereits seit 2016 gut und mit neuen Ideen, was man so hört, und es ist auch häufig mal Ziel von Jugendlichen, die ins alte Haus der Jugend nie den Weg gefunden hätten. Gut so. Dass das im Januar öffnende Jugendgästehaus unter der Regie des DRK und Jan Störmer eine Erfolgsgeschichte wird, bezweifele ich nicht ein bisschen. Einbeck hat diese Unterkunftsform seit 2013 schließlich auch schmerzlich vermisst und dringend citynah nötig. Und wenn dann die Multifunktionshalle 2019 steht, muss dort am Kohnser Weg aber auch einmal wenigstens eine Baupause eingelegt werden, damit sich die Einrichtungen ohne störenden Baustellenlärm oder andere Probleme, die mit Bauen in der Nachbarschaft zusammen hängen, bewähren können. Schließlich möchte niemand jahrelang durch Baustellenpfützen stapfen.
  • Wenn in Einbeck gebaut wird, ist der Archäologe nicht weit. Und so ist es logisch, dass dort erst einmal wieder Geschichte mit dem Spaten geschrieben werden muss, wo anschließend Wohnhäuser am Weinberg stehen werden. Wenn man die Rechnung von rund 250.000 Euro sieht, dass der Grundstückserlös ungefähr die Kosten erreichen wird, die der Stadt durch die Ausgrabungen entstehen, dann liegt in der Entscheidung für die Weinberg-Erweiterung zunächst einmal das dringende Bedürfnis, mit Hochdruck in der Kernstadt unbedingt Bauland zu erschließen. Die entscheidende Diskussion ist bereits geführt worden, und sie wird weiter geführt werden müssen: Denn so sehr ich Donuts mag, in der Stadtentwicklung sind mir dann Berliner-Krapfen mit süßer roter Füllung doch viel lieber (um mal im Bild des Bäckereihandwerks zu bleiben). Um nicht falsch verstanden zu werden: Natürlich braucht eine Stadt Baugebiete, in denen diejenigen Häuser errichten können, die unbedingt um ihr Haus herumgehen möchten, die keine Reihen- und Doppelhäuser oder enge Bebauungen einer Innenstadt vorziehen. Aber bei diesem Wunsch darf niemals das Zentrum aus den Augen verloren werden. Immer weiter die Stadt auszudehnen, kann nicht richtig sein. Es gibt Flächen, die nachverdichtet werden können (auch mit Häusern, um die man herum gehen kann). Im Bereich Walkemühlenweg und Deinerlindenweg liegt hier richtigerweise ein Auge der Stadt drauf, aber mir würden auch noch andere, kleine Flächen einfallen. Man muss nur mal aufmerksam suchen. Bei einigen müsste man zudem den Mut zu nicht bei allen populären Entscheidungen haben und Gebäude abreißen, die nur mit hohen Kostenaufwand saniert werden können. Erste Schritte immerhin sind hier mit einem Programm energetischer Quartiersanierung „Beim Hubeweg“ gegangen worden. Was nicht der richtige Weg ist: immer weiter in Richtung Waldrand zu zersiedeln, während die City zusammenfällt.

Und außerdem? Weiter im Blick haben müssen die Politiker die Zukunft des Einbecker Krankenhauses. Und: Auch 2018, einem Jahr übrigens gänzlich ohne Wahlen in Einbeck (falls es nicht doch noch überraschend eine Bundestagsneuwahl gibt), werden es politische Themen auf die Tagesordnung schaffen, von denen wir heute noch nichts ahnen. Darauf freue ich mich besonders. Gerne auch wieder in diesem Blog.

Viel bewegt im Stukenbrokpark

Mitglieder des Kernstadtausschusses vor Ort im Stukenbrokpark am neuen, noch unbepflanzten Rondell.

Da sage noch einer in Einbeck tue sich nichts. Bleibe es bei Konzepten. Wer aufmerksam durch die Stadt geht oder die Ball-Ricco-Straße entlang fährt, sieht seit Wochen im Stukenbrokpark viel Bewegung. Viel Erde wurde und wird dort bewegt, weil der Park umgestaltet wird und Wege neu gepflastert werden. Das seit Jahren defekte Brunnenbecken musste schon im Juni weichen, wurde abgebrochen, in den Sommerferien war der Park komplett gesperrt, um den Hauptweg neu zu pflastern. Seit ein paar Wochen inzwischen ist der Park zumindest auf der Hauptmagistrale wieder gut begehbar. Die Pflasterarbeiten aber dauern an. Die Maßnahmen führt der Kommunale Bauhof durch. Das ist auch die Begründung dafür, warum die Bauarbeiten verhältnismäßig lange dauern, weil der Bauhof im Park tätig wird, wenn er freie Ressourcen hat. Von der aktuellen Situation im Stukenbrokpark hat sich der Kernstadtausschuss ein Bild gemacht und viel Lob für die gelungenen Arbeiten geäußert. Wie Fachbereichsleiter Frithjof Look auf Nachfrage sagte, werde voraussichtlich erst 2018 der Rasen eingesät und die Bepflanzung des neu an der Stelle des bisherigen Brunnens gestalteten Rondells vorgenommen, mit einer sorgfältig und viel Liebe zum Detail ausgesuchten Pflanzenmischung. Da dürfen wir gespannt sein, was uns wann blüht. Der Hauptweg im Stukenbrokpark wird übrigens über den Tiefbau-Etat finanziert, die Parkumgestaltung – eine der berühmten freiwilligen Leistungen – hätte sonst nicht in einem Rutsch realisiert werden können. Dennoch bleibt die Frage, ob die Prioritäten richtig gesetzt sind, mit viel Geld einen Park umzugestalten, auf der anderen Seite für Projekte wie den nahen ZOB kein Geld mehr zu haben.

Nun will ich ja nicht wieder hier meine Kritik erneuern (obwohl ich dabei bleibe), dass die Thematik bestens in den Bauausschuss gehört hätte und nicht in den überflüssigen Ratsausschuss für Kernstadtfragen. Wobei sich der Bauausschuss (letzte Sitzung 7. März !) offenbar sowieso nicht so oft treffen mag und sich viel lieber um Umweltfragen und Windenergieanlagen zu kümmern scheint (Ende September beispielsweise gemeinsam mit dem Stadtentwicklungsausschuss). Vielleicht setzt sich ja die Erkenntnis doch noch mal irgendwann durch, dass zu viele Fachausschüsse kein Segen sein müssen (es sei denn, man benötigt sie, um Posten zu verteilen). Einen deutlichen Hinweis darauf, dass viele Ausschüsse den Brei verderben können, hat die jüngste Sitzung des Kernstadtausschusses selbst geliefert – wenn auch freilich eher unfreiwillig. Nicht nur, als bei einer Diskussion über Veränderungswünsche am Bäckerwall klar wurde, dass es in Einbeck keine Pflegepläne gibt, also keine Pläne, wann und wo welche Grünanlagen gepflegt werden, wann wo etwas gepflanzt, das Unkraut gejätet, der Rasen gemäht werden sollte. Für den Stukenbrokpark setzt man deshalb gleich auf pflegeleichte Pflanzen. Sondern auch, als der Ausschuss wenig später über so genanntes Straßenbegleitgrün in der Kernstadt sprach und dass die Pflege an vielen Stellen sehr zu wünschen übrig lasse bei den Randstreifen und Wegen. Da verlor sich dann die Frage, man habe doch aber zusätzliche Saisonkräfte einstellen wollen und warum das so spät geschehen sei, im Dickicht zwischen Bauhof-Ausschuss, Finanzausschuss, Kernstadtausschuss, Verwaltungsausschuss, das niemand entwirren konnte. Überall war der Wunsch vorhanden, am Ende aber ist offenbar nichts so geschehen, wie von einem Fachausschuss einmal empfohlen. Die Fakten lieferte die Protokollführerin der Verwaltung, weil sie vorher mal beim Kommunalen Bauhof nachgefragt hatte: Die zusätzlich gedachten Saisonaushilfen mussten beim Bauhof als Krankheitsvertretungen eingesetzt werden… Und die Politik hat davon eher beiläufig erfahren. Außerdem, dass durch das Engagement des Bauhofs bei der Umgestaltung des Stukenbrokparks diesem Personal fehle, das sich um die Grünpflege kümmern könnte. Das seien natürlich nicht die gleichen Leute, aber irgendwie hängt eben alles mit allem zusammen.

Nachtrag 07.09.2017: Die Stadtverwaltung hat auf meine Anfrage einmal die Kosten für den aktuellen Bauabschnitt ermittelt, dafür vielen Dank, das war aufwändiger, weil das Geld aus verschiedenen Budgets im Haushalt stammt. Der Politik waren diese Zahlen wahrscheinlich ohnehin präsent, Nachfragen dazu gab es jedenfalls keine, genannt hat die Kosten bei der Debatte aber auch niemand. Insgesamt werden 167.000 Euro investiert. Nach Auskunft von Bauamtsleiter Frithjof Look entfallen dabei rund 110.000 Euro auf Abriss Brunnen und Pflasterarbeiten durch den Kommunalen Bauhof, rund 22.000 Euro auf die Möblierung (Bänke, Papierkörbe, Lampen), rund 15.000 Euro auf den Wegebau (wassergebundene Decke und Restarbeiten) sowie etwa 20.000 Euro auf Bepflanzung und Raseneinsaat.

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Premiere im Stukenbrokpark

Die Auszubildendenden Ida Mechmershausen, Roy Zimara mit Gunter Schmidt vom Kommunalen Bauhof mit den Ratsherren und Fachausschussmitgliedern Dirk Heitmüller und Detlef Martin vor dem neuen Radlader im Stukenbrokpark.

Der Stukenbrokpark ist seine erste Baustelle, Premiere für den Schaeff TL 100, den neuen Radlader des Kommunalen Bauhofs Einbeck: Dort wird zurzeit die Parkanlage umgestaltet, der Brunnen ist abgerissen worden, es werden Wege und Beete neu angelegt, dort ist das neue, 65.000 Euro teure, 6,5 Tonnen schwere Gerät zurzeit im Einsatz, ein Allrounder, wie Bauhof-Mitarbeiter Gunter Schmidt den neuen Radlader heute vorstellte. Das Arbeitsgerät ersetzt beim Einbecker Bauhof einen zwölf Jahre alten Radlader des gleichen Herstellers. Vorteil: Die Vorsätze des Vorgängers können weiter verwendet werden, so die Hochkippschaufel oder die Gabel. Der neue Radlader mit Dreiliter-Motor und 55 kw schafft maximal 20 Stundenkilometer, gilt damit als Arbeitsmaschine (ohne Kennzeichen für den Straßenverkehr) und darf deshalb auch von den Auszubildenden auf der Baustelle gefahren werden. Eingesetzt werden soll der Radlader unter anderem bei Ausbau- und Straßenunterhaltungsarbeiten, wenn auf Spielplätzen der Fallschutz erneuert werden muss, wenn Wege zu pflastern sind, aber ebenso auf dem Friedhof, wenn dort beispielsweise Verladearbeiten von Grünschnitt zu erledigen sind. Im Winterdienst wird der neue Radlader die Streufahrzeuge mit Material beladen und Streusalz einlagern können. Etwa ein Kubikmeter passt in die Standardschaufel.

Der Stukenbrokpark wird zurzeit massiv umgestaltet, vor der Bibliothek ist eine gepflasterte Terrasse entstanden.

Antrags-Angelegenheiten

Der Stadtrat tagt im Tische-Viereck in der Rathaushalle.

Wie zu erwarten, haben die sieben auf der Tagesordnung des Stadtrates stehenden Anträge zu teils lebhaften Diskussionen geführt. Mit mehreren werden sich die Fachausschüsse weiter beschäftigen, in die die Anträge verwiesen worden sind. Die CDU zog ihren Antrag auf „Mehr Transparenz und Teilhabe bei Ratssitzungen“ zurück, nachdem ihr von der SPD vor Augen geführt worden war, dass die Forderungen ja im Umbaukonzept für das Alte Rathaus bereits enthalten sind (wann das allerdings Realität wird, ist ungewiss). Grünen-Fraktionschef Dietmar Bartels ergänzte die Bitte, sich in dem Zusammenhang über die Sitzordnung im Stadtrat einmal Gedanken zu machen, das Tische-Viereck sei unglücklich, zumal das Publikum den Grünen immer im Rücken sitze.

Wenig glücklich dürfte die FDP mit ihren zwei behandelten Anträgen sein. Die „Umgestaltung des Stukenbrokparks“ wurde zwar in den Kernstadtausschuss verwiesen und wird dort nochmal intensiver behandelt. Dr. Marion Villmar-Doebeling (FDP) sagte es in der Antragsbegründung schon selbst, dass der Kernstadtausschuss ja bereits das Neugestaltungskonzept wegen Geldmangels nicht so durchsetzen konnte wie gewünscht. Und so hatte es Bauamtsleiter Frithjof Look leicht, dem Antrag bereits heute den Wind aus den Segeln zu nehmen: „Ich kann Ihnen das Prüfergebnis schon sagen.“ Weil die Vorschläge der FDP („bachlaufähnliche Wasserarchitektur“) erhebliche Unterhaltungskosten verursache, sei der Antrag „nicht zielführend“, konterkariere das seit zwei Jahren im Ausschuss besprochene Konzept. Geradezu krachend durchgefallen ist der zweite FDP-Antrag, der sich um die Grundsteuer bzw. Grunderwerbssteuer dreht. Die FDP-Fraktion hätte gerne für denkmalgeschützte Gebäudegrundstücke zehn Jahre lang nach Kauf die Grundsteuer erlassen, was etwa einen fünfstelligen Euro-Betrag pro Jahr Einnahmeverlust für die Stadt bedeuten würde. Mit großer Mehrheit hat sich der Stadtrat einer Überweisung in einen Fachausschuss verweigert, die FDP hätte gerne in den Bauausschuss überwiesen, andere schlugen den Finanzausschuss vor. „Der Finanzausschuss ist ein denkbar schlechter Ausschuss, um Zukunft zu planen“, meinte Dr. Reinhard Binder. Die Idee Anreize zu schaffen sei ja gut, die Umsetzung jedoch nicht, sagte CDU-Fraktionschef Dirk Ebrecht. Der Antrag sei zu unkonkret und damit „nicht überweisungsreif“, sagte SPD-Fraktionschef Rolf Hojnatzki. Zweifel an der Rechtmäßigkeit, die Grundsteuer zu erlassen, äußerten Rathaus-Jurist Dr. Florian Schröder und auch Marcus Seidel (SPD), der Ratsherr gab zu Bedenken, dass freiwillige Einnahmeverzichte nicht zum Zukunftsvertrag passten. Und die Grunderwerbssteuer sei ohnehin Landessache, liege damit nicht in der Entscheidung des Stadtrates, sagte Schröder. Etwa 500 Euro im Jahr zu sparen, sei für Immobilien-Interessenten nicht attraktiv, meinte Bürgerliste-Fraktionschef Frank-Dieter Pfefferkorn. Außerdem ziele der FDP-Antrag nur auf die Kernstadt, was sei denn mit denkmalgeschützten Häusern in den Ortschaften?

(Aktualisiert: 18.05.2017, 17:31 Uhr)