Das ehrgeizige Millionen-Projekt „Alte Trocknung“ in Kreiensen steht vor dem Aus: Die Investorenfamilie Langheim, die die Industriebrache mit Gastronomie und Angeboten für Fahrrad- und Wohnmobil-Touristen beleben wollte, hat in dieser Woche die Reißleine gezogen und ihr Vorhaben für beendet erklärt. „Die Vision, die Idee und die Umsetzung des Projektes ‚Alte Trocknung‘ in Kreiensen ist bedauerlicherweise nicht weiter umsetzbar. Die Hürden der Verwaltung, der Politik und der heutigen Zeit sind zu groß, teilweise unüberwindbar“, erklärte Louis Langheim. Die CDU-Ratsfraktion, die sich von Beginn an hinter das Projekt gestellt hatte, kritisiert das Aus scharf. „Die Einstellung des Vorhabens wird in Politik und Verwaltung nicht ohne Folgen und Konsequenzen bleiben“, erklärte Fraktionschef Dirk Ebrecht. „So kann einfach nicht mit einem Zukunftsprojekt umgegangen werden.“
Die Hürden seien zu hoch gewesen, erklärte Langheim in seinem Statement über die sozialen Netzwerke. „Es werden immer neue absurde Regeln, Auflagen und Zeitverzögerungen dazwischen geschoben, die unnötig Geld kosten, um sie in absehbarer Zeit bewältigen und das Projekt umsetzen zu können. Darum haben wir entschieden, das Projekt nicht weiter zu verfolgen, da es an Unterstützung und dem Willen, dieses Projekt umzusetzen, an entsprechenden Stellen mangelt.“ Weitere Einzelheiten nannte er zunächst nicht. Die Kosten würden wegen der Auflagen und rechtlichen Bestimmungen, die ihnen auferlegt würden, jeglichen Rahmen sprengen. Daher habe man sich entschieden, nicht weiterzumachen. Das gelte auch für das Ende März an der Wilhelmstraße gegenüber vom einstigen Kreiensener Rathaus eröffnete „Market & Cafe“ der „Alten Trocknung“. Dieses „Provisorium“ sollte einen Vorgeschmack auf das große Projekt geben. „Es konnte nur in Symbiose mit der Zukunftsvision funktionieren“, erklärte Louis Langheim. Leider habe das Cafè mit Hofladen nicht den ausreichenden Anklang bei der Bevölkerung gefunden, um weitermachen zu können. Deshalb werde es Ende Juli geschlossen.
„Dass der Investor jetzt die Bremse zieht, ist aus meiner Sicht leider völlig folgerichtig und auch nachvollziehbar“, erklärte CDU-Ratsfraktionschef Dirk Ebrecht auf Anfrage. „Zudem teile ich die Einschätzung uneingeschränkt, wonach es an ausreichender Unterstützung durch Politik und Verwaltung gemangelt habe. Ich habe die einzelnen Schritte eng verfolgt und kann nur den Kopf darüber schütteln, mit welchen immer wieder neuen, anderen und zum Teil sicher auch überflüssigen Forderungen, Hindernissen und Gutachten der Investor beauftragt worden ist.“ So könne einfach nicht mit einem Zukunftsprojekt umgegangen werden, ärgert sich Ebrecht. „Es bleibt trotzdem zu hoffen, dass sich auch zukünftig Unternehmer und Macher finden, die in die Zukunft unserer Region investieren. Das Projekt ‚Alte Trocknung‘ hätte ein Leuchtturm für Gastronomie und Tourismus werden können – das Aus ist mehr als schade.“
