Der Abriss des mehr als 50 Jahre alten Waschbeton-Gebäudes der einstigen Sparkassenfiliale, das zuletzt als Marktkirchen-Gemeindehaus diente, auf dem Neustädter Kirchplatz war eine der ersten, deutlich sichtbaren Baumaßnahmen zur Neugestaltung des Innenstadtplatzes. Es bedarf keiner allzu bösen Zunge zu behaupten, dass dieser Abriss vor mehr als vier Jahren im Februar 2020 bis heute der einzig deutlich sichtbare Baufortschritt auf dem Platz geblieben ist – wenn man mal das Trafohäuschen und die archäologischen Grabungen außen vor lässt. Bekanntlich lag die Baustelle jahrelang brach, weil es ein juristisches Beweisverfahren zum Thema Bodenverdichtung gab und dieses sich unter anderem wegen Gutachterwechsel sehr in die Länge zog. Seit September wird nun nach langer Pause endlich wieder gebaut auf dem Platz. Die Fotos, die die Stadt Einbeck heute von den Bauarbeiten der vergangenen Tage und Wochen verbreitete, verursachen allerdings einige Irritationen und drängende Fragen nach Verantwortlichkeiten, deren (auch politische) Antworten immer dringender werden.

Denn offensichtlich wurde beim Abriss vor vier Jahren der Bereich des Kellers bzw. der einstigen unterirdischen WC-Anlagen mit seinen Mauern einfach stehen gelassen und der Bereich lediglich verfüllt, vulgo zugeschüttet. Wenn man weiß, dass gerade die Frage der Tragfähigkeit des Bodens bzw. dessen fehlende ausreichende Verdichtung in den vergangenen Jahren die entscheidende war, muss man die Frage stellen: Wer hat eigentlich damals beauftragt oder zumindest toleriert, dass die Kellerwände erhalten blieben und nicht bereits damals schon wie jetzt geschehen abgebrochen wurden? Die Nutzungspläne des Platzes wurden jedenfalls in all der Zeit nicht verändert, damals wie heute soll das Areal größtenteils gepflastert und multifunktional genutzt werden (zum Beispiel zeitweise als Parkplatz, zeitweise für Fahrgeschäfte oder Bühnen eines Stadtfestes), teilweise mit einem Pavillon bebaut werden. Selbst ein Laie stellt sich zumindest mal die Frage, ob ein Untergrund mit stehengelassenen alten Wänden, die einfach zugeschüttet wurden, so verdichtet und tragfähig gemacht werden kann, dass es für die anvisierten Ziele ausreicht.
Immerhin: Die Erneuerung des Baugrundes im Bereich der ehemaligen Toilettenanlage und der ehemaligen Sparkasse schreitet planmäßig voran, teilt heute die Stadt Einbeck mit. Der Untergrund sei neu aufgebaut und die Höhe der Unterkante für die geplanten Fundamente des Pavillons erreicht worden. Bis auf 1,80 Meter unter Geländeoberkante wurde Schottermaterial lagenweise eingebaut und verdichtet, im gesamten Bereich der ehemaligen Toilettenanlage und der ehemaligen Sparkasse erfolgte ein lagenweiser Einbau einer zertifizierten Schottertragschicht bis 1 Meter unter Geländeoberkante. „Der durchgeführte Plattendruckversuch war positiv, sodass in dem Bereich ein tragfähiger Baugrund vorliegt“, heißt es heute aus dem Rathaus.
Jetzt folgen Arbeiten im Randbereich der Fläche sowie Kanalarbeiten. Bei günstigen Witterungsverhältnissen ist dann der Beginn des Rohbaus des Pavillons vorgesehen, welcher zunächst die Errichtung der Fundamente und der Bodenplatte umfasst, informiert die Stadtverwaltung.
(Aktualisiert 17.10.2024, 13:37 Uhr. In der ersten Version war irrtümlicherweise von Stabilisierungssäulen die Rede, es ist aber eine zertifizierte Schottertragschicht.)




Diese Fragen sind obsolet, weil der verantwortliche Amtschef nach CLZ weggelobt wurde. Das kam ja dann bei der Bestellung des Gutachters von derselben TU heraus. Übrigens haben eher Baubesprechungen ohne physische Anwesenheit des Verantwortlichen stattgefunden.
Nach langem Vorlauf, dann Ende 2017 endlich die Aufnahme in den Haushalt in Höhe von 2,3 Mio€. Erst 7 Jahre her und mittlerweile verdreifachte Kosten; inclusive Vorlauf und interner Ressourcen kann man m.E. getrost von einer 10-Millionen Ressourcen-Ver(sch)wendung sprechen! Wer privat so wirtschaften würde, hätte schon Privatinsolvenz anmelden müsse. Keiner übernimmt ernsthaft die politische und finanzielle Verantwortung für Bauaufsichts- und Contollingversagen. Warum auch, die Einbecker Bürger erhalten doch irgendwann einen „einzigartigen“ Alleskönner-Platz und dürfen die Finanzlöcher in Einbeck demnächst mit höheren Grundsteuern stopfen.